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Es braucht keine direkte Zufahrt zum Gefängnis

Visualisierung einer Velobrücke über dem Gleisfeld beim Zürcher Hauptbahnhof, mit Porträt von Lorenz im Kreis rechts oben. Die geplante Franca-Magnani-Brücke soll den Kreis 4 mit dem Kreis 5 verbinden. Schon heute ist klar, es wäre ein Millionengrab ohne genügend Nutzen, so Rathuus-Gründer Lorenz Steinmann. Visualisierung: Stadt Zürich, Bildmontage: Rathuus

Die Stadt Zürich soll aufhören, für unnötige Veloinfrastrukturen Millionen zu verlochen. Statt eine Brücke im Niemandsland beim Polizei- und Justizzentrum zu bauen, würde die Verwaltung lieber an gefährlichen Kreuzungen den Hebel ansetzen. Ein Kommentar.

Sie soll 80 Millionen Franken kosten, die geplante Velo- und Fussgängerbrücke zwischen der „Yonnex“-Badmintonhalle im Kreis 5 und dem Kohlendreieck im Kreis 4 – genau dort, wo sich das dominante Polizei- und Justizzentrum (PJZ) befindet. Es sind zwei Orte, die miteinander so wenig zu tun haben wie der Thurgau und das Wallis, nämlich nichts.

Es ist völlig unverständlich, warum Politik und Verwaltung diese beiden Stadtteile mit einem extrem teuren und unnötigen Bauwerk verbinden wollen. Es ist ja nicht so, dass man nicht schon heute problemlos zu Fuss, mit dem Velo oder dem ÖV vom Kreis 5 in den Kreis 4 kommen würde – und umgekehrt.

Ich will nun nicht mit verkehrstechnischen Planspielen langweilen. Aber das PJZ ist via Langstrassen-Unterführung und auch via Hardbrücke tipptopp erreichbar. Umgekehrt will man doch von der Badenerstrasse zum Limmatplatz gelangen und nicht zu den Viadukt-Läden.

So eine Brücke ist völliger Nonsens. Zumal bei den wirklichen Engpässen, dem Central, dem Bellevue, aber auch bei der Hardbrücke und am See keine Besserung in Sicht ist. Lieber plant man ein sogenanntes Generationenbauwerk. Dass die im Weg stehende Badmintonhalle weichen muss, erklärt man mit der „Sicherheit und Nutzbarkeit“. Das zeigt doch, dass das Projekt von Anfang an ein Rohrkrepierer ist und völlig realitätsfremd in Amtsstuben entstanden ist.

Trotz über 7000 gesammelter Unterschriften und starker politischer Unterstützung gibt es kein Pardon. Die Stadt will das Mega-Projekt durchstieren. Dass so das Geld fehlt für die wahren Probleme, etwa Velowege an den gefährlichen Kreuzungen wie dem Bellevue, dem Central, dem Hauptbahnhof und rund um den See, kümmert die Verwaltung kaum. Man stützt sich auf Vorgaben des Richtplans, die an anderen Orten seit Jahrzehnten Makulatur sind.

Lieber plant man teuer oder fräst für Veloschnellrouten oder Velovorzugsroute, wie sie die Stadt nennt, Quartierstrassen leer. Und überlässt umgekehrt die Velofahrenden bei jeder grösseren Kreuzung ihrem Schicksal. An der Brauerstrasse zum Beispiel hätte ich eine Koexistenz von Velos und Autoparkplätzen durchaus begrüsst. Es tut als Velofahrer doch nicht weh, wenn fünf, sechs Autos parkieren.

So aber sorgt die Stadt für böses Blut und Aggressionen, weil alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer noch mehr gestresst sind.

Bei der Stadt arbeiten offensichtlich zu viele Schreibtischtäter, die sich nie nach draussen wagen, schon gar nicht mit dem Velo. Sonst würden sie doch sehen, wo sich die Velomassen bewegen und wo eben nicht.

Velofahrende reagieren nicht wie Wasser, das man stauen kann und das dann irgendwo anders durchfliesst. Ich sehe das tagtäglich bei der Kornhausst…

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