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  • 3 Minuten

    Baudirektor weiht Paradiesli ein

    Person steht vor einer neuen Weiheranlage im Irchelpark.„Was wir hier geschaffen haben, ist eine Umgebung, in der sich mehrere Arten wohlfühlen“, sagte Baudirektor Martin Neukom (Grüne) bei der Einweihung stolz. Bild: Pascal Turin

    Gefährdete Tiere und Pflanzen mussten umziehen: Um für einen geplanten Neubau der Universität Zürich auf dem Campus Irchel Platz zu schaffen, wurden zwei bestehende Weiher an einen neuen Standort verlegt. Bei der Einweihung war auch Grünen-Baudirektor Martin Neukom dabei – und erlaubte sich einen Seitenhieb.

    Das Wetter spielte mit und alle schienen guter Laune zu sein: Warum auch nicht? Schliesslich ging es um Good News. Oder anders gesagt stand ein Leib-und-Magen-Thema eines Politikers der Grünen im Mittelpunkt – nämlich Biodiversität. Gestern Dienstag weihte Baudirektor Martin Neukom im östlichen Teil des Irchelparks in Zürich eine Weiheranlage ein. „Was wir hier geschaffen haben, ist eine Umgebung, in der sich mehrere Arten wohlfühlen“, sagte Neukom stolz.

    An diesem Ort soll sich nun die gefährdete Bauchige Schnauzenschnecke ein neues Zuhause einrichten. Das Tierchen trägt ein nur fünf bis acht Millimeter grosses Häuschen auf seinem Rücken. Die kleine Wasserschneckenart ist stark gefährdet und kommt neben dem Irchelpark nur noch im Zürichsee und vereinzelt in der Limmat vor. Fachspezialistinnen und Fachspezialisten siedeln die Schnecke darum von ihrem alten Lebensraum in die neue Weiheranlage um.

    Ebenfalls gezügelt wird die geschützte Wasserfeder. Das ist eine Süsswasserpflanze, die mit blassrosa Blüten aus dem Wasser ragt. Auch sie ist stark gefährdet.

    Neue Weiheranlage im Irchelpark mit Menschengruppe am Ufer.Die Weiheranlage ist eine ökologische Ersatzmassnahme, weil wegen eines Neubauprojekts der Zoologieteich und der Fischteich aufgehoben werden müssen. Bild: Pascal Turin

    Gespeist werden die zwei Weiher, ein grösserer und ein kleinerer, vom Spitalerbach. Das ist ein kleines Gewässer, das am Waldrand des Zürichbergs entspringt und teilweise eingedolt, also unterirdisch in Röhren, durch den Kreis 6 zum Irchelpark fliesst.

    Auch die Erbsenmuschel, der Feuersalamander oder verschiedene Libellenarten sollen sich an diesem Ort wohlfühlen. Der Irchelpark, der sowieso ein Naturparadies ist, wurde so durch ein kleines Paradiesli erweitert.

    Die Zügelaktion hat jedoch einen schweiztypisch pragmatischen Grund.

    Sie ist gefährdet und deshalb geschützt: Die Bauchige Schnauzenschnecke trägt ein nur fünf bis acht Millimeter grosses Häuschen auf ihrem Rücken. Illustration: Hochbauamt Kanton Zürich/Oculus Illustration

    Campus Irchel muss erneuert werden

    Die Weiheranlage ist eine ökologische Ersatzmassnahme, weil wegen eines Neubauprojekts der Zoologieteich und der Fischteich aufgehoben werden müssen. Die Universität Zürich (UZH) plant einen sogenannten Rochadebau mit dem Namen Portal UZH. Läuft alles wie vorgesehen, soll dieses Forschungs- und Laborgebäude bis 2035 stehen. „Bewilligt wurde das Projekt unter der Bedingung, dass die seltenen Schnecken umgesiedelt werden“, schreibt dazu der „Tages-Anzeiger“ in einer lesenswerten Reportage zum Schnauzenschnecken-Umzug.

    Neben dem Hauptgebäude der Uni beim Stadtzentrum ist der Campus Irchel der zweite grosse Standort und beheimatet naturwissenschaftliche und medizinische Fächer. Die Gebäude aus den 1970er-Jahren auf dem Campus müssen langsam saniert werden. Der grosszügige Park wurde 1986 eingeweiht.

    Wird ebenfalls in der Weiheranlage angesiedelt: Die geschützte Wasserfeder, eine Süsswasserpflanze, ragt mit ihren blassrosa Blüten aus dem Wasser. Bild: Pascal Turin

    „Beim alten Teich unten haben wir Eigenbedarf angemeldet, haben ihn fristgerecht leergekündigt und nun Ersatz geschaffen“, sagte Neukom. Damit habe man verhindert, dass die dort lebenden Tiere wegen Gentrifizierung in den Aargau ziehen müssen, fügte er augenzwinkernd an und erntete dafür Lacher. Der Witz traf bei der aktuell angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt einen wunden Punkt. Oder war es ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der Zürcher Stimmberechtigten, die am 14. Juni gleich über drei kantonale Volksinitiativen befinden müssen, bei denen es ums Wohnen geht?

    Sei es, wie es sei.

    Die Quadra GmbH aus Zürich war zuständig für die Gestaltung des Paradiesli. Geschäftsinhaber Philipp Schmid zeigte sich begeistert und war voll des Lobes für sein Team und alle anderen Beteiligten. Vorbildlich sei, dass die Ersatzmassnahme weit vor dem Eingriff in den eigentlichen Lebensraum umgesetzt worden sei, betonte Schmid. Das habe Vorbildcharakter.

    Die Bauarbeiten für die neue Weiheranlage begannen Anfang 2025, die Begrünungsarbeiten werden dann Ende dieses Jahres abgeschlossen.

    Philipp Schmid von der Quadra GmbH zeigte sich begeistert und war voll des Lobes für sein Team und alle anderen Beteiligten. Bild: Pascal Turin

    Doch zurück zum Beginn der Veranstaltung. Bevor Regierungsrat Martin Neukom seine Rede halten durfte, trat Universitätsrektor Michael Schaepman ans Mikrofon. Er bezeichnete den Irchelpark als naturwissenschaftliches Zentrum für Biodiversität. Der Professor für Fernerkundung am Geographischen Institut betonte aber auch, dass alles, was hier gemacht werde, in irgendeiner Form ein vernünftiger Kompromiss sei.

    Aus Schaepmans Sicht gibt es eine besondere Herausforderung: All die Menschen, die sich tagtäglich durch den Campus bewegen, sollen der Natur im Park Sorge tragen. Das Stockenten-Pärchen, das während der Einweihungsfeier auf dem grossen Weiher seine Runden zog, dürfte ein Interesse daran haben.

    Zwei Stockenten schwimmen in der neuen Weiheranlage im Irchelpark.Ein Stockenten-Pärchen sorgte für den Jöö-Moment: In dieser idyllischen Umgebung fühlen sich offensichtlich diverse Tierarten wohl. Bild: Pascal Turin
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  • 1 Minute

    Von Hündelern und Rathaus-Promis

    Zwei Männer stehen mit Fahrrad und kleinem Hund auf einem grünen Stadt-Trottoir.Podcast on Tour (v. l.): Lorenz Steinmann und Pascal Turin mit E-Bike sowie Redaktionshund Waldo, der eindeutig die Gesprächsleitung übernehmen will. Bild: Stephanie Turin

    Ein Politspaziergang durch Zürich mit Umwegen: Lorenz Steinmann und Pascal Turin reden in der 33. Folge des Rathuus-Podcasts über Chancen und Gefahren von Mitwirkungsverfahren und über die konstituierende Sitzung des Gemeinderats.

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  • 4 Minuten

    „Ich freue mich auf meine ersten komplett arbeitsfreien Ferien seit 2023“

    Zu sehen ist der Politiker Patrik Brunner mit Anzug und weissem Hemd. Er trägt eine Brille und die Statur ist stattlich.Patrik Brunner ist FDP-Gemeinderat im Kreis 6 in Zürich. Er liebt Rap und Hip-Hop der 90er-Jahre. Bild: zvg

    Patrik Brunner war zwischen 2017 und 2026 der bienenfleissige Wahlkampfleiter der FDP Stadt Zürich. Jetzt stellt er sich den Fragen von Rathuus. Als grössten politischen Erfolg auf persönlicher Ebene nennt der 43-jährige Abteilungsleiter und Berufsschullehrer die Schaffung einer zusätzlichen Stelle für das Café Yucca.

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  • 11 Minuten

    10 Millionen Gründe, um zu streiten

    Person hängt kopfüber an der Spitze eines hohen Fahnenmasts mit Schweizer Fahne vor blauem Himmel.Ein Land steht Kopf: Die "10-Millionen-Initiative" der SVP sorgt für hitzige Debatten. Die Bevölkerungsfrage ist zur Projektionsfläche für Ängste geworden. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Com_C11-142-001-011

    Politik mit grossen Zahlen: Die SVP warnt vor der 10-Millionen-Schweiz. Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte sagen, ob die Initiative ein echtes Problem benennt – oder die Schweiz, wie wir sie kennen, auf den Kopf stellen könnte.

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  • 5 Minuten

    Der „Nebelspalter“ predigt zu den Bekehrten

    Zu sehen ist ein Mann mit Kopf im Nebel, der so sein Handy nicht sehen kann. Der Werbeclaim dazu: "Die Tage des Nebels sind gezählt".Diese Werbebild des "Nebelspalters" lädt zu einem nicht ganz ernst gemeinten Wortspiel ein: Ob nicht vielleicht die Tage des Nebel-SPALTERS gezählt sind, anstatt jene des Nebels? Bild: zvg

    Das Politmagazin Nebelspalter kämpft um Anerkennung. Der Podcast mit Chef Markus Somm und (Noch)-Bundeshauskorrespondent Dominik Feusi ist zwar ein Aushängeschild. Doch fünf Jahre nach dem Start ist das zu wenig, um zu reüssieren. Denn thematisch bleibt man unter Gleichgesinnten.

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  • 7 Minuten

    Ein Hauch von Bundeshaus an der Bullingerstrasse

    Zu sehen ist die Sicht von der Tribüne im Rathaus Hard auf die Gemeinderatssitze. Alle haben sich erhoben, weil der neue Gemeinderatspräsident eben Blumen bekommt.Reden, Wahlen, Blumensträusse und ein kleiner Abstecher in die fernen Weiten der Galaxien. Bild: Lorenz Steinmann

    Ivo Bieri, frisch gekürter Gemeinderatspräsident von Zürich, ist fasziniert von der Idee der Vereinigten Föderation der Planeten. Es schwebt ihm eine friedliebende Koexistenz für das 125-köpfige Parlament vor. Und was macht Happy-Day-Star Röbi Koller auf der Tribüne? Ein Stimmungsbild des Rats in neuer Besetzung.

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  • 3 Minuten

    Ein Eldorado für News-Fans

    Kleiner braun-weisser Hund schnüffelt mit geschlossenen Augen direkt in die Kamera.Waldo prüft die Lage – und kommt zum Schluss: Es gibt wieder viel Lesens- und Hörenswertes. Bild: Pascal Turin

    Was gibt es Neues? In dieser Ausgabe von Waldos Medienschau kommen politisch Interessierte auf ihre Kosten. Zur Auswahl stehen Texte der NZZ, des „Spiegels“ und des Onlineportals Tsüri.

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  • 5 Minuten

    Aus dem Maschinenraum von „Inside Paradeplatz“

    Zu sehen ist der Journalist Paul Schellenbaum, wie er vor dem Opernhaus Zürich steht. Er hat dunkle, nach hinten gekämmte Haare und einen getrimmten Bart."Wow, ich kann etwas bewirken", merkte Paul Schellenbaum bei "Inside Paradeplatz" rasch. Bild: Lorenz Steinmann

    Das Finanzportal Inside Paradeplatz ist das Feindbild der Banken, der Linken und der Verwaltung. Paul Schellenbaum bildet mit Beni Frenkel den Kern der externen Autorenschaft. Er brennt für seinen Job und ist überzeugt, dass kleine Onlinemagazine wie „Inside Paradeplatz“, aber auch Rathuus, eine grosse Zukunft haben.

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  • 1 Minute

    Medienkrise mit Kohlensäure

    Zwei Männer lächeln bei sonnigem Wetter in die Kamera und stossen im Grünen mit alkoholfreiem Bier an.Ein alkoholfreies Bier in Ehren kann man definitiv nicht verwehren (v. l.): Pascal Turin und Lorenz Steinmann stossen auf der Kanzleiwiese in Zürich an. Bild: Pascal Turin

    Lieber Rhäzünser als Zeitungssterben: In der 32. Folge des Rathuus-Podcasts geht es um die Medienkrise sowie die Lieblingsgetränke von Lorenz Steinmann und Pascal Turin.

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  • 2 Minuten

    Apollo 7: Mission Regierungsrat

    Zürcher Regierungsrat vor galaktischer Sternenkulisse; acht Mitglieder posieren als offizielle Gruppe für das Amtsjahr 2026/27.Regierungsfoto 2026 (v. l.): Staatsschreiberin Kathrin Arioli, Natalie Rickli (SVP), Mario Fehr (parteilos), Silvia Steiner (Mitte), Carmen Walker Späh (FDP), Ernst Stocker (SVP), Jacqueline Fehr (SP), Martin Neukom (Grüne). Bild: Anja Kutter/Staatskanzlei

    Der siebenköpfige Zürcher Regierungsrat hebt ab – zumindest für das offizielle galaktische PR-Gruppenbild. Raumschiff-Kapitänin Carmen Walker Späh hat als Regierungspräsidentin für ein Jahr das Kommando übernommen. Nächster Halt: Wahljahr 2027.

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  • 3 Minuten

    Tscheggsch de Pögg? Was uns Nati-Sponsor Denner mit seinen Chicken-Nuggets sagen will

    Zu sehen ist eine Packung tiefgekühlte Chicken-Nuggets vom Denner. Der Name: "Check-EM Nuggets".Tscheggsch es? Diese "CHECK-EM NUGGETS" von Denner werfen Fragen auf. Bild: Lorenz Steinmann

    „Check-EM“? Die Eishockey-Werbung von Denner, Hauptsponsor der Schweizer Nati, bringt sogar englischsprachige Zeitgenossen ins Schwitzen. Wenn nur unsere Nati eine bessere Angriffsauslösung hat als die komplizierten Wortspielereien des Discounters.

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