Wir bleiben dran

Neue Artikel oben – der Rest folgt.

  • 1 Minute

    Zwei Weihnachtsengel oder eine Zeit der Besinnung

    Pascal trägt ein braunes kariertes Jackett und hält einen Tannenzweig in die Höhe. Lorenz trägt einen blauen Pulli und hält eine grüne Christbaumkugel in Form eines Tannenzapfens in die Luft sowie einen vergoldeten Distelzweig. Beide lachen in die Kamera, wirken aber leicht verkrampft.So viel Weihnachtsstimmung herrscht sonst im Rathuus-Büro nie (v. l.): Pascal Turin und Lorenz Steinmann wollten besonders lustig sein – ob ihnen das gelungen ist? Bild: Stephanie Turin

    Leise rieselt der Schnee – schön wär’s. Lorenz Steinmann und Pascal Turin haben in der 22. Folge des Rathuus-Podcasts Mühe, in Vorweihnachtsstimmung zu kommen. Aber sie nutzen diese besinnliche Zeit, um über ein ernstes Thema zu sprechen und werden dafür gegen Ende umso gelassener.

    Oh, du schöne Adventszeit: Draussen ist es entweder grau oder es herrscht Frühlingswetter und so viel Glühwein trinken, dass man in Weihnachtsstimmung kommt, widerspricht ziemlich sicher der Alkoholempfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Darum sind Lorenz Steinmann und Pascal Turin in der 22. Folge des Rathuus-Podcasts umso nachdenklicher – zumindest zu Beginn.

    Die Rathuus-Gründer widmen sich dem Artikel „Wie ein tödlicher Unfall die Verwaltung aufrüttelte“ von Lorenz. Darin geht es um den schlimmen Unfall vom 21. Dezember 2022 am Escher-Wyss-Platz im Stadtzürcher Kreis 5. Damals ist am frühen Morgen ein fünfjähriger Bub auf dem Weg zum Kindergarten angefahren und getötet worden. Lorenz erzählt, wie man sich innerlich vorbereitet, wenn man sich als Journalist an ein solch trauriges Thema wagt, und er berichtet von den Massnahmen, die die Stadt seit dem Unfall getroffen hat.

    Danach stehen literarische Geschenktipps im Mittelpunkt. Die Podcaster sprechen über die Buchempfehlungen, die Pascal von Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräten gesammelt hat. Die in der Folge erwähnten Tipps der Politikerinnen und Politiker findet ihr alle im Artikel „Bücher unter dem Christbaum: Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte geben Geschenktipps“. Die von Lorenz und Pascal zusätzlich empfohlenen Bücher heissen „Die Assistentin“ sowie „Der letzte Sessellift“.

    Wie und wo kann man den Podcast hören?

    Der Rathuus-Podcast ist exklusiv für Abonnentinnen und Abonnenten zugänglich. Klicke hier, wenn du mehr zu unseren Abos erfahren möchtest.


  • 4 Minuten

    Stadt und Kanton bekämpfen häusliche Gewalt

    Rote Damenschuhe und Friedhofslichter stehen als Mahnmal gegen Gewalt gegen Frauen.Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November wurde bei der Wasserkirche in Zürich mit einer Schuhinstallation Frauen und Kindern gedacht, die 2024 und 2025 getötet worden sind. Bild: Lorenz Steinmann

    Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen sind auch hierzulande ein ernstes Problem. Der Kanton macht darum die Forensic Nurses bekannter – und die Stadt Zürich unterstützt das Frauenhaus sowie das Mädchenhaus finanziell für gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

    Es ist ein blinder Fleck der Gesellschaft: Fast die Hälfte aller Gewaltstraftaten geschieht zu Hause. Zwar können auch Männer betroffen sein, die Gewalt richtet sich allerdings häufiger gegen Frauen. Das gilt übrigens auch für sexuelle Belästigung, wie das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann festhält.

    Die Stadt Zürich spricht im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt von einer traurigen Realität. „Für viele Betroffene bedeutet sie existentielle Not, Angst und Unsicherheit“, schreibt das Sozialdepartement in einer Mitteilung. Schutz- und Zufluchtsorte wie das Frauenhaus und das Mädchenhaus seien deshalb zentral – sie würden Sicherheit, Rückzugsraum und professionelle Unterstützung für Frauen und Mädchen bieten, die Gewalt erfahren haben.


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    Doch damit diese Angebote ihre Aufgabe wahrnehmen können, müssen Betroffene wissen, dass es sie gibt. Darum unterstützt das Sozialdepartement die Stiftung Frauenhaus Zürich sowie den Verein Mädchenhaus Zürich in den Jahren 2025 bis 2027 mit einem einmaligen Beitrag von je 45’000 Franken. „Mit diesen Mitteln können die beiden Einrichtungen je ein Pilotprojekt zu zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit umsetzen, das dazu beitragen soll, ihre Schutz- und Hilfsangebote bekannter, zugänglicher und damit schlussendlich auch wirksamer zu machen“, erklärt die Stadt in ihrer Mitteilung.

    Mit der finanziellen Unterstützung des Frauenhauses und des Mädchenhauses will die Stadt Zürich ein klares Zeichen setzen: „Der Schutz vor häuslicher Gewalt und die Hilfe für Betroffene haben höchste Priorität“, betont das Sozialdepartement.

    Der Kanton Zürich lanciert Kampagne

    Auch der Kanton setzt auf Öffentlichkeitsarbeit und startet gemäss einer Mitteilung eine Sensibilisierungskampagne. Diese soll die Opferbetreuung „Aufsuchender Dienst Forensic Nurses“ bekannter machen und wird bis 21. Januar 2026 im öffentlichen Verkehr in der Stadt Zürich sowie als Onlinewerbung zu sehen sein.

    Bei den Forensic Nurses handelt es sich um speziell ausgebildete Fachkräfte, die kostenlos zu allen Notfallstationen der Spitäler im Kanton ausrücken, um Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt vor Ort zu betreuen. Sie beraten, sichern gerichtsverwertbare Spuren und dokumentieren Verletzungen.

    Der Kanton richtet sich laut Mitteilung mit seiner Kampagne an potenziell betroffene Personen, ihr Umfeld sowie an medizinische Fachpersonen. Die Forensic Nurses sind bis Ende November bei 236 Opfern ausgerückt und haben Spuren dokumentiert. „Hinzu kommen telefonische Beratungen bei rund 212 Fällen“, schreibt die Gesundheitsdirektion. Der „Aufsuchende Dienst Forensic Nurses“ ist am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich angesiedelt. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das bis Ende 2026 läuft.

    Aushang der kantonalen Sensibilisierungskampagne hängt in einem Tram.Die Kampagne für die Opferbetreuung "Aufsuchender Dienst Forensic Nurses" wird bis 21. Januar 2026 im öffentlichen Verkehr in der Stadt Zürich sowie als Onlinewerbung zu sehen sein. Bild: zvg

    Der Bund zeichnet ein düsteres Bild

    Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen sind in der ganzen Schweiz ein ernstes Problem. Das lässt sich auch mit Zahlen belegen: Im Schnitt stirbt gemäss dem Bund alle zwei Wochen eine Frau an den Folgen dieser Form von Gewalt. „Seit Anfang Jahr ist die Zahl der Femizide in der Schweiz bereits sehr hoch“, so der Bundesrat Ende September in einem Communiqué.

    2024 registrierte die Polizei 21’127 Straftaten im Bereich häuslicher Gewalt, das entspricht gemäss Mitteilung 6 Prozent mehr als im Vorjahr. 70 Prozent der Opfer waren Frauen, so der Bundesrat weiter. Auch Kinder seien besonders von Gewalt in der Familie betroffen.

    Sowohl Stadt als auch Kanton wollen also bestehende Hilfsangebote sichtbarer und zugänglicher machen. Für eine nachhaltige Wirkung braucht es aber einen gesellschaftlichen Wandel und eine konsequente Ächtung von frauenfeindlichem und sexistischem Verhalten. Oder wie es das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann schreibt: „Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt sind Menschenrechtsverletzungen.“

    FDP-Postulat erhält breite Unterstützung

    Das Stadtzürcher Parlament debattierte diese Woche über das Budget 2026 und kam deshalb nicht nur am Mittwoch zusammen wie normalerweise. Heute Samstag durfte sich die FDP-Gemeinderätin Marita Verbali freuen. „Einstimmig überwiesen!“, jubiliert sie in einem Beitrag auf dem Business-Netzwerk Linkedin. Das von ihr gemeinsam mit ihren FDP-Gemeinderatskolleginnen Deborah Wettstein und Sabine Koch eingereichte Postulat zur Stärkung von Präventionsmassnahmen gegen häusliche Gewalt und Femizide habe breite Unterstützung gefunden. „Ein besonders schöner Erfolg nach zwei intensiven, aufreibenden Tagen Budgetdebatte bis nach Mitternacht – und einer Samstagssitzung“, schreibt Verbali weiter. Solche Momente würden zeigen, dass sich der Einsatz lohne.

    Mit dem Postulat wollen Verbali, Wettstein und Koch erreichen, dass der Stadtrat prüft, wie die Stadt Zürich die Prävention von Femiziden und geschlechtsspezifischer Gewalt systematisch stärken kann. „Dabei soll insbesondere untersucht werden, wie Schulprogramme zur Gewalt- und Präventionsbildung in Zürich eingeführt bzw. erweitert werden können“, heisst es im Vorstoss. Der Stadtrat soll ausserdem unter anderem klären, ob und wie die Stadt Unterstützungsprogramme für Kinder von Femizid-Opfern schaffen kann, die psychologische Betreuung und soziale Stabilität sichern und wie eine engere interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei, Sozialdiensten und Gesundheitswesen institutionalisiert werden kann.


  • 3 Minuten

    Politik zum Anfassen: In Zürcher Schulen wird abstimmen geübt

    An einer Demo hält jemand ein Schild hoch mit der Aufschrift: "Dum dümer Schpahrmassnahmen".Politische Beteiligung kennt viele Formen: Etwa 100 Kantischülerinnen und Kantischüler protestierten 2016 beim Helmhaus am Limmatquai in Zürich gegen geplante Sparmassnahmen. Archivbild: Pascal Turin

    Mit originalgetreuen Abstimmungs- und Wahlunterlagen sollen Jugendliche lernen, wie die direkte Demokratie funktioniert. Der Kanton Zürich hat dazu ein neues Angebot für Schulen umgesetzt – angestossen durch ein Postulat zweier Mitte-Politikerinnen.

    Sind wir ehrlich: Könnte man jedes politische Thema so kurzweilig zusammenschneiden wie ein Filmchen auf der Video-App Tiktok, dann würde sich die Stimm- und Wahlbeteiligung ziemlich sicher gleich ins Unermessliche steigern. Doch leider, leider ist Demokratie manchmal selbst für Politik-Aficionados eine eher trockene Angelegenheit. Umso wichtiger ist, dass man sich davon nicht abschrecken lässt. Denn wie heisst es so schön: Früh übt sich, wer ein Meister – oder eine Meisterin – werden will.

    Ein neues Angebot des Kantons möchte die politischen Prozesse für Sek-, Gymi- und Berufsschulklassen erlebbar machen. Zürcher Schulen können darum bis zu zwei Mal pro Jahr mit originalgetreuen Unterlagen das Abstimmungs- und Wahlprozedere im Unterricht realistisch üben. Das „Schulblatt Kanton Zürich“ berichtete in seiner jüngsten Ausgabe darüber. Die Zeitschrift der Bildungsdirektion besuchte für eine Reportage das Bildungszentrum Limmattal, wo man Logistik-, Strassentransport- und Recyclingberufe lernen kann. Eigentlich befindet sich die Berufsschule in Dietikon. Weil dort aber gerade das Gebäude saniert wird, findet der Unterricht temporär an der Lagerstrasse in der Stadt Zürich statt.


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    Das Abstimmungscouvert richtig öffnen

    Zeljka Nedovic, die Lehrerin für allgemeinbildenden Unterricht, hatte sich für die angehenden Strassentransportfachleute etwas Besonderes einfallen lassen. Die Lernenden erwartete ein Stapel hellgrauer Couverts auf dem Tisch vor den Bankreihen. Darin enthalten waren kantonale Abstimmungsunterlagen für die Abstimmung vom 30. November. Die Lernenden beschäftigten sich mit zwei Vorlagen und stimmten schliesslich darüber ab. „Allerdings nicht an der Urne, sondern als Übung“, heisst es im Artikel des „Schulblatts“.

    Dabei hätte wohl die eine oder andere ältere Person etwas ganz Praktisches erfahren: „Zurück im Schulzimmer zeigt Zeljka Nedovic, wie man das Abstimmungscouvert mit viel Fingerspitzengefühl so öffnet, dass es nicht an der falschen Stelle reisst“, schreibt das „Schulblatt“. Ein paar der Lernenden schauten wohl amüsiert, merkten dann aber schnell, dass das tatsächlich nicht ganz einfach ist.

    Ein Postulat war der Auslöser

    Das Angebot nennt sich „Politik im Unterricht: Wir stimmen ab!“. Hintergrund ist ein Postulat von 2022 der Kantonsrätin Janine Vannaz sowie der damaligen Kantonsrätin und heutigen Nationalrätin Yvonne Bürgin (beide Mitte). Die Politikerinnen wollten, dass Schülerinnen und Schüler mit fiktiven Abstimmungs- und Wahlunterlagen lernen, wie die direkte Demokratie funktioniert. Das haben die Bildungsdirektion, die Direktion der Justiz und des Innern und die Staatskanzlei umgesetzt.

    „Für die demokratische Schweiz ist es zentral, dass sich junge Menschen aktiv daran beteiligen“, hielt die Bildungsdirektion in einer Mitteilung fest. Der Kanton Zürich bereite darum die Jugendlichen in der Schule darauf vor, am politischen Leben teilzuhaben und mitzuwirken. Zusätzlich zu den Abstimmungs- und Wahlunterlagen wird den Lehrpersonen begleitendes Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt. Die Stimmzettel oder die Stimmrechtsausweise sind laut Kanton so gekennzeichnet, dass sie nicht für die echte Abstimmung verwendet werden können.

    Ein Smartphone, das die Website Politikvermittlung.ch geöffnet hat, liegt auf einem Tisch aus Holz. Daneben steht eine Dose eines Softgetränks.Inspiration für Lehrpersonen: Auf der Website www.politikvermittlung.ch sind alle Angebote des Kantons Zürich zur politischen Bildung übersichtlich aufgeführt. Bild: Pascal Turin

    Auch Kantonsrat will Politik vermitteln

    Zum internationalen Tag der Demokratie im vergangenen September lancierte das Kantonsparlament übrigens eine neue Website für Schulen. Auf www.politikvermittlung.ch sind alle Angebote des Kantons zur politischen Bildung übersichtlich aufgeführt. Zu finden ist dort zum Beispiel das interaktive Planspiel „Wir sind Parlament“ oder ein Lexikon mit wichtigen Politikbegriffen. Und mit der Web-Applikation „The Lawmaker“ kann man auf spielerische Art lernen, wie Gesetze entstehen.

    Zurück im allgemeinbildenden Unterricht am Bildungszentrum Limmattal: Eine Lernende fände es positiv, wenn in der Schule mehr über Politik geredet würde. Und ein Lernender ergänzt gegenüber dem „Schulblatt“: „Man müsste die Politik schmackhafter machen – schon in der Volksschule.“ Die Idee mit den Abstimmungsunterlagen im Unterricht finde er gut. Er meint, solche Angebote für die Schulen müsse es mehr geben, man könne Politik ja in verschiedenen Fächern einbauen.

    Klar, die direkte Demokratie ist kein Tiktok-Video. Politische Inhalte eignen sich nur in ihrer radikalen Verkürzung für virale Kurzclips. Politik ist nicht immer spektakulär, aber sie lebt davon, verstanden und genutzt zu werden. Dass Jugendliche jetzt in der Schule demokratische Prozesse nicht nur in der Theorie, sondern praktisch erleben können, ist deshalb bestimmt ein lohnenswerter Schritt.


  • 8 Minuten

    Der grosse Graben – der Zürcher Norden wird für ein Jahr ÖV-technisch abgehängt

    Zu sehen ist die Baustelle von 1949, als der Bahnhofquai komplett umgebaut wurde.Schon in früheren Zeiten wurde am Bahnhofquai gebaut, hier 1949. Ab Anfang 2026 steht wiederum ein Umbau an, mit Komplettsperrung des Trambetriebs für ein ganzes Jahr. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Com_M01-0499-0011

    Die Verkehrsbetriebe Zürich sanieren ab Anfang 2026 die Haltestelle Bahnhofquai/Hauptbahnhof. Das dauert ein ganzes Jahr. Die zentralen Tramverbindungen nach Zürich Nord werden gekappt. Und am Bahnhof muten die VBZ den Fahrgästen bis zu 700 Meter lange Fussmärsche zu. Ob das gut kommt? Eine Auslegeordnung.

    Vergangene Woche im Restaurant Tibits in Oerlikon: Drei ältere Ehepaare diskutieren am Nebentisch engagiert über den anstehenden Fahrplanwechsel und die geplanten Änderungen. Sie nerven sich darüber, wie kompliziert das Tramfahren bald werde und dass es ein volles Jahr keine Tramverbindung mehr gebe von Oerlikon an den Bahnhofplatz und an die Bahnhofstrasse. „Wir kommen nicht draus und fühlen uns im Kreis 11 abgehängt von der City“, so der einhellige Tenor.

    Tatsächlich steht am kommenden Sonntag, 14. Dezember, der grösste Fahrplanwechsel in der Geschichte der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) an. „Die meisten Tramlinien fahren neue Strecken und werden teilweise durch Bau-Linien ersetzt“, heisst es auf der Website des Verkehrsunternehmens.

    Auffällig ist, dass die VBZ einen rund um den Bahnhof auf längere Fusswege schicken. Von der Haltestelle Bahnhofstrasse/Hauptbahnhof etwa bis zum Stampfenbachplatz oder von jenem Platz zum Central. Grund: Die Megabaustelle am Bahnhofquai. Der Schreibende hatte gut zehn Minuten von der Bahnhofstrasse zum Stampfenbachplatz – noch ohne Baustelle und ohne Rollkoffer oder Einkaufstasche. Vom Stampfenbachplatz zum Central immerhin auch gut sieben Minuten. Heute Montag zum Glück ohne Regen!


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    Immer noch unter den Zahlen von 2019

    Doch warum die ganzen Umstellungen? Dazu gibt es laut den VBZ zwei Gründe: Erstens fahren immer mehr Leute von und zu den Spitälern am Balgrist. Deshalb wollen die VBZ mehr Trams auf diese Strecke bringen. „Ausserdem möchten wir, dass die Fahrgäste aus möglichst vielen Quartieren direkt und zeitlich gut abgestimmt den nächsten Bahnhof erreichen. Um das alles zu erfüllen, haben wir – vor allem ab Bellevue und Stadelhofen – die Strecken einiger Linien getauscht“, so die VBZ weiter. Dazu gibt es auch einen Auftrag aus dem Gemeinderat. Balz Bürgisser (Grüne), Jürg Rauser (Grüne) und Ann-Catherine Nabholz (GLP) waren mit ihrer Idee im Stadtparlament erfolgreich. Der Stadtrat hat den Job gefasst, einen Bericht auszuarbeiten, „wie das Spitalgebiet Lengg langfristig durch den ÖV gut erschlossen werden“ könne.

    Zweitens wird 2026 die Tramhaltestelle Bahnhofquai/HB hindernisfrei umgebaut. Bemerkenswert ist, dass dies ein volles Jahr dauert, obwohl keine zusätzlichen Gleise oder Abzweigungen gebaut werden. Dabei nehmen die VBZ in Kauf, dass der eine oder andere Fahrgast wohl wieder das Auto nimmt oder Zürich schlichtweg meidet. Die Fahrgastzahlen der VBZ sind nach der Coronakrise zwar wieder steigend, haben aber bis heute nicht das Rekordvolumen von 2019 erreicht. Ob da die Kappung der für Zürich Nord so wichtigen Tramlinien 11 und 14 die richtige Strategie ist?

    Im Gemeinderat resultierte aus der Fahrplanumstellung und der Megabaustelle am HB bisher lediglich ein Vorstoss. Mathias Egloff (SP), Florian Utz (SP), Lisa Diggelmann (SP) sowie 27 Mitunterzeichnende monieren, dass „viele Menschen im Quartier Rütihof die neue Linienführung als deutlichen Abbau empfinden, und sie fühlen sich von grösseren Teilen der Stadt abgehängt, so namentlich von Letzipark, Letzigrund und Sihlcity“. Der Stadtrat hat schon geantwortet, mit den üblichen salbungsvollen Worten.

    Doch zurück zum Kreis 11, zu den drei Ehepaaren im Oerliker „Tibits“. Ihre Sorgen hat Rathuus an die VBZ weitergeleitet.

    Ausgerechnet die quartierverbindenden Tramlinien 14 und 11 von Zürich Nord in die City werden für ein Jahr gekappt. Gab es keine besseren Alternativen, etwa auf der Strecke, wo heute der 7er fährt?
    Zwar hätten die von Oerlikon kommenden Linien tatsächlich entlang der Linie 7 umgeleitet werden können, jedoch wären dadurch das Central und die Bahnhofbrücke noch stärker belastet worden. Gleichermassen müssten die drei von der Limmatstrasse kommenden Linien dennoch bis mindestens Bucheggplatz und Milchbuck verlängert werden, weil erst dort wieder eine Wendemöglichkeit besteht. Am Bucheggplatz kann nur eine Linie gewendet werden, folglich hätten die beiden anderen bis Milchbuck geführt werden müssen. Dies hätte den Schaffhauserplatz wiederum derart überbelastet, dass kein stabiler Linienbetrieb mehr möglich gewesen wäre.

    Trotzdem: Warum fährt auf der Weinbergstrasse nur eine Tramlinie?
    Aus verschiedenen Gründen ist es nicht möglich, mehrere Linien über die Weinbergstrasse umzuleiten. Dass zusätzlich die Linie 15 in diesem Bereich wegfällt, liegt an den Herausforderungen, welche die südlich vom HB verkehrenden Linien mit sich bringen. Normalerweise verkehren fünf Linien über den Bahnhofquai, nun müssen diese alle vom Süden her an einen alternativen Endpunkt geführt werden. Da keine Wendemöglichkeit besteht, die Gessnerallee ist von der Bahnhofstrasse aus nicht anfahrbar, greifen die VBZ auf das Konzept der Linienmutationen zurück. Zudem ist zu berücksichtigen, dass auf der Stampfenbachstrasse im 2026 drei statt zwei Tramlinien unterwegs sind. Die räumliche Nähe zur Weinbergstrasse spielte in der Betrachtung daher eine Rolle.

    Warum wurde nicht am Neumühlequai ein zweites Gleis verlegt, um dort zum Beispiel das 14er-Tram umzuleiten und so die Direktverbindung Seebach-HB-Triemli aufrechtzuerhalten?
    Der Neumühlequai ist abschnittsweise eine Einbahnstrasse. Ein provisorisch verlegtes Gleis in Gegenrichtung hätte weitreichende Änderungen an der Verkehrsführung zur Folge gehabt. Darüber hinaus hätten sowohl im Bereich Walcheknoten als auch beim Central Anschlüsse an das bestehende Gleisnetz erstellt werden müssen, was ebenfalls einer Grossbaustelle gleichkäme. Diese Überlegungen bestehen aus gutem Grund daher erst für den Zeitraum, wenn dereinst der Masterplan HB Central zur Umsetzung gelangen soll und somit insbesondere beim Central die Infrastruktur grundlegend angepasst werden kann.

    Auf dem Plan sind die Umleitungen am HB zu sehen, wenn die VBZ-Haltstelle Bahnhofquai für ein Jahr ausfällt wegen Bauarbeiten.Erstaunlich: Die VBZ setzen auf Muskelkraft statt auf Ersatzstrecken rund um den Hauptbahnhof. Bild: VBZ

    In Instagram-Filmen rät ein VBZ-Angestellter, man solle von der Haltestelle Bahnhofplatz/HB zum Stampfenbachplatz laufen. Ist das ernsthaft gemeint? Das sind ja gefühlt 900 Meter und es geht ziemlich bergauf. Gab es tatsächlich keine Alternativen für ein Jahr?
    Alle Trams, die am Bahnhofplatz (oder in der Bahnhofstrasse) halten, bedienen vorher oder nachher auch das Central. Von dort ist der Fussweg zum Stampfenbachplatz kürzer (ca. 350 Meter statt 550 Meter ab Bahnhofplatz). Vom Bahnhofplatz liegt zudem die Haltestelle Sihlquai etwas näher als der Stampfenbachplatz, für Personen mit Ziel in der Limmatstrasse sicher der naheliegende Weg.

    „Mit einer provisorischen Haltestelle vor dem Landesmuseum würde der starke Verkehr um den HB etwa alle 2,5 Minuten blockiert, was erhebliche negative Auswirkungen auf das Gesamtverkehrssystem hätte.“

    Gab es Überlegungen, zum Beispiel vor dem Landesmuseum eine provisorische Haltestelle zu erstellen und so lange Fusswege für die Passagiere zu verhindern beziehungsweise was waren die Argumente dagegen?
    Die Möglichkeit einer Ersatzhaltestelle wurde eingehend geprüft. Diese müsste Richtung Stampfenbachplatz auf der Walchebrücke platziert werden. Das würde jedoch bedeuten, dass die Fahrgäste über die Fahrbahn ein- und aussteigen müssten. Damit würde der starke Verkehr um den HB etwa alle 2,5 Minuten blockiert, was erhebliche negative Auswirkungen auf das Gesamtverkehrssystem hätte. Auch könnten gefährliche Situationen für die Fahrgäste entstehen, weil sie direkt über die Fahrbahn ein- und aussteigen müssten. In der Gegenrichtung müsste die Ersatzhaltestelle in der Fahrspur vor dem Landesmuseum bei der Unterführung Bahnhofquai zu liegen kommen. Auch bei dieser Haltestelle würden die oben genannten Nachteile entstehen. Zudem würden beide Ersatzhaltestellen nicht den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes entsprechen.

    Warum wurde mit der Bauerei am Bahnhofquai/HB nicht gewartet bis Anfang 2026 und dem Ende des Weihnachtsrummels, wie es etwa die Stadtzürcher Gewerbeverbandspräsidentin Nicole Barandun forderte?
    Der Fahrplanwechsel ist europaweit koordiniert und findet jährlich am zweiten Sonntag im Dezember statt. Mit der Einführung des „Tramnetz Süd“ kommt es am 14. Dezember auch ohne die Baustelle Bahnhofquai zu einer umfassenden Anpassung von Tramlinien.

    Die Sperrung der Haltestelle Bahnhofquai hat weitreichende Auswirkungen auf das gesamte VBZ-Netz. Würde die Haltestelle bis Anfang 2026 in Betrieb bleiben, müssten sich nicht nur die VBZ, sondern auch die Fahrgäste innerhalb von vier Wochen zweimal auf vollständig neue Linienführungen einstellen. Zudem sind bereits in den Tagen nach dem Fahrplanwechsel erste Vorarbeiten am Bahnhofquai wie die Demontage der Fahrleitungen nötig.

    „Würde die Haltestelle bis Anfang 2026 in Betrieb bleiben, müssten sich nicht nur die VBZ, sondern auch die Fahrgäste innerhalb von vier Wochen zweimal auf vollständig neue Linienführungen einstellen.“

    Wie wurden die Bauarbeiten abgestimmt auf die Pläne vom Stadtraum HB? Für die nächsten Jahre sind ja grosse Umstellungen angedacht auch beim ÖV.
    Der hindernisfreie Ausbau der Haltekanten am Bahnhofquai geht einher mit den Zielen im Weissbuch „Stadtraum Hauptbahnhof 2050“. Zwar sieht das Weissbuch noch weitere Anpassungen am Bahnhofquai vor. Um diese zu vertiefen und ein Bauprojekt auszuarbeiten, braucht es aber noch viel Zeit. Die Gleisanlagen haben das Ende ihrer Lebenszeit jetzt erreicht. Deshalb ist eine Verzögerung der Arbeiten nicht möglich.

    Wie verkraften die VBZ den Ausfall?

    Fazit: Die VBZ sind überzeugt, nur das Beste für Zürich zu wollen. Dass der Bahnhofquai für Trams ein Jahr gesperrt bleibt, sehen sie nicht als Risiko. Dabei fällt auf, dass etwa die Kapazitäten am Bucheggplatz (zweites Wendeschlaufen-Gleis) oder eine bessere Verbindung der Gleise Gessnerallee zur Bahnhofstrasse nicht angepackt wurden vor der bald beginnenden Grossbaustelle. Jetzt werden diese Flaschenhälse als Argument gebracht, dass es nicht anders ging.

    Dass derweil der motorisierte Individualverkehr rund um den Hauptbahnhof während der Bauerei nur marginale Einschränkungen über sich ergehen lassen muss, ist ein anderes Kapitel. Ob und wie sich die Fahrgastzahlen nach einem Jahr Unterbruch am Bahnhofquai entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Im Handel und in der Wirtschaft bedeuten ein Jahr Pause Welten und Rückstände, die nur schwierig wieder aufzuholen sind.

    Um zurückzukommen auf die drei älteren Paare im „Tibits“ in Oerlikon: Vielleicht orientiert man sich für ein Jahr besser in Richtung Glattzentrum in Wallisellen oder Airport Shopping am Flughafen Zürich – und stimmt dann gegen das Tram Affoltern, weil die Direktverbindung zur Bahnhofstrasse gar nicht so wichtig ist. Man hat sich ja daran gewöhnt, dass es ohne geht.


  • Wie ein tödlicher Unfall die Verwaltung aufrüttelte

    Das Bild zeigt die Politikerin Sandra Bienek auf dem Escher-Wyss-Platz in Zürich. Im Hintergrund ein durchfahrendes Tram, vorne am Boden rote Warnlichter.Die GLP-Politikerin Sandra Bienek ist grundsätzlich zufrieden, was "in Anbetracht der Umstände" an Sicherheitsmassnahmen beim und auf dem Escher-Wyss-Platz geschehen sei. Bild: Lorenz Steinmann

    Am 21. Dezember 2022, also vor bald drei Jahren, ist am Escher-Wyss-Platz in Zürich am frühen Morgen ein fünfjähriger Bub auf dem Weg zum Kindergarten angefahren und getötet worden. Jetzt zeigt sich, dass die Stadt aus dem Unfall einiges gelernt hat.

    Sandra Bienek steht am Escher-Wyss-Platz im Stadtzürcher Kreis 5. Es steht ein Termin mit Rathuus an. Es ist kurz nach halb fünf am Abend und ähnlich dunkel wie an jenem verhängnisvollen Dezembermorgen, dem 21. Dezember 2022. Damals wurde der fünfjährige Tony an einem der Zebrastreifen kurz vor 8 Uhr von einem Auto oder von einem Lastwagen angefahren und tödlich verletzt. Noch heute sind die Umstände unklar, die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren immer noch nicht eingestellt, wie es auf Anfrage heisst.

    Die GLP-Kantonsrätin war darum besonders vom Unfall betroffen, weil eines ihrer Kinder mit dem verstorbenen Tony in den Kindergarten ging. „Es war eine traumatische Zeit, die mir auch heute noch nahegeht“, sagt die 46-Jährige. Sie setzte sich schon vor dem Unfall für sichere Schulwege ein und tut es heute noch.

    Der Unfall sorgte über die Grenzen Zürichs hinaus für grosse Anteilnahme, aber auch für grosse Schlagzeilen. Die Stadt wurde kritisiert, dass man schon lange auf den Gefahrenherd Escher-Wyss-Platz hingewiesen habe. Passiert sei nichts. So habe ausgerechnet der Vater von Tony etwa zwei Jahre vor dem Unfall bei der Stadt nachgefragt, warum sich nichts ändere.


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    Alles in allem war aber der Schock und die Pietät vor dem schrecklichen Unfall so gross, dass nach dem Tod des fünfjährigen Knaben grosse Schuldzuweisungen ausblieben. Im Gegenteil ging die von der Stadt Zürich gewünschte Temporeduktion auf 30 rund um den Escher-Wyss-Platz still und ohne Rekurse über die Bühne. Seither gilt hier Tempo 30, was laut Experten wegen der vielen unübersichtlichen Stellen mit den vielen Betonpfeilern für die Hardbrücke definitiv mehr Sicherheit für die Fussgängerinnen und Fussgänger bedeutet.

    Mobilitätsexperte Thomas Hug schrieb dazu auf dem Onlineportal Tsüri: „Tempo 30 ist gut für uns alle. Und das sollte uns bewusst werden, bevor zuerst Menschen sterben müssen.“ Denn der Escher-Wyss-Platz sei eine kantonale Hauptverkehrsachse. Trotzdem habe niemand etwas dagegen einzuwenden gehabt. Und für einmal machte auch die Kantonspolizei keine Einsprache. Laut Hug stellte sich die Frage: Wäre dieses Temporegime auch ohne den tragischen Unfall so einfach akzeptiert worden? Oder traute sich hier schlicht niemand, sein wahres Gesicht zu zeigen?

    Tempo 30 am Escher-Wyss-Platz wackelt

    Bald eine Woche nach der Annahme der Mobilitätsinitiative im Kanton Zürich könnte das Tempo-30-Regime auch am Escher-Wyss-Platz wackeln. Doch daran mögen die Beteiligten nicht denken, auch Sandra Bienek nicht. Vielmehr freut sie sich, als sie von den respektablen Massnahmen hört, die Rathuus von der Dienstabteilung Verkehr – kurz DAV – erfahren hat. Aktuell ist der erst seit wenigen Wochen geltende Abbau einer Fahrspur zugunsten einer breiteren, besser einsehbaren Aufstellfläche (unter anderem Fussgängerinseln, Anm. d. Red.) für die Fussgängerinnen und Fussgänger. Es ist eine Fahrbahn auf der vorher doppelspurigen Hardturmstrasse, die auf dem Escher-Wyss-Platz immer für Stress und sich stauende Fahrzeuge auf den Zebrastreifen sorgte.

    Gerade heute sind zufälligerweise Angehörige vom Polizeilichen Assistenzdienst dabei, Autofahrerinnen und Autofahrer herauszuwinken, die immer noch quer und verbotenerweise im Stau stehen. Für Sandra Bienek eine gute und notwendige Aktion. Dazu kommt, dass die fix installierte Geschwindigkeitsüberwachung Fahrzeuge, die vom Sihlquai herkommen, gefühlt im Minutentakt blitzt.

    Die zuständige DAV unter Stadträtin Karin Rykart (Grüne) hat zudem noch weitere Massnahmen umgesetzt.

    Man sieht den Plan des Escher Wyss Platz.Der Planausschnitt zeigt den Escher-Wyss-Platz mit den Schulwegen. Bild: Screenshot

    Seit August 2025 sind Schulwegbegleiterinnen und Schulwegbegleiter im Einsatz, damit die Kinder von der eben erst bezogenen Wohnsiedlung Tramdepot Hard sicherer über die Hardturmstrasse und die Tramgleise gelangen können. Dazu gab es Informationsanlässe für die Mieterschaft der Wohnsiedlung Tramdepot und spezielle Informationen an Eltern. Ausserdem wurde der online verfügbare Schulwegplan angepasst.

    Der Weg quer über den Escher-Wyss-Platz, über das Gewirr von Gleisen, aber ohne Motorfahrzeugverkehr, ist neuerdings als Querungsmöglichkeit angegeben. Dazu wurden im Mai 2025 Bodenlampen „für eine sichere Querung der Tramschienen“ angebracht. Sie leuchten rot auf, wenn sich ein Tram nähert. Man kennt die Lampen von der Hardbrücke. Dort sollen sie Velofahrerinnen und Velofahrer dazu bewegen, anzuhalten, wenn sich Busse oder das 8er-Tram an der Haltestelle befinden. So können Fahrgäste ungestörter ein- und aussteigen. Dass sich dort eher wenige Velofahrerinnen und Velofahrer ans Rotlicht halten, ist eine andere Sache.

    Doch zurück zum Escher-Wyss-Platz. Vor drei Jahren, als das Unglück passierte, waren die Querungsmöglichkeiten laut Schulwegplan noch anders. Damals wurde der eher umständliche und längere Weg nördlich über die Zebrastreifen als Idealweg angegeben (siehe Bild). Die Schwierigkeit dort, man muss bei Rot auf einem Strassenabschnitt ohne Trottoirbord warten. Gerade für Kinder eine ziemliche Herausforderung, wie auch Sandra Bienek vor Ort urteilt.

    Zu sehen ist ein Zebrastreifen beim Escher-Wyss-Platz. Im Hintergrund die Überbauung Tramdepot Hard.Kein leichter Schulweg: Hier über den Zebrastreifen geht es beim beim Escher-Wyss-Platz. Im Hintergrund ist die Überbauung Tramdepot Hard zu sehen. Bild: Lorenz Steinmann

    Offen, wie die Planung weitergeht

    Alles in allem findet Sandra Bienek, dass die Stadt im Rahmen der Umstände erstaunlich viel umgesetzt habe. Sie bemängelt aber das schwache Licht unter der Brücke, dort wo wie beschrieben die Gleise der Verkehrsbetriebe Zürich zusammenkommen. Und sie ist gespannt, wie das Gesamtkonzept für eine Neugestaltung dieses vom motorisierten Individualverkehr dominierten Platzes an die Hand genommen wird.

    Darauf angesprochen heisst es von der DAV: „Die Planungen des Tiefbauamts zur Umgestaltung des Escher-Wyss-Platzes pausieren derzeit. Grund dafür ist, dass aktuell ein städtebauliches Gesamtkonzept für den Raum vom Wipkingerplatz über den Escher-Wyss-Platz und die Hardstrasse bis zum Bahnhof Hardbrücke erarbeitet wird.“ Dieses solle als Grundlage für die weiteren Planungen berücksichtigt werden. „Parallel dazu wird, unter Berücksichtigung der angrenzenden Projekte im Raum Zürich-West, die Verkehrsführung untersucht“, so die DAV. In Bearbeitung sei zudem die SP-Petition „Sicher über den Escher-Wyss-Platz – jetzt Fahrspuren reduzieren“. Die Petition wurde am 1. Oktober 2025 mit respektablen 500 Unterschriften übergeben.

    Die Begehung vor Ort mit Sandra Bienek neigt sich dem Ende zu. Auffällig ist, dass es beim Todesort des kleinen Tony an der Säule beim Zebrastreifen über die Hardturmstrasse keine Blumen und keine Erinnerungsstücke mehr gibt. Es sind lediglich noch schlichte, gemalte Motive und der Name des Jungen auf der Betonsäule vorhanden.

    Sandra Bienek sagt, beim Abbau der Erinnerungsstücke sei alles korrekt und mit dem nötigen Feingefühl verlaufen.

    Von der Stadt heisst es dazu: „Die Entfernung eines grossen Teils der Gedenkstätte wurde in Absprache und im Beisein der Familie vorgenommen. Ein Grund war, dass andere Schulkinder durch die recht auffällige Gedenkstätte nicht abgelenkt werden sollten.“ Man habe sich auf verbleibende Elemente geeinigt, damit das Gedenken an diesem Ort erhalten bleibe.


  • 5 Minuten

    Bücher unter dem Christbaum: Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte geben Geschenktipps

    Ein mit Lichtern und Weihnachtskugeln behangener hoher Weihnachtsbaum steht auf dem Marktplatz Oerlikon. Es ist früher Abend und schon dunkel. Die Leute spazieren vom Shoppen vorbei. Im Hintergrund ragen zwei Hochhäuser empor.Es weihnachtet im Stadtzürcher Quartier Oerlikon: Wer noch nicht weiss, was er oder sie unter den Christbaum legen möchte, könnte wieder mal in einem Buchladen vorbeischauen. Bild: Pascal Turin

    Sie gehören neben Socken zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken: Die Rede ist natürlich von Büchern. Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte verraten, welchen Lesestoff sie unter den Christbaum legen würden – von Biografien bis Ratgebern.

    Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Noch bleiben genügend Tage für die Suche nach der perfekten Gabe. Einer der Klassiker ist das Buch. Bücher kommen eigentlich immer gut an und lauthals darüber beschweren darf man sich als Beschenkte oder Beschenkter sowieso nicht. Sind wir ehrlich: Wer will sich schon als Literaturbanause zu erkennen geben?

    Wir haben Geschenktipps zusammengetragen und dafür bei Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräten nachgefragt. Die Auswahl ist vielfältig und durchaus überraschend. Es ist sicher auch etwas für jemanden darunter, der schon fast alles gelesen hat.

    Los geht es mit einer Leseempfehlung von EVP-Kantonsrat Markus Schaaf. Der ehemalige Buchhändler schlägt „Der Mann, der überlebte“ des US-amerikanischen Schriftstellers Lawrence Elliott vor. Das Buch erzähle die erstaunliche Lebensgeschichte von George W. Carver. Geboren als Sohn einer Sklavin im tiefsten amerikanischen Süden, überwinde er mit Wissbegier, Bescheidenheit und tiefem Glauben Armut, Diskriminierung und Entbehrung. „Aus anfänglicher Hoffnungslosigkeit wird ein Leben, das mit unscheinbaren Erdnüssen und bodenständiger Landwirtschaft nicht nur eine Baumwollmonokultur überwindet, sondern zugleich ein Zeichen für Mitmenschlichkeit, Nachhaltigkeit und die Würde aller Menschen setzt“, so der Politiker aus Zell.

    „Die Perimenopause wurde lange totgeschwiegen – zu lange“, sagt AL-Kantonsrätin Nicole Wyss und empfiehlt darum „Mittendrin“ von Jeanette Kuster.


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    Ein Buch für alle Frauen ab Mitte 30

    Die AL-Kantonsrätin Nicole Wyss hingegen empfiehlt „Mittendrin“ der Schweizer Autorin Jeanette Kuster. „Die Perimenopause wurde lange totgeschwiegen – zu lange“, sagt Wyss. Obwohl es doch die Hälfte aller Menschen betreffe. „Wussten Sie zum Beispiel, dass rund siebzig verschiedene Symptome durch diese hormonellen Schwankungen ausgelöst werden können?“, fragt die Politikerin. Und ergänzt: „Ich wusste das lange nicht.“

    Mit dem Buch „Mittendrin“ habe Jeanette Kuster eine Ode an die Wechseljahre geschrieben, ohne sie zu beschönigen und trotzdem mit viel Liebe und Hoffnung. „Frauen erzählen ihre persönlichen Erfahrungen und Geschichten über die Achterbahnfahrten der Wechseljahre. Expertinnen ordnen ein“, erklärt die Stadtzürcherin. Es sei ein Buch für alle Frauen ab Mitte 30 wie auch für alle Männer, die sich für Frauen interessieren würden.

    Einen Ratgeber schlägt auch Hans Egli vor. „Ich werde das Buch ‚Das Kind in dir muss Heimat finden‘ der deutschen Psychotherapeutin Stefanie Stahl verschenken“, sagt der EDU-Politiker. Es sei aus seiner Sicht ein unglaublich lehrreiches Buch, das helfe, eigene Muster zu verstehen und sich damit auseinanderzusetzen. Ausserdem verrät der Kantonsrat aus Steinmaur, was er sich selbst wünscht: „Ich selber erhalte auch sehr gern Bücher, lasse mich aber gern überraschen.“

    GLP-Kantonsrätin Claudia Hollenstein wiederum hat gleich drei Empfehlungen parat: Sie empfiehlt etwa die Jubiläumspublikation „Die friedliche Revolution: 500 Jahre Übergabe der Fraumünsterabtei an die Stadt Zürich“ des Fraumünster-Pfarrers Johannes Block. Ausserdem erwähnt die Politikerin aus Stäfa den Krimi „Bretonische Sehnsucht“ von Jean-Luc Bannalec – dem Pseudonym des deutschen Literaturwissenschafters Jörg Bong. Und zu guter Letzt findet Hollenstein das Sachbuch „Das grosse Buch vom Schlaf“ von Matthew Walker, Professor für Neurowissenschaften und Psychologie an der University of California, Berkeley, spannend.

    „Ein tolles Buch, mit vielen Exkursen zu Gesellschaft und Religion“, sagt SVP-Kantonsrätin Barbara Grüter über „Unter Heiden“ von Tobias Haberl.

    Ein Buch passend zur Weihnachtszeit

    Ebenfalls in Richtung Sachbuch geht es beim nächsten Geschenktipp von Barbara Grüter. Die SVP-Politikerin empfiehlt „Unter Heiden“ des deutschen Autors Tobias Haberl. „Insbesondere in der Weihnachtszeit sollte uns eigentlich bewusst sein, was es bedeutet, Christ zu sein. Was es bedeutet, in einem abendländisch, christlich geprägten Land zu leben“, sagt die Kantonsrätin aus Rorbas. Es werde ständig gefragt, was die Kirche ändern müsse, um im 21. Jahrhundert noch präsent zu sein. Der Autor stelle die Gegenfrage: Was kann das 21. Jahrhundert von gläubigen Menschen lernen? Wie kann der Glaube eine verunsicherte Gesellschaft von ihrer Angst und Atemlosigkeit befreien? Und was kann uns in einer digital optimierten, aber seelisch oft verkümmerten Gegenwart noch Hoffnung geben?

    Grüters Fazit ist eindeutig: „Ein tolles Buch, mit vielen Exkursen zu Gesellschaft und Religion. Der Autor spricht mir oft aus dem Herzen. Authentisch, ehrlich und mit Gefühl. Eine spirituelle Gesellschaftsanalyse. Absolut lesenswert!“

    Sie selbst wünscht sich kein besonderes Buch zu Weihnachten. „Ich habe schon einige Bücher auf Vorrat gekauft. Leider fehlt mir momentan die Zeit, am Lesen dran zu bleiben“, verrät Grüter. Meist lese sie ein Buch in einem Zug durch. Daher benötige sie eher Zeit, „die man aber leider nicht geschenkt bekommen kann, sondern sich selber nehmen muss“. Die Politikerin freue sich deshalb sehr auf ein paar freie und besinnliche Tage über Weihnachten. So könne sie ihren Lesevorrat endlich wieder etwas „abbauen“.

    Zwei Bücher für Geschichtsinteressierte

    Den Abschluss macht Barbara Franzen. Die FDP-Kantonsrätin aus Niederweningen wünscht sich das Buch „Unerhört. Die ersten Politikerinnen im Bundeshaus“ der Schweizer Historikerin Fabienne Amlinger. Die Politikerin betont, dass Amlingers Buch auch gut verschenkt werden könne. Als kurzer Einschub: Wir haben „Unerhört“ auf Rathuus bereits im Juni wohlwollend besprochen. Das Buch enthält verschriftlichte Gespräche mit den ehemaligen Nationalrätinnen Lili Nabholz (FDP), Gabrielle Nanchen (SP), Monika Stocker (Grüne), Rosmarie Zapfl (CVP – heute Die Mitte) und Elisabeth Zölch (zuerst SVP, dann BDP).

    Und was wird die Kantonsrätin anderen unter den Christbaum legen? „Jedes Jahr verschenke ich viele Bücher“, sagt Franzen. Dieses Jahr möchte sie eines der deutschen Autorin Vera Weidenbach mit dem Titel „Ada Lovelace. Visionärin und Genie“ erwähnen. „Das Buch über die erste Programmiererin der Geschichte schenke ich meiner Tochter, einer Physikerin.“

    Alle Buchtipps auf einen Blick

    Fabienne Amlinger: Unerhört. Die ersten Politikerinnen im Bundeshaus, 2025, 240 Seiten, Hier und Jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte.

    Jean-Luc Bannalec: Bretonische Sehnsucht – Kommissar Dupins dreizehnter Fall, 2024, 416 Seiten, Kiepenheuer & Witsch.

    Johannes Block: Die friedliche Revolution: 500 Jahre Übergabe der Fraumünsterabtei an die Stadt Zürich, 2025, 120 Seiten, Theologischer Verlag Zürich.

    Lawrence Elliott: Der Mann, der überlebte. George W. Carver – eine faszinierende Lebensgeschichte – Vom Sklavenjungen zum genialen Erfinder und Weltveränderer, 2023, 250 Seiten, Neukirchener Verlagsgesellschaft.

    Tobias Haberl: Unter Heiden. Warum ich trotzdem Christ bleibe – Was kann das 21. Jahrhundert eigentlich von gläubigen Menschen lernen?, 2024, 288 Seiten, Btb.

    Jeanette Kuster: Mittendrin – Die Perimenopause meistern. Gespräche und Erfahrungsberichte, 2025, 220 Seiten, Arisverlag.

    Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden. Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme, 2015, 288 Seiten, Kailash.

    Matthew Walker: Das grosse Buch vom Schlaf. Die enorme Bedeutung des Schlafs – Beste Vorbeugung gegen Alzheimer, Krebs, Herzinfarkt und vieles mehr, 2018, 480 Seiten, Goldmann.

    Vera Weidenbach: Ada Lovelace. Visionärin und Genie, 2025, 256 Seiten, Rowohlt.


  • 5 Minuten

    So reagieren die Parteien aufs Ja zur Mobilitäts­initiative

    Auf dem Bild zu sehen ist ein ruhiges Quartier in Birmensdorf, wo Tempo 30 gilt.So schön kann die Welt sein: Ein Wohnquartier in Birmensdorf, wo Tempo 30 gilt. Für Tempo 30 an Durchgangsstrassen hat die Mehrheit der Stimmberechtigten jedoch kein Gehör, auch wenn dort ebenfalls Menschen wohnen. Bild: Pascal Turin

    Ganz so klar konnte man das Ja zur Mobilitätsinitiative nicht erwarten. Mit 240’982 Ja- zu 183’538 Nein-Stimmen fiel das Verdikt aber überaus deutlich aus. Wir fassen die Reaktionen der Parteien zum Entscheid zusammen, dass die Städte Zürich und Winterthur die Hoheit über Tempo 30 verlieren sollen.

    Es war ein Kampf der grossen Städte Winterthur und Zürich gegen den Rest. Und das Verdikt überrascht in seiner Deutlichkeit durchaus. Über die Geschwindigkeit auf Hauptstrassen bestimmt künftig der Kanton. 56,8 Prozent sagten am vergangenen Sonntag Ja zur Änderung des Strassengesetzes beziehungsweise zur Umsetzung der Mobilitätsinitiative.

    Die „Neue Zürcher Zeitung“ titelte in ihrem Kommentar schon fast euphorisch: „Das bürgerliche Zürich schlägt zurück.“ Was auf den ersten Blick stimmig klingt, brachte Kantonsrat Thomas Forrer von den Grünen zum Schmunzeln. Auf der Social-Media-Plattform Bluesky rief er in Erinnerung, dass eben gerade das zitierte Imperium in der Filmserie Star Wars das Böse vertrete. Die bürgerliche Mehrheit als Gegnerschaft der guten Föderation und der mutigen Jedi-Ritter, der Städte Zürich und Winterthur also? Rathuus hütet sich, ein Urteil abzugeben. Nur so viel: Die Medienmitteilungen der Sieger waren zahlreicher als jene der Verlierer.

    „Grosser Sieg für die SVP – Tempo-30-Irrsinn verhindert“ – so überschrieb die SVP Kanton Zürich ihre Medienmitteilung. Sie gewann laut eigenen Angaben „alle vier kantonalen Vorlagen“. Die Stimmbevölkerung habe ein starkes Zeichen gesetzt: Für fliessenden Verkehr statt Stau, schnellere Rettung statt Ausbremsung und ruhige Quartiere statt Ausweichverkehr. „Das klare Resultat stützt auch die neue Verordnung von Bundesrat Albert Rösti, welche ebenfalls an Tempo 50 auf Hauptverkehrsachsen festhält und dem Tempo-30-Irrsinn den Riegel schiebt“, so die SVP.


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    TCS kritisiert „ideologisch gefärbte Verdrängungspolitik“

    Ins gleiche Horn blies die FDP Kanton Zürich: „Wichtiger Richtungsentscheid: Ja zur Mobilitätsinitiative“. Das Ja sei ein wichtiger Erfolg: „Die Bevölkerung will vorwärtskommen – und kein flächendeckendes Tempo 30“. Pointiert liess sich FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois, Co-Präsident des Abstimmungskomitees, zitieren: „Gerade die grossen Städte haben jahrelang am Bundesrecht geritzt, das auf Hauptstrassen innerorts Tempo 50 vorsieht. Und dabei offensichtlich den Bevölkerungswillen missachtet. Dieser Rosinenpickerei hat die Bevölkerung nun einen Riegel geschoben.“

    Der Ton der Parteicommuniqués war zwischen euphorisch und leicht besserwisserisch anzusiedeln. Kein Wunder: FDP und SVP hatten die Mobilitätsinitiative gemeinsam lanciert und damit nun reüssiert.

    „Klare Zuständigkeiten und weniger Ausweichverkehr“, fasste die Mitte Kanton Zürich ihre Mitteilung zum Thema zusammen. Sie sei „erfreut über dieses klare Ja zu einem geordneten, effizienten und alltagstauglichen Verkehrssystem“. Die Initiative schaffe klare Zuständigkeiten zwischen Kanton und Gemeinden bei Temporegelungen. „Mit dem heutigen Entscheid wird ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Quartiere und einer verlässlichen Mobilitätsplanung gemacht. Die Mitte wird sich weiterhin für eine faire Balance zwischen Verkehrsfluss, Sicherheit und Lebensqualität einsetzen.“

    Interessant ist, dass alle drei Parteien in Winterthur und in Zürich nicht die prägenden Parteien des Politlebens sind.

    Zu Wort meldete sich auch der TCS, genauer die Sektion Zürich des Touring Clubs Schweiz. „Mit Tempo 50 auf dem übergeordneten Strassennetz bleiben Quartiere und Schulen vor Ausweichverkehr verschont“, so der TCS. Das Ja sei zudem ein deutliches Statement gegen die ideologisch gefärbte Verdrängungspolitik von rot-grüner Seite und ein Zeichen ans Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, die in der Vernehmlassung befindlichen Verordnungsänderungen umzusetzen. Die Mitteilung schliesst mit einer ganz feinen Drohung an Zürich und an Winterthur: „Der TCS wird die Umsetzung der beschlossenen Vorgaben verfolgen und sich für eine konsequente Durchsetzung stark machen.“

    Gegner befürchten verkehrspolitische Stagnation

    Und die Verlierer? Auf dem Lokalsender Tele Züri sagte Zürichs SP-Stadträtin Simone Brander, verloren hätten die Schulkinder und die 125’000 Stadtzürcher Bewohnerinnen und Bewohner, die an lärmbelasteten Strassen wohnten. Oliver Heimgartner, Präsident der SP Stadt Zürich, liess sich in der SP-Medienmitteilung folgendermassen zitieren: „Die rechten Parteien werden nie müde, in ihren Sonntagsreden den Föderalismus und die Gemeindeautonomie zu betonen.“ Der Abstimmungssonntag zeige einmal mehr, wie sie in der Realität das Gegenteil machten: Die Bevölkerung werde bevormundet und die Städte würden mit ihren Problemen alleine gelassen. Obwohl die Stadtbevölkerung sichere Schulwege und ruhigere Strassen wünsche, werde den Städten nun eine seit über 150 Jahren eingeräumte Kompetenz entzogen, so Heimgartner.

    „Wirkungslose Bevormundung der Städte“, heisst es in der Mitteilung der Grünen Kanton Zürich. Die Mobilitätsinitiative vertiefe lediglich den verkehrspolitischen Stadt-Land-Graben. Die Grünen geben sich dazu durchaus selbstkritisch. „Offenbar ist es den Gegnerinnen und Gegnern der Initiative nicht gelungen zu erklären, dass die Verkehrsthemen in Zürich und Winterthur ganz andere sind als in den Landbezirken.“ Dass nun der Kanton die Hoheit über die Hauptstrassen in Zürich und Winterthur übernehme, werde nichts verbessern, sondern lediglich in eine weitere verkehrspolitische Stagnation führen.

    Aufmerksam auf sich machte auch das Gemeindekomitee „Nein zum Strassengesetz“. Es bedauert laut eigenen Angaben das Abstimmungsresultat. Die Mobilitätsinitiative der SVP (die FDP wird nicht erwähnt, Anm. d. Red.) sei ein massiver Eingriff in die Gemeindeautonomie, gefährde die Sicherheit der lokalen Bevölkerung, führe zu langwierigen und teuren Rechtsverfahren und verunmögliche wirkungsvollen Lärmschutz.

    Sandra Rottensteiner, Urdorfer EVP-Gemeindepräsidentin, wird in der Mitteilung zitiert: „Die Mobilitätsinitiative bringt den Autofahrenden kaum Vorteile, gefährdet jedoch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden – insbesondere von älteren Menschen und Schulkindern.“ Man werde weiterhin alles tun, um Unfälle im Strassenverkehr zu verhindern – dies werde jedoch ab jetzt schwieriger. „Es ist zu hoffen, dass der Kanton in seiner Verkehrspolitik in Zukunft mit Augenmass handelt“, so Rottensteiner. Sie bildete mit der Winterthurer SP-Stadträtin Christa Meier und der Zürcher SP-Stadträtin Brander sowie weiteren elf Exekutivmitgliedern aus dem Kanton das gegnerische Gemeindekomitee, das mit 43,2 Prozent Nein-Anteil deutlich scheiterte.

    Wie stark pressiert der Kanton?

    Nun stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Die Umsetzung obliegt der Kantonspolizei, die wiederum in der Sicherheitsdirektion unter Mario Fehr (parteilos) angesiedelt ist. Der Kanton wird nun auf dieser Basis die konkreten Massnahmen prüfen und anordnen, wobei die Zürcher Regierung bereits angedeutet hat, dass bestehende oder zumindest angekündigte Tempo-30-Regelungen rückgängig gemacht werden könnten. Es handelt sich zum Beispiel um Tempo 30 rund um den Hauptbahnhof Zürich. Jene Anordnung der Stadt wurde noch kurz vor dem Abstimmungssonntag der Mobilitätsinitiative öffentlich ausgeschrieben. Dafür erntete die Stadt Zürich Kritik aus dem bürgerlichen Lager.


  • 1 Minute

    Von Bargeld, Fabelwesen und Initiativen

    Lorenz und Pascal machen ein Selfie und schauen lächelnd in die Kamera. Lorenz trägt eine grüne Daunenweste, Pascal eine gelb-schwarze Übergangsjacke.Rasch ein Selfie fürs Episodenbild (v. l.): Lorenz Steinmann und Pascal Turin nach getaner Arbeit. Bild: Rathuus

    In der 21. Folge des Rathuus-Podcasts stehen disruptive Volksinitiativen im Mittelpunkt: Lorenz Steinmann und Pascal Turin diskutieren über die Ecopop-Initiative und die Schwarzenbach-Initiative, aber auch die SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz”. Ausserdem geht es um Bargeld und das Kunsthaus.

    Über das Thema Bevölkerungswachstum durften die Schweizerinnen und Schweizer bereits häufig an der Urne entscheiden. Die Anliegen trugen Namen wie Masseneinwanderungsinitiative, Ecopop-Initiative oder Schwarzenbach-Initiative. Ihnen allen war ihr disruptives Potenzial gemein. Lorenz Steinmann und Pascal Turin wagen in der 21. Folge des Rathuus-Podcasts einen Blick zurück, schauen aber auch in die Zukunft. Wir diskutieren darüber, ob die Politik die SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz” auf die leichte Schulter nimmt.

    Hintergrund ist unser Artikel über das Gemeindeforum 2025, das vom Kanton Zürich kürzlich organisiert worden ist. Der Anlass stand unter dem Motto „Wachstum: Fluch oder Segen?“. Vorgestellt wurde auch der Stadt-Land-Monitor 2025 des Forschungsinstituts Sotomo. Glaubt man der Studie, dann liegt für die Schweizerinnen und Schweizer die optimale Bevölkerungszahl im Schnitt bei bloss 8,3 Millionen Menschen. Aktuell sind es aber bereits über 9 Millionen. Das kann man durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.

    Ausserdem im Rathuus-Podcast: Lorenz und Pascal verraten, wie viel Bargeld sie mit sich herumtragen, und sprechen über das Kunsthaus Zürich, das wieder Scheine und Münzen akzeptieren will.

    Zum Abschluss widmen sich die Podcaster in dieser Folge weiteren Fragen der Stadtzürcher AL-Gemeinderätin Karen Hug. Wer schon immer wissen wollte, welches Fabelwesen Pascal sein möchte und welche Superpower sich Lorenz wünscht, sollte unbedingt bis zum Ende hören.

    Wie und wo kann man den Podcast hören?

    Der Rathuus-Podcast ist exklusiv für Abonnentinnen und Abonnenten zugänglich. Klicke hier, wenn du mehr zu unseren Abos erfahren möchtest.


  • 4 Minuten

    Zürich bekommt ein neues Eingangstor und Wahrzeichen

    Zu sehen ist der Rohbau des EWZ-Werks Herdern.Eindrücklich! Die Betonstützen des EWZ-Rohbaus. Unten der öffentliche Durchgang zwischen dem Pfingstweidpark und dem Migros-Hochhaus Herdern. Bild: Lorenz Steinmann

    Die Seilbahn der ZKB blieb ein Traum von Touristikern. Und ob die Zoo-Seilbahn dereinst mehr als eine Planungsleiche sein wird, muss sich noch weisen. Immerhin hat Zürich aber bald eine imposante Seilbahnstation. Zumindest sieht das neue Betriebsgebäude des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich so aus.

    Noch ist erst der Rohbau fertig. Aber die Ausmasse und vor allem ein Blick auf die Visualisierung lassen erahnen, dass im ehemaligen Industriegebiet Zürich-West ein Wurf entsteht. Ein Bauwerk, welches ab Herbst 2027 das neue zentrale Betriebsgebäude des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) beherbergt. Wurf deshalb, weil es zumindest für die automobile Gesellschaft, die von Bern und Basel in Richtung City kurvt, für Aufsehen sorgen wird. Denn es ragt sehr markant in den Strassenraum.

    Auf dem Bild zu sehen ist die Visualisierung des EWZ-Neubaus in Richtung City.Das neue Gebäude des Elektrizitätswerk der Stadt Zürich in der Fertigansicht, wie man sie auf Ende 2027 erwartet. Visualisierung: Karin Gauch, Fabien Schwartz

    Bemerkenswert ist zudem, dass für den Neubau nicht einfach alles Alte abgebrochen wurde. Es war vielmehr ein Rückbau auf die Betonstruktur des bisherigen EWZ-Gebäudes mit einer Aufstockung um zwei zusätzliche Etagen und der Ergänzung durch den markanten, von drei Schrägstützen getragenen Vorbau. Er wird künftig über den durchgängigen Mühleweg ragen. Damit entsteht eine direkte und öffentlich zugängliche Verbindung zwischen dem Pfingstweidpark und dem Areal ennet der Duttweilerstrasse, dort wo sich das Migros-Hochhaus Herdern befindet. Die Duttweilerstrasse wird dazu unterquert, was beim dortigen vielen Verkehr sicher Sinn macht.


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    Vor einer Handvoll Medienvertretern (Frauen hatte es keine) führten am vergangenen Mittwoch drei Experten über das Areal und durch die Baustelle. Stadtrat Michael Baumer (FDP), Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, zeigte sich beim Rundgang beeindruckt: „Der imposante Vorbau erinnert fast an eine Seilbahnstation – oder gar an eine James-Bond-Filmkulisse“, so der ETH-Ingenieur schmunzelnd. Spektakulär ist die Konstruktion tatsächlich: Für den Vorbau, die sogenannte Auskragung, musste zunächst ein spezielles Schwerlast-Traggerüst errichtet werden. Erst als Stützen und Überhang Mitte 2025 „vereint“ waren, trug die Konstruktion sich selbst.

    Auf dem Bild erklären die Bauverantwortlichen den Fortschritt des Neubaus zum EWZ-Werk in der Herdern.Roman Pfister (links) von Meili, Peter und Partner Architekten wusste die Teilnehmenden des Rundgangs mit seinen Ausführungen zu fesseln und zu unterhalten. Bild: Lorenz Steinmann

    Nachhaltig erneuert statt neu gebaut

    Das Betriebsgebäude aus dem Jahr 1974 wurde bis auf seine Betonstruktur zurückgebaut. „Dieser Ansatz, der deutlich ressourcenschonender ist als ein Komplettabriss mit Neubau, entspricht ganz unserer nachhaltigen Unternehmenspolitik“, erklärte EWZ-Gesamtprojektleiter Simon Frei. Eine Aussage, die man eher im Departement von Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) verorten würde. Dort hingegen sind, Stichworte Hallenbad Oerlikon und Eishalle Oerlikon, eher Abbrüche und Neubauten angesagt.

    Ein Blick in die Vergangenheit. So präsentierte sich der EWZ-Bauvorgänger vor gut 15 Jahren.Ein Blick in die Vergangenheit: So präsentierte sich das Gebäude des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich vor gut 15 Jahren. Bild: Baugeschichtliches Archiv/Juliet Haller

    Doch zurück in die Herdern in Zürich-West. Der auffällige Bau des Architekturbüros Meili, Peter und Partner Architekten kostete sicher etwas mehr als ein 0815-Gebäude, wie man es etwa von einer Aldi-Standardfiliale auf der grünen Wiese her kennt. Aber es sieht gut aus. Das Projekt ist energietechnisch schon fast unabhängig und es ist eine städtebauliche Bereicherung fürs Quartier. Denn es wertet die autodominierte Gegend für Fussgänger und Velofahrerinnen markant auf. Für Architekt Roman Pfister ist der EWZ-Bau ein wichtiger Beitrag zu einem „immensen Urbanisierungsprozess“ in der Gegend. Hier, wo es vor 15 Jahren noch Familiengärten hatte, sowie stadteinwärts ein wuchtiges Verteilzentrum von Coop. Ob sich noch jemand daran erinnert?

    Auf dem Bild ist die Hausfassade zu sehen, wo noch die Fensterteile hinkommen.Dieser Teil des Gebäudes war bestehend und wurde lediglich ausgekernt. Bald werden überall noch die Fenster (siehe oben) angehängt. Bild: Lorenz Steinmann

    Eine Million Franken weniger Mietkosten

    Im Herbst 2027 sollen die Mitarbeitenden der Geschäftsbereiche „Anlagen und Netze“ sowie „Netz-Services“ und weitere Supportbereiche das erneuerte Gebäude beziehen. Damit konzentriert EWZ seine Arbeitsplätze in der Stadt künftig auf die beiden Hauptstandorte Oerlikon und Herdern. Durch die Aufgabe externer Mietflächen können jährlich rund eine Million Franken eingespart werden, wie Michael Baumer stolz verkündete.

    Auch energietechnisch (Minergie-P-eco) wird das Projekt wegweisend sein: Die wichtigste Energiequelle bildet das Grundwasser, das über eine neuartige Rezirkulationsanlage genutzt wird. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage von knapp 2000 Quadratmetern rund 160’000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr erzeugen. Das ist der Energieverbrauch von etwa 35 Einfamilienhäusern.

    88,2 Prozent der Stimmenden sagten 2020 Ja

    Das Betriebsgebäude Herdern ist der zweite Teil der Gesamtinstandsetzung des EWZ-Areals Herdern. Bereits im September 2023 wurde das neue Zentrallager in Betrieb genommen. Es steht bei der Auffahrt zur Duttweilerbrücke und hat eine auffällige Holzfassade. Für die Instandsetzung und Optimierung des gesamten EWZ-Areals Herdern haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich im September 2020 mit einem Ja-Anteil von 88,2 Prozent den Objektkredit von 167,44 Millionen Franken bewilligt.

    Auf dem Bild zu sehen sind Roman Pfister, Michael Baumer und Simon Frei (v.l.)Sie sprachen vor den Medien zum Projekt (v. l.): Architekt Roman Pfister, FDP-Stadtrat Michael Baumer und Gesamtprojektleiter Simon Frei. Bild: Lorenz Steinmann

    Das EWZ versorgt Zürich und Teile Graubündens mit Energie. Es ist einer der grössten Energieversorger der Schweiz. Weil das EWZ selber Kraftwerke betreibt, sind die gut 220’000 angeschlossenen Haushaltungen und Betriebe technisch und preislich strommässig stabil versorgt. Das zeigte sich eindrücklich während der Stromkrise zu Beginn des Ukrainekriegs, als das EWZ viel tiefere Tarife anbieten konnte als andere Stromanbieter wie die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich oder der Stromkonzern Axpo, die bedeutend mehr Strom zukaufen müssen.


  • 2 Minuten

    Wahlkampf: 24 wollen in den Zürcher Stadtrat, 6 gar an die Spitze

    Auf dem Bild abgebildet ist der Gesamtstadtrat von Zürich in der aktuellen Zusammensetzung von 2025.Weil drei der aktuellen Stadtratsmitglieder zurücktreten, ist das Wahlgerangel im Hinblick auf den 8. März 2026 grösser als auch schon. Bild: Stadt Zürich/zvg

    Heute Mittwoch wurde sie veröffentlicht, die Liste mit den Kandidierenden für den Zürcher Stadtrat und das Stadtpräsidium. Es sind die üblichen Verdächtigen, garniert mit einigen Exoten.

    Marcel Bühler (Freie Liste), Jan Holtkamp (Volt), Thomas Horath (Freie Liste), Sandra Gallizzi (EVP), Sebastian Karrer (Freie Liste), Rita Maiorano (Partei der Arbeit – PdA), Mikhail Shalaev (Jungfreisinnige), Sevin Senem Satan (PdA) und Peter Vetsch (parteilos).

    So könnte der Stadtrat von Zürich ab dem 8. März 2026 aussehen, wenn die Zürcher Exekutive zu unser aller Überraschung komplett ausgewechselt wird – mit 9 der 24 Kandidierenden, die wohl die wenigsten auf dem Radar für den Einzug ins Stadthaus haben. Und Marcel Bühler von der Freien Liste will sogar Stadtpräsident werden.

    Das sind natürlich Hirngespinste.


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    Tatsache ist aber, dass 24 Personen auf der heute Mittwoch von der Stadtkanzlei Zürich veröffentlichten Kandidatenliste stehen. Zu verteilen sind lediglich 9 Sitze. Dazu kommt das Stadtpräsidium, für das sich 6 Personen aufstellen liessen.

    Alles in allem sind Überraschungen mit speziellen und bekannten neuen Namen ausgeblieben. Die von den SP-Delegierten ausgebootete Kantonsrätin Mandy Abou Shoak kandidiert nicht als parteilose Stadträtin und im Kampf ums Stadtpräsidium nehmen sich Përparim Avdili (FDP), Ueli Bamert (SVP) und Serap Kahriman (GLP) wohl gegenseitig Stimmen ab, sodass der SP-Kandidat Raphael Golta allem Anschein nach schon heute als Nachfolger von Corine Mauch eingetragen werden kann.

    In einer ersten Einschätzung halten sich linke und rechte Splitterkandidatinnen und -kandidaten die Waage. Den Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Liste werden recht enge Kontakte zu den Massnahmenkritikern während der Corona-Pandemie und der Vereinigung von Aufrecht Schweiz nachgesagt. Dem gegenüber stehen die Kommunismus-Sympathisanten von der Partei der Arbeit für „eine konsequente Stimme für die arbeitende Bevölkerung und für Frieden in Palästina“.

    Peter Vetsch, der einzige Parteilose, kandidierte auch schon für die Exekutive in Sargans im Kanton St. Gallen und wollte 2023 Regierungsrat im Kanton Zürich werden. Er steht dafür, „unser Leben nachhaltig umwelt- und klimaschonend zu gestalten“.

    Bemerkenswert ist die Kandidatur von Jan Holtkamp (Volt). Volt ist laut eigenen Angaben „die erste paneuropäische Partei, die in über 31 Ländern aktiv ist“. Volt will „diverse Elemente der direkten Demokratie auf die EU übertragen und diese von Grund auf reformieren. Umgekehrt möchten wir auch Best Practices aus ganz Europa in die Schweiz bringen“.

    Wir (vom Rathuus) sind gespannt, wer am Ende reüssieren wird. Es bleiben noch gut dreieinhalb Monate bis zu den Wahlen.