Startseite » News » Von Überraschungen und nicht mehr gewählten Polit-Promis
4 Minuten

Von Überraschungen und nicht mehr gewählten Polit-Promis

Zu sehen ist Bernhard im Oberdorf, wie er auf einem Sofa sitzt.Nach gut 30 Jahren wurde Bernhard im Oberdorf nicht mehr in den Gemeinderat gewählt. Einer der Gründe: Er wechselte von der SVP zur Mitte. Bild: Lorenz Steinmann

Die Verschiebungen bei den Parteistimmen im Zürcher Gemeinderat sorgten für dicke Überraschungen. Fazit: Viele Vorstösse und Medienpräsenz scheinen nicht nur förderlich für eine Wiederwahl.

Ein vorderer Listenplatz heisst nicht unbedingt, dass man gewählt wird. Im Wahlkreis 1 und 2 musste dies Ivette Djonova schmerzlich erfahren. Die Präsidentin der FDP Zürich 2 und Geschäftsführerin von Pro Cinéma Schweiz galt als designierte Nachfolgerin des nicht mehr antretenden Michael Schmid. Doch Alex Guggenheim konnte offensichtlich auf breitere lokale Bekanntheit zurückgreifen. Guggenheim startete von Listenplatz 7 und überholte Djonova, die auf Listenplatz 2 ins Rennen ging.

Opfer der Baisse der Grünen (total minus 3 Sitze) wurde ebenfalls im Wahlkreis 1 und 2 Luca Maggi. Der Leiter eines Rechtsberatungsbüros und nebenamtliche Sicherheitschef des FC Zürich musste über die Klinge springen. Immerhin acht Jahre war der ehemalige Medienchef des 1.-Mai-Komitees im Gemeinderat.

Nur um 31 Stimmen verpasste Stadtratskandidat Ueli Bamert von der SVP den Einzug in den Gemeinderat. Dabei startete er lediglich von Listenplatz 11. Fast wäre er also neben seinem Mandat als Kantonsrat auch noch Gemeinderat geworden.

Eine grosse Enttäuschung musste im Wahlkreis 3 Flurin Capaul verdauen. Er wurde von Marita Verbali verdrängt, die als Stadtratskandidatin der FDP doch nochmals einiges mehr an Publizität hatte. Capaul wiederum machte sich in den letzten vier Jahren einen Namen mit Vorstössen, die das Gewerbe und im Besonderen Gastrobetriebe stützten. Negativ spielte mit, dass der Kreis 3 einen Gemeinderatssitz an den stärker wachsenden Kreis 9 abgeben musste.

Ein Urgestein der Zürcher Politik räumt im Wahlkreis 4 und 5 seinen Platz. Markus Knauss wurde offensichtlich Opfer der jüngeren Generation, die erstens lieber Frauen und zweitens lieber jüngere Menschen im Rat haben will. Denn Knauss (Jahrgang 1961) auf dem Listenplatz 2 wurde von Janina Flückiger (Jahrgang 1991) überholt. Knauss war seit 1998 Mitglied des Gemeinderats. 2014 versuchte er erfolglos Stadtrat zu werden.

Im Wahlkreis 6 musste Jürg Rauser (Grüne) über die Klinge springen. Der ETH-Architekt, der mit naturfördernden Anliegen auffiel, war sechs Jahre im Rat. Bernhard im Oberdorf machte kürzlich Schlagzeilen, weil er von der SVP zur Mitte wechselte. Der amtsälteste Gemeinderat – fast 30 Jahre – musste bei der Mitte auf Listenplatz 3 antreten und schaffte die Wiederwahl klar nicht.

Im Wahlkreis 7 und 8 erzielte Dominik Waser (Grüne) ebenfalls zu wenig Stimmen für eine…

Lust auf Austausch?
Unsere Newsletter und unsere Podcast-Folgen auf Steady sind der richtige Ort dafür – kommentiere dort und sag uns, was du denkst:
Zu unseren Steady-Beiträgen

Oder schreib uns eine E-Mail: redaktion@rathuus.ch