Alles wird immer teurer – insbesondere die Krankenkasse. Drei Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte wollen darum ärmere Familien entlasten. Sie verlangen mit einer parlamentarischen Initiative, dass der Kanton die Prämie für Kinder aus bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen ganz übernimmt.
Wer bereits jeden Franken umdrehen muss, für den ist die mittlerweile alljährliche Hiobsbotschaft aus Bundesbern ein Graus: Die Krankenkassenprämien steigen 2027 durchschnittlich um fünf Prozent. Entnehmen konnte man die Bad News Ende September einer Medienmitteilung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), zu dem das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gehört. „Haupttreiber für das Kostenwachstum sind die gestiegene Anzahl der Behandlungen, der medizinisch-technologische Fortschritt und die Alterung der Bevölkerung“, hält der Bund im Communiqué fest.
Die Durchschnittsprämie wird nächstes Jahr schweizweit 412 Franken pro Monat betragen. Im Kanton Zürich werden es durchschnittlich rund 404 Franken pro Monat sein, wie einem Dokument des BAG zu entnehmen ist.
Zu den Kostentreibern im Kanton gehören gemäss Regierungsrat die hohe Inanspruchnahme von Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, höhere Tarife im stationären Bereich sowie das Wachstum bei Spitex-Leistungen und psychotherapeutischen Angeboten. „Auch der medizinische Fortschritt mit neuen Behandlungsmöglichkeiten führt zu zusätzlichen Kosten“, schreibt die Kantonsexekutive in einer Mitteilung.
Immerhin ist der Bundesverwaltung klar, dass die Kosten für die Krankenkasse die Bevölkerung zunehmend belasten. „Mehrere Reformen zur Kostendämpfung sind aufgegleist“, so das EDI in seiner Presseaussendung. Nun seien alle Akteure gefordert, bei deren Umsetzung Verantwortung zu übernehmen und ihren Beitrag zu leisten. Nur so könne die Gesundheitsversorgung langfristig finanzierbar bleiben.
Drei Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte wollen aber nicht warten, bis die vielen Interessengruppen im Gesundheitswesen eine brauchbare Lösung gefunden haben – wenn es überhaupt je dazu kommt.
Vor übermässiger finanzieller Belastung schützen
Mit einer parlamentarischen Initiative fordern Hans Egli (EDU), Brigitte Röösli (SP) und Michael Bänninger (EVP), dass der Kanton zukünftig die Krankenkassenprämie für minderjährige Kinder einer anspruchsberechtigten Person im Umfang der jeweiligen regionalen Durchschnittsprämie übernimmt. „Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) soll Familien mit bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen vor einer übermässigen Belastung durch Krankenkassenprämien schützen“, schreiben die Politikerinnen und Politiker. Im Kanton würden die Krankenkassenprämien von Kindern heute jedoch lediglich zu mindestens 80 Prozent übernommen. Die verbleibenden Kosten müssten die Familien selbst tr…

Jedes Jahr ein paar Franken mehr: Die Krankenkassenprämien belasten die Bevölkerung. Bild: Pascal Turin
Unsere Newsletter und unsere Podcast-Folgen auf Steady sind der richtige Ort dafür – kommentiere dort und sag uns, was du denkst:
Zu unseren Steady-Beiträgen
Oder schreib uns eine E-Mail: redaktion@rathuus.ch