Politikerin der Woche ist diesmal die SP-Kantonsrätin Birgit Tognella-Geertsen aus Wangen-Brüttisellen. Im indiskreten Fragebogen erzählt sie von ihren dänischen Wurzeln, erklärt, warum sie die Parkplatzdebatten beinahe absurd findet und was sie am verurteilten Politiker Pierre Maudet gut findet.
Birgit Tognella-Geertsen, wie wurden Sie politisiert?
Ich wurde zu Hause in meiner Ursprungsfamilie politisiert, es wurde jeweils beim Sonntagsbrunch oft über aktuelle Themen diskutiert.
Was wollten Sie als Kind werden?
Als Kind wollte ich Bäuerin oder Hebamme werden, später dann Lehrerin oder Floristin. Keiner dieser Wünsche ist Wirklichkeit geworden – und trotzdem bin ich heute glücklich und zufrieden mit meinem Beruf.
Was beschäftigt Sie politisch gerade am meisten?
Vieles bewegt mich – global wie lokal. Das politische Weltgeschehen belastet mich. Was derzeit in den USA geschieht, finde ich sehr beunruhigend und kaum nachvollziehbar. Der Anti-Züri-Reflex erscheint mir widersprüchlich und schwer einzuordnen. Und doch hat es auch eine Wahrheit, so will zum Beispiel die Stadt einerseits kreative, kulturelle und politische Aktivitäten ermöglichen, andererseits Sicherheit, Nachtruhe, Verkehrsfluss und Rechte der Anwohnerinnen und Ausländer schützen. Auflagen, Formulare und Bewilligungen für Anlässe sind enorm. Der Schlüssel liegt darin, Bürokratie zu reduzieren, ohne Sicherheit und Recht zu schwächen.
Die Wohnungsnot in Zürich ist real und dringend. Die Debatte über Parkplatzmangel wirkt dagegen – angesichts der humanitären Katastrophen im Nahen Osten – auf mich persönlich beinahe absurd. Wir leben in der Schweiz in einer stabilen Demokratie. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg, das wir ernst nehmen und bewahren müssen.
Waren Sie Ihrer Partei schon immer treu oder hatten Sie mal Abwanderungsgelüste?
Ich verstehe mich als Sozialpolitikerin mit sozialliberalem Gedankengut. In manchen Bereichen argumentiert mir die Juso teilweise zu polemisch.
Haben Sie auch schon Unterschriften für eine Initiative oder eine Petition gesammelt?
Schon viele Male war ich an Infoständen oder als Initiantin unterwegs – letzten Herbst etwa in Schwamendingen, als wir Unterschriften für die Schwamendinger Chilbi sammelten. Es ist spannend zu erleben, wie direkt man ins Gespräch kommt und welche Themen den Leuten wirklich unter den Nägeln brennen.
„Mahatma Gandhi setzte konsequent auf Gewaltfreiheit und ethische Prinzipien im politischen Kampf und lebte diese Werte auch privat nicht nur politisch.“
Welche Staatsmänner oder -frauen halten Sie – frei nach Max Frisch – für…

"Vieles bewegt mich – global wie lokal. Das politische Weltgeschehen belastet mich", so SP-Kantonsrätin Birgit Tognella-Geertsen (58) im Rathuus-Fragebogen. Bild: zvg
Unsere Newsletter und unsere Podcast-Folgen auf Steady sind der richtige Ort dafür – kommentiere dort und sag uns, was du denkst:
Zu unseren Steady-Beiträgen