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Die Hintergründe zur umstrittenen Spursperrung

Zu sehen ist die Walchebrücke in Zürich mit dem Hinweisschild, dass die Strasse für Velos und Mofas in 120 Meter Entfernung gesperrt ist.Der Grund für den temporären Velostreifen liegt in der Komplettsperrung des Bahnhofquais für Velos während des Neubaus der Tramhaltestelle Bahnhofquai/Hauptbahnhof. Bild: Lorenz Steinmann

Die Wogen gingen hoch, als bekannt wurde, dass die Stadt Zürich am Neumühlequai in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Autospur zum temporären Veloweg umfunktioniert hat. Die Betonung liegt auf temporär – und der Aufschrei der Autolobby ist übertrieben.

Wer vergangene Woche die Schlagzeilen in der „Neuen Zürcher Zeitung“ und im „Tages-Anzeiger“ verfolgte, musste Schlimmes ahnen. „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer“ sei am Neumühlequai nicht gewährleistet. Deshalb habe der Regierungsrat den Stadtrat ultimativ aufgefordert, das bisherige Verkehrsregime wieder herzustellen. „Bisherige“ bedeutet, dass die Stadt das Umwandeln einer Autofahrspur zu einem Velostreifen sofort wieder rückgängig machen solle.

Ins gleiche Horn blies laut der NZZ auch FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois. Die Sperrung der Spur verstosse gegen den Anti-Stau-Artikel in der Kantonsverfassung. Bourgeois wurde grundsätzlich: „Werden die Verkehrsprojekte der Stadt in ihrer Gesamtheit betrachtet, ist der Leistungsabbau für alle spürbar.“ Bourgeois sprach selbstredend wohl primär für die 49’500 Mitglieder der Gruppe Zürich des Touring-Clubs Schweiz (TCS), deren Präsident er ist.

Zu sehen ist der von einer Autospur zu einer temporären Velospur umfunktionierte Fahrstreifen. Rechts die Ampel mit separater Anzeige für Velofahrende.Die rechte Autospur ist zu einer temporären Velospur umfunktioniert. So können Velofahrende den gesperrten Bahnhofquai auf dem Neumühlequai umfahren. Bild: Lorenz Steinmann

Im „Tages-Anzeiger“ hingegen jubilierte der Verein Pro Velo Zürich. Die Massnahme zeige, dass sich wirksame Lösungen umsetzen lassen – ohne aufwendige bauliche Massnahmen.


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Auch aus Sicht der Stadt eine Sicherheitsmassnahme

Für die Stadt ist das Umfunktionieren einer Autoabbiegespur ebenfalls eine Sicherheitsmassnahme – im Gegensatz zur Ansicht des Kantons jedoch für die Velofahrenden. Es sei eine Temporäreinrichtung wegen der Baustelle, wie es gegenüber den Medien hiess. Für einmal sorgte die Stadt also dafür, dass Velofahrende bei Baustellen nicht einfach vergessen gehen.

Die Situation ist eigentlich offensichtlich: Der Bahnhofquai ist dort, wo er als kurzer Tunnel in Ric…

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