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Lieber Mörtel als Begrünung

Zu sehen ist eine neue Steinmauer am Bucheggplatz. Der Zwischenraum zwischen Mauer und Trottoir ist gemörtelt. So kann sicher nie etwas wachsen. Begrünung sieht definitiv anders aus.Hier werden nie Malven gedeihen. Die Stadt setzt lieber auf undurchlässigen Mörtel. Bild: Lorenz Steinmann

Schon der Schaffhauserplatz glänzt mit einer reinen Asphalt- und Betonoberfläche. Ein neues Beispiel vom Bucheggplatz zeigt, wie herzlos Zürichs Planer gegenüber der Natur sind.

Natürlich gibt es dringendere Probleme als ein betoniertes Bord an einer neu erstellten Mauer. Aber wie in der Kriminalistik sind es oft kleine Fingerzeige, welche die Misere des Ganzen aufzeigen. Heute geht es um die Begrünung Zürichs, um die Hitzeminderung, um das Bild nach aussen gerade an verkehrsreichen Kreuzungen. Und da zeigt sich im Kleinen, wie das Grosse dasteht.

Versiegelt bleibt versiegelt

Doch der Reihe nach. Ab Mai 2024 war der Schaffhauserplatz im Stadtzürcher Quartier Unterstrass eine Grossbaustelle. Ersetzt wurden die Gleise sowie die Wasser- und Stromleitungen. Alles wurde aufgerissen. Und alles wieder asphaltiert und betoniert wie vorher. Auf der grossen Boulevardfläche vor dem ehemaligen Café Gnädinger – heute das Café Unterstrass der Bäckerei Walter Buchmann – beispielsweise hat es keinen Millimeter Grünfläche.

Auf Anfrage hiess es damals, Bäume seien nicht Teil dieses Tiefbauprojekts gewesen. Die Bewilligung hätte sonst länger gedauert. Und kleinflächige Grüninseln seien wegen des glazialen Untergrunds nicht möglich. Also irgendetwas mit steinigem Boden oder so. Kurzum: Eine Steinwüste blieb eine Steinwüste. Wie beispielsweise schon beim Hardplatz im Kreis 4. Im Sommer heiss, trocken und mit null Möglichkeiten, dass sich die Natur hier etwas breitmachen könnte.

Das sinnbildliche Betonbord

Nun schreiben wir den Februar 2026. Der Bucheggplatz, eine der grossen Verkehrsdrehscheiben Zürichs inklusive autobahnähnlicher Bucheggstrasse, wurde zusammen mit dem Hirschwiesentunnel für gegen 90 Millionen Franken saniert. Dass es mitten auf einem der neuen Velowege einen massiven Masten der Verkehrsbetriebe Zürich gibt, soll heute nicht nochmals Thema sein. Dafür eine Mauer aus grossen Steinquadern. Sie ist hübsch anzuschauen. Aus der Nähe sieht man aber, dass der Bodenabschluss feinsäuberlich vermörtelt ist, ebenso wie viele der Mauerzwischenräume. Hier wächst bestimmt nie etwas. Wer in Zürich in einem Privatgarten solche Bodenabschlüsse betoniert, hätte wohl ganz bald die „Grünpolizei“ auf dem Grundstück.

Warum nur baut die Stadt so ein herzloses Stück? Warum nicht wenigstens Aussparungen für einige Kletterpflanzen?

Die Stadt hat eine simple A…

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