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Bundesbern analysiert – handeln müssen die Kantone

Schulklasse sitzt in einem Klassenzimmer und schaut eine Präsentation auf der Leinwand.Für 162'000 Schülerinnen und Schüler im Kanton ging nach den Ferien die Schule wieder los. Bild: Bildungsdirektion

Im Kanton Zürich gibt es wieder genug Lehrpersonen. Ein neuer Bericht des Bundesrats zeigt, dass die Ursachen des über Jahre akuten Lehrermangels komplex sind. Bei der Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer hält sich Bundesbern weitgehend raus.

Viele Lehrerinnen und Lehrer sehen die Überbelastung als den Hauptgrund, weshalb in den letzten Jahren an der Volksschule Lehrpersonenmangel herrschte. Das tatsächliche Bild ist aber komplizierter, kommen doch weitere Gründe hinzu, wie Pensionierungen, die lange gestiegenen Schülerzahlen, unbeliebte Zusatzaufgaben und die Tat­sache, dass auch Lehrkräfte Teilzeit arbeiten wollen. Letzteres ist wegen des über alle Berufsgattungen gesehenen durchaus guten Lohns finanziell interessanter als anderswo.

Am richtigen Ort den Hebel anzusetzen, um die Attraktivität des Jobs zu verbessern, ist darum keine einfache Aufgabe.

Im Hinblick auf die Abstimmung am 27. September über das neue Lehrpersonalgesetz müssen sich die Zürcher Stimmberechtigten zum Beispiel die Frage stellen, ob sie Lehrerinnen und Lehrer beim Vor- und Nachbereiten von Lektionen etwas mehr Zeit geben und Klassenlehrpersonen bei ihren Aufgaben stärker entlasten möchten. Denn das hat ein Preisschild, die Rede ist von jährlich wiederkehrenden Mehrkosten von 83 Millionen Franken. Gemäss dem aktuellen Kostenschlüssel würden davon 67,3 Millionen Franken auf die Gemeinden entfallen.

Kurz gesagt: Die Gegnerinnen und Gegner finden die vom Kantonsrat knapp beschlossene Änderung des Lehrpersonalgesetzes zu teuer (wir berichteten). Auch der Regierungsrat empfiehlt ein Nein.

Die Lage hat sich aktuell entspannt

Momentan können die Kommunen punkto Lehrermangel sowieso durchatmen: Schon Ende März teilte der Kanton Zürich mit, dass es aktuell genügend Lehrpersonen für die Volksschule gibt. „Die Bildungsdirektion deklariert für das Schuljahr 2026/27 keinen Mangel mehr für Regellehrpersonen“, heisst es im entsprechenden Communiqué. Bei den schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen bleibt der Mangel allerdings bestehen.

Im Kanton besuchen rund 162’000 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2026/27 entweder einen Kindergarten, eine Primar- oder Sekundarschule. Damit sind die Schülerzahlen seit 2008 gegenüber dem Vorjahr erstmals nicht mehr gestiegen. „Die grossen Jahrgänge erreichen die Sekundarschule, deren Schülerzahlen voraussichtlich bis zum Schuljahr 2030/31 weiter steigen werden“, hält die Bildungsdirektion in einer Presseaussendung anlässlich des ersten Schultags nach den Sommerferien fest.

Dass sich die Lage zumindest im Kanton Zürich derzeit entspannt, dürfte dem Bundesrat gerade rechtkommen. Er hat soeben einen 28-seitigen Bericht mit dem Titel „Datenerhebung und Evaluationen im Kontext des Lehrpersonenmangels“ veröffentlicht.

Viele Faktoren beeinflussen den Lehrermangel

Der Bericht behandelt zwei Postulate der Kommission für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Nationalrats aus dem Jahr 2022. Ein Vorstoss verlangte einen Bericht darüber, welche Gründe dazu führen, dass Lehrpersonen den Beruf verlassen und was Lehrpersonen im Beruf hält. Mit dem anderen Vorstoss wurde der Bundesrat beauftragt, nationale Schulreformen wie beispielsweise die Einführung neuer Unterrichtsfächer oder Lehrpläne zu evaluieren. Auch sollten die Auswirkungen der Reformen auf die Schüler…

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