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Smart Glasses: Zürcher Politik schlägt Alarm

Schwarz-weisse Illustration eines Manns mit Smart Glassesm, der unbemerkt eine vorbeigehende Frau filmt.Mit Smart Glasses kann man fast unbemerkt Fotos schiessen oder filmen. Illustration: Generiert mit Dall-E von OpenAI

Von gewöhnlichen Brillen sind sie kaum zu unterscheiden. Doch wer sie trägt, kann unbemerkt Fotos oder Videos aufnehmen. Smart Glasses sind das Tech-Gadget der Stunde. Sie sind mit Kamera und Mikrofon ausgestattet und darum ein Privatsphäre-Albtraum. Das hat drei Zürcher Kantonsräte auf den Plan gerufen.

Sie heissen Ray-Ban Meta oder Oakley Meta HSTN, und auch von Google dürften Modelle hinzukommen. Es gibt sie als Sonnenbrillen, mit klaren Gläsern oder mit Korrekturgläsern. Sie sehen stylisch aus und können viel mehr als Sehschwächen ausgleichen. Die sogenannten Smart Glasses oder Datenbrillen sind technologisch spannende KI-Gadgets. Sie zeigen Echtzeit-Hinweise, blenden GPS-Navigation ein, übersetzen Sprachen oder nehmen Videos auf, wenn es der Träger oder die Trägerin so möchte. Sie sind als digitale Assistenten quasi das Schweizer Sackmesser unter den Brillen – mit einem Haken: Datenschutz und Privatsphäre.

Das Problem ist, dass man mit einigen Smart Glasses fast unbemerkt Fotos schiessen oder filmen kann. Auch Tonaufnahmen sind dank Mikrofon möglich. Was eigentlich nach einem Gadget aus dem Labor von Q in den James-Bond-Filmen klingt, ist längst auch auf Zürcher Strassen anzutreffen. Bei vielen Datenbrillen zeigt aktuell nur ein kleines LED-Lämpchen an, ob gefilmt wird. Ein Traum für jeden Stalker und ein Albtraum für jene, die plötzlich ungefragt in Bikini oder Badehose auf Social Media auftauchen.

Heimlich filmen leicht gemacht

Auf der News-Seite des Schweizer Radio und Fernsehens hiess es kürzlich: „Anders als bei einem Smartphone ist eine Sonnenbrille mit eingebauter Kamera deutlich schwerer als Aufnahmegerät zu erkennen.“ Und der „Tages-Anzeiger“ hat erst gerade mit einem Selbstversuch gezeigt, wie leicht man mit Smart Glasses heimlich filmen kann.

Auch der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) beschäftigt sich mit den KI-Gadgets. „Je mehr Smartbrillen im öffentlichen Raum sowie gewerblichen und privaten Umgebungen getragen werden, desto weniger werden sich die Menschen unbeobachtet fühlen, die sich dort aufhalten“, schreibt der EDÖB im 33. Tätigkeitsbericht 2025/2026.

Das Thema ist mittlerweile im Zürcher Kantonsrat angekommen. Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete zuerst darüber.

„Aber die Wichtigkeit ist so gross, dass sich auch der Regierungsrat Gedanken machen sollte“, sagt EDU-Kantonsrat Thomas Lamprecht gegenüber Rathuus.

Regierungsrat soll Verbot in Badis prüfen

Der Bassersdorfer Thomas Lamprecht (EDU), die Aescherin Janine Vannaz (Die Mitte) und der Zeller Markus Schaaf (EVP) haben eine entsprechende Anfrage eingereicht. Sie wollen vom Regierungsrat wissen, welche Schritte er als geeignet erachtet, um ein Mitnahme- oder Trageverbot solcher Geräte im öffentlichen Raum einzuführen. Konkret geht es den Politikerinnen und Politikern insbesondere um Sport- und Badeanlagen wie Hallen- und Freibäder, Saunas oder Turnhallen.

Lamprecht, Vannaz und Schaaf könnten sich auch vorstellen, ein allfälliges Verbot auf privat betriebene, aber öffentlich zugängliche Einrichtungen auszudehnen, darunter Fitnesscenter, Physiotherapiepraxen, Priva…

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