Fast ohne Pause prasseln von allen Seiten die schlechten Nachrichten auf uns ein. Darum sorgen wir mit drei positiven News aus den Verwaltungen im Kanton Zürich für Abwechslung.
US-Präsident Donald Trump drückt sein umstrittenes Steuer- und Ausgabengesetz mit dem neckischen Namen „Big Beautiful Bill“ durch den Kongress, bei den hochgelobten F-35-Kampfjets drohen der Schweiz Milliarden-Mehrkosten und das in die Kritik geratene Zürcher Kinderspital könnte für den Kanton zum Fass ohne Boden werden. Die Newslage weckt nicht gerade Zukunftshoffnungen – obwohl die drei genannten Punkte nur die Spitze des Eisbergs darstellen.
Oder wie es die Grünen-Nationalrätin Meret Schneider aus Uster kürzlich auf der Social-Media-Plattform Bluesky formulierte: „Die weltpolitische Lage lässt nicht einmal ein anständiges Sommerloch zu.“ Alles, was die Politikerin möchte, sei eine Geschichte, in der ein Hund eine Katze vor dem Ertrinken rettet, ein neu entdecktes 250-jähriges Tiefseetier und die fünf besten Rezepte für kühle Drinks.
Doch jetzt schafft Rathuus Abhilfe – mit drei positiven News aus den Verwaltungen des Kantons Zürich, der Stadt Winterthur und der Stadt Zürich.
1. Elektro-Salonboot Tugenia soll saniert werden
Freudige Nachricht für die Stiftung Historische Zürichsee Boote: Sie ist seit 2023 im Besitz des 121-jährigen Motorboots Tugenia, das 1904 in Wollishofen gebaut worden ist und bereits damals elektrisch unterwegs war. In späteren Jahren hat man dann das Boot durch Verbrennungsmotoren angetrieben und erst 2005 wieder auf Elektroantrieb umgerüstet, wie der Website der Stiftung zu entnehmen ist.
Nun soll das herzige Wasserfahrzeug mit zwölf Plätzen umfassend saniert werden. Der Kanton unterstützt das Projekt laut einer Mitteilung mit einem Beitrag von 165’000 Franken aus dem Gemeinnützigen Fonds.
Geplant sind eine technische Überholung des Elektroantriebs und ein Ersatz aller Elektroinstallationen. Gemäss der Stiftung kostet das Vorhaben 330’000 Franken inklusive zehn Prozent Reserven. „Wir freuen uns sehr, dass der Gemeinnützige Fonds 50 Prozent der Kosten übernimmt“, sagt Roger Staub, Präsident der Stiftung Historische Zürichsee Boote, auf Anfrage. Die Planung habe eben erst begonnen, je nach Auslastung der Werft soll das Salonboot Tugenia aber diesen Herbst etwas früher ausgewassert und mit den Arbeiten begonnen werden. Läuft alles nach Plan, ist das Motorboot bis zum Frühling 2026 wieder einsatzbereit.
Fördern will der Regierungsrat zudem den Aufbau eines regionalen Netzwerks von Arbeitgebern zur Reintegration und Anstellung von Menschen mit Behinderung. Das Projekt der Stiftung Profil wird mit 150’000 Franken unterstützt. Ausserdem erhält der Verein Evangelischer Frauenbund Zürich einen Beitrag von 33’000 Franken. Der Verein lässt die Geschichte seines Kinderheims Pilgerbrunnen in Wiedikon vor dem Hintergrund der Fremdplatzierung von Kleinkindern in der Schweiz untersuchen. Insgesamt bewilligte der Regierungsrat laut Mitteilung Fondsbeiträge von 415’000 Franken.
2. Virtuell eintauchen in das antike Zürich
Für Outdoor-Abenteuer war es lange viel zu heiss und plötzlich muss man wieder drei dicke Pullover übereinander anziehen – da bleibt man lieber zu Hause. Zum Glück eilte vor kurzem das Stadtzürcher Amt für Städtebau zur Rettung und schaltete ein neues historisches 3D-Modell Zürichs im Internet auf. Dieses zeigt laut einer Mitteilung des Amts, wie „Turicum“ um das Jahr 200 n. Chr. ausgesehen hat. Die Menschen wohnten im antiken Zürich mehrheitlich in Häusern mit strassenseitig überdachten Laubengängen.
Wer sich auf den virtuellen Spaziergang wagt, kann sehr nah reinzoomen und in den Hinterhöfen der Häuser auch die Gärten erkunden oder die Jupitergigantensäule an der Limmat bestaunen. Sonst gibt es allerdings noch nicht allzu viel zu sehen.
Dank der Webapplikation Zürich 4D lässt sich die Stadt von der Jungsteinzeit bis in die mittelfristige Zukunft aus ungewohnter Perspektive auskundschaften. Gezeigt werden verschiedene Zeitabschnitte als digitale 3D-Stadtmodelle.
Hier klicken, um sofort in die Vergangenheit abzutauchen.
3. Süsser Nachwuchs bei den Mufflons und bei den Wölfen
Und zum Schluss noch was für Fellfreunde: Im Wildpark Bruderhaus sind elf Mufflons zur Welt gekommen. „Erstmalig gab es bei den Bruderhaus-Mufflons eine bei dieser Tierart seltene Zwillingsgeburt“, schreibt die Stadt Winterthur in einer Ende Juni verschickten Mitteilung. Mufflons sind Wildschafe und haben nichts mit Muffins zu tun, falls sich das jemand gefragt haben sollte.
Wie es in der Mitteilung weiter heisst, seien zudem fünf junge Mufflonwidder mit Geburtsjahrgängen 2024 und 2023 an den Natur- und Tierpark Goldau abgegeben worden, um dort für eine Blutauffrischung in der Gruppe zu sorgen.
Auch bei den Wölfen gab es Nachwuchs: Die Wölfin Tara brachte am 28. April nach einer Tragzeit von etwa zwei Monaten zwei Jungwölfe zur Welt. Vater ist Wolf Romulus. „Bei der ersten Gesundheitskontrolle der fünf Wochen alten Welpen konnten die Wildparkmitarbeitenden nur ein Jungtier kontrollieren und das Geschlecht bestimmen“, so die Stadt Winterthur. Der männliche Wolfswelpe sei dabei gechippt worden. Das andere Jungtier war hingegen schon zu flink und liess sich nicht kontrollieren. Welches Geschlecht der zweite Wolfswelpe hat, wird sich also erst in den kommenden Wochen zeigen. Laut Mitteilung erhalten die Jungtiere erst Namen, wenn auch das Geschlecht des zweiten Welpen bekannt ist.
Der Wildpark Bruderhaus gehört der Stadt Winterthur und befindet sich im Quartier Heiligberg. Hier leben neben Wölfen und Mufflons auch Przewalskipferde, Luchse und Wildschweine. Der Eintritt ist frei.
Sie haben trotz Wortähnlichkeit rein gar nichts mit Muffins zu tun: Mufflons sind Wildschafe und nahe mit den Hausschafen verwandt. Bild: Stadt Winterthur
Kann man sich heute kaum vorstellen: Das Motorboot Tugenia fuhr schon 1904 mit Elektroantrieb. Nun soll das Salonboot saniert werden. Bild: Stiftung Historische Zürichsee Boote
Unsere Newsletter und unsere Podcast-Folgen auf Steady sind der richtige Ort dafür – kommentiere dort und sag uns, was du denkst:
Zu unseren Steady-Beiträgen