In gut einem halben Jahr wird der Zürcher Regierungsrat neu gewählt. Rathuus wagt eine Wahlprognose. Nur so viel: Die Agglomerationsgürtel und die Landgemeinden werden wohl den Ausschlag für eine weiterhin bürgerliche Regierung geben – weil der parteilose Mario Fehr definitiv diesem Lager zuzurechnen ist.
Kontinuität sieht anders aus. In der Zürcher Kantonsregierung werden am 4. April 2027 gleich vier von sieben Sitzen neu vergeben. Das verspricht einen durchaus spannenden Wahlkampf. Es gilt, die frei werdenden Sitze von Jacqueline Fehr (SP), Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern, von Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP), von Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) sowie von Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Die Mitte) neu zu besetzen.
Zwar können noch bis zum 18. Januar 2027 Parteien, Gruppierungen oder interessierte Personen ihre Wahlvorschläge einreichen. Doch heute, ein gutes halbes Jahr vor den Gesamterneuerungswahlen, präsentiert sich die Situation sehr klar. Vor allem jetzt, wo Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) auf eine Kandidatur als Bundesrätin verzichtet. Sie liess dies gestern Montag durch das SVP-Sekretariat mitteilen.
Rathuus wagt eine erste Prognose. Wer kommt rein, wer schafft es nicht?
Viel zu hohe Hürde (Wahlchancen unter 5 Prozent)
Bei den Kantonsratswahlen 2023 erreichte die AL einen Wähleranteil von 2,62 Prozent und sicherte sich damit 5 Sitze im kantonalen Parlament. Klar, Regierungsratswahlen sind Personenwahlen, und man sollte nicht nur auf die Prozentzahlen schauen. Aber aus unserer Sicht ist es fast völlig ausgeschlossen, dass die Alternative Linke einen Sitz in der Exekutive holt. Dies auch, weil die AL mit den Stadtzürcherinnen Melanie Berner und Nicole Wyss eine Doppelkandidatur initiiert hat. Die nicht unsympathische Idee: Jobsharing. Wird eine der beiden gewählt, soll die andere als persönliche Mitarbeiterin angestellt werden. Was in den Städten Zürich und Winterthur wohl auf Gegenliebe stösst, sorgt insbesondere auf dem Land eher für Stirnrunzeln. Unser Fazit: chancenlos.

Er holt wohl wieder Platz 1: Regierungsrat Mario Fehr (parteilos), hier 2019 bei einem Truppenbesuch. Bild: Sicherheitsdirektion
Unsere Newsletter und unsere Podcast-Folgen auf Steady sind der richtige Ort dafür – kommentiere dort und sag uns, was du denkst:
Zu unseren Steady-Beiträgen
Oder schreib uns eine E-Mail: redaktion@rathuus.ch