Der Kanton Zürich bietet in puncto Freizeitbeschäftigungen viel Abwechslung. Doch manchmal gehen einem trotzdem die Ideen aus. Dann ist Inspiration gefragt und diese haben wir uns bei Kantonsrätinnen und Kantonsräten geholt.
Wie wäre es mit einem Ausflug ins Technorama, mit einer Wanderung vom Uetliberg zur Felsenegg oder einer Schifffahrt auf dem Zürichsee? Klar, diese Ideen können dich nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Zudem kennst du schon alle Bilder im Kunsthaus und alle Tiere im Zoo auswendig. Doch wir bieten Hand zur Rettung – also eigentlich tun dies zwölf Kantonsrätinnen und Kantonsräte. Wir haben sie um Ausflugs- beziehungsweise Kulturtipps aus den Bezirken, in denen sie wohnen, gebeten. Berücksichtigt wurden die im Kantonsparlament vertretenen Parteien.
Wir wollten wissen, welchen Ort, welches Museum und so weiter man unbedingt mal besucht haben muss. Ausserdem haben wir gefragt, ob es ein kulturelles Angebot gibt, dass die Politikerinnen und Politiker in ihrem Bezirk vermissen und was sie in ihrer Freizeit am liebsten tun.
Affoltern
„Absolut grossartig“ findet Tamara Fakhreddine von der FDP einen Besuch am Hedinger Weiher. „Egal ob an einem sonnigen Frühlings-, Sommer- oder auch Herbstabend mit einem Schwumm und anschliessendem Glacé oder am Morgen früh, das ganze Jahr über, für einen erfrischenden Start in den Tag.“ Ein fixes Kino gebe es im Knonaueramt zwar nicht, aber immer wieder Kinoabende.
In ihrer Freizeit ist die Kantonsrätin aus Bonstetten am allerliebsten draussen in der Natur, in Bewegung oder am Entdecken, Ausprobieren und Lernen von Neuem. Tamara Fakhreddine: „Dafür lasse ich mich ganz vielseitig inspirieren.“
Andelfingen
Die SP-Kantonsrätin Sibylle Jüttner erklärt, dass im Bezirk Andelfingen ein längerer Spaziergang in den Thurauen und ein Besuch der Klosterinsel in Rheinau zum absoluten „must“ gehören.
„Unser Bezirk bietet viele kleinere kulturelle Angebote und es hat für alle etwas dabei“, sagt Jüttner. Es gebe Laientheater, Sportveranstaltungen und jedes Jahr gleich hinter ihrem Haus auf dem Andelfinger Müliberg ein Open-Air-Kino. Aus ihrer Sicht wäre es schön, wenn das Theater Kanton Zürich häufiger in ländlichen Regionen auftreten würde.
In ihrer Freizeit bewegt sich Sibylle Jüttner in ihrem Bezirk sehr gern über und unter dem Wasser – sei es tauchen in Flurlingen oder laufen um den Husemersee.
Bülach
FDP-Kantonsrat Michael Biber: „Schweizweit einmalig und darum einen Besuch wert ist natürlich der Flughafen – wer es ruhiger mag, macht einen Ausflug an die Tössegg.“ Die Tössegg gehört zur Gemeinde Freienstein-Teufen und ist der Ort, an dem die Töss in den Rhein mündet.
Im Bezirk Bülach vermisst der Politiker eigentlich kein kulturelles Angebot – „und wenn doch einmal, ist es nicht weit“. In seiner Freizeit bewegt sich der Bachenbülacher sehr gern im Freien.
Dielsdorf
EDU-Politiker Hans Egli findet, dass man das Mammutmuseum in Niederweningen unbedingt besuchen muss. Der Kantonsrat aus Steinmaur vermisst im Bezirk Dielsdorf kein kulturelles Angebot, „denn die Natur mit ihren Schätzen ist das wertvollste Erlebnis“. Egli liest sehr gern und spaziert mit seiner Frau durch die Natur.
Das Mammutmuseum gibt einen Einblick in spektakuläre eiszeitliche Funde. Bild: Mammutmuseum NiederweningenDietikon
Für den SVP-Kantonsrat Rochus Burtscher ist klar: „Dietikon hat ein beachtliches Kulturangebot, besonders mit traditionellen Veranstaltungen wie die Sichlete, die Chalä-Chilbi oder den Samichlauseinzug.“ Auch für andere Kulturliebhaber sei gesorgt. Das Kulturlokal Gleis 21 biete viel mit seinem abwechslungsreichen Programm aus Musik, Comedy und kulturellen Events – oft mit national bekannten Künstlern. Und wer es lieber ruhig und naturnah möge, solle unbedingt die Minigolf-Anlage beim Marmoriweiher besuchen – „eine der schönsten Anlagen der Region, eingebettet in idyllischer Umgebung“.
Burtscher vermisst nichts: „Dietikon bietet alles.“ Alles sei in der Nähe – Fluss, Wald, Frei- und Hallenbad und vieles mehr. „Erholung pur!“, schwärmt der Limmattaler.
In seiner Freizeit trinkt der SVP-Politiker am liebsten ein Bier oder einen guten Tropfen Wein mit Freunden in der „Zeus Music Bar“, wo er auch ab und zu seine Töchter mit ihren Freunden antreffe. „Oder ich gehe mit der Familie im Restaurant Heimat essen – muss man gewesen sein! Meine Verwandten aus den USA haben das Essen über den Klee gelobt.“ Ausserdem geht Rochus Burtscher gern in Unterengstringen Golf spielen, auch wenn sein Handicap am anderen Ende der Skala sei.
Hinwil
„Am liebsten bin ich zurzeit in der Natur rund um oder im Pfäffikersee“, sagt Benjamin Walder. In Pfäffikon befinde sich zudem direkt am Rundweg das Naturzentrum Pfäffikersee. Das kulturelle Angebot im Bezirk Hinwil habe aber noch viel Potential. „Am dringendsten erachte ich ein Angebot für Jugendliche“, so der Kantonsrat von den Grünen.
Zurzeit trainiert Walder auf seinen ersten Halb-Ironman, „womit meine Freizeit im Moment vor allem durch das Trainieren bestimmt ist“. Der Halb-Ironman ist ein Triathlon-Wettkampf, der genau die Hälfte der Distanz eines vollständigen Ironman-Wettkampfs umfasst. Konkret sind das 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. „Danach freue ich mich wieder auf etwas mehr Zeit für Freunde und Familie“, sagt der Wetziker.
Horgen
Alexia Bischof empfiehlt das Weinbaumuseum am Zürichsee auf der Halbinsel Au. Es präsentiert die Geschichte des Weinbaus und versteht sich als Begegnungsort für Weinfans. „Die idyllische Lage auf der Halbinsel Au macht den Besuch zu einem Erlebnis. Es lohnt sich, eine Runde zu Fuss zu machen“, sagt die Mitte-Politikerin. Sie finde, dass das kulturelle Angebot im Bezirk Horgen sehr vielfältig sei „und vermisse ehrlich gesagt nichts“. Es reiche von Kino, Theater, Ausstellungen, Museen über Konzerte bis zu vielen traditionellen Veranstaltungen. Es gebe für alle etwas.
Auf die Freizeit angesprochen sagt die Wädenswilerin, dass sie am liebsten an die frische Luft gehe und es in der näheren Umgebung geniesse. „Eine Strecke zu Fuss dem Zürichsee entlang, verbunden mit einer z’Vieri- oder Apéro-Pause in einem Beizli ist für mich Erholung pur.“ In den kalten Monaten unterstütze sie gerne das Schloss-Cinéma in Wädenswil oder lasse sich in einem netten Restaurant verwöhnen. Alexia Bischof: „Unter der Woche versuche ich regelmässig im ‚Chor rezeptfrei‘ zu proben.“
Meilen
Der grünliberale Kantonsrat Thomas Wirth lebt in Hombrechtikon. Er schwärmt vom Lützelsee, der nördlich von seiner Wohngemeinde liegt. „Ein hindernisfreier Wanderweg ermöglicht allen die Umrundung des Sees und die Beobachtung von Störchen, Gänsen und vielen anderen Tier- und Pflanzenarten“, so Wirth. Am Nord- und Südufer gebe es jeweils die Möglichkeit, sich zu verpflegen. Am besten komme man mit dem ÖV oder dem Velo. Besonders an schönen Tagen finde man nur schwer einen freien Parkplatz.
Für Wirth ist klar: „Der Bezirk Meilen ist kulturell sehr vielfältig. In Männedorf gibt es ein Kino, das Theater Kanton Zürich gastiert in verschiedenen Gemeinden, die Operettenbühne strahlt weit über die Region hinaus. Die Meilemer Jazznächte bringen ein vielfältiges Jazz-Programm in den Bezirk und viele Kulturkommissionen der Gemeinden und Kirchen organisieren kleinere und grössere Konzerte.“ Und daneben lebe die Kultur im Bezirk Meilen von hunderten Freiwilligen, die sich in vielen Vereinen engagieren und abwechslungsreiche Aufführungen und Ausstellungen auf die Bühnen, in die Museen und Kulturlokale im Bezirk bringen würden.
In seiner Freizeit geniesst der GLP-Politiker Spiele, Sport und den Besuch von Konzerten. „Daneben ist mir auch Kochen und Essen wichtig“, sagt Thomas Wirth.
Pfäffikon
Die SP-Politikerin Brigitte Röösli empfiehlt das Dorf und das Schloss Kyburg. „Es ist wunderbar erhalten und die neue Ausstellung ist sehr spannend aufgebaut“, so die Effretikerin. Die Kantonsrätin vermisst nichts – im Bezirk Pfäffikon gebe es eine grosse Vielfalt von kulturellen Angeboten.
In ihrer Freizeit geht Röösli sehr gern spazieren, etwa aufs Hörnli bei Sternenberg, um den Pfäffikersee oder in das Naturschutzgebiet Wildert in Illnau. „Wir haben sehr viele schöne Ecken.“
Mächtiges Bauwerk: Diese Postkarte mit Poststempel 26. Juni 1947 zeigt das Schloss Kyburg. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / PK_009927Uster
„Es gibt zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten und Anlässe im Bezirk Uster“, sagt Anita Borer. Hervorheben möchte die SVP-Kantonsrätin die vielen Angebote, die durch Vereine zur Verfügung gestellt werden. Da gebe es für alle Interessen, für Gross und Klein, für Jung und Alt etwas. „Ihre Anfrage kann ich so deshalb gar nicht beantworten, denn ich könnte mich gar nicht festlegen“, so die Ustemerin. In ihrer Freizeit verbringe Borer am liebsten Zeit mit der Familie und mit Freunden. „Zudem bilde ich mich laufend weiter, bewege mich regelmässig und habe ein Flair für Musik und Tanz.“
Die „Uster Agenda“ bietet eine Übersicht über das vielfältige Kulturangebot in der Stadt Uster.
Winterthur
Einer von Michael Bänningers Lieblingsorten ist die Ruine Alt-Wülflingen. „Nur schon der Weg dorthin ist ein schönes Erlebnis“, sagt der EVP-Politiker. Die Stadt Winterthur habe ein reichhaltiges und breites kulturelles Angebot, das er sehr schätze. „Ich bin gern draussen unterwegs“, so der Winterthurer Kantonsrat. Als Höhlenguide – also eine Person, die andere sicher durch Höhlen führt – ist Bänninger auch von den bezaubernden Höhlenwelten der Schweiz fasziniert.
Zürich
Die AL-Kantonsrätin Lisa Letnansky ist Dramaturgin im Tanzhaus Zürich. Sie möchte darum allen Menschen aus Zürich einen Besuch in diesem Haus „wärmstens ans Herz legen“. Das Tanzhaus sei ein lebendiger Ort für zeitgenössischen Tanz, biete aber auch Workshops und Kurse für Laien an. Ausserdem biete das Tanzhaus auch ein Angebot für Kinder und Jugendliche, das sowohl Tanzvorstellungen als auch Kurse umfasse.
„Zürich verfügt über ein enorm breites und vielseitiges Kulturangebot, das eigentlich keine Wünsche offenlässt“, findet die Stadtzürcher Politikerin. Sie würde sich einzig wünschen, dass die Angebote noch etwas zugänglicher wären – sowohl für Menschen, die bisher wenig damit in Kontakt gekommen seien, aber auch für Menschen mit Behinderungen oder mit kleinem Portemonnaie.
Wenn Lisa Letnansky nicht gerade in Tanz- oder Theatervorstellungen sitzt, liest sie am liebsten Romane – zeitgenössische Texte genauso wie Klassiker. „Und wenn ich in geselliger Stimmung bin, lade ich sehr gerne Freund:innen zum gemeinsamen Kochen und Essen ein.“

Wenn Künstliche Intelligenz den Kanton Zürich zeichnet: ohne Gesichter, aber mit Heissluftballon. Bild: Generiert mit DALL-E von OpenAI
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