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Darum überlebt das „Zähringer“ im teuren Zürich

Zu sehen ist die fröhliche Gruppe der Angestellten des Café Zähringer. Sie sind gleichzeitig auch Genossenschafter und Genossenschafterinnen. Sie stehen vor dem Lokal an der Zähringerstrasse.Sie haben einfach Spass, die Mitarbeitenden des Café Zähringer. Als Genossenschafter und Genossenschafterinnen bestimmen sie den Kurs der Beiz mit. Bild: Lorenz Steinmann

Zürichs Restaurants sterben, Gastroketten breiten sich aus. Doch das Café Zähringer im Niederdorf hält sich seit 45 Jahren als einzige Gastro-Genossenschaft in der freien Wirtschaft. Die Basis für den Erfolg: ein kluger Entscheid vor 40 Jahren.

Der „Tages-Anzeiger“ berichtete kürzlich, dass 2026 in Zürich wohl so viele Restaurants zugehen werden wie noch nie. Gründe seien hohe Fixkosten, steigende Mieten und sinkender Alkoholkonsum. Was neu aufmacht sind offenbar meist Ketten mit skalierbaren Konzepten wie Burger oder Ramen.

Der Tagi zählt geschlossene Betriebe auf wie das Restaurant Rüsterei auf dem Zürcher Sihlcity-Gelände, das Fine-Dining-Lokal Elmira im Industriequartier, das Weinbistro Chez Smith in der Binz und das „Rank“ im Niederdorf. Die Pizzeria Amo e Lino am Limmatplatz weicht einem Fitnesscenter. Anfang Jahr schloss auch das „Lang Thai Pub“ im Kreis 4. Im Mai machte das Restaurant „Belvoirpark in der Enge frühzeitig die Türen zu. Es wurde temporär von der Zürcher Gastrogruppe Kramer betrieben. Und im Juni ging das lateinamerikanische Bistro La Cantina im Kreis 4 zu.

Am Samstag machte der „Tages-Anzeiger“ zudem publik, dass die hochpreisige „Brasserie Süd“ im Hauptbahnhof in wenigen Tagen von Candrian Gastronomie übernommen wird. Valentin Diem und Nenad Mlinarevic hatten sich übernommen. Candrian, das ist der Gastroriese, der neben vielen Restaurationsbetrieben im HB auch die Austernhochburg Brasserie Lipp, das „Clouds“ im Prime Tower, das „Bauschänzli“ und ab 2027 auch die Gastronomie auf den Zürichsee-Schiffen betreibt.

Gegründet, als Zürich gastronomisch verkümmert war

Inmitten dieses Verdrängungskampfes, bei dem fast nur nur die Grossen zu überleben scheinen, fällt das Café Zähringer auf. Im Herzen des Zürcher Niederdorf gelegen und als selbstverwaltetes Kollektiv verwaltet, wirkt es ein Fels in der Kommerzbrandung. Oder aber ein Überbleibsel im hochpreisigen und herausgepützelten Zürich.

Dank den Bannern mit politischen Forderungen, den vielen Klebern vornehmlich aus dem linken Spektrum und den handgeschriebenen Menütafeln weiss man immerhin sofort, woran man ist.

Selbstverwaltet! Hochpolitisch! Und seit 45 Jahren nur Bio-Label sowie Fairtrade- und regionale Produkte. Coca-Cola und Feldschlösschen-Bier sucht man hier vergebens. Dafür darf man auch einmal sitzenbleiben, ohne gross zu konsumieren.

Gegründet wurde die Beiz 1981, als Zürich gastronomiemässig noch sehr verkümmert war. Ein Wirtepatent als Vor…

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