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Die Grüne, das Dorf und der Atommüll

Frau steht vor einer Holzwand neben einer dekorativen Holzkarte von Afrika.Die Grünen-Kantonsrätin Wilma Willi (66) ist in Südafrika mit Afrikaans, Zulu und Englisch aufgewachsen. Ihre Eltern hatten eine Farm in der Nähe der Kleinstadt Bergville. Bild: Pascal Turin

Wilma Willi ist Umwelt- und Naturschützerin durch und durch. Doch mit der Holzhammermethode kommt man als Grüne auf dem Land nicht weit. Das wichtigste Anliegen der Kantonsrätin aus Stadel ist darum Transparenz: ob bei Pflanzenschutzmitteln oder dem geplanten Tiefenlager für radioaktive Abfälle.

Wäre da nicht der Fluglärm, könnte man sich fast im idyllischen Auenland der Hobbits in der Fantasiewelt Mittelerde des britischen Schriftstellers J.R.R. Tolkien wähnen. Stadel mit seinen rund 2500 Einwohnerinnen und Einwohner ist eine sehr ländliche Gemeinde – rund 60 Prozent der Fläche dienen der Landwirtschaft. „Mit dem Postauto und den umliegenden Bahnhöfen Niederglatt, Oberglatt und Bülach ist Stadel auch mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen“, heisst es auf der Website der Gemeinde.

In Stadel gibt es einen Volg, und zum Ort gehören neben Raat sowie Schüpfheim auch Windlach, wo Wilma Willi seit 1984 wohnt. Sie sitzt für die Grünen im Zürcher Kantonsrat und hat sich als Natur- und Umweltschützerin einen Namen gemacht. Schon länger treibt sie insbesondere das geplante geologische Tiefenlager mit dem fast schon poetischen PR-Namen Terradura um. Es soll im Gebiet Haberstal der Gemeinde Stadel gebaut werden. Gemäss der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) bietet der geologische Untergrund im Haberstal unter anderem die beste Stabilität der Gesteinsschichten – zumindest verglichen mit den anderen durch die Nagra untersuchten Standorten in der Schweiz.

„Man kann schon sagen: Im Kantonsrat bin ich sicher diejenige, die mit dem Tiefenlager sehr eng verbunden ist“, sagt Willi. Sie hoffe – mit Blick auf die Wahlen 2027 –, dass sie den Prozess noch ein Stück weiter begleiten könne. „Das mache ich wirklich gern“, so die 66-Jährige, die durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl politisiert wurde.

Der Bezirk Dielsdorf hat elf Sitze im Kantonsrat. Willi ist die einzige Grüne. Die SVP darf hingegen vier Vertreter aus dem Bezirk ins Rathaus Hard schicken.

„Ich versuche auch aus der Optik von Stadel zu sagen: Hey, was ist mit der Sicherheit?“, sagt Grünen-Kantonsrätin Wilma Willi.

Sie will Menschen zum Selberdenken befähigen

Wann die Bagger für das Atommüll-Endlager in Stadel auffahren, ist ungewiss. Die Abklärungen sind längst nicht abgeschlossen, und es fehlen die nötigen Bewilligungen. Erst wenn der Bundesrat das Projekt genehmigt, werden sich anschliessend Nationalrat sowie Ständerat über das Geschäft beugen. Vermutlich hat am Ende das Schweizer Stimmvolk das letzte Wort, vorausgesetzt, das Referendum wird ergriffen.

Falls es zu einer Abstimmung kommt, dürfte sich die Sache weiter verzögern. Baubeginn ist also frühestens Mitte der 2030er-Jahre. Wilma Willi will sicherstellen, dass die Bewilligungsprozesse transparent ablaufen. „Ich bin eine grüne Politikerin in einem vorwiegend bürgerlichen Bezirk. Aber ich erhalte von den Einwohnerinnen und Einwohnern oft Zuspruch, weil sie merken, dass ich kritisch bin“, sagt die Co-Präsidentin der Grünen Bezirk Dielsdorf. Sie denke, dass die Leute schätzen würden, dass sie kritische Fragen stelle: im Kantonsrat, in d…

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