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Neuer Anlauf: Politik will Letzigrund für Leichtathletik und Hobbysport fit machen

Flugaufnahme des Letzigrundstadions mit Blick in Richtung Stadt. Im hintergrund die Hardauhochhäuser.Wie sollen das Letzigrund-Stadion und die Umgebung künftig genutzt werden? Ein Vorstoss im Stadtzürcher Gemeinderat will mehr Klarheit schaffen – und den Weg ebnen für eine Leichtathletik-Halle auf der Wiese im Vordergrund. Bild: BAZ, Juliet Haller

Wenn nicht gerade der FCZ spielt, Taylor Swift auftritt oder Audrey Werro sprintet, dann herrscht im Letzigrund-Stadion gähnende Leere. Pascal Lamprecht (SP) und Sabine Koch (FDP) wollen das ändern. Die Stadtzürcher Gemeinderätinnen und Gemeinderäte bauen auf ein abgelehntes Projekt.

Es war – zumindest für Leichtathletik-Fans – eine herbe Enttäuschung. Das 21-Millionen-Franken-Projekt für eine Leichtathletikhalle auf dem Letzigrund-Areal scheiterte im April 2026 an einer politischen Blockade der links-grünen Mehrheit (SP, Grüne und Alternative Linke) im Zürcher Gemeinderat. Da eine hauchdünne Ablehnung drohte, zog der damalige FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger die Vorlage kurz vor der entscheidenden Debatte zurück, um weitere Planungskosten zu verhindern. Es hätte das modernste Leichtathletik-Trainingszentrum der Schweiz werden sollen, finanziert je zu einem Drittel von der Stadt, von Bund und Kanton sowie vom Leichtathletik-Club Zürich (LCZ).

Durch den Stopp wurden rund drei Jahre Planung und etwa 500’000 Franken an Planungskosten hinfällig. Oder doch nicht?

Gemeinderat Pascal Lamprecht (SP) und Gemeinderätin Sabine Koch (FDP) versuchen nun mit einer Motion, das Projekt zu retten. Darin wird der Stadtrat beauftragt, eine kreditschaffende Weisung vorzulegen, „um auf der Parzelle AL8141 eine infrastrukturelle Erweiterung der Sportanlage Letzigrund zu realisieren“. Lamprecht und Koch schwebt nach wie vor „ein nationales Leistungszentrum für Leichtathletik“ vor, auf der Basis „der bereits entwickelten, multifunktionalen Leichtathletikhalle, betrieben durch den Leichtathletik Club Zürich“.

Weniger elitär, mehr Volksnähe

Der Clou: Lamprecht und Koch haben die Vorbehalte aus dem Gemeinderat aufgenommen. So soll „für den ungebundenen Sport zugunsten der Quartierbevölkerung das ursprünglich geplante Leistungszentrum und dessen Umgebung öffentlich zugänglich gemacht und nach Möglichkeit durch weitere Sportmöglichkeiten erweitert werden“. Sprich: Weg vom elitären Spitzensport nur für wenige hin zu einer Sportstätte für möglichst alle. Etwas, was beim „alten“ Letzigrund-Stadion durchaus möglich war.

Vor dem Abbruch der Sportstätte vor fast genau 20 Jahren konnten beispielsweise Hobby-Joggerinnen und Hobby-Jogger ihre Runden drehen auf der 400-Meter-Rundbahn. Das Stadion war meist frei zugänglich. Erinnert sei auch an das jeden Tag offene Restaurant – in den Nullerjahren berühmt geworden durch den Namen „Flachpass-Bar„.

Jetzt also versucht die lokale Politik, vertreten durch die SP und die FDP, zu retten, was zu retten ist. Und spannt den Bogen zur Arealentwicklung des benachbarten Schlachthof-Areals. Dort ist bald aus mit Schlachten. Gemäss aktuellem öffentlich kommunizierten Planungsstand wird es hier ab 2030 einen Mix aus Gewerbenutzung und Wohnen geben. Auch dies spreche dafür, dass es einen erhöhten Bedarf an zusätzlichen öffentlich zugänglichen Sport- und Bewegungsangeboten geben müsse, sind Lamprecht und Koch überzeugt.

Sie glauben ans neue Stadion

Punkto Nutzung des Letzigrund als Fussballstätte gehen Lamprecht und Koch davon aus, „dass in näherer Zukunft die Fussballspiele der obersten schweizerischen Liga höchstens noch vereinzelt im Letzigrund ausgetragen werden.“ Sprich: Das neue Hardturm-Stadion kommt, keine Frage. Stand jetzt liegt der Ball beim Bundesgericht.

Ob das der letzte …

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