Anfang nächstes Jahr entscheiden die Zürcher Stimmberechtigten über die Verlängerung der Glattalbahn vom Flughafen ins Klotener Industriegebiet Steinacker. Auch der Innovationspark in Dübendorf soll dereinst mit einem Tram verbunden werden.
Der öffentliche Verkehr (ÖV) ist eines der Lieblingsthemen von Rathuus, was regelmässige Leserinnen und Leser sicher schon gemerkt haben. Kürzlich haben wir zum Beispiel über das Tram Affoltern berichtet. In dem Text haben wir am Rande die Verlängerung der Glattalbahn erwähnt. Nächstes Jahr, am 28. Februar 2027, stimmen die Stimmberechtigten des Kantons Zürich über dieses ÖV-Projekt ab. Wie der Regierungsrat mitteilte, kommt dann das Referendum an die Urne, das die Interessengemeinschaft (IG) Pro Altbach ergriffen hatte.
Konkret geht es um drei Teilprojekte: eine rund 3,3 Kilometer lange Tramverbindung vom Flughafen ins Klotener Industriegebiet Steinacker sowie eine Veloverbindung und Massnahmen für den Hochwasserschutz am Altbach. Die IG Pro Altbach wehrt sich gegen die Linienführung, weil deswegen unter anderem viele Bäume gefällt werden müssen.
Etwas unter dem Radar fliegt bisher eine ebenfalls schon länger diskutierte Tramverlängerung, jene der Glattalbahn von Stettbach via Innovationspark Zürich bis Dietlikon. Der Innovationspark auf dem Areal des Flugplatzes Dübendorf will eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlagen. Vorbilder sind der Cambridge Science Park in England oder Gebiete wie das Silicon Valley in der San Francisco Bay Area in den USA. Damit all die Forscherinnen und Start-up-Gründer dereinst bequem an ihren Arbeitsplatz gelangen können, wäre ein Tram ideal.
Doch bis es wirklich fährt, dauert es noch. Vor 2035 ist nicht mit dem Bau zu rechnen.
IG will politischen Druck aufbauen
Immerhin hat der Regierungsrat nun Geld für die Planung in den kommenden Jahren vorgesehen. Damit das Vorhaben aber nicht irgendwann trotzdem zwischen Stuhl und Bank fällt, haben Vertreterinnen und Vertreter aus Dübendorf, Dietlikon, Wangen-Brüttisellen und Volketswil die IG „Glattalbahn zum Innovationspark Zürich: Jetzt!“ gegründet. Ziel sei es, der rechtzeitigen Verlängerung der Glattalbahn bis zum Innovationspark und weiter nach Dietlikon politisches Gewicht zu verleihen und die Bevölkerung sowie Wirtschaft der Region dafür zu mobilisieren.
„Ohne leistungsfähige ÖV-Anbindung verliert der Wirtschaftsraum Glattal an Attraktivität für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Fachkräfte, und es drohen zunehmende Verkehrsüberlastung sowie verfehlte Klimaziele“, schreibt die IG „Glattalbahn zum Innovationspark Zürich: Jetzt!“ in ihrem Communiqué.
Bei den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) gibt man sich zurückhaltend. „Die mögliche Verlängerung der Glattalbahn ab Dübendorf nach Dietlikon ist aktuell ausserhalb des Verantwortungsbereichs der VBG“, sagt Mediensprecher Tino Kunz gegenüber dem „Anzeiger von Wallisellen“. Grundsätzlich sei eine politische Unterstützung aus der Region aber eine wichtige Grundvoraussetzung für ein grosses Stadtbahn-Projekt.
Ob und wann das Tram wirklich kommt, ist offen. ÖV-Themen dürften Rathuus also noch ziemlich lange beschäftigen. Spannend wird es, falls die IG Pro Altbach als Gegnerin der aktuellen Variante der Glattalbahn-Verlängerung in Kloten im kommenden Februar an der Urne reüssiert – und das Projekt damit vorerst scheitert. Dann würde vielleicht der Weg frei, um das Tram zum Innovationspark vorzuziehen. Zwar hängen die Bauvorhaben nicht direkt zusammen, aber politische Prioritäten können sich ändern.
Die Verkehrsbetriebe Zürich betreiben die Trams für die Verkehrsbetriebe Glattal. Bild: Pascal Turin
So soll der Innovationspark auf dem Areal des Flugplatzes Dübendorf aussehen. Visualisierung: Switzerland Innovation Park Zurich
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