FDP-Stadtrat Michael Baumer ist überzeugt: Ein Ja zum Tram Affoltern sei der richtige Weg, um den ÖV im Norden Zürichs zu fördern. SVP-Kantonsrat Peter Schick sieht hingegen nur Nachteile. Er vertritt die Antithese im Quartierverein Affoltern.
Stadtrat Michael Baumer hatte auch schon bessere Laune. Zwar wusste er im Gegensatz zu den übrigen Anwesenden, dass er auch nach der Ämterverteilung im Stadtrat einen Tag später Chef des Departements der Industriellen Betriebe bleiben würde. Doch ihm und den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) machten der „Tages-Anzeiger“ und die „Neue Zürcher Zeitung“ einen Strich durch die Kommunikationsrechnung.
Die beiden Print-Platzhirsche berichteten zwei Tage vor der gross angekündigten Medienkonferenz rund ums Tram Affoltern umfassend über das Thema. „Einzelne haben ja schon berichtet, hoffentlich gibt’s nun doch noch irgendeine Neuigkeit zum Berichten“, kommentierte Baumer das Vorpreschen leicht säuerlich.
Zusammenfassend waren im Prinzip tatsächlich alle Dinge schon bekannt, die in der darauffolgenden halben Stunde von Baumer und von VBZ-Chef Martin Sturzenegger. erläutert wurden. Hauptthema war das Geld, wofür es ja auch eine Abstimmung braucht. Neben dem Baukredit von 99 Millionen Franken für die geplante neue Tramlinie zwischen der Haltestelle Brunnenhof und Affoltern soll das Stadtzürcher Stimmvolk auch noch 60 Millionen Franken zusätzlich locker machen. Dies, weil sich der Kanton bisher weigerte, Gelder aus dem eigentlich prall gefüllten Verkehrsfonds zu zahlen.
„So verhindern wir Planungsstillstand“, erklärte Baumer die zusätzlichen Millionen aus der Stadtkasse. Er betonte zudem, dass das Tram gar nicht so teuer werde. Pro Kilometer kostete die Glattalbahn 90 Millionen, das Tram Affoltern belaufe sich auf 110 Millionen pro Baukilometer. Und er gab Entwarnung punkto Autoverkehr: „Die Leistungsfähigkeit bleibt unverändert.“
Für das Tram Affoltern sind SP, FDP und Mitte, dagegen die Grünen und die SVP.
Schulterschluss zwischen Grünen und SVP
Alles in allem wird das Vier-Kilometer-Tramprojekt gut eine halbe Milliarde Franken kosten. Es beteiligen sich der Kanton und auch der Bund, wobei die 127 Millionen der Eidgenossenschaft an die Bedingung gekoppelt sind, dass vor 2029 mit dem Bau begonnen wird.
Für das Projekt sind SP, FDP und Mitte, dagegen die Grünen und die SVP. An der Medienkonferenz betonten Baumer und Sturzenegger, dass schon heute die Buslinie 32 in Affoltern an ihre Grenzen stosse. „Das Tram Affoltern erhöht die Kapazität im Vergleich zum heutigen Busangebot um 50 Prozent. Das Tram ist umweltfreundlich, zuverlässig und komfortabel“, so Baumer.
Dabei gibt es Stimmen aus Zürich Nord, die den VBZ künstliche Verknappung vorwerfen. Man wollen das Busangebot vor dem Tramneubau nicht ausbauen und steuere so indirekt, dass der öffentliche Verkehr überlastet sei in …

Sie machten Werbung für das Tramprojekt (v. l.): FDP-Stadtrat Michael Baumer und Martin Sturzenegger, Direktor der Verkehrsbetriebe Zürich. Bild: Lorenz Steinmann
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