Patrik Brunner war zwischen 2017 und 2026 der bienenfleissige Wahlkampfleiter der FDP Stadt Zürich. Jetzt stellt er sich den Fragen von Rathuus. Als grössten politischen Erfolg auf persönlicher Ebene nennt der 43-jährige Abteilungsleiter und Berufsschullehrer die Schaffung einer zusätzlichen Stelle für das Café Yucca.
Patrik Brunner, wie wurden Sie politisiert?
In meiner Kindheit war mein TV-Konsum ziemlich intensiv. 1992 (also mit neun Jahren, Anm. d. Red.) nahm ich die Diskussionen rund um den EWR (Europäischer Wirtschaftsraum, Anm. d. Red.) wahr. Dabei fiel mir insbesondere Christoph Blocher stark auf. Das war meine erste Berührung mit der Politik, und mein Interesse daran nahm dann über die Jahre zu. So schwankte mein TV-Konsum zwischen Star Trek, X-Men und Politik. Für die FDP begann ich mich dann während meiner Lehrzeit als Detailhandelsangestellter sowie im anschliessenden BWL-Studium zu interessieren.
Was wollten Sie als Kind werden?
Mitglied der Enterprise-Crew oder der X-Men. Für einen Beruf interessierte ich mich bis zum dritten Jahr der Oberstufe nicht.
„Als Kind wollte Mitglied der Enterprise-Crew werden oder der X-Men.“
Was beschäftigt Sie politisch gerade am meisten?
Bis zum 8. März beschäftigten mich die Zürcher Stadtwahlen als Wahlkampfleiter der FDP intensiv. Im Gemeinderat war es wohl die Verordnung zur AOZ, welche die AOZ auf ein neues rechtliches Fundament stellte. (Die AOZ ist eine Fachorganisation für Migration, Integration und Bildung, die zur Stadt Zürich gehört. AOZ steht für Asylorganisation Zürich, Anm. d. Red.)
Waren Sie Ihrer Partei schon immer treu oder hatten Sie mal Abwanderungsgelüste?
FDP4Life, es war Liebe auf den ersten Blick.
Haben Sie auch schon Unterschriften für eine Initiative oder eine Petition gesammelt?
Das gehört zum Tagesgeschäft in der Politik dazu. Meine erste war wohl jene für den Verkauf des Koch-Areals – eine Initiative der FDP.
Welche Staatsmänner oder -frauen halten Sie – frei nach Max Frisch – für moralisch?
Alfred Escher oder auch Jonas Furrer.
Mit wem würden Sie gerne einmal ein Bier, ein Glas Wein oder einen Tee trinken?
Deng Xiaoping. (Deng Xiaoping war ein chinesischer Politiker und Parteiführer, der die Volksrepublik China faktisch von 1979 bis 1997 regierte, Anm. d. Red.)
Was ist Ihr Lieblingsrestaurant in der Stadt oder im Kanton Zürich?
Das Lieblingsrestaurant gibt es für mich nicht. Zum Glück gibt es in Zürich und Umgebung eine Vielzahl grossartiger Restaurants: „Degenried“, „Santa Lucia“, „Miki Ramen“ – you name it …
„Die Zeitschift ‚Surprise‘ habe ich noch nie gelesen. Ich bevorzuge den ‚The Economist‘.“
Kaufen Sie das „Surprise“ und lesen Sie es auch?
Nein, ich habe es noch nie gelesen. Ich bevorzuge den „The Economist“.
Was haben Sie bis heute leider noch nicht gemacht?
Die Weltreise mit meiner Frau und meinen Kindern.
Wer ist für Sie der bedeutendste Zürcher oder die bedeutendste Zürcherin?
Alfred Escher.
Sex ohne Liebe, was halten Sie davon?
Nicht viel. Ich bin beziehungsorientiert und mit 43 seit 20 Jahren glücklich verheiratet.
Was war Ihr grösster politischer Erfolg?
Auf persönlicher Ebene die Schaffung einer zusätzlichen Stelle für das Café Yucca. Es war ein Schulterschluss zwischen staatlichem Netz und privater Finanzierung für eine grossartige Sache. Es zeigt, dass der Staat nicht alles finanzieren muss und Bürger ihre Verantwortung wahrnehmen.
Und welches Ihr grösster politischer Fauxpas?
Ich hatte ein paar Voten im Rat, die man als Fauxpas werten kann.
„Ich war noch nie im historischen Rathaus. Aber ich wäre dafür, dass der Rat wieder dort tagt.“
Wollen Sie das historische Rathaus zurück oder gefällt es Ihnen im Rathaus Hard?
Ich war – in meiner Funktion als Gemeinderat – noch nie im historischen Rathaus. Aber ich wäre dafür, dass der Rat wieder dort tagt.
Portobello-Burger oder Poulet-Kebab?
Weder noch. Ich bevorzuge vegetarische italienische Küche.
Taylor Swift oder Beatrice Egli?
Wu-Tang Clan, Defari, Nate Dogg … (Diese Künstler zählen zu den prägenden Figuren des US-Hip-Hop der 1990er Jahre, Anm. d. Red.)
Welches Hintergrundbild haben Sie auf Ihrem Handy?
Meine beiden Söhne.
Worauf freuen Sie sich?
Die Sommerferien 2026! Meine ersten komplett arbeitsfreien Ferien seit 2023. 😊
Und worüber können Sie lachen?
Über alles von Dave Chappelle oder Jerry Seinfeld. (Zwei legendäre US-Comedians. Seinfeld ist der Meister des „Alltäglichen“, Chappelle der Meister der gesellschaftskritischen Pointe, Anm. d. Red.).
Patrik Brunner ist seit etwas mehr als fünf Jahren FDP-Gemeinderat in Zürich. Er präsidierte vom 15. Mai 2024 bis zum 5. Mai 2026 die Sachkommission Sozialdepartement. Er war vorher schon Mitglied der Kommission und ist es auch jetzt wieder. Zudem gehört Brunner dem elfköpfigen Parteiausschuss der FDP Stadt Zürich an und ist Vorstandsmitglied der Kreispartei 6. Zwischen 2022 und 2026 war Brunner Vizepräsident der FDP Stadt Zürich.
Der 43-Jährige ist gelernter Detailhandelsangestellter. Er erwarb nach seiner Ausbildung die Berufsmaturität und studierte Business Administration in Zürich und Luzern. In den Job als Berufsschullehrer sei er hineingerutscht, weil er neben dem Studium Geld gebraucht habe, erzählte er vor zwei Jahren gegenüber dem Onlineportal Tsüri. Daraus sind mittlerweile 19 Jahre geworden.
Seit 2024 ist er neben seiner Lehrertätigkeit auch Abteilungsleiter an der Berufsfachschule Winterthur. Deshalb ist Brunner seither nicht mehr Teilhaber der von ihm gegründeten Kommunikationsagentur KB Publishing GmbH in Affoltern, welche Produkte in den Bereichen Marketing, Grafikdesign, Mandate, Lektorat sowie Publikationen anbietet.
Brunner wohnt mit seiner Frau und den beiden Söhnen im Kreis 6. Am Samstag trifft man ihn am ehesten im Hallenbad mit seinen Kindern an, wenn er nicht für die FDP unterwegs ist.

Patrik Brunner ist FDP-Gemeinderat im Kreis 6 in Zürich. Er liebt Rap und Hip-Hop der 90er-Jahre. Bild: zvg
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Die Stadt Winterthur hat den Spielplatz an der Wartstrasse in der Nähe der Schützenwiese umgestaltet. Bild: zvg
Das "Tagblatt" hat eine Auflage von etwa 100'000 Exemplaren pro Woche. Jetzt hat Christoph Blocher den Titel nach Bern verkauft. Wie lange solche Printzeitungen noch überleben, ist jedoch unklar. Bild: Lorenz Steinmann
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