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  • 6 Minuten

    Aluplatte statt Dachbegrünung: So wollen die VBZ die Hitze mindern

    Auf dem Bild sind Stadtrat Michael Baumer (l.) und der damalige VBZ-Direktor Marco Lüthi zu sehen. Im Hintergrund eine der Wannen mit Bepflanzungen, die nachher auf das Dach eines VBZ-Wartehäuschens gehievt wurde.Sie setzten sich 2021 für mehr Grün und weniger Hitze in Zürich ein (v. l.): Stadtrat Michael Baumer und der damalige VBZ-Direktor Marco Lüthi. Das ist nun nicht mehr als eine Randnotiz der Geschichte. Bild: zvg/Verkehrsbetriebe Zürich

    Mit Pauken und Trompeten lancierten die VBZ vor vier Jahren ein Dachbegrünungskonzept für ihre Haltestellenhäuschen. Nun teilen die VBZ mit, dass die Spezialbauten gar nie dafür geeignet waren. Stattdessen sollen Aluplatten für weniger Hitze sorgen.

    Rekordheisse Sommer rufen nach Hitzeminderung, vor allem in Städten mit vielen versiegelten Flächen. Da sind sich Experten und auch Zürichs Politikerinnen und Politiker einig. 2021 taten sich die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) bei diesem Thema durchaus als Pioniere hervor. Die Erfahrung aus verschiedenen europäischen Städten zeige, dass „begrünte Haltestellendächer viele Vorteile haben: Die Pflanzen dienen Insekten als Schutzort und Nahrung, binden Feinstaub und Luftschadstoffe und können Regenwasser speichern. Damit leistet die Begrünung einen Beitrag zur Beschattung und Kühlung der Umgebung und hilft, Hitze zu mindern“. Dies teilten die VBZ vor fast genau vier Jahren an einer Medienkonferenz auf dem Hardplatz im Stadtzürcher Kreis 4 mit.

    Und weiter mit der Euphorie: „Die Haltestelle der Zukunft soll auch punkto Klima smart sein: Hier nutzen wir das Dach für die Verbesserung des Mikroklimas und der Biodiversität“, so Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, zu dem die VBZ gehören, damals. Sekundiert wurde der FDP-Politiker vom damaligen und heute bei Postauto AG arbeitenden VBZ-Direktor Marco Lüthi. Dieser pries die besonderen Vorzüge der „Züri“-Bepflanzung an.


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    Es war eine ausgeklügelt eruierte und nun angesäte, niedrigwachsende und bewährte Dachkräutermischung mit über 50 Arten sowie Setzlinge von rund zehn Pflanzenarten wie Edelgamander, rundblättrige Glockenblume oder gelbe Reseda. „Erfunden“ hatten die Mischung Experten der Dienstabteilung Grün Stadt Zürich, die für den Unterhalt sämtlicher städtischer Grünräume zuständig ist.

    VBZ verfolgen Projekt nicht weiter

    Vorerst war der Versuch auf die Tramhaltestellen Hardplatz (8er-Tram Richtung Hardturm) sowie Albisriederplatz (2er-Tram Richtung Schlieren) beschränkt. „Eine Vielzahl solch kleiner begrünter Flächen kann einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zur Vernetzung leisten, vor allem, wenn diese nahe beieinander liegen. Dies zeigt eine neue Studie aus der Stadt Zürich“, hiess es in einer VBZ-Mitteilung weiter. Dementsprechend wohlwollend und ausführlich berichteten die Medien damals.

    Nun schreiben wir das Jahr 2025. Auf einen rekordheissen Juni folgte ein regnerischer Juli und ein hochsommerlicher August. Ideale Voraussetzungen also für Dachbegrünungen. Doch auf Anfrage teilen die VBZ mit, dass man das Projekt nicht weiterverfolgt habe. „Das Pilotprojekt wurde mittlerweile wie geplant abgeschlossen. Der Pilot hat gezeigt, dass sich die Flächen der VBZ-Haltestellen-Dächer nur in einem sehr begrenzten Rahmen für eine Begrünung eignen“, heisst es von Mediensprecherin Judith Setz.

    Auf dem Bild zu sehen die Tramhaltestelle am Hardplatz. Die aufwändig erstellte Dachbegrünung kommt bald wieder weg.Die Tramhaltestelle des 8er-Trams am Hardplatz in Zürich. Die aufwändig erstellte Dachbegrünung kommt bald wieder weg. Bild: Lorenz Steinmann

    Eine Erkenntnis ist laut den VBZ, dass ein Umbau der Standardwartehallen auf Wartehallen mit Dachbegrünung mit hohen Kosten verbunden wäre. „Würden die Haltestellendächer begrünt, müssten die Standardwartehallen aufgrund der Statik von Grund auf neu konstruiert werden. Dazu kommt, dass der mit der Begrünung verbundene (finanzielle und personelle) Aufwand nicht mit dem Nutzen vereinbar ist“, so Setz weiter. Die VBZ stellen ihre Wartehäuschen übrigens nicht selber her, sondern beziehen diese von der Firma Burri AG aus Glattbrugg.

    Milchige Dachscheiben kommen weg

    Nichtsdestotrotz sei eine Weiterführung des Projekts aktuell nicht geplant. Immerhin: „Um die Sonneneinstrahlung unter einer Wartehalle zu reduzieren, beginnen die VBZ aktuell, an neuralgischen Punkten die milchigen Dachscheiben durch eine Aluplatte zu ersetzen“, so Mediensprecherin Setz.

    Die VBZ kämpfen also mit Aluplatten statt mit Dachbegrünungen gegen die Stadthitze. Dass Aluminium wegen seiner Leitfähigkeit sehr heiss werden kann, scheint bei den Überlegungen keine Rolle gespielt zu haben. Hauptsache Schatten. Bleibt zu hoffen, dass die Aluminiumplatten wenigstens weiss beschichtet sind, damit sie mehr Sonnenlicht reflektieren (Albedo-Effekt).

    Auf die Frage, was das Projekt bisher kostete, gaben die VBZ keine Antwort.

    Auf dem Bild zu sehen ein Wartehäuschen der Verkehrsbetriebe Offenbach in Deutschland mit begrüntem Dach.Es geht auch einfacher: Wartehäuschen der Offenbacher Verkehrs-Betriebe der Stadt Offenbach am Main in Deutschland mit begrüntem Dach. Bild: Lorenz Steinmann

    In Offenbach geht es dank Mauerpfeffer

    Und damit zurück zum eingangs Artikel zitierten Zitat der VBZ mit den „vielen Vorteilen begrünter Haltestellendächer“. Im Gegensatz zu Zürich gibt es aktuell viele umgesetzte Beispiele von begrünten Wartehäuschendächern. Herausgepickt sei Offenbach bei Frankfurt. Jene Stadt hat etwa die Grösse von Winterthur – wo es übrigens dank der Initiative der Versicherungsgesellschaft AXA ebenfalls einige entsprechende Wartehäuschen gibt.

    Offenbach ist finanziell im Gegensatz zu Zürich nicht auf Rosen gebettet. Daher spannte man mit einem Profi aus der Privatwirtschaft zusammen. Dieser verzichtete auf komplizierte Samenmischungen und pflegeintensive Pflanzen. In einfachen, nicht mehr als zehn Zentimeter hohen Erdkisten gedeiht seit einigen Jahren der anspruchslose Sedum, auch als Mauerpfeffer bekannt. Dieser verträgt wochenlange Trockenphasen wie auch Starkregen und Frost im Winter. Sedum speichert Wasser ideal und ist Bienen- und insektenfreundlich. Offenbach ist ein Beispiel, das zeigt, wie es mit weniger hohen Ansprüchen, also ohne den berühmt-berüchtigten „Züri-Finish“, durchaus funktioniert.

    Auf dem Bild ist das "Inno-Tram" der VBZ zu sehen. Im sogenannten "InnoTram" testen die VBZ seit Juli 2024 verschiedene "kleine und grosse" Neuerungen. Etwa berührungslose Türöffnungs-Knöpfe oder wie im Text erwähnt spezielle Sonnenschutzfolien. Bild: Pascal Turin

    Dabei scheint Alu statt Pflanzentröge auch für Zürcher Verhältnisse nicht gerade innovativ, Aludächer wirken im Gegenteil kontraproduktiv bezüglich Stadthitze. Immerhin sind die VBZ diesbezüglich nicht ganz untätig geblieben. Sie testen aktuell im sogenannten „InnoTram“ eine Sonnenschutzfolie. „Der Energieverbrauch für Lüftung und Klimaanlagen konnte im ‚InnoTram‘ gesenkt werden, weil es sich durch die Sonnenschutzfolien weniger aufheizte“, erklärt Setz dazu. Hochgerechnet könnten damit pro Jahr etwa vier Megawattstunden elektrische Energie eingespart werden – also etwa der Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts pro Tram.

    Wenn die Aluplatten diese Bemühungen nur nicht wieder zunichte machen, ist man versucht zu denken.

    Matthias Renggli und Severin Meier (beide SP) bissen mit ihrem 2022 eingereichten Postulat beim Stadtrat auf Granit. Im Juli 2025 doppelten sie nach.

    Doch der Reihe nach. Die Gemeinderäte Renggli und Meier fragten mit einem Postulat (GR Nr. 2022/23) beim Stadtrat nach, ob und wie Dächer und Wände von bestehenden und neuen Tram- und Bushaltestellen, unter Einbezug der Bevölkerung, begrünt werden können. Man muss tief in den 147 Seiten langen Abschreibungsanträgen der Stadtverwaltung zum Geschäftsbericht 2024 (verfasst im März 2025) graben, um konkrete Antworten zu finden.

    Diese Antworten zeigen auf, dass Hitzeminderung zumindest im Departement von Stadtrat Michael Baumer keine Priorität hat. Ein paar Killerargumente:

    • Zusätzliche Gewichte (Substrat, Tröge), welche die Statik der „Standardwartehallen“ zu stark beanspruchen würden.
    • Unberechenbarer Pflegeaufwand, der nach Starkregen und Sturm entstehe.
    • Überschaubarer Effekt bezüglich Biodiversität „aufgrund der isolierten Kleinstflächen“.
    • Zum Besteigen der Haltestellendächer seien Hilfsmittel erforderlich – „und ab einer Fallhöhe von drei Metern sind Absturzsicherungen vorgeschrieben bzw. ein Gerüst notwendig“.

    Die Parlamentarier Renggli und Meier liessen sich von dieser fast erschlagenden Argumentation nicht beeindrucken. Am 2. Juli 2025 reichten sie zusammen mit Marco Denoth (ebenfalls SP) und zwei weiteren Unterzeichnenden einen neuerlichen Vorstoss ein. Darin fordern sie den Stadtrat auf, zu prüfen, „wie Prototypen von Tram- und Bushaltestellen, allenfalls in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), anderen Verkehrsbetrieben und Hochschulen entwickelt und getestet werden können, deren Dächer und Wände begrünt und/oder mit Solarzellen ausgerüstet werden können“. Ziel solle sein, dass bei Neubauten oder umfassenden Sanierungen eine neue Generation Tram- und Bushaltestellen realisiert werde, die neben der Funktion als Wartebereich einen Beitrag zur Biodiversität leiste und/oder der Stromerzeugung diene.

    Weil die SVP einen Ablehnungsantrag stellte, wurde das Geschäft noch nicht an den Stadtrat überwiesen. Grundsätzlich hat der Stadtrat nach der Überweisung zwei Jahre Zeit, das Anliegen zu prüfen und Ergebnisse zu liefern. 


  • 1 Minute

    Der Traum von begrünten Wartehäuschen

    Die Tram-Haltestelle des 8er-Trams am Hardplatz Richtung Hardturm. Das Dach ist begrünt, im Hintergrund ragt der Prime Tower empor.Begrünte Tramhäuschen hätten in der Limmatstadt zum Standard werden können, doch es fehlt der Stadtverwaltung offensichtlich der Wille. Bild: Lorenz Steinmann

    Im Rathuus-Podcast geht es dieses Mal auch um Hitzeminderung. Lorenz Steinmann und Pascal Turin machen Pflanzen auf Dächern von Tram- und Bushaltestellen zum Thema. Ausserdem wird in der 14. Folge über eine Schulhaus-Einweihung gesprochen.

    Ach wie schön wäre ein kühlendes Dach: In der 14. Folge des Rathuus-Podcasts widmen wir uns einem Thema, das Leute mit grünem Daumen besonders interessieren könnte. Es geht um Pflanzen auf Dächern von Tram- und Bushaltestellen.

    Hobbygärtner Lorenz Steinmann sieht nur Vorteile wie die Förderung der Biodiversität, die Verbesserung der Luftqualität oder eine kühlende Wirkung. Der Podcaster erzählt von einem Pilotprojekt der Verkehrsbetriebe Zürich, das so erfolgreich war, dass es schubladisiert wurde. Das freut weder Lorenz noch Bienen und andere Insekten. Auch Co-Host Pascal Turin gibt sich schockiert, obwohl er nicht einmal Tannen von Palmen unterscheiden kann. Aber die Rettung der begrünten Wartehäuschen naht bereits in Form eines Vorstosses im Stadtzürcher Gemeinderat.

    Doch bevor wir uns dem städtischen Dschungel annähern, erzählt Pascal von der Einweihung des Ersatzneubaus der Baugewerblichen Berufsschule Zürich – kurz BBZ – nahe des Hauptbahnhofs. Ausserdem verkündet Lorenz zum Schluss noch Big News aus seinem Berufsleben.

    Wie und wo kann man den Podcast hören?

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  • 3 Minuten

    31 Unterrichts­zimmer, 80 Klassen und über 1500 Lernende

    Regierungsrat Martin Neukom, mit Brille und weissem Hemd, steht neben Regierungsrätin Silvia Steiner mit Jackett und passender Business-Hose.Sie freuen sich bereits auf ihre Reden zur feierlichen Einweihung des Schul-Neubaus (v. l.): Regierungspräsident Martin Neukom (Grüne) und Regierungsrätin Silvia Steiner (Die Mitte). Bild: Pascal Turin

    Bildungsdirektorin Silvia Steiner und Baudirektor Martin Neukom durften heute Freitag den Neubau der Baugewerblichen Berufsschule Zürich einweihen. Seit kurzem werden hier angehende Maurerinnen, Schreiner oder Zeichnerinnen unterrichtet.

    Das erste Wort hatte Rektor Heinz Schlegel. Er durfte zurückschauen auf den Baustart und rief Erinnerungen an die Grundsteinlegung wach. Baudirektor Martin Neukom und Bildungsdirektorin Silvia Steiner hatten im September 2022 zur Schaufel gegriffen und damit den Startschuss für die Bauarbeiten gegeben. Heute Freitag wurde nun der Ersatzneubau der Baugewerblichen Berufsschule Zürich – kurz BBZ – nahe des Hauptbahnhofs Zürich offiziell eingeweiht.

    “Ich bin ein Fan der Berufslehre”, sagte Regierungspräsident Martin Neukom in seiner Ansprache. Der Grünen-Politiker absolvierte ursprünglich eine Lehre als Konstrukteur, bevor er im Anschluss studierte. Ohne die Leute, die hier ausgebildet werden, könne ein solches Gebäude gar nicht gebaut werden. Doch er wolle nun keinen Exkurs in die Bildungspolitik machen, dies überlasse er Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Silvia Steiner.

    „Besonders relevant heute beim Bauen ist die Nutzungsflexibilität“, führte der Baudirektor aus. Man wisse noch nicht, wie die Bedürfnisse in 30 Jahren aussehen würden. Darum sei es wichtig, dass die Räume in Zukunft relativ flexibel umgenutzt werden können. Stolz verwies Neukom zudem darauf, dass die neue Schule als „erstes Bildungsgebäude der Schweiz“ mit dem Label „Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz“ Stufe Gold des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz zertifiziert wurde.


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    Das Gebäude der BBZ. Davor sind zwei Autos parkiert, ein Flexity-Tram fährt vorbei.Das neue Schulhaus befindet sich an der Limmatstrasse in Zürich. Bild: Pascal Turin

    Ins neue Gebäude eingezogen ist die Abteilung „Planung und Rohbau“. Hier werden seit dem Ende der Sommerferien rund 1500 Lernende in der Grundbildung und 750 Studierende in der Weiterbildung ausgebildet. Die Lernenden, die im Neubau an der Limmatstrasse 53 im Kreis 5 zur Schule gehen, wollen zum Beispiel Architekturmodellbauer, Maurerinnen, Schreiner oder Zeichnerinnen werden. In den 31 Unterrichtszimmern werden laut einer gemeinsamen Mitteilung der Baudirektion und der Bildungsdirektion insgesamt 80 Klassen unterrichtet.

    Im Untergeschoss des Neubaus befinden sich die Sporthallen, im Erdgeschoss die Eingänge und im ersten Obergeschoss öffentlich zugängliche Räume wie Sekretariat, Mediothek und Mehrzweckraum. Die oberen Stockwerke bieten Klassenzimmer, Gruppenarbeitsräume und Lernnischen. Auf dem Dach hat es eine Photovoltaikanlage. Geheizt wird mit Fernwärme.

    Kanton investiert in die Berufsbildung

    “Mit der Einweihung des Schulhauses setzen wir ein Zeichen für die Berufsbildung im Bereich Bau“, sagte Silvia Steiner (Die Mitte) am Anlass. Ihr sei bewusst, dass es aufwendiger sei, junge Menschen für Bauberufe zu begeistern als für andere Berufe, bei denen man mit sauberen Händen an einem Schreibtisch sitze. Es brauche darum Perspektiven und attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Bildungsdirektorin nannte das Stichwort Durchlässigkeit und verwies auf die Maurer: Rund 40 Prozent der Maurerabsolventinnen und -absolventen qualifizieren sich weiter auf die Kaderstufe oder machen eine Weiterbildung im Bereich der höheren Berufsbildung.

    Das Projekt stammt aus der Feder des Zürcher Architekturbüros Gunz und Künzle. Der Ersatzneubau kostete rund 50 Millionen Franken. Er ist ein Teil der sogenannten Berufsbildungsmeile, die im Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Limmatplatz entstehen soll. Das Hauptschulhaus der BBZ befindet sich nur rund zwei Minuten Fussmarsch entfernt an der Reishauerstrasse 2. Dort gehen unter anderem angehende Metallbauerinnen und Heizungsinstallateure in den Unterricht. Ebenfalls in der Nähe sind die Allgemeine Berufsschule Zürich an der Ausstellungsstrasse und die Berufsschule Mode und Gestaltung an der Ackerstrasse.

    Blick durch ein grosses, rundes Fenster in eine der Sporthallen des Neubaus der BBZ.Im Untergeschoss des Gebäudes befinden sich zwei Sporthallen. Bild: Pascal Turin

  • 10 Minuten

    Vier Politikerinnen und Politiker, die Spuren hinterlassen haben

    Collage von Fotos im Polaroid-Stil. Sie zeigen Christoph Blocher, Elmar Ledergerber, Vreni Spoerry und Verena Grendelmeier.Vier Politikerinnen und Politiker mit Leib und Seele (von oben links nach unten rechts): Elmar Ledergerber, Verena Grendelmeier, Vreni Spoerry und Christoph Blocher. Collage: Rathuus, Bilder: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Pascal Turin

    Christoph Blocher, Verena Grendelmeier, Elmar Ledergerber und Vreni Spoerry – sie haben die Politik im Kanton Zürich und in der Schweiz geprägt. Einer mischt weiterhin mit.

    Hand aufs Herz: Wer hatte nicht schon das Gefühl, dass sich in unserer zum Teil behäbigen Demokratie kaum je was ändert? Oder zugespitzt formuliert, dass „die da oben“ einfach ihre Zeit bis zu den nächsten Wahlen absitzen? Wir wagen in diesem Text die Gegenthese und haben vier Politikerinnen und Politiker aus dem Kanton Zürich herausgesucht, die definitiv Einiges erreicht haben.

    Zugegeben, die Auswahl ist völlig subjektiv erfolgt. Darum bemühen wir hier das Prinzip pars pro toto: Vier Köpfe, die für viele stehen.


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    Die Grande Dame des Zürcher Freisinns

    Vreni Spoerry, fotografiert im Jahr 1987, sass für den Kanton Zürich von 1996 bis 2003 im Ständerat. Sie ist im Mai 2025 im Alter von 87 Jahren gestorben. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Com_LC1501-00S-004-001

    Als Vreni Spoerry Ende Mai im Alter von 87 Jahren starb, war die Anteilnahme gross. „Ihr politisches und gesellschaftliches Wirken bleibt für uns ein bleibendes Vorbild. Wir verlieren mit ihr eine geschätzte Weggefährtin, eine starke Stimme der liberalen Sache und einen liebenswerten Menschen“, schrieb die FDP Horgen. Die ehemalige Nationalrätin und Ständerätin lebte in der Gemeinde am Zürichsee und war Ehrenmitglied der FDP-Ortspartei.

    „Die am 8. März 1938 geborene Juristin Vreni Spoerry stieg relativ spät in die Politik ein, machte danach aber eine Bilderbuchkarriere“, so das Schweizer Radio und Fernsehen auf seiner News-Website. Politische Ämter habe sie nur übernommen, wenn sich diese mit ihrer Aufgabe als Hausfrau und Mutter von drei Kindern vereinbaren liessen.

    Das Onlineportal Nebelspalter titelte „Die eiserne Lady der Schweizer Liberalen“ – in Anlehnung an die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher (Conservative Party). Der „Tages-Anzeiger“ huldigte der verstorbenen Politikerin mit den Worten: „Sie war so einflussreich, wie es heute in der Politik kaum mehr jemand werden kann. Swissair hin oder her.“ Auch aus Sicht der „Neuen Zürcher Zeitung“ war die Horgemerin „eine der mächtigsten Frauen in der Schweiz“.

    Nach dem Jus-Studium wurde Spoerry Hausfrau und Mutter, später Gemeinderätin von Horgen und Kantonsrätin. Von 1983 bis 1996 sass Spoerry im Nationalrat, von 1996 bis 2003 politisierte sie dann im Ständerat. Alles in einer Zeit, als Frauen keineswegs von allen gern gesehene Leader in der Politik und der Wirtschaft waren.

    „Vreni Spoerry war die erste Frau in der Rechnungsprüfungskommission, so wie später auch im Gemeinderat von Horgen oder im Verwaltungsrat der Schweizerischen Kreditanstalt“, schrieb die NZZ in ihrem Nachruf. Die Juristin amtete aber nicht nur im Verwaltungsrat der Kreditanstalt, die später Credit Suisse genannt und schliesslich von der UBS übernommen wurde. Die Freisinnige war ausserdem Verwaltungsrätin bei der Zürich-Versicherung, bei Nestlé und in der heute noch existierenden Bauunternehmung Toneatti, die Spoerrys Grossvater gegründet hatte.

    Sie galt als profilierte Finanz- und Wirtschaftspolitikerin. Als Ständerätin und Teil der Wirtschaftselite kumulierten sich bei ihr viel Einfluss. Wohl so viel wie zur damaligen Zeit bei nur wenigen anderen unter der Kuppel des Bundeshauses.

    Es gab auch einen besonderen Tiefpunkt in ihrer sonst glänzenden Karriere: Spoerry sass im Verwaltungsrat der früheren Fluggesellschaft Swissair und war darum mitverantwortlich für das unrühmliche Ende der Airline, das sogenannte Grounding, also die Einstellung des Flugbetriebs im Oktober 2001. Für sie war das eine schwierige Zeit. Schon bevor der Untergang der Swissair unausweichlich war, stand Spoerry gewaltig unter Beschuss. Mit ihr hatte das Grounding ein Gesicht. Statt auf anonyme Anzugsträger konnten Bevölkerung und Medien mit dem Finger auf eine erfolgreiche Politikerin zeigen.

    Jahre später sagte die alt Ständerätin in einem Interview mit dem Magazin „Schweizer Familie“: „Vielleicht haben wir im Verwaltungsrat nicht immer alles richtig gemacht. Aber immer wollten wir das Beste für die Swissair.“ Ihr Mann (der Direktor der Zürcher Ziegeleien war, Anm. d. Red.) habe sie unterstützt, wenn man ihr wieder einmal zusetzte, „und die echten Freunde standen zu mir“.


    Der Stapi mit Bundesratsformat

    Der Sozialdemokrat Elmar Ledergerber, hier 1991 als Nationalrat bei einer Demo, war von 2002 bis 2009 ein beliebter Stadtpräsident von Zürich. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Com_LC1501-00L-019-001

    Elmar Ledergerber ist ein Phänomen. Als er im Oktober 2008 seinen Rücktritt als Stadtpräsident auf Ende April 2009 verkündete, tat er dies an einer Medienkonferenz mit den Worten: „Ich bin quasi jetzt ein wenig auf dem Weg vom Stapi zum Papi und auch das ist ein schöner Weg. Auf das freue ich mich.“

    Der damals 64-jährige SP-Politiker und Vater von einer Tochter sowie zwei Söhnen gab als Begründung an, dass er in Zukunft mehr Zeit für seinen 16-jährigen Sohn aufwenden wolle – der allerdings kein Problemfall sei, wie er versicherte. „Auch gebe es keinen politischen Druck oder andere Hintergründe für diesen Schritt. Er wolle lediglich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen“, schrieb der Tagi.

    Die Medien konnten es kaum glauben und für kurze Zeit war Ledergerber alias Super-Papi das Thema Nummer 1. „Mit Elmar Ledergerber verliert die Stadt ihren besten Verkäufer“, hiess es im Beitrag in der Hintergrundsendung „Echo der Zeit“ von Radio SRF. Er habe Zürich vermarktet wie kein anderer, stets optimistisch und selbstbewusst – auch in eigener Sache, etwa im Wahlkampf fürs Stadtpräsidium.

    Manche kritisierten den Sozialdemokraten hingegen als Ankündigungsminister, unter anderem wegen des einst geplanten und vom Volk im Jahr 2008 versenkten neuen Kongresszentrums am See.

    Der gebürtige Engelberger startete seine politische Karriere als Kantonsrat. Von 1987 bis 1998 sass er für die SP im Nationalrat. 1998 wählte ihn die Zürcher Stimmbevölkerung in den Stadtrat. Ledergerber wurde Vorsteher des Hochbaudepartements und 2002 Nachfolger von Josef Estermann (SP) als Stadtpräsident. Wie Ledergerber war lustigerweise auch Estermann ein Innerschweizer. 2008 wurde Elmar Ledergerber als zweitbester Bürgermeister – im Fall von Zürich Stadtpräsident – der Welt ausgezeichnet. Überflügelt hatte ihn lediglich die südafrikanische Politikerin Helen Zille (Democratic Alliance), die damalige Bürgermeisterin von Kapstadt.

    Nach seinem Rücktritt engagierte sich Ledergerber während sechs Jahren als Präsident für die Vermarktungsorganisation Zürich Tourismus. 2015 gab der studierte Historiker und Ökonom sein Amt ab. Der heute 81-Jährige hält sich medial verhältnismässig zurück. Doch es gibt Ausnahmen: Ledergerber kämpfte 2024 (erfolglos) gegen die Initiative für eine 13. AHV-Rente. Er stellte sich damit gegen seine eigene Partei, die SP. Zudem ist er wöchentlich als Kolumnist beim Privatsender Radio 1 zu hören.


    Die letzte grosse Stimme des LdU

    Verena Grendelmeier war Kantonsrätin und Nationalrätin des Landesrings der Unabhängigen. Die eloquente Rednerin – hier in einer Aufnahme von 1985 – starb 2018. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Com_LC1500-0851

    Es war rückblickend eine ihrer wichtigsten politischen Leistungen: Verena Grendelmeier legte im März 1995 mit einer parlamentarischen Initiative im Nationalrat den Grundstein für die Aufarbeitung der nachrichtenlosen Vermögen aus dem Zweiten Weltkrieg. Dabei handelte es sich um Guthaben auf Schweizer Banken, die oft jüdischen Opfern des Nationalsozialismus gehörten.

    Grendelmeier starb 2018 im Alter von 79 Jahren. Sie hatte in Bundesbern den Landesring der Unabhängigen – kurz LdU – vertreten und sass von 1983 bis 1999 in der Grossen Kammer. Ab 1992 war sie Präsidentin der Fraktion LdU/EVP.

    Die Zürcherin, vor ihrem Nationalratsmandat im Kantonsrat, war schon als Kind von ihrem Vater und LdU-Nationalrat Alois Grendelmeier politisch geprägt worden. Nach der Matur wurde sie Primarlehrerin und später Schauspielerin sowie Regisseurin. Schweizweite Bekanntheit erlangte sie als Moderatorin der Sendungen „Tatsachen und Meinungen“ sowie „Rundschau“ beim Schweizer Fernsehen.

    Grendelmeier war eine begabte Rednerin – wie auch ein Rededuell mit dem damaligen FDP-Nationalrat Richard Reich in der „Rundschau“ demonstrierte. Die Politikerin warb für den Beitritt der Schweiz zur Europäischen Union (EU) und wurde darum auch als „Euro-Turbo“ abgestempelt.

    Grendelmeiers vorzeitiger Rücktritt aus dem Nationalrat nach der Frühjahrssession 1999 sorgte dafür, dass der ehemalige Fernsehmoderator und damalige Kantonsrat Anton Schaller nachrücken konnte. Die NZZ hatte diesen Schachzug in einem Artikel als „Damenopfer“ bezeichnet. Die Idee der unter Druck geratenen Partei war, dass LdU-Präsident Schaller bei den nationalen Wahlen im Herbst 1999 als Bisheriger antreten konnte. „Eitel Freude löste diese Rochade nicht überall aus“, so die Tageszeitung kritisch.

    Doch die Partei hatte die Rechnung ohne die Wählerinnen und Wähler gemacht. Schaller wurde nicht gewählt. Der LdU erlitt eine schwere Niederlage. Die von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler 1936 ins Leben gerufene Partei wurde im Dezember 1999 aufgelöst. Als Todesstoss gilt die Wahlniederlage an den Eidgenössischen Wahlen im Herbst, aber schon zuvor war die Migros-Partei, die mal linke, mal rechte Positionen vertrat, aus vielen kantonalen Parlamenten gefallen. Der LDU war zusehends zwischen rot-grünem und bürgerlichem Lager zerquetscht worden.

    Nach ihrer Zeit im Nationalrat arbeitete Verena Grendelmeier als Mediendozentin. „Es wurde still im sonst lärmigen Ratssaal, wenn sie ans Rednerpult trat“, hiess es in einem rührenden Nachruf in der NZZ. Die Nationalrätinnen und Nationalräte hätten ihre Zeitungen, ihre Dokumente für kurze Zeit abgelegt, wenn sie gesprochen habe. „Ihre Auftritte hatten eine besondere Klasse.“


    Der beharrlichste EU-Gegner der Schweiz

    SVP-Doyen Christoph Blocher erhielt für seine Rede an der Albisgüetli-Tagung 2024 viel Applaus. Der 84-jährige alt Bundesrat wird noch heute häufig von den Medien nach seiner Meinung gefragt. Bild: Pascal Turin

    Die Albisgüetli-Tagung in Zürich ist das Stelldichein der meist bürgerlichen Polit-Prominenz. Alle, die in der SVP etwas zu sagen haben, sind dort anzutreffen. Manche Vertreterin oder mancher Vertreter anderer Parteien hat dort ebenfalls schon vorbeigeschaut – und sich von den zahlreich anwesenden Medienvertretungen filmen oder fotografieren lassen.

    So ähnlich war es im Januar 2024. Der Anlass nahm seinen Gang, es wurde an den Tischen geredet und gelacht. Manche kauften Tombola-Lose. Eigentlich warteten sowieso alle auf die Rede von Christoph Blocher.

    Die SVP-Überfigur war Gemeinderat in Meilen, Kantonsrat, Nationalrat – von 2004 bis 2007 Bundesrat – und nach seiner Abwahl als Bundesrat erneut Nationalrat. Er baute die Zürcher SVP zur stärksten Kantonalpartei auf und lenkt die wählerstärkste Partei der Schweiz bis heute, auch wenn er seit 2018 kein offizielles SVP-Amt mehr bekleidet. Sein prägendster Erfolg war 1992 die Nein-Kampagne zum Europäischen Wirtschaftsraum, einer geplanten Anbindung an die EU.

    Blocher ist mehr als Politiker. Er ist der Lieblingsgegner der Linken und ein Idol für rechts-konservative Politiker. Der Herrliberger ist studierter Jurist und Unternehmer. Als langjähriger Hauptaktionär und Chef der Ems-Chemie wurde Blocher zum Milliardär. Seine Mehrheitsbeteiligung an der Ems-Chemie hat er aber schon 2003 als frisch gewählter Bundesrat an seine vier Kinder übertragen, berichtete die Nachrichtenplattform Swissinfo. Bekanntestes Kind des alt Bundesrats ist Magdalena Martullo-Blocher, die für die SVP im Nationalrat politisiert und seit 2004 Chefin der Ems-Chemie ist.

    Nach 1987 versuchte es Christoph Blocher 2011 zum zweiten Mal, für den Kanton Zürich in den Ständerat einzuziehen. Das Zugpferd der SVP scheiterte aber erneut. Die Bisherigen Felix Gutzwiller (FDP) und Verena Diener (GLP) hatten klar die Nase vorn. Als stark polarisierende Figur erlitt er das gleiche Schicksal wie schon der SVP-Ständeratskandidat Ueli Maurer. Der spätere Bundesrat war 2007 ebenfalls an Diener gescheitert.

    Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man denken, Christoph Blocher sei noch immer Justizminister – obwohl er im Dezember 2007 vom Parlament überraschend abgewählt worden ist. Hinter seinem Rücken hatten Sozialdemokraten, Grüne und CVP (heute Die Mitte) einen Plan geschmiedet und die damalige Bündner SVP-Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf gewählt. Gegen den Willen ihrer Partei nahm sie die Wahl an. Worauf ihr mit dem Ausschluss gedroht wurde. Kurz darauf entstand die BDP. Widmer-Schlumpf blieb deren einzige Bundesrätin. Doch das ist eine andere Geschichte.

    Der 84-Jährige sitzt zwar seit 2014 nicht mehr im Nationalrat, wird allerdings trotzdem häufig zu allerlei Themen befragt. Im Juni gab er den Zeitungen des Verlags CH-Media ein Interview und äusserte sich zur Weltlage. Erst vor wenigen Tagen durfte er seine Meinung zum US-Zollhammer in der „SonntagsZeitung“ kundtun. Es ging darum, dass viele Politikerinnen und Politiker nun eine schnelle Annäherung an die Europäische Union fordern. Für den beharrlichsten EU-Gegner der Schweiz ein rotes Tuch.

    Seine regelmässige Medienpräsenz hängt auch mit der wöchentlichen Sendung „Teleblocher“ des Schaffhauser Fernsehens zusammen. Dort äussert sich der Herrliberger häufig pointiert und wird dafür entweder kritisiert oder gelobt – je nach politischer Einstellung.

    Kommen wir zurück zur Albisgüetli-Tagung 2024. Als Blocher die Bühne betritt, wird eifrig geklatscht. Die Rede selbst plätschert vor sich hin und wäre wohl nicht in Erinnerung geblieben, hätte der alt Bundesrat zum Schluss keine Bombe platzen lassen: Er kündigte an, dass es seine letzte an einer Albisgüetli-Tagung gewesen sei. „Meine Redezeit ist abgelaufen“, sagte er – und sang den Rest zur Melodie des Volkslieds „Dr Schacher Seppli“. Blocher überraschte damit selbst wichtige Vertraute seiner Partei.


  • 5 Minuten

    Affoltern träumt vom Tram und die Stadt greift ins Porte­mon­naie

    Auf dem Bild zu sehen ist eine der vielen Baumalleen auf der Wehntalerstrasse.Die Stadt Zürich will die Wehntalerstrasse wegen des Tramprojekts um bis zu zehn Meter verbreitern. Ein Zankapfel sind die vielen Bäume, die gefällt werden sollen. Bild: Lorenz Steinmann

    Die rund eine halbe Milliarde Franken kostende Tramverlängerung nach Affoltern sorgt für Irritationen. Eine neue Zählung erwähnt zusätzlich 118 zu fällende Bäume auf Privatgrund. Obwohl der Kanton das Megaprojekt aus finanziellen Gründen zurückgestellt hat, will die Stadt es durchpeitschen.

    Schon seit über zehn Jahren wird an einer Tramverlängerung nach Zürich-Affoltern herumstudiert. Entsprechend gross war die Enttäuschung bei den Projektverantwortlichen, aber wohl auch bei Stadtrat Michael Baumer (FDP) als oberstem Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Denn die neue, vier Kilometer lange Tramlinie entlang der Wehntalerstrasse zwischen Haltestelle Brunnenhof (ehemals Radiostudio) und Haltestelle Holzerhurd kann nicht wie geplant gebaut werden. Vor 2027 läuft gar nichts.

    Grund ist der Kanton. Denn Ende August 2024, also vor fast genau einem Jahr, informierte Finanzdirektor Ernst Stocker, dass diverse Bauprojekte im Kanton Zürich zurückgestellt würden. Um mindestens zwei Jahre. „Die Verhinderung eines weiteren Schuldenaufbaus“, lautete die Erläuterung des SVP-Politikers dazu. Beim Tram Affoltern sprechen wir von 325 Millionen Franken, die der Kanton beisteuern müsste.

    Kantonsrat war gegen Ausnahme

    Der Kantonsrat stützte im Dezember 2024 den Entscheid des Regierungsrates und war mit 124 zu 49 Stimmen dagegen, das Projekt doch schon 2025 voranzutreiben. GLP-Kantonsrätin Monica Sanesi, die selber im Quartier wohnt, sagte damals: „Entweder haben wir als Kanton die nötigen Finanzen, um alle Projekte voranzutreiben, oder wir stellen alle zurück.“

    Erschwerend kommt hinzu, dass der Kanton inzwischen grünes Licht gegeben hat für einen Kreditantrag zum Ausbau der Glattalbahn vom Flughafen über das Stadtzentrum Kloten ins Quartier Steinacher. Ein Gebiet, das im Gegensatz zu Affoltern eher ungenügend erschlossen ist durch den ÖV.

    Das sind keine guten Aussichten fürs Tramprojekt Affoltern. Denn dort geht es schlussendlich „nur“ um die Substitution der Trolleybuslinie 32 durch ein Tram. Das bedeutet zwar mehr Komfort und einen Kapazitätsausbau pro verkehrendem Fahrzeug. Aber nicht mehr.


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    Auf dem Bild sieht man den Inforaum zum Tramprojekt am Zehntenhausplatz in Affoltern.Am Zehntenhausplatz in Affoltern haben die Verkehrsbetriebe Zürich einen Inforaum für das Tramprojekt eingerichtet. Er ist jedoch nur mittwochs von 14 bis 16 Uhr offen. Bild: Lorenz Steinmann

    Trotzdem will der Gemeinderat den Regierungsratsentscheid nicht auf sich sitzen lassen. Das Stadtzürcher Parlament beschloss deshalb im Frühling 2025 eine Art Sonderkredit, um das erst später fliessende Geld des Kantons vorzuschiessen. Die linke Mehrheit war dafür, einen Sololauf zu starten. Dazu muss die Stadt nun bis Anfang September Antwort geben. Erwartet wird eine Monstervorlage an den Gemeinderat, die später dann auch vors Volk kommen soll.

    Ein Vorschuss von 325 Millionen Franken

    Die Abstimmungsvorlage würde wohl nicht nur die Details der Streckenführung inklusive zweier neuer Erholungspärke mit den Namen Furttalpark und Stadtplatz Glaubten enthalten. Nein, vor allem ginge es um die Ausgaben von besagten 325 Millionen Franken, die der Kanton (noch) nicht bereit ist zu zahlen. Dabei müsste die Stadt für die Tramlinie mit ein bisschen mehr Geduld eigentlich lediglich einen Anteil von 22 Millionen Franken beitragen.

    Dazu kommen aber 110 Millionen der Stadt für parallele Projekte. Etwa ein Rechtsabbieger bei der Kreuzung Wehntaler- und Regensbergstrasse und die erwähnten beiden Parks.

    Als dritter Geldgeber dabei wäre bei der Realisierung der neuen Tramlinie der Bund mit gut 23 Prozent der Kosten, was Stand heute gut 100 Millionen Franken ausmacht. Jener Beitrag ist aber an die Bedingung gekoppelt, dass das Tram Affoltern Teil im Agglomerationsprogramm der kommenden Jahre bleibt und mit dem Bau vor 2029 begonnen wird.

    Auf dem Bild sieht man den Parkplatz, wo dereinst der Glaubten-Park entstehen soll.Hier an der Kreuzung Wehntalerstrasse und Binzmühlestrasse bei der Glaubtenkirche soll ein Park entstehen. Speziell ist, dass jene Bäume dem Tramprojekt zugerechnet werden. Bild: Lorenz Steinmann

    Stadt zählte die Bäume nochmals nach

    Das sind ein bisschen viele Wenn und Aber. Hinzu kommen noch gewichtige politische Player wie die Zürcher Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz – kurz VCS. Laut Grünen-Kantonsrätin und Co-Geschäftsleiterin Gabi Petri ist die VCS-Einsprache gegen das Tramprojekt immer noch hängig. Es fand nicht einmal ein Treffen der beiden Parteien statt. Gabi Petri sagt zu Rathuus, dass sich Regierungsrätin Carmen Walker Späh und Stadtrat Michael Baumer (beide FDP) ein bauliches Denkmal setzen wollen würden, nachdem es mit dem Rosengartentunnel nicht geklappt habe. Kompromissbereitschaft habe man in Vorgesprächen keine gespürt.

    Der VCS kritisiert das Projekt als überrissen, weil es bis zu zehn Meter breitere Verkehrswege gäbe und die Fällung von 682 Bäumen geplant sei. Hier weckt eine neue Anmerkung der VBZ zusätzliche Aufmerksamkeit. Denn das Verkehrsunternehmen sagte auf Anfrage, man habe „aufgrund des grossen öffentlichen Interesses 2024 ein Baumkonzept erstellt“. Und weiter: „Mit dem Baumkonzept verfügen wir nun über eine präzisere Datengrundlage. Gemäss aktuellem Stand des 2024 erarbeiteten Baumkonzepts müssen im öffentlichen Raum 564 Bäume von 606 gefällt werden.“ 851 würden neu gepflanzt. „Zusätzlich werden auf angrenzendem privaten Grund 118 Bäume gefällt“, so die VBZ.

    Immerhin entkräften die VBZ damit ein Gerücht im Quartier: In der Affoltemer Bevölkerung wurde gemunkelt, dass viel mehr Bäume gefällt werden müssten als ursprünglich kommuniziert. Doch neu für die Öffentlichkeit ist, dass immerhin 118 Bäume auf privatem Grund daran glauben müssen. Ob da alle Grundstücksbesitzerinnen und -besitzer ihre Freude daran haben, darf bezweifelt werden. Vor allem, wenn die Stadt anderswo bei Baumfällungen ziemlich zurückhaltend ist.

    Auf dem Bild sieht man einen der Bäume auf Privatgrund, die für das Tramprojekt weichen müssen.Das wird wohl noch für Diskussionen bei der Bevölkerung sorgen: 118 Bäume auf Privatgrund müssten fürs Tramprojekt weichen. Bild: Lorenz Steinmann

    Durchaus als Kniff darf man zudem die Auslegung der Stadt interpretieren, dass bei der als positiv herausgestrichenen Baumbilanz („Die Gesamtzahl der zu fällenden Bäume beträgt somit nach wie vor 682 wie ursprünglich kommuniziert, nämlich 564 + 118.“) einfach jene Neupflanzungen in den geplanten Pärken Furttalpark und Stadtplatz Glaubten dazugezählt werden.

    Geld vorstrecken als „politische Zumutung“

    Nun kann man gespannt sein, was die Stadt und die VBZ, welche laut der Verwaltung beim Projekt den Lead haben, dem Gemeinderat präsentieren werden. GLP-Gemeinderat Sven Sobernheim aus Seebach sagte im Parlament: „Es geht gar nicht ums Tram. Es geht um eine unübliche Vorfinanzierung für den öffentlichen Verkehr.“ Dass die Stadt vorstrecken soll, ohne Sicherheit, dass der Kanton das Geld je zurückzahlt – für Sobernheim eine politische Zumutung. Er fragte rhetorisch: „Sie sagen uns im Ernst, dass der Kanton dieses Geld der verhassten Stadt Zürich zurückzahlen würde?“

    Schon einmal die Rechnung ohne den Wirt machten die VBZ übrigens in den 70er-Jahren, als sie das Tramtunnel vom Milchbuck nach Schwamendingen bohren liessen. In der festen Annahme, das sei der Beginn des Zürcher U-Bahnnetzes. Danach sagte aber das Stimmvolk Nein trotz vollendeter Tatsachen. Ungenutzt blieb der Tunnel immerhin nicht. Er wird von den Tramlinien 7 und 9 befahren.

    In einer ersten Text-Version stand, dass der Bund als dritter Geldgeber fürs Tramprojekt dabei wäre, wenn das Tram Affoltern Teil im Agglomerationsprogramm der kommenden Jahre bleibt und mit dem Bau vor 2028 begonnen wird. Richtig ist, dass es sich um das Jahr 2029 handelt.


  • 5 Minuten

    In Zürich brummt die Wirtschaft, aber das Gewerbe ächzt

    Auf dem Bild sieht man den Kreuzplatz als Baustelle, Stand 14. August 2025.Die Grossbaustelle am Verkehrsknotenpunkt Kreuzplatz in Zürich ist eines von verschiedenen Beispielen, wo Bedürfnisse des Gewerbes und der Stadt aufeinanderprallen. Bild: Lorenz Steinmann

    In der Stadt Zürich wächst die Beschäftigung insgesamt, doch das Gewerbe tritt auf der Stelle. Dies zeigt eine neue Studie. Ein Problem neben den vielen Baustellen könnten die hohen Mieten für Gewerbeflächen sein. Eine Analyse.

    Der „Tages-Anzeiger“ berichtete darüber, der Regionalsender Tele Z war für eine Reportage vor Ort und die „Neue Zürcher Zeitung“ doppelte kurz darauf nach: Die Baustelle am Kreuzplatz sorgt beim ansässigen Gewerbe für Ärger. Die Stadt Zürich erneuert dort noch bis Dezember die Leitungen und saniert die Gleise. Ausserdem will die Verwaltung am Verkehrsknotenpunkt, wo neben der Buslinie 31 die Trams 8 und 11 sowie die Forchbahn durchfahren, die Haltestellen hindernisfrei ausbauen und Verbesserungen für den Veloverkehr umsetzen.

    Der Tenor der Kritikerinnen und Kritiker: Nach der Sanierung der Forchstrasse im vergangenen Jahr und der sowieso schon polarisierenden Rad-WM 2024 kommt es nun schon wieder zu starken Beeinträchtigungen für die Läden und Restaurants.

    Dass Grossbaustellen – und Grossanlässe – für Unmut sorgen, ist eigentlich nicht neu. Doch gefühlt nehmen die Beschwerden zu. Insbesondere der bürgerlich dominierte Gewerbeverband der Stadt Zürich hält sich nicht mit genereller Kritik an der Arbeit der links-grünen Zürcher Stadtregierung und der Stadtverwaltung, aber auch an den Entscheidungen des Gemeinderats zurück.


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    Stadt beschwichtigt und setzt auf Information

    „Die Stadt ist sich bewusst, dass Baustellen oder Grossanlässe wie die Rad- und Para-Cycling-WM mit Einschränkungen verbunden sind“, heisst es auf Anfrage beim Präsidialdepartement. Genau deshalb setze sie alles daran, die Auswirkungen für Anwohnende und Gewerbetreibende möglichst gering zu halten. „So geschehen beim erwähnten Beispiel vom Kreuzplatz, wo die Bauzeit durch intensive Arbeiten zwischen Mai und Dezember 2025 möglichst kurzgehalten wird“, sagt Sebastian Hos, Stabsmitarbeiter der Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP).

    Und weiter: Die Stadt stehe im Austausch mit Anwohnenden und Gewerbe, informiere regelmässig über Anwohnerrundschreiben und habe vor Baustart eine öffentliche Informationsveranstaltung für das Quartier und das lokale Gewerbe durchgeführt. Auch bei der Rad- und Para-Cycling-WM sei mit Bekanntgabe der Verkehrsmassnahmen Anfang 2023 frühzeitig kommuniziert worden. „Insgesamt wurden durch die Dienstabteilung Verkehr 650 Begehungen, Gespräche und Informationsanlässe mit Stakeholdern durchgeführt, darunter zahlreiche Termine mit den Gewerbevereinen und einzelnen Gewerbetreibenden“, betont Hos.

    Das Bild zeigt den Limmatquai in Zürich während der Rad-WM im September 2024.Die permanente Sperrung des Limmatquais während zehn Tagen im September 2024 für die Rad-WM sorgte für ziemlichen Missmut beim Gewerbe. Bild: Lorenz Steinmann

    Nun macht aber auch eine Studie klar, dass in Sachen Gewerbe in der Limmatstadt definitiv nicht alles rund läuft. „Die Beschäftigung in der Zürcher Wirtschaft ist von 2011 bis 2022 stark gestiegen. Das Gewerbe hingegen hat stagniert“, heisst es in einer im Juli verschickten Medienmitteilung der Stadtentwicklung Zürich, die zum Präsidialdepartement gehört.

    Gewerbestudie ermöglicht interessante Einblicke

    2022 arbeitete rund jeder siebte Beschäftigte (13,8 Prozent) in Zürich im Gewerbe, wie einer Auswertung der Statistik der Unternehmensstruktur 2011 bis 2022 zu entnehmen ist. Gemäss der Stadtentwicklung werden als Gewerbe Kleinst- und kleine Unternehmen bis 49 Vollzeitstellen in den Bereichen Produktion und Handwerk, Reparatur und Instandhaltung, Gastronomie, Handel sowie quartierbezogene Dienstleistungen verstanden. Also zum Beispiel Autogaragen, Bäckereien, Coiffeursalons, Optikergeschäfte, Restaurants, Schreinereien oder Wäschereien.

    Unterschieden wird zudem zwischen publikumsorientierten Gewerblern mit starkem Bezug zum Quartier und produzierenden Unternehmen. „Zum publikumsorientierten Gewerbe zählten 2022 total 43’653 Beschäftigte in 7871 Arbeitsstätten“, heisst es in der Mitteilung. Die Zahl der Beschäftigten und der Arbeitsstätten sei zwischen 2011 und 2022 je um 5 Prozent gestiegen. „Im produzierenden Gewerbe waren es 2022 noch 30’604 Beschäftigte in 6431 Arbeitsstätten“, so die Stadtentwicklung. Das entspreche einem Rückgang von 10 beziehungsweise 1 Prozent.

    • Das publikumsorientierte Gewerbe war 2022 in der Innenstadt zahlenmässig stark vertreten. Spitzenreiter war das Quartier City (Bahnhofstrasse, Paradeplatz und Co.) mit total 4865 Beschäftigten.
    • Im produzierenden Gewerbe gab es mit Altstetten und seinen 4345 Beschäftigten eine klare Nummer Eins. An zweiter Stelle folgte Seebach mit 2743 Beschäftigten.
    • Die meisten Gewerbe-Beschäftigten in der Branche Handel fanden sich laut Studie 2022 im Quartier City mit 3076 Personen (ganze Stadt total 24’930 Beschäftigte).
    • In der Gastronomie (19’055) dominierte das Quartier Langstrasse mit 2403 Beschäftigten.
    Das Bild zeigt die Badenerstrasse während der Bauzeit vom Mai 2024 bis Juni 2025.Für viele Diskussionen wegen schlecht zugänglichen Gewerbebetrieben sorgte die Baustelle an der Badenerstrasse. Die Sperrung dauerte mit Unterbrüchen von Mai 2024 bis Juni 2025. Bild: Lorenz Steinmann

    Attraktive Rahmenbedingungen fürs Gewerbe schaffen

    Im Communiqué, das die Stadt zur Gewerbestudie 2025 verschickt hat, lässt sich Anna Schindler zitieren. „Die Stadt Zürich setzt sich gemäss ihren Strategien Zürich 2040 für eine diversifizierte Wirtschaft ein“, so die Direktorin der Stadtentwicklung. Das Gewerbe trage massgeblich zum Erhalt der Vielfalt an Branchen und Fachkräften in Zürich bei. Schindler, die die Dienstabteilung seit 2011 leitet: „Attraktive Rahmenbedingungen für das Gewerbe und die gesamte Wirtschaft sind daher ein zentrales Ziel der Stadt.“

    Wir wollten wissen, wie solche Rahmenbedingungen konkret aussehen.

    „Die verlässliche Finanz- und Steuerpolitik der Stadt Zürich ist eine zentrale Rahmenbedingung für eine möglichst hohe Planbarkeit bei den Unternehmen“, betont Sebastian Hos vom Präsidialdepartement. Die städtischen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, in Schulen sowie Betreuungsangebote und Erholungsräume seien wichtig für die hohe Standortqualität. Sie würden das Rekrutieren und Halten von Fachkräften in verschiedensten Berufen erleichtern.

    Dem gegenüber stehen Aussagen der City-Vereinigung Zürich. Sie hat im Juni ihre Mitglieder dazu aufgerufen, bei der aktuellen Firmenbefragung der Stadt die Stimme zu erheben: „Als Wirtschaftsverband stellen wir fest, dass viele unternehmerische Anliegen zu wenig gehört werden – sei es bei den hohen Gewinnsteuern, dem massiven Abbau von Parkplätzen, der mühsamen Baubewilligungspraxis oder dem steigenden Regulierungsdruck.“

    Das Bild zeigt die Baustelle Im Kochareal, wo die Stadt Zürich und verschiedene Genossenschaften beteiligt sind (Stand 14.8.2025).Auf dem Kochareal realisiert die Stadt Zürich ein weiteres Gewerbehaus. Das Bild stammt von der Baustellen-Webcam und zeigt den Baufortschritt am 14. August 2025. Bild: zvg

    Auf dem Koch-Areal entsteht ein Gewerbehaus

    Die seit 2005 von der Stadt durchgeführten Firmenbefragungen zeigen ausserdem, dass sich Verfügbarkeit und Mietpreisniveau von Produktions- und Verkaufsflächen für kleinere Unternehmen verschlechtert haben. Das zu ändern, dürfte allerdings schwierig sein.

    Mit der Bau- und Zonenordnung (BZO) 2016 sind immerhin die verbliebenen Industriezonen in Zürich vorerst gesichert. Der Erhalt der Industriezonen könnte für die Zukunft der zahlreichen Gewerbebetriebe in der Stadt entscheidend sein. „Nur in den Industriezonen sind stark störende wirtschaftliche Tätigkeiten, wie sie beispielsweise in der Produktion oder Logistik vorkommen können, überhaupt noch zulässig“, erklärt Stabsmitarbeiter Sebastian Hos. Zudem seien die Boden- und die Mietpreise aufgrund der Nutzungsbeschränkungen tiefer als in anderen Zonen.

    In der BZO gelten an ausgewählten Lagen spezielle Bestimmungen zugunsten publikumsorientierter Nutzungen wie Restaurants oder Verkaufsgeschäfte in den Erdgeschossen. „Liegenschaften Stadt Zürich vermietet in den eigenen Liegenschaften preisgünstige Gewerberäume insbesondere auch an kleingewerbliche Betriebe“, sagt Hos. Ausserdem, fügt er an, dass die Stadt die Realisierung von Gewerbehäusern im Baurecht wie beim Gewerbehaus West in Altstetten, dem Örlikerhus in Zürich-Nord oder neu dem Gewerbehaus MACH auf dem Koch-Areal ermögliche.

    Fazit: Das wirtschaftliche Wachstum in Zürich ging nicht auf das Konto des Gewerbes. Wie es von der Stadt heisst, findet regelmässig Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus den unterschiedlichsten Branchen und Wirtschaftszweigen statt. Die Gewerbestudie 2025 ist insofern also eine wichtige Grundlage für die Verwaltung und die Politik, um die aktuelle Situation zu beurteilen und mögliche Verbesserungen anzustossen. Ob das allerdings reicht, um das Zürcher Gewerbe zu stärken, wird sich zeigen.


  • 5 Minuten

    Wird sie die nächste Stadtpräsidentin?

    Auf dem Bild ist Serap Kahriman zu sehen. Sie steht beim Dynamo in Zürich.GLP-Gemeinderätin Serap Kahriman will in Zürich Stadträtin werden. Ob sie auch fürs Stadtpräsidium kandidiert, lässt sie derzeit noch offen. Sie wäre die bisher einzige Frau, die sich zur Wahl stellt. Bild: zvg

    Serap Kahriman ist GLP-Gemeinderätin in Zürich und kandidiert für den Stadtrat. Im Rathuus-Fragebogen zeigt die 35-Jährige auf, was sie von den Politikerinnen Sanna Marin und Jacinda Ardern hält und erinnert daran, dass das Leben in Zürich für Familien mit zwei Einkommen herausfordernd ist.

    Serap Kahriman, wie wurden Sie politisiert?
    Weil ich angeblich keine „echte“ Eidgenossin sei. Und durch alt Bundesrat Christoph Blocher (SVP). Danke dafür.

    Was wollten Sie als Kind werden?
    Lehrerin. Weil ich schon früh gern erklärt habe, wie die Welt funktioniert, ob es jemand hören wollte oder nicht. Heute mache ich das halt im Parlament.

    „Der Mittelstand trägt vieles mit und hält vieles am Laufen, bleibt aber in den politischen Debatten oft vergessen.“

    Was beschäftigt Sie politisch gerade am meisten?
    Für die Vermögenden wird lobbyiert, Personen mit tiefen Einkommen werden staatlich unterstützt – und dazwischen? Der Mittelstand trägt vieles mit und hält vieles am Laufen, bleibt aber in den politischen Debatten oft vergessen. Mich beschäftigt, wie wir Zürich nachhaltig gestalten können, ohne diese Menschen aus dem Blick zu verlieren – gerade auch Familien mit zwei Einkommen, für die das Leben in der Stadt spürbar teurer und herausfordernder wird.

    Waren Sie Ihrer Partei schon immer treu oder hatten Sie mal Abwanderungsgelüste?
    Ich bin Mitglied der GLP – also grün und liberal. Das sind manchmal schon Abwanderungsgelüste genug. Aber im Ernst: Wer nie kritisch hinterfragt, hat das mit der Politik nicht ganz verstanden.

    Haben Sie auch schon Unterschriften für eine Initiative oder eine Petition gesammelt?
    Ja, zuletzt für die Familienzeit-Initiative. Und ich sage es ehrlich: Es ist jedes Mal eine Charakterprüfung. Die einen ignorieren dich, die anderen halten dich für das Allerletzte oder das Beste und wiederum andere diskutieren drei Stunden lang über alles – nur nicht über das Anliegen.

    „Moralische Staatsmänner? Da kann ich nur lachen. Moralische Staatsfrauen? Sanna Marin. Weil öffentlich tanzen durchaus moralisch ist.“

    Welche Staatsmänner halten Sie – frei nach Max Frisch – für moralisch?
    Moralische Staatsmänner? Da kann ich nur lachen. Moralische Staatsfrauen? Sanna Marin (ehemalige finnische Ministerpräsidentin, Anm. d. Red.). Weil öffentlich tanzen durchaus moralisch ist.

    Mit wem würden Sie gerne einmal ein Bier, ein Glas Wein oder einen Tee trinken?
    Mit Jacinda Ardern (ehemalige Premierministerin von Neuseeland, Anm. d. Red.), um über Empathie in der Politik zu diskutieren und darüber, wie man dabei nicht zynisch wird.


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    Was ist Ihr Lieblingsrestaurant in der Stadt oder im Kanton Zürich?
    Die Wirtschaft Ziegelhütte.

    Kaufen Sie das „Surprise“ und lesen Sie es auch?
    Ja und ja – am liebsten bei der Verkäuferin vor dem Coop Eleven in Oerlikon und weil darin Stimmen laut werden, die sonst selten gehört werden.

    Was haben Sie bis heute leider noch nicht gemacht?
    Einiges: Arabisch lernen, Saz spielen (türkisches Saiteninstrument, Anm. d. Red.), eine Bouillabaisse kochen und die praktische Segelprüfung.

    „Ich halte nicht viel von Personenkult, denn es endet oft in Autokratien. Aber wenn, dann: meine zweijährige Tochter. Sie hat mein Leben bedeutend umgekrempelt.“

    Wer ist für Sie die bedeutendste Zürcherin oder der bedeutendste Zürcher?
    Ich halte nicht viel von Personenkult, denn es endet oft in Autokratien. Aber wenn, dann: meine zweijährige Tochter. Sie hat mein Leben bedeutend umgekrempelt.

    Sex ohne Liebe, was halten Sie davon?
    Mehr als von Politik ohne Haltung.

    „Was mein grösster politischer Erfolg war bisher? Als mir ein junger Mann sagte, er fühle sich durch meine politische Arbeit gesehen. Das ist mehr wert als jeder erfolgreiche Vorstoss – denn unsere Parlamente sind noch lange nicht für alle zugänglich.“

    Was war Ihr grösster politischer Erfolg?
    Als mir ein junger Mann sagte, er fühle sich durch meine politische Arbeit gesehen. Das ist mehr wert als jeder erfolgreiche Vorstoss – denn unsere Parlamente sind noch lange nicht für alle zugänglich.

    Und welches Ihr grösster politischer Fauxpas?
    Ich verstehe die Frage nicht.

    Wollen Sie das historische Rathaus zurück oder gefällt es Ihnen im Rathaus Hard?
    Zurück ins historische Rathaus! Enge Räume wie im britischen Unterhaus: da rückt man näher zusammen und findet vielleicht sogar bessere Kompromisse.

    Portobello-Burger oder Poulet-Kebab?
    Was für eine Frage für eine Schweizerin mit türkischen Wurzeln! Am liebsten aber: Iskender Kebab.

    Taylor Swift oder Beatrice Egli?
    Taylor Swift, aber nur, weil sie öffentlich gegen Donald Trump Stellung bezogen hat.

    Welches Hintergrundbild haben Sie auf Ihrem Handy?
    Das vorgeschlagene iPhone-Hintergrundbild. Ich bin zu faul, es zu ändern. Choose your battles wisely.

    Worauf freuen Sie sich?
    Darauf, dass der Fragebogen bald endet. Und auf die Stadtratswahlen vom 8. März 2026.

    Und worüber können Sie lachen?
    Über viele meiner Unfähigkeiten – etwa, vulnerability (Verletzlichkeit, Anm. d. Red.) korrekt auszusprechen oder eine Zeitung von vorne nach hinten zu lesen, wie der Rest der Menschheit.

    Serap Kahrimans Familie stammt ursprünglich aus der Türkei. Ihr Grossvater kam in den 60er-Jahren in die Schweiz, um hier zu arbeiten. Kahriman wurde 1990 in der Schweiz geboren und wuchs im Toggenburg auf. „Zuhause erlebte ich die türkische Kultur, während die Schweiz immer meine Heimat war – damals wie heute. Die Verbindung dieser beiden Welten hat mich immer bereichert und tut es noch heute“, so die GLP-Gemeinderätin auf ihrer Website.

    Nach ihrer Lehre zur Gärtnerin entschied sie sich, einen neuen Weg zu gehen und zu studieren. Zuerst erlangte sie einen Bachelor in Wirtschaftsrecht an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. 2018 schloss sie ihren Master in Rechtswissenschaften an der Universität Luzern ab. Nachdem sie über fünf Jahre in der Versicherungsbranche als Kader-Mitglied gearbeitet hatte, startete sie nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2023 einen Neuanfang. Serap Kahriman leitet heute die Koordinationsstelle für Umweltschutz beim Kanton Schaffhausen. Ausserdem arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rechtsdienst des Departements des Innern.

    Serap Kahriman wohnt mit ihrer Familie in Unterstrass. Die GLP-Gemeinderätin (seit 2022) präsidiert die Sachkommission Finanzdepartement. Ausserdem kandidiert sie für den Stadtrat von Zürich, nachdem sie schon 2022 einen Versuch mit beachtlichem Erfolg wagte, damals als Kandidatin für die Jungen Grünliberalen. Offen ist zurzeit, ob sie oder ihr Parteikollege und amtierender Stadtrat Andreas Hauri, Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements, fürs Amt des Stadtpräsidiums kandidiert.


  • 3 Minuten

    Wie wäre es mit einer Bewährungssaison?

    Das in die Jahre gekommene, leere Hardturm-Stadion im Jahr 1987. Der Himmel ist leicht Wolke verhangen, aber der Stadionrasen leuchtet sattgrün.So sah das Hardturm-Stadion 1987 aus. 2008 wurde es abgerissen. Bis der schon ewig geplante Neubau steht, dürfte es noch einige Zeit dauern. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Com_LC1028-005-003, Bildmontage: Rathuus

    Der Spielbetrieb in der Super League hat begonnen. Perfekte Gelegenheit für die Fans des FCZ und von GC, sich wirklich mal zu beweisen. Ein neues Hardturm-Stadion sollte es nur ohne ständige Ausschreitungen geben. Ein Kommentar.

    In Zürich rollt der Ball wieder. Hoffen wir, dass nicht gleich Pyros und Fäuste hinterherfliegen. Die friedliche Stimmung während der Fussball-Europameisterschaft der Frauen hat uns alle verwöhnt. Glückliche Fans, keine Gewalt – so muss Sport sein.

    Für die Stadtzürcher Clubs dürfte der Meisterpokal auch in der Saison 2025/26 unerreichbar bleiben, zumindest deuten das die bisherigen Leistungen an. Doch sollten sich am Ende entweder die Young Boys aus Bern, der FC Basel oder vielleicht sogar der FC Thun an der Tabellenspitze sonnen, wäre das kein Drama. Hauptsache, wir erleben in der Limmatstadt mal eine Saison ohne grössere Ausschreitungen.

    Das erste Derby zwischen dem FC Zürich und den Grasshoppers steht zwar erst Anfang Oktober auf dem Spielplan, doch einige Unverbesserliche dürften sich schon heute auf die Scharmützel vor und danach freuen. Das ist sehr bedauerlich, weil die grosse Mehrheit der Zürcher Fussballfans einfach gern den Sport geniessen würde.

    Das führt mich zu einem Gedanken, den vermutlich schon einige Personen hatten, die weder dem einen noch dem anderen der zwei Stadtzürcher Klubs besonders nahestehen. Warum genau sollten die Fans dieser Vereine mit einem neuen Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal belohnt werden, wenn ein Teil von ihnen immer wieder marodierend durch die Quartiere zieht und alles vollsprayt, was nicht bei drei auf dem Baum ist?

    Die Situation ist verzwickt.


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    Stadion Letzigrund erfüllt seinen Zweck

    Das geplante Projekt Ensemble mit Stadion, Genossenschaftssiedlung und zwei markanten Hochhäusern wird vollständig privat finanziert. Die Stadt kann auf dem Grundstück nicht einfach ausschliesslich gemeinnützige Wohnungen bauen oder einen grosszügigen Park anlegen. Sie hat sich gegenüber der ehemaligen Grossbank Credit Suisse (heute UBS) vertraglich dazu verpflichtet, auf dem Areal ein Stadion zu errichten.

    Streng genommen wollen übrigens die Vorsorgestiftungen der Credit Suisse gemeinsam mit ihren Projektpartnern bauen – und nicht die Bank selbst. Diese Einrichtungen blieben nach dem Niedergang der CS bestehen. Einziger Unterschied zu früher: Nach Abschluss der Integration der CS in die UBS soll für alle Mitarbeitenden in der Schweiz dasselbe Vorsorgemodell gelten. Ob aus heutiger Perspektive langfristig gesehen ein Stadion ein gutes Renditeobjekt ist, müssen Finanz-Fachleute entscheiden.

    Nach diesem Banken-Exkurs soll ausserdem nicht vergessen gehen, dass sich die Stimmberechtigten demokratisch für ein neues Stadion ausgesprochen haben.

    Doch der Letzigrund mit all seinen Vor- und Nachteilen als Fussball- und Leichtathletikstadion erfüllt eigentlich seinen Zweck: In Zürich kann auf professioneller Ebene Fussball gespielt werden. FCZ und GC sind nicht in einer Situation wie der FC Lugano und müssen ausweichen, wenn sie dereinst wieder einmal europäisch mittun dürfen.

    Verantwortliche sollen endlich Verantwortung übernehmen

    Aus meiner Sicht geht es ums Prinzip. Es darf nicht sein, dass die Vereine für ihre Fans kaum Verantwortung übernehmen müssen, sobald diese ausserhalb des Stadions sind. Kollektivstrafen oder personalisierte Tickets sind vielleicht unpopulär und wohl sogar unfair, aber unter Umständen nötig, wenn sich trotz diverser Versuche niemand von den Verantwortlichen dazu durchringen kann, einmal Tacheles zu reden.

    Das Gewaltproblem muss endlich gelöst werden. Und wenn sich gar nichts bewegt, dann soll die Stadt das Areal halt an die UBS zurückgeben. Mein Vorschlag: Eine Saison ohne Ausschreitungen – dann bringe ich den Spaten persönlich. Bis dahin bleibt er im Geräteschuppen.


  • 1 Minute

    USA, USA, USA oder der Zollstreit mit unserer Sister Republic

    Pascal Turin, mit Brille und Bart, steht neben Lorenz Steinmann, ebenfalls mit Brille und bereits weissem Haar. Pascal trägt ein weisses Trikot des Fussball-Nationalteams der USA. Lorenz trägt ein rotes Trikot mit weissen Ärmeln der Kickers Offenbach. Im Hintergrund zu sehen sind die Stauffacherstrasse mit parkierten Autos sowie die Bäume entlang der Strasse.Sie geben sich Mühe, einfallsreich zu wirken (v. l.): Pascal Turin trägt für die Folge extra ein Trikot der US-Fussball-Nati und Lorenz Steinmann outet sich als Anhänger der Kickers Offenbach. Bild: Stephanie Turin

    Seit dem 1. August sind die USA für uns nicht mehr nur das Land der Burger, sondern das Land der Zölle. Die 13. Folge des Rathuus-Podcasts widmet sich darum Donald Trumps Zollhammer und dessen Konsequenzen für die Schweiz sowie den Kanton Zürich.

    Die 13. Folge des Rathuus-Podcasts dreht sich um Trumps Zollhammer, der die Schweiz mit voller Wucht getroffen hat. Wir versuchen, die Konsequenzen einzuordnen und reden darüber, welchen Einfluss das wirtschaftsunfreundliche Gebaren der Weltmacht USA auf den Kanton Zürich haben könnte.

    Während Lorenz Steinmann in der “Wochenzeitung WOZ” Bestätigung für seine Thesen findet, wildert Pascal Turin in der “Neuen Zürcher Zeitung”. Die beiden Rathuus-Gründer geben sich nicht nur Mühe, nicht auf Finanzministerin Karin Keller-Sutter (FDP) herumzuhacken, nein, sie nehmen die Bundespräsidentin sogar in Schutz.

    Angesprochen werden ein Leitartikel von Kaspar Surber in der WOZ und dieser Meinungstext von Eric Gujer in der NZZ. Ausserdem Thema ist diese Medienmitteilung des Zürcher Regierungsrats. Im Laufe der Folge zeigt sich schnell, dass Lorenz und Pascal wohl gern Moderatoren für den kurzlebigen TV-Sender CNN Money Switzerland geworden wären.

    Zum Abschluss verkünden wir vor aller Öffentlichkeit (also vor unseren Hörerinnen und Hörern), auf was wir uns in der nächsten Zeit freuen.

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