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Berufswahl in KI-Ära: Po­li­ti­kerin nimmt Kanton in die Pflicht

Arbeiter steht auf einem Baugerüst und arbeitet an der Decke eines Rohbaus. Handwerk und Bau sind zumindest kurz- und mittelfristig deutlich weniger von den Umwälzungen durch die künstliche Intelligenz betroffen als viele Bürojobs. Bild: Pascal Turin

Handwerk statt Büro: Der Druck durch künstliche Intelligenz nimmt zu – und praktische Berufe gelten als sicherer. Eine Zürcher Kantonsrätin möchte vom Regierungsrat wissen, wie Jugendliche bei der Wahl zukunftstauglicher Lehrberufe unterstützt werden.

Das Thema künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwärtig. Wir rasen auf der Datenautobahn in eine ungewisse Zukunft, was bei vielen Menschen für Verunsicherung sorgt. Eine neue Analyse von 86 Berufen durch die Denkfabrik Einstain zeigt auf, dass beinahe jeder dritte Job wegen KI unter Druck ist. „Im Berufsfeld Administration und Verwaltung entfallen fast alle der untersuchten Berufe auf die Kategorie mit hoher KI-Exposition. Im Bereich Finanzen und Recht sind es 72 Prozent“, heisst es in einer Mitteilung von Angestellte Schweiz. Die Arbeitnehmenden-Organisation hat die Denkfabrik gemeinsam mit der Digitalagentur Kuble – House of Intelligence initiiert. Gemäss der Presseaussendung bedeutet KI-Exposition, dass KI die Arbeit und die Aufgaben der Jobs stark verändert.

Im Gegensatz dazu sind Handwerk und Bau oder Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe weniger betroffen. Good News also für alle, die nicht in einem Büro arbeiten. KI-Tools unterstützen zwar auch Handwerkerinnen und Handwerker zunehmend, Vorstellungen von humanoiden Robotern auf Baustellen oder Drohnen, die Baumaterial transportieren, gehören aber vorerst noch in die Kategorie Science-Fiction.

Handwerk bietet höhere Beschäftigungssicherheit

„Die grösste Herausforderung für den Schweizer Arbeitsmarkt liegt nicht in der Technologie selbst. Sie liegt in der Geschwindigkeit, mit der Unternehmen, Bildungssystem und Arbeitskräfte neue Kompetenzen aufbauen“, so Angestellte Schweiz. Wer KI lediglich zur Kostensenkung nutze, erziele kurzfristige Effizienzgewinne. Wer KI nutze, um neue Dienstleistungen, Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln, schaffe zusätzliche Wertschöpfung und neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

KI bietet enorme Chancen für mehr Innovation und Effizienz. Doch ebenso gross ist die Gefahr, dass sehr viele Arbeitsplätze verschwinden könnten.

SVP-Kantonsrätin Jacqueline Hofer ist überzeugt, dass handwerkliche Berufe weiterhin hohe Beschäftigungssicherheit bieten. „Sie sind praxisnah, technisch anspruchsvoll, kundennah und nur begrenzt automatisierbar. Diese Berufe bilden das Rückgrat vieler KMU und tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei“, schreibt sie in einer kürzlich im Zürcher Kantonsparlament eingereichten Anfrage.

Aus ihrer Sicht braucht es transparente Informationen und zeitgemässe Berufsberatung, damit Jugendliche fundierte Entscheidungen treffen können. Sie will darum unter anderem vom Regierungsrat wissen, wie er sicherstellt, dass Jugendliche in der Berufsberatung verständliche und aktuelle Informationen über die Zukunftsfähigkeit verschiedener Lehrberufe erhalten. Ebenfalls fragt Hofer, welche Massnahmen der Kanton plant, um insbesondere handwerkliche Berufe als stabile und attraktive Ausbildungswege stärker sichtbar zu machen. Zudem will sie beantwortet haben, wie Schulen und Berufsberatungsstellen dabei unterstützt werden, Jugendlichen die Auswirkungen neuer Technologien inklusive KI realistisch und nicht verunsichernd zu vermitteln.

Berufsmesse rückt weniger bekannte Jobs ins Rampenlicht

Rathuus hat bei Jacqueline Hofer nachgefragt, was sie zu ihrer Anfrage bewegt hat. „Meine Motivation war es, Jugendlichen eine verläs…

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