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Politgeograf Michael Hermann überrascht durch Nähe zu den Bürgerlichen

Auf dem Bild zu sehen ist der Ausschnitt in der "Wohnziitig Züri", wo Michael Hermanns Gastkommentar abgedruckt ist.Dieser Gastkommentar von Politgeograf Michael Hermann in der bürgerlichen "Wohnziitig Züri" gegen die zwei linken Wohninitiativen wirft Fragen auf. Bild: Pascal Turin

Die Gegner der beiden Mieter-Initiativen, die am 14. Juni zur Abstimmung kommen, rühren mit der grossen Kelle an. Dazu konnten sie Politgeograf Michael Hermann ins Boot holen. Hermann sagt gegenüber Rathuus: „Es passt mir, wenn man mich nicht auf sicher politisch verorten kann.“

Der „Allianz gegen die linken Wohninitiativen“ ist ein veritabler Coup gelungen. In der eben in einer Auflage von über 800’000 Exemplaren an alle Haushaltungen im Kanton Zürich verteilten „Wohnziitig Züri“ erschien an prominenter Stelle ein Gastkommentar von Politgeograf Michael Hermann. Gleich oberhalb der ablehnenden Statements der kantonalen Parteipräsidentinnen und Parteipräsidenten Domenik Ledergerber (SVP), Filippo Leutenegger (FDP), Tina Deplazes (Die Mitte) sowie Nora Ernst (GLP). Alle fünf erscheinen mit je einem gleich grossen Foto.

Hermanns Kernaussage: „Wer Neubau verhindert, trägt zur Verdrängung bei.“ Das ist Wasser auf die Mühlen von Leutenegger, Ledergerber und Co. Ihr Credo: „Mietzinsdeckel lösen das Problem nicht, der von Rot-Grün propagierte Wohnschutz ist eine asoziale Investitionsbremse.“

Das Urteil für den Schnell-Leser

Zumindest für den Schnell-Lesenden ist klar: Da positioniert sich ein Politexperte inmitten der Bürgerlichen. Das ist aus Sicht des Komitees durchaus clever. Denn Michael Hermann gilt gerade bei der urbanen Bevölkerung als links angehauchtes Schwergewicht, wenn es um politische Themen geht – als Kompass, wenn sich Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher politisch orientieren wollen. Das Onlinemagazin „Republik“ bezeichnete ihn schon als „den einflussreichsten Politik­analyst des Landes“.


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Nun wirkt es wie wenn sich Hermann gegen die beiden kantonalen Volksinitiativen für mehr Mieterschutz einsetzen würde. Konkret heissen die beiden Initiativen etwas sperrig „Kantonale Initiative für mehr günstige und gemeinnützige Wohnungen (Wohnungsinitiative)“ und „Kantonale Initiative: Bezahlbare Wohnungen schützen. Leerkündigungen stoppen (Wohnschutz-Initiati…