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Sie steht für die AL 2.0

Lächelnde Frau mit kurzen grauen Locken in schwarzem ärmellosem Oberteil, stehend vor Eisenbahnlinien, grünen Bäumen und Wohngebäuden. Die Gemeinderätin Tanja Maag (52) im Kreis 4. Hier gibt es besonders viele AL-Wählende. Doch wie will die Linksaussenpartei diese künftig erreichen? Bild: Pascal Turin

Die Gemeinderätin und Gesundheitsexpertin Tanja Maag skizziert, wie sich die AL neu positionieren will. Mit Rathuus spricht sie unter anderem darüber, was das AL-Gastspiel im Zürcher Stadtrat der Kleinpartei brachte und woran das Gesundheitswesen krankt.

Vor 13 Jahren setzte die 1990 gegründete AL zu ihrem Höhenflug an. Im Zürcher Stadtratswahlkampf sorgte der AL-Kandidat Richard Wolff für eine Sensation, als er im zweiten Wahlgang den FDP-Favoriten Marco Camin schlug und den Sitz des zurückgetretenen Martin Vollenwyder holte. Die SP verhielt sich während dieses Wahlkampfs im Jahr 2013 jedoch abwartend und beschloss zweimal Stimmfreigabe, was damals als indirekte Empfehlung für den FDP-Kandidaten gewertet wurde. An der SP-Delegiertenversammlung soll der damalige Kantonsrat und heutige Stadtpräsident sogar gesagt haben, Camin sei die viel bessere Wahl als Wolff.

Das ist typisch für das noch heute ambivalente Verhältnis der SP zur AL. Es ist der ungeliebte Juniorpartner, der das Linke, Ungestüme und Solidarische verkörpert, das die SP höchstens noch bei der Juso lebt. Handkehrum wirken viele der heutigen AL-Politikerinnen und AL-Politiker so, als wenn sie problemlos auch für die SP in den Räten sitzen könnten.

Dabei ist die Stadtratszeit von Richard Wolff längst Geschichte. Von 2013 bis 2018 war er Vorsteher des Sicherheitsdepartements der Stadt Zürich und von 2018 bis 2022 Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements. „Meh Biss“ lautet einer der Slogans der AL noch heute. Das Wortspiel passte 2013 zu Richard Wolff. Aber im Jahr 2026.

Die grosse Ernüchterung nach der Ära Wolff

Denn die Ernüchterung nach neun Jahren AL in der Exekutive – als Teil der rot-grünen Macht in der grössten Stadt der Schweiz – war gross. Das Kollegialitätsprinzip schien die Linksaussenpartei zu erdrücken, so wie dies der alt Stadtrat Filippo Leutenegger von der FDP ebenfalls oft beschrieb. Nur mit anderen Vorzeichen. Leutenegger gilt innerhalb der FDP als dem Rechtsaussen-Flügel verortet.

Ähnliches geschah, als Ruth Genner von den Grünen Stadträtin war. Unvergessen, wie die damalige Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements 2010 die Sanierung der Hardbrücke feierte. Voll autofokussiert und ohne Velowege.

Eines von vielen Beispielen, wie man als Exekutivmitglied eingebunden und angepasst wird. Es gibt ja das Bonmot, dass die Politiker kommen und gehen, die Verwaltung aber bleibt.

Doch halt. Wandelt Rathuus nicht zu sehr auf alten Pfaden? Zumindest punkto Einschätzun…

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