Wer krank ist, sollte eigentlich schlafen. Ich hingegen las ein Interview mit US-Präsident Donald Trump und stellte fest: Mein Fieber ist definitiv nicht das grösste Problem. Eine Glosse.
Mich hat jetzt auch die Grippe erwischt. Seit drei Tagen liege ich flach. Heute geht es mir aber ein bisschen besser. Ich schreibe diese Zeilen trotzdem von meinem Bett aus. So habe ich mir Homeoffice in meinen Träumen immer vorgestellt. Gemütlich in die Decke eingekuschelt am Laptop rumwerkeln. Doch heute ist Kranksein ein eigenes Projekt mit Aufgaben und Meilensteinen: Der Körper möchte ruhen, das Handy vibriert, man zählt Symptome, misst die Temperatur und googelt „Grippe oder doch Burnout?“.
Irgendwann in der ersten Nacht schlug mich das Fieber k. o. – und mit ihm kamen die Träume. Zuerst galoppierte der Stuhl im Schlafzimmer, der sonst immer mit Kleidern behangen ist, einfach davon. Dann machten sich auch noch meine Beine selbstständig und rannten hinterher, wobei der Rest des Körpers im Bett zurückblieb. Und zu guter Letzt sagte Donald Trump Dinge, die so grotesk waren, dass sie selbst meinem fiebrigen Gehirn etwas zu absurd vorkamen.
Als ich aufwachte – mit dem beruhigenden Gefühl, nur geträumt zu haben – stand der Stuhl an der richtigen Stelle und meine Beine waren immer noch an meinem Körper angebracht. Ende gut, alles gut also … zumindest fast. Leider hatte es die Aussagen Trumps tatsächlich gegeben. Da war doch dieses Interview. Die „New York Times“ hatte dem US-Präsidenten auf den Zahn gefühlt. Oder es zumindest versucht, denn Trump platzierte seine Botschaften wie gewohnt und die Medien dieser Welt verbreiteten sie pflichtbewusst, als wären es Fussballresultate.
Die „New York Times“ wollte etwa wissen, ob es irgendwelche Grenzen für seine globale Macht gebe. Trump hatte natürlich eine Antwort parat: „Ja, es gibt eine Sache. Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich aufhalten kann.“ Und er fügte an: „Ich brauche kein internationales Recht.“ Er wolle niemandem weht…

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage. Bild: Pascal Turin, Bildmontage: Rathuus
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