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Das Entsorgungstram muss selbst daran glauben

Grün-weisses Cargo-Tram mit angehängtem Recyclingcontainer fährt durch eine sonnige Strasse in Zürich.Bald ein Bild der Vergangenheit: das beliebte Entsorgungstram. Bild: Lorenz Steinmann

Die Stadt Zürich baut ihr Angebot an mobilen Recyclinghöfen aus. Gleichzeitig gibt es traurige Nachrichten für Fans des Entsorgungstrams. Morgen Dienstag fährt es zum letzten Mal.

Die Begeisterung hielt sich zumindest 2023 noch in Grenzen: „Zürich24“ titelte damals „Aus fürs Cargotram“. Bald werde es von mobilen Recyclinghöfen abgelöst. „Lastwagen statt Tram also“, schrieb das Onlineportal. Aber so solle das dezentrale Entsorgungsangebot besser werden.

Und nun ist es so weit. Wie Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) in einer Mitteilung schreibt, wird das Entsorgungstram ausgemustert und hält morgen Dienstag zum letzten Mal im Quartier Hirzenbach, das zum Stadtteil Schwamendingen gehört.

Doch von Anfang an. Sperrmüll nicht weit von der eigenen Haustür entfernt abgeben zu können, ist eine Erfolgsstory. Das Cargo-Tram diente der Entsorgung von Sperrgut und Metall, das E-Tram der Entsorgung von Elektrogeräten. Es gab aber auch Nachteile.

Erstes Problem: Längst nicht jedes Quartier ist mit dem Tram erschlossen – man denke da an Affoltern, Leimbach und Witikon.

Zweites Problem: Mit dem Cargotram war man an die Schiene gebunden und brauchte Platz an den Haltestellen, weshalb es nur elf Standorte gab.

Drittes Problem: Das Fahrgestell des Entsorgungstrams stammt von 1949 und hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht.

Stadt baut Recyclingangebot weiter aus

Der sogenannte Mobile Recyclinghof startete 2022 als Pilotversuch an vier Standorten. „Bis Anfang 2027 ist der Ausbau mit 33 Standorten in der ganzen Stadt Zürich abgeschlossen“, schreibt ERZ. Heute macht der mobile Recyclinghof an 31 Standorten Halt. Bis Ende Jahr soll laut der Mitteilung ein neuer Standort in Leimbach hinzukommen. Ab 2027 hält der Recyclinghof zusätzlich in Alt-Wiedikon. In Wipkingen verschiebt sich der Standort gemäss Communiqué von der weniger gut erreichbaren Schule Waidhalde zum zentraler gelegenen Röschibachplatz – dem hippen Zentrum des Quartiers.

„Der Mobile Recyclinghof ist heute nicht mehr aus Zürich wegzudenken. Er ist nah bei der Bevölkerung, bietet Raum für Begegnungen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“, lässt sich SP-Stadträtin Simone Brander in der Mitteilung zitieren. Sie ist Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements.

Wer zu Fuss, mit dem Velo oder dem ÖV kommt, darf bei den mobilen Recyclinghöfen gratis entsorgen. Mit dem Auto darf man nicht vorfahren und Sperrgut abgeben. Wer grössere Mengen loswerden will, muss auf die Recyclinghöfe Looächer in Affoltern oder Werdhölzli in Altstetten ausweichen. Seit die Stadt die Entsorgungscoupons gestrichen hat, kann man dort allerdings nicht mehr kostenlos Sperrmüll abgeben.

Der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Recyclinghof Hagenholz in Zürich-Nord ist schon länger Geschichte. Dieser wurde wegen des Ausbaus der gleichnamigen Kehrichtverbrennungsanlage aufgehoben.

Mobiler Recyclinghof in einer Zürcher Quartierstrasse mit Sammelfahrzeugen, Mitarbeitenden und Menschen bei der Entsorgung.Recyceln und tauschen an der St. Jakobstrasse im Kreis 4: Die Stadt baut das Angebot an mobilen Recyclinghöfen weiter aus. Bild: Stadt Zürich
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