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  • 3 Minuten

    Die AL braucht mehr als eine Pinselrenovation

    Porträt von Pascal Turin neben einem Browserfenster, in dem die Website der Alternativen Linken mit pinkem Header und dem Slogan „radikal sozial“ geöffnet ist.Die AL heisst neu Alternative Linke: "Das Problem war nie der Name. Was sich hinter dem Parteikürzel verbirgt, ist zweitrangig", schreibt Pascal Turin in seinem Kommentar. Bild: Screenshot, Bildmontage: Rathuus

    Die AL nennt sich künftig AL. Nein, das ist kein verspäteter Aprilscherz. Statt als Alternative Liste wird die Kleinpartei neu als Alternative Linke auftreten. Der Namenswechsel löst das Abgrenzungsproblem zu Rot-Grün trotzdem nicht. Ein Kommentar.

    Nach den Wahlen im März in der Stadt Zürich war man bei der AL enttäuscht und gleichzeitig erleichtert: Stadtratskandidatin und Gemeinderätin Tanja Maag landete hinter FDP-Gemeinderat Përparim Avdili auf Platz 11. Aber im Gemeinderat blieb die AL mit acht Sitzen immerhin stabil. Die Partei konnte sogar mehr Wählerinnen und Wähler für sich mobilisieren. Die Anhängerinnen und Anhänger der Kleinpartei sind offenbar treue Seelen. Genützt hat es ausser zur Besitzstandswahrung wenig, denn das Gros der linken Wählerinnen und Wähler scheint sich aktuell eher zur SP hingezogen zu fühlen.

    Wohl darum greift die AL nun zum grossen Besteck: Die Mitgliederversammlung hat beschlossen, dass aus der Alternativen Liste die Alternative Linke werden soll. So kann das etablierte Kürzel praktischerweise beibehalten werden. Mancher würde allerdings sagen: Hans wie Heiri. Oder potayto, potahto.

    Ob man sich dabei von der schwer verortbaren deutschen Kleinpartei „Bündnis Sahra Wagenknecht“ inspirieren lassen hat? Diese wird mit BSW abgekürzt und will künftig „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“ heissen. Das BSW trennt sich damit vom Namen der Gründerin Sahra Wagenknecht, einst Aushängeschild der Partei Die Linke. Trotz Namenswechsel bleibt man der Abkürzung BSW treu.

    Aber lassen wir das BSW und konzentrieren wir uns wieder auf die AL.

    Die Alternative Liste war in den 90er-Jahren eine laute Protestpartei. Gegründet wurde sie 1989 als basisdemokratische Gruppe „Züri 1990“. Erst 2007 konstituierte sich die AL offiziell als politischer Verein. 2018 hatte sie dann mit zehn Gemeinderatssitzen und mit Richard Wolff als Stadtrat ihren vorläufigen Höhepunkt als Unruhestifterin im politischen Milieu.

    Die AL findet, dass der neue Name auf den Punkt bringt, was sie heute ist. Nämlich keine lose, historisch gewachsene Wahlliste mehr, sondern eine Partei mit klarem Profil links der anderen Linken. „Alternative Linke – der Name benennt, was wir sind“, lässt sich AL-Kantonsrätin und Vorstandsmitglied Nicole Wyss in einem Communiqué zitieren.

    Gut ist sicher, dass sich die AL stärker profilieren will. Für Wählerinnen und Wähler wurde es zunehmend schwierig, die Partei von der SP und den Grünen zu unterscheiden. Ein Vorwurf, den viele in der AL nicht gern hören. Man sei „radikal sozial“, was auch immer das heisst.

    Manchmal gelingt es der AL zwar, Schlagzeilen zu machen – etwa mit dem Vorstoss zum weitgehenden Verbot von kommerzieller Werbung im öffentlichen Raum. Die allermeisten ausserhalb von Zürich oder Winterthur wissen aber vermutlich nicht einmal, wer oder was die AL genau ist. Und jene, die es wissen, rechnen die Partei dem linken Kuchen zu, der in den zwei grössten Städten des Kantons sowieso bei fast jeder Abstimmung Erfolg hat.

    Das Problem war nie der Name. Was sich hinter dem Parteikürzel verbirgt, ist zweitrangig. Das Problem der AL ist, dass die einstige Protestpartei nicht mehr aneckt.

    Linke Parteien gehören in der Stadt Zürich zum berühmt-berüchtigten Es­ta­b­lish­ment. „Der AL droht die Unverwechselbarkeit abhandenzukommen“, schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“ schon 2024. Die Tageszeitung hat zumindest in einem Punkt recht: Seit bekannte langjährige Exponenten wie Urgestein Niklaus Scherr oder Mieterverbands-Vertreter Walter Angst aus dem Stadtzürcher Gemeinderat ausgeschieden sind, ist es um die AL ruhiger geworden. Zum Glück für die AL ist jetzt Politik-Schlachtross Mischa Schiwow, Co-Präsident des Quartiervereins Hirslanden, zurück im Parlament.

    Bei den Kantonsrats- und Regierungsratswahlen am 4. April 2027 will die Kleinpartei nun als Alternative Linke punkten. Ein neues Erscheinungsbild hat sie sich bereits gegeben. Es darf bezweifelt werden, dass die Pinselrenovation genügt. Im bürgerlichen Kantonsrat hat die AL jedoch wenigstens den Vorteil, dass sie die Minderheitenrolle pflegen kann. Ob an der Mitgliederversammlung auch über eine Kandidatur für den Regierungsrat diskutiert worden ist, geht aus der Medienmitteilung übrigens nicht hervor.

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  • Stadt Zürich will Platz nach Foltermethode benennen

    Zu sehen ist der Bildausschnitt des Hauses zur Trülle mit einer Dekoration, die ein Kind in einem Käfig zeigt, links und rechts zwei Kinder, diese malträtieren mit je einem Holzpflock das eingeschlossene Kind.Diese eher geschmacklose Steinbildhauerei ziert den Giebel des Hauses zur Trülle an der Bahnhofstrasse. Unser Bild zeigt eine historische Aufnahme. Heute präsentiert sich das Ganze aber unverändert. Bild: Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich

    Trülle – so nannte man früher einen Stahlkäfig, in dem Missetäter zur Schau gestellt wurden. Weil so auch ein Haus an der Bahnhofstrasse heisst, will die Stadt Zürich einen namenlosen Platz „Trülle-Platz“ nennen. Der Quartierverein ist entschieden dagegen.

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  • 6 Minuten

    Planlos in die Regierungsratswahlen

    Schwarz-weisse Karikatur: Vor sieben leeren Stühlen suchen und fördern verschiedene Personen hektisch mögliche Kandidatinnen und Kandidaten – mit leerem Schrank, Lupe und einer frisch gegossenen Nachwuchs-Pflanze.Sieben Stühle, viele Suchtrupps: Wenn Kandidierendenförderung erst beginnt, wenn Regierungsrätinnen und Regierungsräte zurücktreten. Bild: Generiert mit DALL-E von OpenAI; Konzept und Prompting mit ChatGPT

    Der Termin steht längst fest. Am 4. April 2027 steht ein personeller Umbruch im Regierungsrat bevor. Doch warum tun sich die Parteien so schwer, geeignetes Personal aufzubauen?

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  • 5 Minuten

    Tram Affoltern: Millionenprojekt sorgt für Kritik aus eigenen Reihen

    Zu sehen sind Stadtrat Michael Baumer und VBZ-Direktor Martin Sturzenegger. Im Hintergrund eine Folie: Ja zum Tram AffolternSie machten Werbung für das Tram Affoltern (v. l.): Martin Sturzenegger, Direktor der Verkehrsbetriebe Zürich, und FDP-Stadtrat Michael Baumer. Bild: Lorenz Steinmann

    Stadtrat Michael Baumer (FDP) ist davon überzeugt: Ein Ja zum Tram Affoltern sei der richtige Weg, um den ÖV in Zürich Nord zu fördern. Kantonsrat Peter Schick (SVP) hingegen sieht nur Nachteile im Grossprojekt. Schick vertritt die Antithese im Quartierverein Affoltern.

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  • 3 Minuten

    Baudirektor weiht Paradiesli ein

    Person steht vor einer neuen Weiheranlage im Irchelpark.„Was wir hier geschaffen haben, ist eine Umgebung, in der sich mehrere Arten wohlfühlen“, sagte Baudirektor Martin Neukom (Grüne) bei der Einweihung stolz. Bild: Pascal Turin

    Gefährdete Tiere und Pflanzen mussten umziehen: Um für einen geplanten Neubau der Universität Zürich auf dem Campus Irchel Platz zu schaffen, wurden zwei bestehende Weiher an einen neuen Standort verlegt. Bei der Einweihung war auch Grünen-Baudirektor Martin Neukom dabei – und erlaubte sich einen Seitenhieb.

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  • 1 Minute

    Von Hündelern und Rathaus-Promis

    Zwei Männer stehen mit Fahrrad und kleinem Hund auf einem grünen Stadt-Trottoir.Podcast on Tour (v. l.): Lorenz Steinmann und Pascal Turin mit E-Bike sowie Redaktionshund Waldo, der eindeutig die Gesprächsleitung übernehmen will. Bild: Stephanie Turin

    Ein Politspaziergang durch Zürich mit Umwegen: Lorenz Steinmann und Pascal Turin reden in der 33. Folge des Rathuus-Podcasts über Chancen und Gefahren von Mitwirkungsverfahren und über die konstituierende Sitzung des Gemeinderats.

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  • 4 Minuten

    „Ich freue mich auf meine ersten komplett arbeitsfreien Ferien seit 2023“

    Zu sehen ist der Politiker Patrik Brunner mit Anzug und weissem Hemd. Er trägt eine Brille und die Statur ist stattlich.Patrik Brunner ist FDP-Gemeinderat im Kreis 6 in Zürich. Er liebt Rap und Hip-Hop der 90er-Jahre. Bild: zvg

    Patrik Brunner war zwischen 2017 und 2026 der bienenfleissige Wahlkampfleiter der FDP Stadt Zürich. Jetzt stellt er sich den Fragen von Rathuus. Als grössten politischen Erfolg auf persönlicher Ebene nennt der 43-jährige Abteilungsleiter und Berufsschullehrer die Schaffung einer zusätzlichen Stelle für das Café Yucca.

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  • 11 Minuten

    10 Millionen Gründe, um zu streiten

    Person hängt kopfüber an der Spitze eines hohen Fahnenmasts mit Schweizer Fahne vor blauem Himmel.Ein Land steht Kopf: Die "10-Millionen-Initiative" der SVP sorgt für hitzige Debatten. Die Bevölkerungsfrage ist zur Projektionsfläche für Ängste geworden. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Com_C11-142-001-011

    Politik mit grossen Zahlen: Die SVP warnt vor der 10-Millionen-Schweiz. Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte sagen, ob die Initiative ein echtes Problem benennt – oder die Schweiz, wie wir sie kennen, auf den Kopf stellen könnte.

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  • 5 Minuten

    Der „Nebelspalter“ predigt zu den Bekehrten

    Zu sehen ist ein Mann mit Kopf im Nebel, der so sein Handy nicht sehen kann. Der Werbeclaim dazu: "Die Tage des Nebels sind gezählt".Diese Werbebild des "Nebelspalters" lädt zu einem nicht ganz ernst gemeinten Wortspiel ein: Ob nicht vielleicht die Tage des Nebel-SPALTERS gezählt sind, anstatt jene des Nebels? Bild: zvg

    Das Politmagazin Nebelspalter kämpft um Anerkennung. Der Podcast mit Chef Markus Somm und (Noch)-Bundeshauskorrespondent Dominik Feusi ist zwar ein Aushängeschild. Doch fünf Jahre nach dem Start ist das zu wenig, um zu reüssieren. Denn thematisch bleibt man unter Gleichgesinnten.

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  • 7 Minuten

    Ein Hauch von Bundeshaus an der Bullingerstrasse

    Zu sehen ist die Sicht von der Tribüne im Rathaus Hard auf die Gemeinderatssitze. Alle haben sich erhoben, weil der neue Gemeinderatspräsident eben Blumen bekommt.Reden, Wahlen, Blumensträusse und ein kleiner Abstecher in die fernen Weiten der Galaxien. Bild: Lorenz Steinmann

    Ivo Bieri, frisch gekürter Gemeinderatspräsident von Zürich, ist fasziniert von der Idee der Vereinigten Föderation der Planeten. Es schwebt ihm eine friedliebende Koexistenz für das 125-köpfige Parlament vor. Und was macht Happy-Day-Star Röbi Koller auf der Tribüne? Ein Stimmungsbild des Rats in neuer Besetzung.

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  • 3 Minuten

    Ein Eldorado für News-Fans

    Kleiner braun-weisser Hund schnüffelt mit geschlossenen Augen direkt in die Kamera.Waldo prüft die Lage – und kommt zum Schluss: Es gibt wieder viel Lesens- und Hörenswertes. Bild: Pascal Turin

    Was gibt es Neues? In dieser Ausgabe von Waldos Medienschau kommen politisch Interessierte auf ihre Kosten. Zur Auswahl stehen Texte der NZZ, des „Spiegels“ und des Onlineportals Tsüri.

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