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McDonald’s-­Baugesuch: Nachhilfe­unterricht für den Zürcher Stadtrat

Zu sehen sind die Pläne mit den Kaminen, wie sie McDonald's bauen wollte.Trotz Denkmalschutz: So markant wären die beiden Kamine nach den Plänen von McDonald's geworden. Dagegen hatten die Rekurrenten etwas, und sie wurden vom Baurekursgericht gestützt. Bild: zvg

Experten reiben sich die Augen: Das Baurekursgericht des Kantons Zürich hat eine Baubewilligung des Stadtratskollegiums mit André Odermatt (SP), Simone Brander (SP) und Filippo Leutenegger (FDP) weggefegt. Wegen Bedenken rund um die Abluftkamine. Gewonnen hat hingegen ein einflussreicher Anwalt und Zünfter.

Die Nachricht verbreitete sich am Dienstag rasant. „Wir haben vor Baurekursgericht gewonnen – unser Rekurs wurde gutgeheissen“, meldete am Dienstagmittag die Gegnerschaft des geplanten McDonald’s am Limmatquai 48.

Der „Altstadt-Kurier“ verbreitete die Breaking News als Erster, der „Blick“ folgte kurz darauf, garniert mit einem etwas hilflosen Statement von der Fast-Food-Kette McDonald’s, man sei überrascht vom Resultat. Der Burgerbrater, der in Zürich jetzt schon zehn Filialen betreibt, hat nun 30 Tage Zeit, den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterzuziehen.

Nein zu „Industriekaminen“

Bemerkenswert ist, dass das Baurekursgericht die Argumente der Gegnerschaft – neben einem eigens gegründeten Verein auch namhafte Privatpersonen, Firmen und Zünfte – übernommen hat. Die sogenannten Fortluftkamine seien viel zu hoch und würden sich optisch nicht in die Dachlandschaft der benachbarten Altstadthäuser einfügen, begründeten die Gegner ihren Widerstand und nun auch das Baurekursgericht seinen Entscheid. Die bis zu zehn Meter hohen „Industriekamine“ seien ein Fremdkörper. Sie würden das historische Erscheinungsbild der Häuserfront am Limmatquai beeinträchtigen. Und seien schlicht eine „Faust aufs Auge“.

Fazit: Das Gericht hob die Baubewilligung auf.

„Damit hat unser Argument voll gestochen, was uns sehr freut“, so der Anwalt der Rekurrenten weiter. Konkret halte das Gericht fest, dass „die Kamine vom öffentlichen Raum aus sichtbar sind, wenn auch nur (aber immerhin) in einem schmalen Sichtbereich“. Der Standort auf der anderen Seite der Limmat am Augenschein war laut der Gegnerschaft folglich richtig.

Zu sehen sind Gegner des McDonald's-Projekts, wie sie am Limmatquai Unterschriften sammeln.Mit vollem Einsatz sammelten Mitglieder eines eigens gegründeten Vereins Unterschriften gegen die geplante McDonald's-Filiale. Bild: Lorenz Steinmann

Die Chancen für eine erfolgreiche Beschwerde erachtet der Anwalt der Gegnerschaft „als eher klein, da das Verwaltungsgericht noch viel weniger in die Gestaltung und Einordnung des Baurekursgerichts eingreift“. Wenn also einmal ein negativer Entscheid seitens Baurekursgerichts vorliegt, werde es schwierig, ein anderes Urteil vor Verwaltungsgericht zu erreichen. Aber ausgeschlossen sei es selbstverständlich nicht.

Eine nützliche Doppelfunktion

Ein wichtiger Punkt, der bisher kein Thema war: Der erfolgreiche Anwalt ist eine grosse Nummer. Denn erstens nahm sich dem Fall eine der schweizweit führenden Anwaltskanzleien an, die