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Zürich bekommt doch noch ein „amtlich bewilligtes“ Nagelhaus

Auf dem Foto sieht man das Gebäudeensemble, das abgerissen und neu gebaut wird. Im Hintergrund das Lochergut, im Vordergrund das Haus der Stradt Zürich, das stehen bleibt.Das Haus im Vordergrund bleibt stehen, der Rest wir neu und höher gebaut. Bild: Lorenz Steinmann

Das Häuserensemble rund um die legendäre „Meyers-Bar“ und das „Foto-Ernst“-Haus beim Lochergut in Zürich wird abgerissen und neu gebaut. Doch ein altes Haus bleibt stehen. Damit kommt die 2010 grandios gescheiterte Idee eines städtischen Nagelhauses doch noch zum Tragen.

Experten bezeichnen die Häuserzeile im aufstrebenden Stadtzürcher Kreis 3 als Filetstück mit viel Ausbaupotenzial. Die sechs Wohn- und Gewerbebauten gegenüber der Grossüberbauung Lochergut sind darum stadtweit bekannt, weil sich hier die legendäre „Meyers“-Bar befindet, sowie bis vor kurzem der „Foto-Ernst“. Dass Investor Urs Ledermann die Häuserzeile stückweise gekauft hatte, zeigt den Wert dieser in die Jahre gekommenen Liegenschaften.

Ledermann und seine Ledermann Immobilien AG kennt man von Leuchtturmprojekten wie dem Ex-Kino Razzia oder dem Haus Flora im Kreis 8. Kürzlich nun wurden den Medien die Neubaupläne für die Häuser an der Badenerstrasse 211, 213, 217 und 219 präsentiert. Neu gibt es mindestens 46 Wohnungen und zusätzliche Gewerbeflächen. Baubeginn ist frühestens 2027. Ob es ein „Meyers 2.0“ geben wird, ist unklar.


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Ledermann ist nicht mehr der Besitzer

Aufhorchen lässt, dass nicht mehr Ledermann baut, sondern die neue Grundstückbesitzerin, die Noldin Immobilien AG.

Ursprünglich war eine bedeutend grössere Überbauung geplant, die ein weiteres grösseres Wohnhaus an der Meinrad-Lienert-Strasse 16 einbezogen hätte. Doch besagtes Haus gehört nach wie vor der Stadt Zürich. Hier betreiben die Sozialen Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich eine sogenannte Familienherberge. Gegen 25 Einzimmer-Wohnungen sind hier verfügbar für Menschen, die sonst nirgends unterkommen. Alles in allem aber ein ruhiges Klientel, dass wenig auffällt, wie es in der Umgebung heisst.

Auf Anfrage schreibt die Stadt, man habe sich schon um einen Liegenschaftentausch bemüht. „Das Angebot kam nicht zustande, weil das angebotene Objekt nicht in das städtische Portfolio passte“, so Claudia Nägeli vom städtischen Finanzdepartement. Kurzum: Eine Komplett-Überbauung des Areals war nun nicht mehr möglich. Das städtische Haus steht im Weg.

„Nein zur goldigen Schiissi“

Mit ein wenig Fantasie kann man nun die Brücke zu früheren Nagelhaus-Projekten in Zürich schlagen. Etwa zum vor 14 Jahren an der Urne gescheiterten Nagelhaus-Projekt am Escher-Wyss-Platz im Kreis 5. Damals hatte die SVP Erfolg mit ihrer Antikampagne („5,9 Mio. für e Schiissi! Nagelhaus NEIN“) gegen das geplante Kunstwerk mit Restaurant, Kiosk und WC-Anlage unter der Hardbrücke.

Einige Jahre später bekam Zürich dann ein „richtiges“ Nagelhaus. An der Turbinenstrasse neben dem Renaissance-Hochhaus stand ganz alleine ein ehemaliges Arbeiter-Wohnhaus der Maschinenfabrik Escher Wyss. Es hatte eine grosse, neckische Beschriftung „Resistance“, natürlich gewollt zum Verwechseln ähnlich wie die Beschriftung des Hotel-Hochhauses nebenan. Doch der Kanton fand wenig Gefallen am Zeitzeugen, zog bis vor Bundesgericht, und am 5. August 2016 fuhren die Bagger auf. Eine angemessene Breite der Strasse wiege mehr als private Interessen, so der Kanton. Also tschüss Nagelhaus.

Doch nun springt quasi die Stadt in die Bresche. Das Wohnhaus an der Meinrad-Lienert-Strasse 16 wird dereinst von Neubauten umgeben sein. Es kann durchaus als Trutzburg vergangener Zeiten angeschaut werden. So ist es ebenfalls eine Art Nagelhaus.

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