Wir bleiben dran

Neue Artikel oben – der Rest folgt.

  • 1 Minute

    Hurra, wir haben einen Podcast!

    Das Logo des Rathuus-Podcast.Wow. Da hat sich einer was überlegt und einfach "Der Podcast" unter den Rathuus-Schriftzug gepinselt. Gratulation zu so viel Kreativität. Bild: Rathuus

    Alle haben darauf gewartet und schon fast die Hoffnung verloren. Doch was lange währt, wird endlich gut. Wir präsentieren euch heute die Pilotfolge des Rathuus-Podcasts. Und ja, der Podcast ist exklusiv für unsere Abonnentinnen und Abonnenten.

    „Freude herrscht“, sagte schon alt Bundesrat Adolf Ogi. Der ist zwar kein Zürcher, sondern ein Berner, aber sein legendärerer Ausspruch passt gerade perfekt. Das Rathuus hat heute die Pilotfolge des Podcasts veröffentlicht. Lorenz Steinmann und Pascal Turin sprechen darin über die Gemeinderats- und Stadtratswahlen 2026. Wer tritt wieder an? Wer hat die besten Chancen? Und welche Partei muss am meisten zittern? All dies und noch viel mehr könnt ihr in dieser Folge erfahren – wenn ihr Abonnentinnen und Abonnenten seid.

    Jaja, Dämon Mammon regiert die Welt – aber nur so kann sich ein Politikmagazin wie das unsere finanzieren, wenn es unabhängig von Werbegeldern bleiben möchte. Darum ist der Rathuus-Podcast auch nicht kostenlos, sondern nur für unsere Unterstützerinnen und Unterstützer verfügbar. Klicke hier, wenn du mehr zu unseren Abos erfahren möchtest.

    Aber genug über die Finanzen gesprochen. Wie und wo kann man den Podcast hören?

    PS: Ein besonderer Dank geht an Damjan Bardak, der unsere Intromusik komponiert hat. Wenn ihr seinen Fussball-Podcast “Der Schlusspfiff” kennenlernen möchtet, dann klickt hier.


  • 2 Minuten

    Warum dürfen 80’000 Kinder gratis in den Zoo Zürich?

    Ein Pinguinküken in seinem braunen Federkleid. Dahinter steht ein erwachsener Königspinguin.Gemäss Auskunft des Zoos haben letztes Jahr 3360 Zürcher Schulklassen das Tram genommen und Elefanten, Giraffen und die putzigen Pinguine besucht. Bild Pascal Turin

    Eben machte der Zoo Zürich Schlagzeilen, weil er die übertragbaren Jahreskarten für Firmen und Gemeinden gestrichen hat. Doch bei einer anderen Zielgruppe zeigt er sich überaus spendabel. Das zeigt seine Antwort an Rathuus auf einen beim Regierungsrat pendenten politischen Vorstoss der EDU.

    Aktionäre, das sind in der Regel Personen, die sich eher aus Selbstliebe für eine Firma interessieren. Wichtig sind ihnen vor allem die Kursentwicklung und die Dividenden.

    Beim Kanton Zürich und dem Zoo Zürich verhält es sich etwas anders. 6500 Aktien besitzt der Kanton und auf Dividenden in Geldform darf er nicht hoffen, denn die Aktie wird seit über acht Jahren, genauer gesagt seit dem 28. Juni 2016, 16.01 Uhr, nicht mehr gehandelt. Seither kostet die Aktie 200 Franken mit Nennwert 50 Franken. Nennwert, das bedeutet die Summe, an welcher der Kanton am Zoo beteiligt ist. Jährlich gibts dafür eine Sachdividende in Form eines Gratiseintritts.

    Was tut der Zürcher Regierungsrat mit den 6500 Gratistickets? Lädt er seine Verwandten regelmässig ein? Was mit den Tickets geschieht, will die konservative Partei Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) wissen und hat darum Mitte Februar eine Anfrage im Zürcher Kantonsrat eingereicht.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    Zoo schneller als der Regierungsrat

    Wir wollen dem Regierungsrat nicht zuvorkommen, aber die Fragen waren zu spannend, um Monate lang auf die Antwort zu warten. Rathuus hat sich direkt an den Zoo Zürich gewandt. Der antwortet nämlich schneller als der Regierungsrat.

    Nun, wie es aussieht, haben Zoo Zürich und der Kanton ein Deal abgeschlossen: „Der Kanton Zürich verzichtet bei seinen 6500 Zooaktien auf den jährlichen Gratiseintritt. Im Gegenzug gewährt der Zoo Zürich allen Schülern von öffentlich-rechtlichen Schulen und Horten im Kanton Zürich kostenlosen Einlass in den Zoo im Rahmen eines Schulbesuchs“, so die Antwort.

    Ein spezielles Geschäft

    „Im Gegenzug“ ist etwas Augenwischerei. Gemäss Auskunft des Zoos haben letztes Jahr 3360 Zürcher Schulklassen das Tram genommen und Elefanten, Giraffen und die putzigen Pinguine besucht. Das entspricht „ungefähr 80’000“ Eintritten. Rechnet man die erwachsenen Begleitpersonen weg, kommt man immer noch auf einen Betrag von über einer Million Franken, auf die der Zoo verzichtet. Dazu muss man einfach die Tabelle mit den Ticketpreisen heranziehen.

    Schutz der Artenvielfalt

    Für den Zoo ist klar, dass dieses Vorgehen sinnvoll ist: „Damit zukünftige Generationen lernen, dass wir Menschen nicht nur Mitverursacher des Artenverlusts sind, sondern auch die Verantwortung für den Schutz der Artenvielfalt übernehmen müssen, sollen Kinder und Jugendliche im Kanton Zürich im Rahmen ihres Schulunterrichts von einem kostenlosen Zoobesuch profitieren.“

    Ohne Steuergelder geht gar nichts

    So ganz altruistisch ist man beim Zoo allerdings nicht. Denn ohne Stadt und Kanton geht beim Zoo gar nichts: Der Zoo erhält von 2023 bis 2027 ein Betriebsbeitrag von jährlich 3’360’200 Franken. Das hat der Kantonsrat im September 2022 beschlossen.

    Etwa 1 Million Franken gegen rund 3,4 Millionen Franken; mit etwas Liebe geht die Rechnung auf. 


  • 2 Minuten

    Fussball-EM-Euphorie auf Sparflamme

    Im Hintergrund ist ein Cobra-Tram der Verkehrsbetriebe Zürich im EM-Design zu sehen. Im Vordergrund ist ein Foto von Pascal Turin abgebildet, der in die Kamera lächelt.Pascal Turin ist Co-Chefredaktor bei Rathuus. Er findet es schade, dass in Zürich (noch) keine EM-Euphorie zu spüren ist. Bilder: pat/ls, Bildmontage: Pascal Turin

    Die Spiele der Fussball-EM 2025 im Letzigrund sind fast ausverkauft. Das ist ein gutes Zeichen für den Frauenfussball. Doch sonst ist von Fussball-Euphorie in der Stadt Zürich noch wenig zu spüren. Ein Kommentar.

    Good News: Für die fünf Spiele der Uefa Women’s Euro 2025 im Letzigrund sind ausgenommen von Hospitality-Angeboten (teures VIP-Zeugs beziehungsweise teure Logenplätze) aktuell keine Tickets verfügbar.

    Der Frauenfussball macht also grosse Schritte aus dem Schatten des Männerfussballs. Das ist längst überfällig und das weiss Zürichs Sportminister Filippo Leutenegger. Darum hat das von ihm geführte Schul- und Sportdepartement auch am Donnerstag ein Communiqué verschickt. „Wir sind auf bestem Weg, die fünf Spiele im Stadion Letzigrund sehr gut auszulasten“, freut sich FDP-Stadtrat Leutenegger darin. „Das ist ein starkes Zeichen für den Frauenfussball.“


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    Das städtische Sportamt ist zuständig für die Umsetzung der Veranstaltung in der Stadt. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, umfasst dies das Rahmenprogramm, das Stadion Letzigrund als Spielstätte sowie langfristige Begleitmassnahmen.

    Zürich ist eine von acht Gastgeberstädten. Hier werden fünf Spiele ausgetragen – inklusive einem Halbfinal. Gespielt wird zudem in Basel, Bern, Genf, Luzern, Sion, St. Gallen und Thun. Die Schweizer Nati wird in der Limmatstadt allerdings nicht zu sehen sein. Dafür Deutschland, England, Frankreich, die Niederlande und Schweden.

    Kein Wort über Nati-Spiel gegen Island

    Tickets verkauft, Ziel erreicht. So könnte man die Medienmitteilung des Schul- und Sportdepartements zusammenfassen. Trotz den spannenden Affichen ist von Fussball-Euphorie in Zürich wenig zu spüren. Klar, es kurvt ein Sondertram im EM-Design durch die Stadt. Aber eigentlich braucht es dieses jetzt nicht mehr, da es ja keine Tickets mehr zu kaufen gibt. Ausserdem ist an der Europaallee eine Fanzone mit Public Viewing geplant. Hier sollen alle Spiele des Turniers live gezeigt werden. Ach ja, und es gibt eine Website – als Unterseite der Website www.hergame.ch, die vom kantonalen Sportamt aufgesetzt worden ist.

    Auf www.hergame.ch/weuro2025 gab es einen Hinweis auf das Spiel Schweiz gegen Island am Freitagabend im Letzigrund. Es wurde vom Schweizer Radio und Fernsehen übertragen. Doch in der Mitteilung der Stadt wurde diese Partie mit keinem Wort erwähnt. An den verfügbaren Tickets kann es nicht gelegen haben. Ein Blick auf die Website der Verkaufsstelle Ticketmaster zeigt, dass es noch viele freie Plätze gab. Die vielen Lücken auf der Tribüne waren auch auf den Livebildern im TV offensichtlich.

    Gut, beste Werbung war das 0:0 zwar nicht. Die Isländerinnen sind jedoch immerhin Gegnerinnen der Schweizerinnen an der EM. Und die Begegnung fand im Rahmen der Uefa Women’s Nations League statt.

    Eine verpasste Chance ist es aus meiner Sicht definitiv. So wird das nichts mit der EM-Euphorie in der Stadt. Aber vielleicht hisst die Stadtverwaltung dann kurz vor der Europameisterschaft noch Uefa-Flaggen.

    Die Fussball-EM der Frauen findet vom 2. bis 27. Juli in der Schweiz statt.


  • 3 Minuten

    Zoff um konstituierende Sitzung des Gemeinderats

    Zu sehen ist das historische Rathaus am Limmatquai.Der designierte Gemeinderatspräsident Christian Huser (FDP) will hier im historischen Rathaus seine Wahlversammlung durchführen. Das gefällt nicht allen. Bild: Pascal Turin

    Am 7. Mai wird Christian Huser (FDP) zum neuen Ratspräsidenten des Stadtzürcher Gemeinderats gewählt. Nun will er jene Ratssitzung im historischen Rathaus am Limmatquai durchführen. Weil dazu Installationsauslagen von mindestens 8000 Franken und „unzählige Arbeitsstunden in der Verwaltung“ nötig werden, ist die AL-Fraktion gegen diese Auslagerung.

    Der sogenannte Beschlussantrag GR Nr. 2025/48 vom 5. Februar 2025 hat es durchaus in sich. Darin thematisiert die Fraktion der Linksaussenpartei Alternative Liste (AL) Interna aus dem Ratsbetrieb. Beschlussanträge übrigens sind Vorstösse, welche die innere Organisation oder die Geschäftsordnung des Gemeinderats betreffen.

    Die Geschäftsleitung des Gemeinderats hat beschlossen, „dass die konstituierende Sitzung des neuen Amtsjahres nicht wie üblich im Rathaus Hard am Bullingerplatz, sondern im historischen Rathaus an der Limmat stattfinden wird“. Für die AL ist das ein kleiner Skandal. „Um im Rathaus eine Sitzung abzuhalten, ist eine Nachrüstung und intensive Testung der vorhandenen Infrastruktur nötig. Dies wird Tausende Franken externe Kosten und unzählige Arbeitsstunden in der Verwaltung generieren“, heisst es im Vorstoss.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    Ein solcher Aufwand sei kaum verhältnismässig und belaste die öffentliche Hand und Verwaltung unnötigerweise. Die Forderung der AL: „Die Ratssitzung vom 7. Mai 2025 soll deshalb, wie alle anderen Sitzungen im Amtsjahr, im Rathaus Hard stattfinden.“

    Das Rathaus Hard im Kreis 4 ist seit 2023 Ort der Sitzungen vom Stadtzürcher Gemeinderat sowie vom Kantonsrat und von den Kirchenparlamenten. Die ehemalige reformierte Kirche wurde dazu für 9,2 Millionen Franken umgebaut. Theoretisch soll der Ratsbetrieb dereinst wieder ins historische Rathaus am Limmatquai zurückkehren. Der geplante Umbau, für welchen bis zu 33 Millionen Franken veranschlagt sind, ist momentan wegen Denkmalschutz-Bedenken blockiert.

    Im Hintergrund ist das Rathaus Hard und ein Teil des Turms der Bullingerkirche zu sehen. Im Vordergrund fahren Velofahrer am Rathaus vorbei.Das temporäre Rathaus Hard, wo seit 2023 alle Sitzungen des Gemeinderats stattfinden. Nun soll eine Ausnahme gemacht werden. Bild: Pascal Turin

    Speziell an der Geschichte mit der konstituierenden Sitzung im historischen Rathaus ist, dass dies die 23-köpfige Geschäftsleitung entschieden hat, nicht der Gemeinderat. Der Geschäftsleitung, welche hauptsächlich aus Gemeinderätinnen und -räten zusammengesetzt ist, steht der Ratspräsident Guy Krayenbühl (GLP) vor. Das erste Vizepräsidium bekleidet Christian Huser (FDP). Huser, ein Gewerbler aus Zürich-Nord, hat das Vorhaben initiiert.

    „Eine gute Gelegenheit“

    Christian Huser, warum soll die Feier im „alten“ Rathaus durchgeführt werden im Mai 2025?
    Zuerst einmal. Das Rathaus am Limmatquai ist nicht das „alte“ Rathaus, sondern das Rathaus. Im Moment tagt der Gemeinderat ja in einem Provisorium. Die konstituierende Sitzung für das Amtsjahr 2025/26 – das letzte Jahr der laufenden Amtsdauer vor den Wahlen im Frühling 2026 – ist eine gute Gelegenheit, auch all jenen Mitgliedern des Gemeinderats Gelegenheit zu geben, einmal den Ort zu erleben, wo seit 1698 für unsere Stadt Politik gemacht wird.

    Wäre es nicht einfacher gewesen, das wie letztes Jahr auch im Rathaus Hard am Bullingerplatz zu feiern?
    Die eigentliche Feier findet wie immer im Quartier draussen, also diesmal in Zürich-Nord beziehungsweise in Oerlikon statt. Es geht nur um die konstituierende Sitzung mit entsprechenden Wahlen, also keine lange dauernde Parlamentssitzung.

    Für die Feier am neuen Ort sollen gemäss uns vorliegenden Informationen budgetierte Mehrkosten von mindestens 8000 Franken nötig sein. Etwa für die Installation einer Videoanlage. Wie soll das dem Steuerzahler erklärt werden?
    Da dies noch Gegenstand von Gesprächen ist, kann ich mich über die kolportierten Kosten momentan nicht äussern, das sollte sich aber in Kürze klären.

    So viel also von FDP-Gemeinderat Christian Huser. Von der AL heisst es, dass die Idee auch demokratisch heikel sei. Denn dem Vernehmen nach werden momentan private Sponsoren gesucht, um die Züglerei an den alten Ort am Limmatquai zu finanzieren. Doch die Geschäftsleitung will nochmals über die Bücher.


  • 1 Minute

    Zürcher Freiwillige am ESC 2025 unerwünscht

    Auf dem Foto sind im Hintergrund zwei KI-generierte Gesichter zu sehen, die extrem übertrieben weinen. Im Vordergrund ist ein Porträtfoto von Kolumnist Beni Frenkel platziert.Beni Frenkel schreibt regelmässig Glossen für Rathuus. Dieses Mal hat er sich dem Eurovision Song Contest gewidmet. Bild: Erstellt mit DALL–E, OpenAI. Bildmontage: Rathuus

    Wer als Freiwilliger aus Zürich hinter den Kulissen des Eurovision Song Contest (ESC) mithelfen will, guckt in die Röhre. Eine Glosse.

    Zürich hat gegen Basel verloren. Für den Eurovision Song Contest (ESC) hatte Zürich nur 20 Millionen Franken freigegeben. Basel 35 Millionen.

    Seit ein paar Tagen ist die Suche nach Freiwilligen (Volunteers) beendet. Die Chance, einen Zürcher oder eine Zürcherin im Hintergrund zu entdecken, ist klein. Die Verantwortlichen wollen nur Einheimische: „(Wir) setzen wenn möglich auf Volunteers, die in Basel oder in der Umgebung wohnen“, hiess es in der Ausschreibung.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    SRG ist zu klamm für eine Unfallversicherung

    Eine verpasste Chance, die Schweiz zu einen, insbesondere nach dem unsäglichen Geschachere, welche Stadt am meisten für die Durchführung bietet. Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft – kurz SRG – ist anscheinend so klamm, dass sie den Freiwilligen gar nichts bezahlen kann; nicht einmal für eine Unfallversicherung kommt sie während den sieben Einsatztagen auf.

    Für Reisespesen, Unterkunft und Tickets natürlich auch nicht: „Wir können dir leider keine Tickets als Dankeschön für deinen Volunteer-Einsatz abgeben.“ Freiwillige müssen davon ausgehen, während den Einsätzen im Keller oder im Parkhaus ihre unvergessliche Zeit zu verbringen: „Auch können wir dir nicht versprechen, dass du bei deinem Einsatz den ESC am TV oder live mitverfolgen kannst.“

    Geheimnisvolle „Hintergrundprüfung“

    Nicht nur Zürcher, auch FCZ-Fans werden kaum als ESC-Freiwillige angenommen worden sein. Es gibt nämlich eine „Hintergrundprüfung“. Diese „erfolgt durch die zuständigen Behörden. Die Behörden werden dabei Daten bearbeiten, die die Volunteers im Rahmen der Bewerbung zum ESC 2025 bekanntgeben, sowie weitere Daten (…)“.

    Dann macht doch euren ESC alleine, liebe Basler!


  • 4 Minuten

    Neuer Podcast: Zwei links-grüne Politik-Insider plaudern aus dem Nähkästchen

    Markus Kunz (Grüne) und Min Li Marti (SP) posieren vor dem Rathaus Hard im Kreis 4.Sie haben kürzlich den kostenlosen Podcast "Inside Bullingerplatz" gestartet (v. l.): Markus Kunz (Grüne) und Min Li Marti (SP). Bild: Pascal Turin

    Min Li Marti und Markus Kunz haben rund ein Jahr vor den Gemeinderats- und Stadtratswahlen einen neuen Politik-Podcast lanciert. Die SP-Nationalrätin und der frühere Präsident der Grünen Stadt Zürich wollen in „Inside Bullingerplatz“ den Wahlkampf kritisch begleiten und Einblick ins Innenleben des Gemeinderats geben.

    „Inside Bullingerplatz“ – nicht wenige werden da direkt an die Finanzwebsite „Inside Paradeplatz“ denken. Doch obwohl die namentliche Ähnlichkeit durchaus gewollt ist, hören hier die Übereinstimmungen schon wieder auf. Der zum Teil hektische Paradeplatz im Zürcher Stadtzentrum lässt sich sowieso nur schwer mit dem beschaulichen Bullingerplatz im Kreis 4 vergleichen. Immerhin: Seit sich das Rathaus temporär in der Bullingerkirche befindet, werden hier mindestens so wichtige Entscheide gefällt wie in den Chefbüros der Banken.

    SP-Nationalrätin Min Li Marti (50) und Markus Kunz (65), früherer Präsident der Grünen Stadt Zürich, haben kürzlich den Podcast „Inside Bullingerplatz“ lanciert. Ich treffe die zwei Polit-Schlachtrösser im Café du Bonheur, gleich am Bullingerplatz. Der Ort ist gut besucht, dank der zarten Sonnenstrahlen sind sogar draussen Plätze besetzt. Weil die Mittagszeit vorbei ist, darf drinnen an den Tischen an den Laptops gearbeitet werden. Perfekt für ein Interview.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    Sich auch mal aus dem Fenster lehnen

    Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Am 8. März 2026, also in rund einem Jahr, finden in Zürich die Gemeinderats- und Stadtratswahlen statt. „Ich höre gern Podcasts, viel über amerikanische Politik in ‚Pod Save America‘ und in ‚The Bulwark Podcast‘, aber auch über nationale Politik im Podcast ‚Politbüro‘ des ‚Tages-Anzeigers‘. Diese sind offenbar erstaunlich erfolgreich“, sagt Marti, Verlegerin der „P.S. Zeitung“, die im Kreis 5 wohnt. Was es aber noch nicht gebe, sei ein lokalpolitischer Podcast. 

    Diese Lücke wollen nun die zwei „ehemaligen Insider“, wie sie sich selbst nennen, füllen. „Wir reden entweder zu zweit oder mit Gästen über alles, was mit den Wahlen zu tun hat“, sagt Kunz. Da weder Marti noch Kunz für ein Gemeinderats- noch Stadtratsamt antreten wollen, dürfen sie durchaus anecken. „Wir wollen uns auch mal aus dem Fenster lehnen und Aussagen treffen, die nicht allen gefallen“, so Kunz schmunzelnd, der mittlerweile nicht mehr in Wiedikon, sondern im Kreis 7 lebt.

    Min Li Marti sass von April 2002 bis November 2015 im Stadtzürcher Parlament, Markus Kunz von Mai 2012 bis Mai 2022. Sie wissen also, wie der Hase läuft. Beiden ist aber bewusst, dass der Begriff „Insider“ auch Bürde sein kann. „Es ist eine Gratwanderung zwischen mehr wissen als andere, aber nicht alles sagen können“, erklärt Kunz, der vor seiner Pensionierung das Institut für Nachhaltige Entwicklung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften geleitet hat. Marti, studierte Soziologin und Publizistikwissenschafterin, ergänzt: „Wir sind sicher immer noch gut vernetzt.“

    Die Podcaster haben auch eine klare Vorstellung davon, was eine gute Gemeinderätin oder ein guter Gemeinderat ausmacht. Für Kunz ist es unter anderem wichtig, dass Politikerinnen und Politiker egal welcher Partei eine klare Haltung vertreten. „Es ist einfacher, mit Menschen zusammenzuarbeiten, von denen man weiss, was sie wirklich wollen“, sagt der einstige Fraktionspräsident der Grünen. Ausserdem legt er Wert darauf, dass man fleissig ist und sich wirklich in die Dossiers eingelesen hat. Die SP-Nationalrätin Marti findet, es brauche auch Leute, die die grossen Linien sehen und sich nicht nur am Klein-klein abarbeiten würden. „Man muss nicht über alles, was man in der Zeitung liest, einen Vorstoss machen“, sagt sie augenzwinkernd. Beide denken, dass insbesondere die Vernetzung im Quartier und mit der Bevölkerung wichtig sei. Die komme aber wegen vieler anderer Verpflichtungen im Politik-Alltag häufig zu kurz.

    Zwei aus dem gleichen politischen Spektrum

    „Inside Bullingerplatz“ ist nicht Martis erster Podcast. So diskutierte sie 2020 mit der früheren SP-Gemeinderätin Natascha Wey über Feminismus im Podcast „Femme Fact“ oder 2023 mit dem ehemaligen SP-Gemeinderat Jean-Daniel Strub im Podcast „Gender Troubles“ über Gleichstellungspolitik. Auch Kunz ist kein Audio-Laie. Der frühere Fraktionschef der Grünen moderierte in jüngeren Jahren schon kurz nach der Gründung von Radio Lora im Jahr 1983 Sendungen beim nicht-kommerziellen Zürcher Lokalsender.

    Bei Marti und Kunz handelt es sich um Personen aus dem gleichen politischen Spektrum. Doch aus ihrer Sicht besteht die Gefahr nicht, dass der Podcast dadurch langweilig wird. „Wir sind nicht immer der gleichen Meinung“, ist Kunz überzeugt. Ausserdem wollen die Politik-Insider Gästinnen und Gäste einladen, die dann aus dem Nähkästchen plaudern sollen. Marti denkt da an Fraktionspräsidentinnen und Fraktionspräsidenten aller Couleur, die über Hintergründe und Deals berichten. Kunz kann sich zudem Leute mit Einfluss in Zürich vorstellen, die nicht so im Rampenlicht stehen – zum Beispiel den Statthalter Mathis Kläntschi (Grüne) oder einen Vertreter der Gesellschaft der Schildner zum Schneggen (ein exklusiver Club für altehrwürdige Zürcher Familien). „In erster Linie soll es uns aber Spass machen“, betont Marti.

    Alle zwei Wochen eine neue Folge

    Geplant ist, dass im Moment alle zwei Wochen eine neue Folge von „Inside Bullingerplatz“ erscheint. Wenn der Wahlkampf nach den Herbstferien anzieht, möchten Marti und Kunz wöchentlich eine neue Episode veröffentlichen. Das Zielpublikum: alle 125 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und die Stadtzürcher Exekutive (und natürlich alle anderen politisch interessierten Menschen).

    „Inside Bullingerplatz“ kann man auf Spotify, auf iTunes oder auf der Website des Podcasts hören und in einer Podcast-App via RSS abonnieren. Hier klicken, um direkt zur Website des Podcasts zu gelangen.


  • 2 Minuten

    Zürich bekommt doch noch ein „amtlich bewilligtes“ Nagelhaus

    Auf dem Foto sieht man das Gebäudeensemble, das abgerissen und neu gebaut wird. Im Hintergrund das Lochergut, im Vordergrund das Haus der Stradt Zürich, das stehen bleibt.Das Haus im Vordergrund bleibt stehen, der Rest wir neu und höher gebaut. Bild: Lorenz Steinmann

    Das Häuserensemble rund um die legendäre „Meyers-Bar“ und das „Foto-Ernst“-Haus beim Lochergut in Zürich wird abgerissen und neu gebaut. Doch ein altes Haus bleibt stehen. Damit kommt die 2010 grandios gescheiterte Idee eines städtischen Nagelhauses doch noch zum Tragen.

    Experten bezeichnen die Häuserzeile im aufstrebenden Stadtzürcher Kreis 3 als Filetstück mit viel Ausbaupotenzial. Die sechs Wohn- und Gewerbebauten gegenüber der Grossüberbauung Lochergut sind darum stadtweit bekannt, weil sich hier die legendäre „Meyers“-Bar befindet, sowie bis vor kurzem der „Foto-Ernst“. Dass Investor Urs Ledermann die Häuserzeile stückweise gekauft hatte, zeigt den Wert dieser in die Jahre gekommenen Liegenschaften.

    Ledermann und seine Ledermann Immobilien AG kennt man von Leuchtturmprojekten wie dem Ex-Kino Razzia oder dem Haus Flora im Kreis 8. Kürzlich nun wurden den Medien die Neubaupläne für die Häuser an der Badenerstrasse 211, 213, 217 und 219 präsentiert. Neu gibt es mindestens 46 Wohnungen und zusätzliche Gewerbeflächen. Baubeginn ist frühestens 2027. Ob es ein „Meyers 2.0“ geben wird, ist unklar.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    Ledermann ist nicht mehr der Besitzer

    Aufhorchen lässt, dass nicht mehr Ledermann baut, sondern die neue Grundstückbesitzerin, die Noldin Immobilien AG.

    Ursprünglich war eine bedeutend grössere Überbauung geplant, die ein weiteres grösseres Wohnhaus an der Meinrad-Lienert-Strasse 16 einbezogen hätte. Doch besagtes Haus gehört nach wie vor der Stadt Zürich. Hier betreiben die Sozialen Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich eine sogenannte Familienherberge. Gegen 25 Einzimmer-Wohnungen sind hier verfügbar für Menschen, die sonst nirgends unterkommen. Alles in allem aber ein ruhiges Klientel, dass wenig auffällt, wie es in der Umgebung heisst.

    Auf Anfrage schreibt die Stadt, man habe sich schon um einen Liegenschaftentausch bemüht. „Das Angebot kam nicht zustande, weil das angebotene Objekt nicht in das städtische Portfolio passte“, so Claudia Nägeli vom städtischen Finanzdepartement. Kurzum: Eine Komplett-Überbauung des Areals war nun nicht mehr möglich. Das städtische Haus steht im Weg.

    „Nein zur goldigen Schiissi“

    Mit ein wenig Fantasie kann man nun die Brücke zu früheren Nagelhaus-Projekten in Zürich schlagen. Etwa zum vor 14 Jahren an der Urne gescheiterten Nagelhaus-Projekt am Escher-Wyss-Platz im Kreis 5. Damals hatte die SVP Erfolg mit ihrer Antikampagne („5,9 Mio. für e Schiissi! Nagelhaus NEIN“) gegen das geplante Kunstwerk mit Restaurant, Kiosk und WC-Anlage unter der Hardbrücke.

    Einige Jahre später bekam Zürich dann ein „richtiges“ Nagelhaus. An der Turbinenstrasse neben dem Renaissance-Hochhaus stand ganz alleine ein ehemaliges Arbeiter-Wohnhaus der Maschinenfabrik Escher Wyss. Es hatte eine grosse, neckische Beschriftung „Resistance“, natürlich gewollt zum Verwechseln ähnlich wie die Beschriftung des Hotel-Hochhauses nebenan. Doch der Kanton fand wenig Gefallen am Zeitzeugen, zog bis vor Bundesgericht, und am 5. August 2016 fuhren die Bagger auf. Eine angemessene Breite der Strasse wiege mehr als private Interessen, so der Kanton. Also tschüss Nagelhaus.

    Doch nun springt quasi die Stadt in die Bresche. Das Wohnhaus an der Meinrad-Lienert-Strasse 16 wird dereinst von Neubauten umgeben sein. Es kann durchaus als Trutzburg vergangener Zeiten angeschaut werden. So ist es ebenfalls eine Art Nagelhaus.


  • 7 Minuten

    „Gratis-ÖV“ für Kinder und Jugendliche – bestechende Idee oder Millionengrab?

    Die Limmattalbahn fährt Richtung Bahnhof Altstetten. Daneben sind zwei Autos zu sehen, die Richtung Schlieren fahren.ÖV oder Auto? Kantonsrätinnen und Kantonsräte der AL, EVP und SP möchten, dass Kinder und Jugendliche kostenlos Bus, Tram oder Zug fahren können. Bild: Pascal Turin

    Die Idee klingt verlockend: Je günstiger der öffentliche Verkehr ist, desto mehr Menschen benutzen ihn und fahren nicht (mehr) Auto. Im Kanton Zürich wollen Politikerinnen und Politiker deshalb, dass Kinder und Jugendliche den ÖV kostenlos benutzen können.

    Nichts im Leben ist umsonst, ausser ÖV fahren im Kanton Genf. Dort dürfen Jugendliche unter 25 Jahren seit Anfang Jahr die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos benutzen, zumindest im Tarifverbund Unireso.

    Offensichtlich ist, dass das Westschweizer Projekt Signalwirkung hat. Einerseits auf die Medien, die landesweit darüber berichten. Andererseits auf Politikerinnen und Politiker anderer Kantone, die nun nachziehen wollen. So hat etwa die SP im Luzerner Kantonsrat eine Motion eingereicht, die ÖV-Gutscheine für Jugendliche verlangt. „Unter 25-Jährige sollen für ihr Abo 365 Franken im Jahr zurückerhalten“, schreibt das „Schweizer Radio und Fernsehen“ auf ihrer News-Website.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    Normal verdienende Familien entlasten

    Auch im Kanton Zürich fand das Thema „Gratis-ÖV“ Beachtung. So hat der Stadtzürcher SP-Kantonsrat Tobias Langenegger kürzlich eine Anfrage mit dem Titel „Mehr Kinder und Jugendliche im öffentlichen Verkehr“ eingereicht. „Genf war in diesem Sinn der Ausschlag, dass ich die Anfrage endlich eingereicht habe. Entstanden ist sie aber eigentlich im letzten Sommer“, sagt Langenegger. Manchmal sei es so in der Politik, dass man an etwas dran sei, es aber immer etwas liegen bleibe. Das neue Regime im Kanton Genf habe ihm dann den letzten Schups gegeben, „nun vorwärtszumachen und die Anfrage endlich einzureichen“.

    Eingereicht hat Langenegger die Anfrage zusammen mit dem Affoltemer Daniel Sommer (EVP) und der Stadtzürcherin Gianna Berger (AL). Letztere geht gemeinsam mit ihren AL-Kolleginnen und Kollegen Judith Stofer aus Dübendorf (kürzlich zugezogen aus Wipkingen) und Manuel Sahli aus Winterthur einen Schritt weiter. Sie verlangt in einer Motion, dass der Regierungsrat eine Vorlage für ein einkommensabhängiges Tarifsystem im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ausarbeitet. So sollen die Preise für Menschen mit tiefem und mittleren Einkommen sinken. Während eine Motion die Exekutive verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren einen Entwurf für einen Beschluss oder eine Gesetzesvorlage auszuarbeiten, muss sie eine Anfrage lediglich innert drei Monaten nach der Einreichung schriftlich beantworten.

    Laut einem Bericht in der „Neuen Zürcher Zeitung“ schwebt Gianna Berger ein System wie die Prämienverbilligung bei der Krankenkasse vor.

    Anfrage fokussiert auf 6- bis 16-Jährige

    Doch zurück zur Anfrage von Langenegger, Sommer und Berger. Diese legt den Fokus auf die 6- bis 16-Jährigen. Kinder und Jugendliche würden für Freizeitangebote, vor allem im Sport, weite Wege in Kauf nehmen. „So fahren Jugendliche aus dem ganzen Kanton Zürich nach Uster ins Kletter- oder nach Oerlikon ins Eishockeytraining“, heisst es in der Anfrage. Gemäss den Politikerinnen und Politikern sollte das Ziel sein, dass Kinder und Jugendliche diese Wege möglichst selbstständig und mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegen könnten.

    Dass Kinder bereits ab sechs Jahren ein Ticket für den ÖV haben müssten, sei dabei jedoch ein grosses Hemmnis. „Insbesondere bei Familien mit mehreren vereinsaktiven Kindern gehen Reisen an Trainings- oder Veranstaltungsorte ins Geld“, schreiben die Kantonsrätinnen und Kantonsräte. Würden aber Eltern ihre Kinder mit dem Auto an die jeweiligen Orte fahren, belaste das die Strassen und hätte negative Umweltauswirkungen.

    Die Politikerinnen und Politiker wollen darum unter anderem vom Regierungsrat wissen, wie hoch die Exekutive die Mindereinnahmen einschätze, wenn künftig 6- bis 16-Jährige gratis den öffentlichen Verkehr benützen könnten. Der Regierungsrat soll auch beantworten, welche andere Möglichkeiten er sieht, „die Reisekosten für 6- bis 16-Jährige zumindest deutlich zu vergünstigen“.

    Der SP-Politiker Tobias Langenegger trägt ein dunkelblaues Jackett und ein weisses Hemd.

    Bild: zvg

    „Ich finde generell, die Hürde sollte möglichst tief sein, damit Menschen den öffentlichen Verkehr benutzen“, sagt SP-Kantonsrat Tobias Langenegger.

    Bei SP-Politiker Tobias Langenegger (39) nachgefragt

    Tobias Langenegger, was war Ihre persönliche Motivation für diese Anfrage?
    Ich habe schon mehrfach junge Menschen im Tram gesehen, die kein Ticket hatten und dann gebüsst wurden oder sich aus dem Staub gemacht hatten. Das hat mich schon immer falsch gedünkt. Den Ausschlag gab dann aber ein Gespräch mit einer befreundeten Familie. Sie hat einen sportlich sehr talentierten Sohn. Dieser wurde im Sommer in ein nationales Kader aufgenommen, weshalb er neu nach Uster ins Training ging. Die Eltern haben mir dann erzählt, dass sie überlegen, ihn mit dem Auto zu bringen und zu holen, obwohl er die Reise sehr gut und auch gerne mit dem ÖV machen würde. Dies deshalb, weil das ZVV-Ticket schlicht wahnsinnig teuer ist für ihren Sohn. Das fand ich auf allen Ebenen falsch: Einerseits verstopfen sie damit die Strassen im eh schon überlasteten Feierabendverkehr und andererseits kann ihr Sohn so nie selbstständig den ÖV „entdecken“. So wird das nie etwas mit dem Modal-Split zugunsten des öffentlichen Verkehrs. 

    Früh an den öffentlichen Verkehr gewöhnen

    Für Langenegger ist klar: „Ich finde generell, die Hürde sollte möglichst tief sein, damit Menschen den öffentlichen Verkehr benutzen.“ Denn mittelfristig müsse man den Modal-Split, also wer welches Verkehrsmittel benutzt, zugunsten des öffentlichen Verkehrs ändern. „Anders werden wir einerseits nur noch mehr verkehrsüberlastete Zentren haben und andererseits die Klimaziele nie erreichen“, ist der SP-Politiker überzeugt. Man solle sich also früh und durchaus ohne Eltern an den öffentlichen Verkehr gewöhnen können.

    „In diesem Zusammenhang macht es keinen Sinn, dass Minderjährige für den öffentlichen Verkehr bezahlen müssen – sie verdienen ja auch noch kein Geld“, sagt der Stadtzürcher. Er sehe es ganz konkret im Umfeld von seinem älteren Sohn: „Dort fahren die Eltern ihre Kinder permanent mit dem Auto von A nach B oder die Kinder fahren schwarz – beides macht keinen Sinn. Anstatt, dass wir junge Menschen zu ÖV-Profis machen, halten wir sie vom ÖV fern.“

    Man müsse sich aber schon fragen, ob es reiche, den ÖV von 6 bis 16 gratis zu machen oder ob man es ausweiten müsste bis beispielsweise 25 Jahre. Die Problematik bleibe während einer Lehre oder während eines Studiums bestehen.

    Aus der Sicht von SP-Kantonsrat Langenegger besteht auch nicht die Gefahr, dass wegen solcher Verbilligungen am Ende das Geld für den Ausbau des ÖV im Kanton fehlen könnte. „Der Kanton Zürich hätte genug Geld, würde er nicht ständig die Steuern senken“, meint er pointiert.

    Zürcher Stadtrat gegen VBZ-Initiative der SP

    Vergangenes Jahr im März hatte die SP in der Stadt Zürich die Initiative „VBZ-Jahresabo für 365 Franken“ eingereicht. VBZ steht für Verkehrsbetriebe Zürich. Die Volksinitiative verlangt, dass Jahresabonnements für die Zone 110 für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt vergünstigt werden. Erwachsene würden dann nur noch 365 Franken pro Jahr bezahlen müssen und Kinder sowie Jugendliche noch 185 Franken.

    Die Zone 110 deckt die ganze Stadt Zürich ab, zählt als zwei Zonen und gilt innerhalb des Stadtgebiets für S-Bahn, Tram und Bus, aber auch Limmatschiff, Polybahn oder Dolderbahn. Ein ZVV-Jahresabo für 1 bis 2 Zonen kostet aktuell 809 Franken – für die 2. Klasse. Einen Lokaltarif wie in kleineren Gemeinden gibt es in den Städten Zürich und Winterthur (Zone 120) nicht.

    Die Initiative der SP geht dem Zürcher Stadtrat allerdings zu weit, er lehnt sie darum ab. Der Stadtrat schätzt die Gesamtkosten auf etwa 140 Millionen Franken pro Jahr und wirbt darum mit einem Gegenvorschlag, der sich auf einkommensschwache Personen fokussiert.

    Tarife sind politisch bedingt

    Unabhängig davon, welchen Weg die Vorstösse im Parlament oder die Volksinitiative in der Stadt Zürich nehmen werden, existieren bereits jetzt Vergünstigungen für Jugendliche. So können Personen bis 25 Jahre (oder deren Eltern) beispielsweise das Abonnement ZVV-Netzpass Kind/Jugend kaufen. Ein 2. Klasse-Jahresabo für alle Zonen kostet 1663 Franken. Zum Vergleich: Für Erwachsene kostet ein 2. Klasse-Jahresabo für alle Zonen 2295 Franken. Das Jugendabo ist also immerhin rund 27 Prozent günstiger. Zudem können Kinder bis 16 Jahre in den Sommerferien dank dem ZVV-Ferienpass den ÖV im ZVV-Gebiet fünf Wochen lang für 25 Franken benutzen.

    Grundsätzlich ist es aber so, dass es keinen „Gratis-ÖV“ im Wortsinn gibt. Bus, Tram und Zug werden durch Ticketeinnahmen und öffentliche Mittel des Kantons sowie der Gemeinden finanziert. Kanton und Gemeinden teilen sich das jährliche Defizit des ZVV je zur Hälfte. „Der Kantonsrat legt dazu alle zwei Jahre einen Rahmenkredit sowie die politischen Ziele und Stossrichtungen zum Angebot und Tarif fest“, sagt ZVV-Mediensprecherin Anne-Sophie Skarabis auf Anfrage. Letztmals sei dies im Winter 2024 geschehen. Dabei seien unter anderem auch finanzielle Zielsetzungen beschlossen worden, namentlich dass der Kostendeckungsgrad des ZVV über 60 Prozent liegen solle.

    „Die Kosten für das ÖV-Angebot und das ÖV-System fallen immer an und müssen getragen werden – entweder von der Allgemeinheit aller Steuerzahlenden oder von den Fahrgästen“, betont Skarabis vom ZVV. Die Frage, wie diese Kosten aufgeteilt werden sollen, sei eine politische und sei von Regierung und letztlich dem Parlament zu beschliessen. Entwicklungen auf nationaler Ebene oder auch in anderen Kantonen, wie beispielsweise in Genf, würden in die Diskussion einfliessen.


  • 3 Minuten

    Zürich: Doch nicht 28’000 Franken im Jahr für Gemeinderätinnen und Gemeinderäte

    Auf dem Bild ist das Abstimmungslokal an der Röslistrasse in Zürich-Unterstrass zu sehen.Nicht mehr Lohn für die Volksvertreterinnen und -vertreter. Eine veritable Überraschung gab es in der Stadt Zürich. Bild: Lorenz Steinmann

    Es war alles angerichtet zur Lohnerhöhung für die 125 Gemeinderäte. Doch das Stadtzürcher Stimmvolk folgte für einmal der FDP und der SVP.

    Erwartet wurde heute ein überaus stimmungsarmer Abstimmungssonntag. Die nationale Umweltverantwortungs­initiative der jungen Grünen kam lediglich auf 30,2 Prozent Ja-Stimmen. Auf Kantonsebene gab es gar keine Themen. Und in der Stadt Zürich kam eine Lohnvorlage für den Gemeinderat an die Urne, gegen die lediglich die SVP und die FDP waren. Zwei bürgerliche Parteien, die im linksgrünen Zürich oft den Kürzeren ziehen. Und nun dies. Mit immerhin 53,2 Prozent sagte das Stimmvolk Nein zur „Totalrevision der Entschädigungs­­verordnung des Gemeinderats“. Lediglich die Wahlkreise 3, 4 und 5 sowie 6 stimmten der Vorlage zu.

    Das ist eine veritable Überraschung. Denn im Vorfeld wurde die Lohnerhöhung nicht sehr breit diskutiert. Zwar warf die SVP mehrere zehntausend Franken in den Abstimmungskampf, finanzierte zum Beispiel Titel- und die Rückseite des „Tagblatts der Stadt Zürich“ als Politwerbung. Doch allgemein nahm zumindest der Politbetrieb an, dass sich wie so oft Rot-Grün mit SP, Grüne und AL durchsetzen würde, zumal auch die Mitte, die GLP und die EVP ein Ja empfahlen.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    Nein zu 28’000 Franken im Jahr

    Konkret wollte sich der Gemeinderat den Lohn für seine Sitzungen massiv erhöhen. Zudem sollte das Einkommen neu auch Beiträge für die zweite Vorsorgesäule beinhalten. Doch eine Verdoppelung der Bezüge auf im Durchschnitt rund 28’000 Franken jährlich wirkte offensichtlich wie ein überladenes Fuder. „Wahrscheinlich wollten wir einfach zu viel aufs Mal“, so GLP-Gemeinderat Sven Sobernheim am Sonntagnachmittag zum „Tages-Anzeiger“.

    Wer das Abstimmungsbüchlein zum Thema studierte, bekam durchaus den Eindruck, dass die Mehrheit des Gemeinderates recht stark auf die Tränendrüse drückte. Dass der Arbeitsaufwand höher ist als noch vor einigen Jahren, kann wohl mancher Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft unterschreiben. Und dass nicht alle Teuerungserhöhungen lohnmässig ausgeglichen wurden die letzten Jahre ist ebenfalls eine Tatsache. Nicht nur bei den Coiffeusen und Coop-Angestellten, um an Beni Frenkels Kolumne zu diesem Thema zu erinnern.

    Verpasste Chance?

    In einer Medienmitteilung schrieb die SP, dass sich die breite Allianz aus GLP, EVP, Die Mitte, AL, Grünen und SP enttäuscht zeige über die Ablehnung der moderaten Entschädigungs­verordnung für Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Damit verpasse Zürich die Chance, die Vereinbarkeit von Politik, Familie und Beruf zu verbessern und die Demokratie zu stärken. Weiter schreibt die SP, „dass eine Erhöhung um 20 Prozent, unter anderem zum Ausgleich der Teuerung“, auch im Sinne zumindest eines Teils der Gegnerschaft sei. Gemeint ist dabei die FDP, die den Willen zu diesem Kompromiss erwähnt hat im Abstimmungskampf und auch heute Sonntag darauf zurückkam. Wetten, dass bald eine abgespeckte Vorlage zur Diskussion stehen wird?

    Die Wende vor den Wahlen?

    FDP-Parteipräsident Përparim Avdili sagte zum „Tages-Anzeiger“ aber auch, dieses Nein sei ein Kipp-Punkt. Die politische Stimmung drehe gut ein Jahr vor den nächsten Gesamterneuerungs­wahlen für Stadt- und Gemeinderat. SVP-Co-Präsident Ueli Bamert sieht Morgenröte und will diesen Schwung ins Wahljahr mitnehmen. Beide Parteien haben nun gut 13 Monate Zeit, die Messer zu wetzen. Der Wahltermin für den Einzug ins Stadt- und ins Rathaus ist am 8. März 2026.

    Nein in Wila zu Schulfusion

    Und nun noch zu zwei weiteren Vorlagen im Kanton Zürich, über die Rathuus im Vorfeld berichtet hat.

    Die Einzelinitiative von Marianne Kleber aus Wila zur Bildung einer Schulgemeinde Wila-Turbenthal wurde abgelehnt. 377 Stimmberechtigte der Sekundarschule legten ein Nein in die Urne. 249 Stimmberechtigte sagten Ja. Die Stimmbeteiligung betrug 44,7 Prozent. Auch in der Primarschulgemeinde Wila wurde die Einzelinitiative verworfen. Hier sagten 418 Stimmberechtigte Nein zur Vorlage, 276 Stimmberechtigte Ja, bei einer Stimmbeteiligung von 46 Prozent.

    Auch Fällanden sagt Nein

    Ein klares Nein gab es in Fällanden. Zur Ausgliederung des Alterszentrums Sunnetal in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft namens „Sunnetal AG“ sagten rund 60,5 Prozent der Abstimmenden Nein, obwohl die „Sunnetal AG“ im vollständigen Eigentum der Gemeinde Fällanden verblieben wäre.


  • 7 Minuten

    Die Zürcher Filmstiftung wird diverser: Der Kanton fördert neu Games mit kreativ-künstlerischem Kern

    Hände halten einen Xbox-Spielecontroller. Im Hintergrund ist ein Computerbildschirm zu sehen, auf dem ein Game läuft.Der Kanton Zürich hat sich zu einem Gameentwickler-Hub entwickelt. Doch die richtig erfolgreichen Videospiele kommen nach wie vor aus dem Ausland. Im Artikel verrät zudem Regierungsrätin Jacqueline Fehr, ob und wie sie gamt. Bild: Stephanie Turin

    Sie heissen „Landwirtschafts-Simulator“ oder „The Wandering Village“: Im Kanton Zürich werden immer wieder Computerspiele entwickelt, die auch international erfolgreich sind. Die hiesige Game-Industrie ist trotzdem ein zartes Pflänzchen. Der Kanton düngt nun die Erde mit insgesamt 4,5 Millionen Franken und stärkt damit das Kulturgut Games.

    Filmförderung, Literaturförderung oder Theaterförderung – wer Geld für Künstlerinnen und Künstler spricht, verspricht sich meistens nicht den grossen Gewinn. Die Kulturförderung des Kantons Zürich zum Beispiel „bezweckt ein vielfältiges kulturelles Leben und wahrt die Unabhängigkeit des kulturellen Schaffens“. So steht es in der Kulturförderungsverordnung.

    Digitale Darstellungsformen wie Games standen in der Schweiz bei der Förderung durch die öffentliche Hand bisher im Schatten von Film, Theater und Literatur. „Games, und die digitale Kultur insgesamt, sind eine neue, junge Kunstform, die sich Hand in Hand mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft in den letzten beiden Jahrzehnten entwickelte“, sagt Jacqueline Fehr. Sie ist Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern Kanton Zürich und in ihrer Rolle auch Kulturministerin.


    Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

    „Und bevor sich die öffentliche Hand für eine neue Förderung engagiert, muss sie zuerst wissen, ob es überhaupt einen Förderbedarf gibt, was gefördert werden soll und wie Förderung gestaltet werden muss, damit sie Wirkung zeigt“, so die Politikerin. Das heisst, sie müsse die Gesetzmässigkeiten und Logiken einer Szene verstehen und muss deren Arbeitsweise und künstlerische Praxis kennen. „Und natürlich braucht es – last, but not least – den politischen Willen, in einen neuen Förderbereich zu investieren“, erklärt die SP-Regierungsrätin.

    Am 13. Januar hat der Kantonsrat der Verwaltung grünes Licht gegeben. Fehr: „Die Förderung, so wie wir sie nun unter Einbezug der wichtigsten Anspruchsgruppen skizziert haben und die wir im Rahmen der dreijährigen Pilotphase umsetzen wollen, ist in dieser Form schweizweit einzigartig.“

    Frauen über 55 spielen gern

    Der Kanton Zürich darf neu also die digitale Kultur fördern. Das ist ein Zeichen dafür, dass Games langsam aus dem Kinder- und Jugendzimmer entwachsen und in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Das lässt sich mit Zahlen belegen: Laut der Studie Digimonitor der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der Wemf AG für Werbemedienforschung spielte 2024 mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung Games. Im gesellschaftlichen Alltag spielen Computer- und Videospiele also eine zentrale Rolle.

    Die Masse spielt sogenannte Casual Games, also Gelegenheitsspiele: „Rund ein Drittel der Bevölkerung nutzt Gedächtnis-, Denk- und Lernspiele, je knapp ein Viertel digitale Karten- und Brettspiele“, heisst es auf der Website der IGEM.

    Interessant ist, dass sich insbesondere Frauen zwischen 55 und 75 Jahren die Zeit besonders häufig mit digitalen Spielen vertreiben.

    Gegenüber Games und Gamern existieren viele Vorurteile. Ein Klischee scheint jedoch zu stimmen: „Hartgesottene Gamer sind jung und männlich: Konsolenspiele und PC-Games werden vorwiegend von jüngeren Männern genutzt – jeder dritte männliche Teenager spielt täglich“, so die IGEM.

    Zürcher Games sind erfolgreich

    Videospiele werden heutzutage nicht nur als Wirtschafts-, sondern als Kulturgut anerkannt. Ab Herbst fördert die Zürcher Filmstiftung neben Filmen neu auch digitale Darstellungsformen. Das können Videospiele sein oder andere audiovisuelle Formate, die interaktiv sind. Der Kantonsrat hat dafür einen Kredit in der Höhe von 4,5 Millionen Franken für drei Jahre bewilligt.

    Die Game-Industrie im Kanton ist ein zartes Pflänzchen. Aber immer wieder schaffen einzelne Videospiele den internationalen Durchbruch. Da wäre etwa der Welterfolg „Landwirtschafts-Simulator“ des Entwicklers Giants Software aus Schlieren. Wie der Name schon sagt, spielt man einen Landwirt und bewirtschaftet einen eigenen Hof.

    Erfolgreich ist auch „The Wandering Village“ von Stray Fawn Studio aus der Stadt Zürich. In diesem Spiel erstellt man eine Stadt auf dem Rücken eines Tiers. Es ist eine sogenannte Aufbausimulation. Das Stray Fawn Studio mitgegründet hat übrigens Philomena Schwab. Die Game-Designerin ist so etwas wie das Aushängeschild der Schweizer Gameszene.

    In Oerlikon hat erst Anfang Jahr der Co-Working-Space Swiss Game Hub seine Tore geöffnet. In der ehemaligen Werkhalle 87S in der Nähe des MFO-Parks an der Erika-Mann-Strasse kommen Spieleentwicklerinnen und Spieleentwickler zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Der Swiss Game Hub bietet Büroräume und organisiert Events. Früher war die Non-Profit-Organisation an einem deutlich kleineren Standort an der Hohlstrasse im Kreis 4 daheim.

    Videospiel „Niche“ als gutes Beispiel

    Im Swiss Game Hub stellte Seraina Rohrer, seit August 2024 Leiterin der kantonalen Fachstelle Kultur, kürzlich das Konzept der Förderung der digitalen Kultur vor. Angesiedelt wird die Förderung bei der Zürcher Filmstiftung. „Diese erweitert damit ihre Tätigkeit und wird neu auch interaktive Darstellungsformen unterstützen“, schreibt die Direktion der Justiz und des Innern in einer Mitteilung. Damit trage der Kanton Zürich der zunehmenden Durchlässigkeit zwischen Film und digitaler Kultur Rechnung. Er folge dem internationalen Trend, die Förderung von Film auf die digitale Kultur zu erweitern.

    In den Genuss von Fördergeldern sollen Projekte mit künstlerisch-kreativem Kern und technologischer Innovation kommen. Also eher Arthouse-Spiele als Blockbuster-Games. In einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ nennt Seraina Rohrer das Game „Niche: A Genetics Survival Game“ der Entwicklerin Philomena Schwab. Das Videospiel befasst sich mit dem Thema Genetik. Die Website „Games im Unterricht“ der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg empfiehlt das Spiel sogar für den Biologie- oder Naturkundeunterricht.

    Der Kanton will ausserdem das Ökosystem der digitalen Kultur unterstützen. Die Vernetzung und der Wissensaustausch in der Szene soll gestärkt werden.

    „Anträge stellen können Studios und Trägerschaften, die seit mindestens zwei Jahren im Kanton Zürich ansässig sind. Die Obergrenze der Unterstützungsbeiträge liegt bei 150’000 Franken pro Projekt“, schreibt die Direktion der Justiz und des Innern. Die Beiträge werden laut der Mitteilung in Form eines bedingt rückzahlbaren Darlehens vergeben. „Die Rückzahlungsverpflichtung wird im Darlehensvertrag festgelegt“, heisst es weiter. Das Geld stammt aus dem Zürcher Kulturfonds.

    Jacqueline Fehr ist (noch) keine Gamerin

    Doch welches Zürcher Gamestudio beeindruckt Regierungsrätin Jacqueline Fehr besonders durch seine Arbeit? „Ich möchte hier nicht ein einzelnes Studio in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr die Szene ins Zentrum rücken, die sich im Swiss Game Hub in Oerlikon zusammengeschlossen hat.“ Es sei eindrücklich zu sehen, wie sich die Gameszene in den letzten Jahren entwickelt habe und wie man sich gegenseitig unter die Arme greife. Hier gebe es günstige Arbeitsplätze und Co-Working-Places, es gebe Mentoring-Programme für Newcomerinnen und Newcomer und Events, um Prototypen zu testen. „In dieser Werkhalle in Oerlikon kommt wirklich ein riesiges Potenzial zusammen“, zeigt sich die Winterthurerin gegenüber Rathuus überzeugt.

    Die SP-Politikerin spielt in ihrer Freizeit allerdings keine Videospiele. Aber sie jasse manchmal auf dem Heimweg im Zug online zur Entspannung. „Nachdem ich mich in letzter Zeit aber intensiv mit der Welt der digitalen Kultur auseinandergesetzt und gesehen habe, wie kreativ, lustig, schön und vielfältig diese Spiele sind, bedaure ich es, dass ich die Welt der Videospiele noch nicht wirklich kenne“, sagt Fehr. Sie verbringe ihre Freizeit gern im Freien. Fehr: „Aber wenn mich das Wetter bald einmal davon abhalten sollte, begebe ich mich vielleicht auf eine digitale Entdeckungsreise.“

    SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr."Es ist eindrücklich zu sehen, wie sich die Game-Szene in den letzten Jahren entwickelt hat und wie man sich gegenseitig unter die Arme greift", sagt Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP). Archivbild: Pascal Turin
    Die Rathuus-Gametipps

    1. The Wandering Village
    Die Aufbausimulation der Zürcher Entwicklerinnen und Entwickler des Stray Fawn Studios ist für Xbox, Mac und Windows verfügbar. Bei „The Wandering Village“ erstellt man eine Stadt auf dem Rücken eines Tiers. Das Spiel ist unglaublich charmant. Die Game-Designerin Philomena Schwab hat Stray Fawn Studio mitgegründet. Die Game-Designerin ist so etwas wie das Aushängeschild der Schweizer Game-Szene.

    2. The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom
    Das Action-Adventure ist für alle Besitzer der mobilen Konsole Nintendo Switch ein Muss – immerhin ist Zelda-Hauptfigur Link bei Nintendo-Fans fast so beliebt wie Super Mario.

    3. Hogwarts Legacy
    Wer wollte nicht schon einmal selbst zaubern können? „Hogwarts Legacy“ von Avalanche Software ist für PC, Playstation, Xbox und Nintendo Switch verfügbar und entführt die Spielerinnen und Spieler in die Welt von Harry Potter. Das Rollenspiel spielt in einer Zeit, in welcher der berühmte Zauberschüler noch nicht geboren wurde.

    4. Indiana Jones and the Great Circle
    Im Videospiel des Entwicklers Machine Games geht der berühmte Archäologe Indiana Jones dem Mysterium des Grossen Kreises auf den Grund. Die Spielerinnen und Spieler entscheiden, ob sie lieber an ihren Gegnern vorbeischleichen oder sich ihnen im offenen Kampf stellen. „Indiana Jones and the Great Circle“ ist für Windows sowie Xbox erhältlich und soll noch für Playstation erscheinen. Ein Muss für echte Indy-Fans.

    5. S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl
    Das ukrainische Studio GSC Game World hat mit „S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl“ wieder einen beeindruckenden Mix aus Ego-Shooter und Survival Horror geschaffen. Das Open-World-Spiel mit packender Atmosphäre ist nichts für schwache Nerven und für Xbox sowie Windows verfügbar.