Zunehmende Seefeldisierung, immer mehr Verdichtung – und trotzdem wollen gefühlt alle in Zürich leben. Entsprechend muss die Verwaltung die zukünftige Entwicklung der prosperierenden Stadt sorgsam planen. In einem Interview hat die Stadtentwicklerin Anna Schindler über die Herausforderungen gesprochen.
Die „Neue Zürcher Zeitung“ überschrieb einmal einen Artikel über sie mit dem Titel „Die Frau, die über das Zürich von morgen nachdenkt“. Anna Schindler amtet als Direktorin Stadtentwicklung der Stadt Zürich, die zum Präsidialdepartement gehört. So hat die Abteilung die richtige Flughöhe und das Ohr der Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP). Durch diese Einteilung fehlt der Stadtentwicklung zumindest von aussen betrachtet aber manchmal der direkte Einfluss auf die Zuständigen – etwa im Hochbaudepartement, das die öffentlichen Bauten plant, oder im Tiefbau- und Entsorgungsdepartement, wo die Veloförderung angesiedelt ist. Das war vor 1997 anders, in grauer Vorzeit gehörte die Fachstelle zum damaligen Bauamt II, dem heutigen Hochbaudepartement (siehe Kasten am Ende des Texts).
Exemplarisch zeigt sich das Dilemma, wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. „Mindestens vier Departemente sind ins Thema Wohnen involviert, das heisst praktisch die halbe Stadtregierung. Zürich ist eine grosse Stadt und die Vernetzung innerhalb der Departemente ist sehr wichtig“, sagte Schindler 2024 im Gespräch mit dem Onlineportal Tsüri.
Zu viele Köche verderben den Brei, heisst es doch so schön, und vielleicht stimmt das gerade bei der Stadt- und Wohnraumplanung umso mehr. Das deutet auch das Interview mit dem katholischen Pfarrblatt „Forum“ an. „Wir haben eine Querschnittsfunktion, wir arbeiten sehr interdisziplinär, mit allen Departementen“, so Anna Schindler im Interview mit dem Magazin der katholischen Kirche im Kanton Zürich. Das „Forum“ hievte Schindler in seiner ersten Ausgabe des Jahres gar auf die Titelseite. Das Interview wird als Neujahrsgespräch angekündigt – die Unterzeile erinnert an die NZZ: „Anna Schindler denkt jeden Tag über die Zukunft Zürichs nach.“
Wer an Zürich denkt, der sieht vermutlich das Altstadtpanorama mit Grossmünster, Limmat und dem See vor dem inneren Auge. Doch die Zwinglistadt ist nicht nur ein Postkartenidyll. Bild: Pascal TurinVieles läuft in Zürich sehr langsam
„Im Fokus unserer Arbeit stehen die Strukturen, in denen sich die Menschen bewegen, leben und arbeiten, und die nachhaltige Entwicklung der Stadt in allen drei Dimensionen“, führt die frühere Architekturjournalistin aus. Man sei zuständig für die Wirtschaftsförderung und für die Aussenbeziehungen der Stadt, für die Integration von Menschen aus 172 Nationen und den Bereich Smart City. Schindler: „Bei mir arbeiten rund 60 Personen in fünf Bereichen, die Dutzende von Themen bearbeiten. Wir sind also s…

"Wir haben eine Querschnittsfunktion, wir arbeiten sehr interdisziplinär, mit allen Departementen", sagt Anna Schindler dem Pfarrblatt der Katholischen Kirche Zürich. Das "Forum" hievte die Stadtentwicklerin auf die Titelseite. Bild: Pascal Turin
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