Startseite » Alle Beiträge » News » Kanton Zürich verordnet Schulen Begabtenförderung
3 Minuten

Kanton Zürich verordnet Schulen Begabtenförderung

Klassenzimmer mit grosser Wandtafel, Lernmaterialien, Alphabetkarten und einer farbigen Kreidezeichnung. Blick in das kleine, aber feine Schulhaus Pünten in Höngg. Bild: Baugeschichtliches Archiv, Thomas Hussel

Eine gute Bildungspolitik beginnt mit einer Einsicht: Nicht für alle ist das Gymnasium der richtige Weg – und nicht für alle die Lehre. Der Kanton Zürich will dafür sorgen, dass Schulen die Begabungen der Schülerinnen und Schüler besser erkennen und fördern.

Bildung ist vermutlich der wichtigste Rohstoff der Schweiz. Damit das so bleibt, müssen Verwaltung und Politik möglichst fundierte Entscheidungen treffen können. Der Bund lässt zum Beispiel erfassen, wie die Situation auf dem Lehrstellenmarkt aussieht.

Das ist insofern interessant, weil sich nach der obligatorischen Schulzeit viel mehr Jugendliche für eine Lehre als für das Gymnasium entscheiden. Im besten Fall freiwillig, aber wohl auch immer mal wieder unfreiwillig, wenn man die Gymi-Prüfung nicht bestanden hat.

Ein vertieftes Bild liefert das sogenannte Nahtstellenbarometer. Erhoben werden unter anderem Daten zu den Bildungsentscheidungen von Jugendlichen und zum Lehrstellenangebot der Betriebe. Das vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation für die Umfrage beauftragte Forschungsinstitut GFS Bern hat für die Resultate extra eine Website eingerichtet. Sie zeigt, dass das Bild der beruflichen Grundbildung offenbar mehrheitlich positiv ist. Die berufliche Grundbildung wird von vielen Jugendlichen nicht als zweite Wahl wahrgenommen.

Doch nicht für alle ist eine Lehrstelle der richtige Weg – genauso wenig wie das Gymnasium für alle die passende Wahl ist.

Schülerinnen und Schüler sollten deshalb gemäss ihren Stärken, Begabungen und Talenten gefördert werden. Der Zürcher Regierungsrat will die Begabungs- und Begabtenförderung ausbauen. Dies, um die Chancengerechtigkeit zu stärken und für alle Jugendlichen vergleichbare Bedingungen zu schaffen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Kanton will Begabtenförderung flächendeckend einführen

In vielen Schulen gibt es zwar bereits Begabungs- und Begabtenförderung, allerdings nicht überall. Der Kanton will die Gemeinden darum dazu verpflichten, entsprechende Angebote sowie solche für die Vorbereitung der Aufnahmeprüfung für eine Mittelschule wie das Gymi, die Fachmittelschule oder die Berufsmaturitätsschule bereitzustellen. „Die Verantwortung für die Ausgestaltung der Angebote und deren Finanzierung liegt bei den Gemeinden“, schreibt der Regierungsrat.

Die Finanzierung durch die Gemeinden könnte allerdings noch zum Knackpunkt werden. Zumindest, wenn man die heftigen Diskussionen bezüglich der Anpassung des neu definierten Berufsauftrags für Lehrpersonen zum Massstab nimmt. Gegenüber dem „Tages-Anzeiger“ äusserten sich FDP und SVP bereits kritisch. „Geht es nach der SVP, braucht …

Lust auf Austausch?
Unsere Newsletter und unsere Podcast-Folgen auf Steady sind der richtige Ort dafür – kommentiere dort und sag uns, was du denkst:
Zu unseren Steady-Beiträgen

Oder schreib uns eine E-Mail: redaktion@rathuus.ch