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Eine schmucke Sache

Zwei Männer befestigen kleine Fahnen an der Front eines blau-weissen Flexity-Trams.Und so funktioniert's (v. l.): Stadtrat Michael Baumer (FDP) zeigt mit Christoph Rütimann, Leiter Technik bei den Verkehrsbetrieben Zürich, wie einfach die Fähnchen montiert werden können. Bild: Pascal Turin

Rechtzeitig zum Knabenschiessen: Die Verkehrsbetriebe Zürich schmücken vorerst 20 Trams wieder mit Fähnchen. Die Beflaggung war 2020 aus Sicherheitsgründen abgeschafft worden. Nun testet das Verkehrsunternehmen eine selbstentwickelte neue Lösung.

Es ist natürlich ein typisch schweizerisches Luxusproblem – seit sechs Jahren fahren die Zürcher Trams und Busse an städtischen Festen schon ohne Fähnchen herum. Doch nun haben die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) eine inhouse entwickelte Lösung gefunden und diese gestern Donnerstag an einem Medienanlass in der Zentralwerkstatt in Altstetten vorgestellt. Vorerst 20 Fahrzeuge der neusten Tramgeneration Flexity sollen am Knabenschiessen wieder mit herzigen Fähnchen durch die Gegend kurven.

Wir erinnern uns: Regeln der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt, kurz Suva, hatten der beliebten Beflaggung den Garaus gemacht. „Weil beim Anbringen der Fahnen auf den Fahrzeugdächern die geltenden Arbeitssicherheitsvorschriften nicht eingehalten werden können, verzichten die VBZ bis auf Weiteres auf diese Tradition“, schrieben die VBZ damals in einem Communiqué. Das war 2020, also ausgerechnet während der Corona-Pandemie.

VBZ-Mitarbeitende mussten die Fähnchen an Festtagen wie dem Sechseläuten, dem 1. Mai, dem 1. August und dem Knabenschiessen mit Leitern auf den Tram- und Busdächern montieren. Aber: „Man darf heute nicht mehr auf einer Leiter stehend arbeiten“, erklärte Markus Ullmann, Leiter Flottenmanagement Tram. Mit den neuen Vorgaben wären Hebebühnen notwendig geworden – was aus Platzgründen in den Depots aber nicht praxistauglich ist. Hinzu kommt, dass die Fähnchenmontage so nahe bei den Fahrleitungen sowieso heikel war. Und Unfälle wollten die VBZ unbedingt verhindern.

Nahaufnahme einer leeren Metallhalterung an der Front eines Flexity-Trams.Die blaue, halbrunde Gummihalterung für die drei Fähnchen an der Tramschnauze lässt sich abmontieren. Die Metallvorrichtung ist fix angebracht. Bild: Pascal Turin

Die Busse werden nicht beflaggt

Neu werden die Fähnchen – zwei Zürich-Flaggen und eine Schweiz-Flagge – unterhalb der Frontscheibe angebracht. Leitern oder Hebebühnen sind dafür keine nötig. FDP-Stadtrat Michael Baumer führte mit wenigen Handgriffen vor, wie das geht. Er habe insbesondere als Zünfter immer bedauert, dass die VBZ auf den Festschmuck verzichten mussten. „Es gab durchaus ein paar Reaktionen“, erinnerte sich der Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe schmunzelnd. Die hätten aber auch etwas Schönes gezeigt: „Die Zürcherinnen und Zürcher sind mit Tram und Bus emotional verbunden“, sagte Baumer.

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