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Zürich gräbt die Römer aus

Archäologische Ausgrabung mit alten Mauern und einem Mosaikboden. So sieht der gut erhaltene Mosaikboden des Gutshofs Seeb in Winkel aus. Bild: Kantonsarchäologie Zürich, Harry Heidelberger

How often do you think about the Roman Empire? In Zürich offenbar öfters als gedacht. Im Südwesten des Kantons hat ein Archäologe nach Spuren der Römer gesucht – und ein römischer Gutshof im Unterland soll zum Freilichtmuseum werden.

Vor wenigen Jahren eroberte ein lustiger Trend die Social-Media-Plattform Tiktok: Frauen fragten ihre Ehemänner und Partner, wie oft sie über das Römische Reich nachdächten. Überraschend viele gaben an, jeden Tag oder zumindest regelmässig an die Antike zu denken. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) nahm sich dem Thema an: „Lustig an diesen Clips ist, dass die Befragten sich nie wundern über diese Frage, sondern todernst antworten. Meistens mit sehr langen Monologen“, hiess es auf der News-Website des SRF. Und selbst der „Spiegel“ widmete sich der Sache: „Wie oft denken Sie an das Römische Reich? An Julius Cäsar, die Schildkrötenformation der Soldaten oder die Geschichte von Romulus und Remus?“, schrieb das Nachrichtenmagazin.

Doch diese Einleitung dient eigentlich nur dazu, zwei Presseaussendungen aus der Zürcher Verwaltung eine Bühne geben zu können. Also Sandalen festzurren und Lorbeerkranz richten – wir marschieren jetzt in die römische Vergangenheit des Kantons.

Bereits früher besiedelt als bislang vermutet

Daniel Käch, Projektleiter bei der Kantonsarchäologie Zürich, hat im Knonaueramt nach Spuren römischer Siedlungen gesucht – und ein Buch darüber geschrieben. „In römischer Zeit gehörte der Südwesten des Kantons Zürich zum Umland der kleinstädtischen römischen Siedlung von Obfelden-Lunnern“, so das Amt für Raumentwicklung, das zur Baudirektion gehört, in der Mitteilung. In der Forschung sei bisher davon ausgegangen worden, dass der Südwesten des Kantons zur römischen Zeit ein eher dünn besiedeltes Gebiet gewesen sei. Diese Auffassung habe revidiert werden müssen.

Archäologe Käch zeigt im Buch

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