„Check-EM“? Die Eishockey-Werbung von Denner, Hauptsponsor der Schweizer Nati, bringt sogar englischsprachige Zeitgenossen ins Schwitzen. Wenn nur unsere Nati eine bessere Angriffsauslösung hat als die komplizierten Wortspielereien des Discounters.
In zwei Wochen startet die Eishockey-WM mit Hauptspielort Swiss-Life-Arena in Altstetten. Das Eröffnungsspiel der Schweiz ist am 15. Mai um 20.20 Uhr gegen WM-Favorit und Olympiasieger USA.
Doch von Euphorie ist noch nichts zu spüren. Dass 14 Tage vor dem Megaevent keine Fahnen und keine Plakate in Zürich hängen, darüber hat sich Rathuus schon beklagt. Ist es vielleicht Trotz? Weil statt der grossen ZSC Lions aus der Zwinglistadt die katholischen Kämpfer des HC Fribourg-Gottéron im Final standen und die Freiburger diesen gegen den HC Davos sogar gewannen? Oder aber einfach Gleichgültigkeit und Übersättigung, weil Zürich sowieso von allem zu viel hat?
Immerhin gibt Denner, der Hauptsponsor unserer Nati, Vollgas. Jede Filiale ist mit Werbebannern zur Eishockey-WM verziert. Das passt, weil Denners Hausfarben Rot und Weiss genau zu unserer Nationalflagge und ihren Farben passen. Auch die Tiefkühlregale wurden mit Fanartikeln bestückt: Chicken-Nuggets! Das ideale Fastfood für einen Abend vor dem Fernseher – keine Frage. Es sind zwar keine Schweizer Hühner, aber was soll’s.
Dafür haben die Werberinnen und Werber des Discounters die Köpfe zusammengesteckt, um eishockey-affine Sprüche auf die Packungen zu drucken. Etwa: „CHECK-EM NUGGETS“. Oder: „Chäs-Checkli“. Ja gut, ein Chäs-Checkli ist bildlich noch vorstellbar. Ein verweichlichter Schweizer Stürmer versucht, einen Fels von einem Kanadier umzuhauen.
Aber „CHECK-EM“? Befragte Eishockey-Fans schütteln den Kopf. Es sei ja keine Europameisterschaft, oder? Und alle anderen finden, es müsste, wenn schon, „CHECK EN“ heissen.
Zeit für eine Anfrage bei Denner mit Hauptsitz an der Grubenstrasse in Wiedikon.
Es sei ein Wortspiel mit dem englischen Wort Chicken, das in zwei Bestandteile aufgelöst wird: „Chick en“. An dessen Stelle treten „CHECK“ (Bodycheck im Eishockey) und „EM“ (Kurzform von englisch them). Zusammengesetzt „CHECK-EM“ was so viel heisse wie „Check sie“, nämlich die anderen Spieler. Wohlgemerkt wäre dann gemäss Native Speakers „check ’em“ besser. Dann ist es auch ganz eindeutig nicht die Europameisterschaft im Bodycheck.
Bleibt zu hoffen, dass die Angriffsauslösung der Eisgenossen an der WM nicht so umständlich sein wird. Sonst kassieren wir des Öfteren eine Kanterniederlage oder sogar ein „Stängeli“.
Immerhin: Denner zeigt sich durchaus kompetent bei der sportlichen Einschätzung des abgebildeten Spielers, der Nuggets-Werbung machen darf: „Mit Dean Kukan ist ein Verteidiger abgebildet, der Checks nutzt, um den Puck von Gegner und Tor fernzuhalten.“ Das „Buebetrickli“ mit den englischen Ausdrücken biete sich an, um das Wortspiel in allen Landesteilen verständlich zu machen.
Beim „Buebetrickli“ versucht allerdings ein Spieler, den Puck möglichst unverfroren von hinter dem Tor am Pfosten vorbei ins Tor zu schmuggeln. Das ärgert dann den Goalie und freut die Fans. Im Gegensatz dazu hat das „CHECK-EM“-Wortspiel keinen Applaus verdient.
Die Idee wurde laut dem Lebensmittel-Detailhändler mit der Agentur ESE Agency umgesetzt, die im Kreativbereich seit Jahren mit Denner zusammenarbeite. Ihre Eigenwerbung: „Wir sprechen die Sprache der Gegenwart in und um die digitale Welt fliessend.“ Dies offensichtlich im Gegensatz zu uns von Rathuus, die das Wortspiel auf der Chicken-Nuggets-Packung nicht auf Anhieb gecheckt haben.
PS: Dass gestern Denner-Chef Torsten Friedrich den Discounter Hals über Kopf verliess, hat natürlich nichts mit den verunglückten Chicken-Nuggets-Beschriftungen zu tun.

Tscheggsch es? Diese "CHECK-EM NUGGETS" von Denner werfen Fragen auf. Bild: Lorenz Steinmann
Die Stadt Winterthur hat den Spielplatz an der Wartstrasse in der Nähe der Schützenwiese umgestaltet. Bild: zvg
Das "Tagblatt" hat eine Auflage von etwa 100'000 Exemplaren pro Woche. Jetzt hat Christoph Blocher den Titel nach Bern verkauft. Wie lange solche Printzeitungen noch überleben, ist jedoch unklar. Bild: Lorenz Steinmann
„Ich gehöre nicht zu den Kantonsräten, die tausend Anfragen einreichen“, sagt Cristina Cortellini (53). Bild: Pascal Turin
Nicht gerade das staatsmännisch wirkende Gemälde ist diese Interpretation (Ausschnitt) von alt Bundesrat Ueli Maurer (SVP) durch den Künstler Dieter Hall. Gleichwohl hängt es in der Ahnengalerie der kantonalen Verwaltung. Bild: zvg
Beste Lage am Limmatquai in Zürich: Hier wollte McDonald's einziehen. Bild: Lorenz Steinmann
Erhält die am 15. Mai beginnende Eishockey-WM dank des Trainer-Skandals nun mehr Beachtung? Unsere Aufnahme zeigt den Infowürfel beim Flughafen Kloten. Bild: Lorenz Steinmann
Trotz Denkmalschutz: So markant wären die beiden Kamine nach den Plänen von McDonald's geworden. Dagegen hatten die Rekurrenten etwas, und sie wurden vom Baurekursgericht gestützt. Bild: zvg
Waldo ist immer auf der Ausschau nach spannenden Artikeln, Podcast-Folgen oder Videos. Bild: Pascal Turin
"Die Fluktuation umfasst rund die Hälfte des Rates. Das überrascht nicht, ist doch das Entgelt für die Ratsarbeit seit Jahrzehnten konstant geblieben", so Bernhard im Oberdorf. Er hat als abgewählter Gemeinderat nun mehr Freizeit. Bild: zvg
Das interessiert den zukünftigen Stadtrat Tobias Langenegger (SP) derzeit am meisten: explodierende Mieten. Bild: zvg
Stadtbus Winterthur hat vergangenes Jahr 32 Millionen Fahrgäste befördert. Bild: Pascal Turin
Hinter diesen Mauern verbirgt sich der ehemalige Waffensaal der Kaserne Zürich. So, wie er seit gut 30 Jahren der Verwahrlosung überlassen wurde, muss er teuer saniert werden. Bild: Lorenz Steinmann
Zeit für ein Selfie (v. l.): Pascal Turin und Lorenz Steinmann haben am Karfreitag die Sonne genossen. Bild: Pascal Turin
Neben dem Neumühlequai wurde auch ein temporärer Veloweg auf der Walchestrasse wieder zurückgebaut – durch den Kanton und ohne Rücksicht auf Verluste. Bild: Lorenz Steinmann
Die Passagierzahlen bei Stadtbus Winterthur sind gestiegen. 32 Millionen Personen nutzten 2025 das Angebot. Erneut markant gewachsen ist die Fahrgastzahl auf der Linie 7. Bild: Pascal Turin
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