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Kloten und sein Flughafen: Kompliziert wie eine Situationship

Gepäckwagen und Passagierbusse neben einem Swiss-Flugzeug auf dem Rollfeld.Der Flughafen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, belastet aber auch die Bevölkerung. Bild: Pascal Turin

Die Stadt Kloten profitiert wirtschaftlich vom Flughafen, leidet aber zugleich unter Fluglärm. Dieses Spannungsverhältnis zeigt sich exemplarisch an der Mitgliedschaft im Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Zürich.

Ältere Semester erinnern sich noch an den Facebook-Beziehungsstatus „Es ist kompliziert“. Was auf der Social-Media-Plattform – als sie noch cool und hip war – überraschend viele als Umschreibung ihres Liebeslebens verwendeten, eignet sich bestens für die Beziehung der Stadt Kloten zu ihrem Flughafen. Man könnte gar von Hassliebe sprechen.

Einerseits ist der Flughafen für Kloten ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor. Andererseits ist die Stadt stark vom Flugbetrieb betroffen. Diese Ambivalenz sieht man in der Mitgliedschaft im Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Zürich (SBFZ). Dessen Ziel ist, „die Bevölkerung vor unzumutbarem Fluglärm und anderen durch den Flugbetrieb verursachten Immissionen wie Abgasen usw. zu schützen“, wie es auf der SBFZ-Website heisst. Der Schutzverband äussert sich zum Teil klar gegen den Flughafen.

Es ist ein Widerspruch, der den Klotener FDP-Gemeinderat Peter Nabholz zu einem Vorstoss bewegt hat. Der Politiker hatte in seiner Interpellation verlangt, dass die Flughafenstadt ihre Mitgliedschaft unter die Lupe nimmt. So fragte er zum Beispiel, welche konkreten politischen, rechtlichen oder finanziellen Erfolge der Schutzverband in den letzten zehn Jahren für Kloten erzielt habe. Und Nabholz wollte in seinem Vorstoss wissen, ob die heutige Zielsetzung des SBFZ noch der mehrheitlichen Haltung der Bevölkerung entspreche.

Stadt will an Bord des Schutzverbands bleiben

Für die Exekutive ist die Antwort klar: „Fakt ist, dass tausende von Klotenerinnen und Klotener von Fluglärm betroffen sind.“ Auch wenn der Stadtrat sehr positiv gegenüber dem Flughafen stehe und sich der Bedeutung des Flughafens für die Stadt sehr bewusst sei, müsse es ein Anliegen sein, die Lärmbelastung möglichst zu minimieren oder zumindest verträglich zu steuern. „Ob die Zielsetzungen der Mehrheit der Bevölkerung entsprechen, ist demnach nicht entscheidend“, heisst es in der Stadtratsantwort. Entscheidend sei vielmehr, dass ein Grossteil der Klotenerinnen und Klotener auch einen Anspruch auf Lärmschutz habe. Insofern könne sich der Stadtrat auch weiterhin mit den Zielen des Schutzverbandes einverstanden erklären.

Zusammengefasst: Der Stadtrat will, dass Kloten Mitglied im SBFZ bleibt. Die 8000 Franken jährlicher Mitglieds­beitrag seien gut investiert.

Anfang Monat durfte Nabholz an der …

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