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Die riskante Rechnung der SVP

Auf dem Bild zu sehen sind vier Personen von der SVP, nämlich Susanne Brunner, Ueli Bamert, Markus Weidmann und Yves Peier.Die SVP-Vertreterinnen und SVP-Vertreter hoffen auf die Wende (v. l.): Markus Weidmann, Ueli Bamert, Susanne Brunner und Yves Peier. Bild: Lorenz Steinmann

Mit der Lancierung von Ueli Bamert spekuliert die SVP im Kampf um das Zürcher Stadtpräsidium auf einen zweiten Wahlgang. Doch die Strategie ist heikel: Solange FDP-Kandidat Përparim Avdili im Rennen bleibt, neutralisieren sich die Bürgerlichen gegenseitig – zur Freude der politischen Konkurrenz.

Der Lokalsender Tele Züri brachte es in seinem Zwei-Minüter auf den Punkt. Würden die gemäss Umfragen aussichtsreichsten bürgerlichen Herausforderer fürs Stadtpräsidium – Përparim Avdili (FDP) und Ueli Bamert (SVP) – zusammenspannen, müsste Kronfavorit Raphael Golta (SP) zittern. Weil aber SVP und FDP lieber ihr eigenes Süppchen kochen, wird es wohl auch nach 36 Jahren sozialdemokratischer Vormachtstellung nichts mit einem Wechsel hin zu einem bürgerlichen Stadtpräsidenten.

Oder läuft da doch noch etwas? Sind es die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger leid, wieder und wieder finanziell völlig aus dem Ruder gelaufene Bauprojekte zu akzeptieren? Sind gestandene Sozialdemokraten langsam frustriert darüber, wie wenig ihre Werte im Stadthaus umgesetzt werden? Und sieht der Mittelstand seine Privilegien, etwa in Form von günstigen öffentlichen Parkplätzen, nicht langsam davonschwimmen?

Das wäre eigentlich ein Fall für die SVP. Diese Woche lud die zumindest schweizweit eindeutig grösste Partei zum grossen Wahlauftakt für die Medien. Ins Resident-Seminarzentrum an der Kreuzstrasse. In einen Saal, der laut Vermieter den Zeitgeist trifft wegen dem „Mix aus urbanem Stil, Wohnzimmerflair und Industrial Design mit hochwertigen Möbeln“.

So wirkt der Saal der Medienkonferenz tatsächlich. Holzgestelle mit literarischen Werken, eine Weltkugel im Vintagestyle, Zimmerpflanzen und edel gerahmte Kunstwerke. Eben Zeitgeist halt und typisch Zürich, würde man zumindest auf den ersten Blick sagen. Da fehlt nur noch der Caffè Latte mit Hafermilch.

Stadtrat als Autofeind gebrandmarkt

Und hier also sitzen die vier Personen der SVP, um anzutreten gegen die linksgrüne Phalanx, anzutreten, um gegen die Zustände in Zürich zu wettern. „Rotgrüne Autofeinde stoppen. Weniger Zuwanderung. Mehr Polizei“, das sind die drei plakativen Kernbotschaften, mit denen die SVP am 8. März reüssieren will. „Drei Gemeinderatssitze dazu und das Stadtpräsidium“, formuliert Co-Parteipräsidentin Susanne Brunner die hohen Ziele.

Ziele, die dem Zeitgeist in urbanem Zürich definitiv widersprechen, auch wenn es politisch hin und wieder rumoren mag. Die Autofeinde in Form des Stadtrats eilen von Sieg zu Sieg bei kommunalen Vorlagen, wenn es um die Förderung des Veloverkehrs geht. Zürich gilt als multikulturell, Ausländerinnen und Ausländer gehören dazu und garantieren wirtschaftliche Prosperität. Und eigentlich verzichtet die Mehrheit der Bevölkerung lieber auf mehr Polizeipräsenz. Denn wenn wieder Polizeiposten gesch…

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