Wie tickt die Jungpolitikerin Lea Sonderegger aus Dietikon? Und wie schätzt sie die fünftgrösste Stadt des Kantons ein, die sich mit ihren vielen Unternehmen als Wirtschaftsstandort nicht zu verstecken braucht?
Wir treffen uns beim Caffè Spettacolo am Bahnhof in Dietikon. Es herrscht emsiges Treiben, obwohl es 15 Uhr am Nachmittag ist. Nur wenige Restauranttischchen sind unbesetzt, getrunken wird meist Cola oder Kaffee. Die meterspurige Wohlen-Bremgarten-Dietikon-Bahn – Bremgarten-Bähnli – gleitet vorbei, Busse schwärmen aus nach Geroldswil, Birmensdorf und Kindhausen AG. Sogar ein Tram ist anzutreffen. Die Linie 20, die hier auf der Strecke Bahnhof Altstetten nach Killwangen-Spreitenbach einen kleinen Umweg zum Bahnhof macht. Der grosse Verkehr via den Autobahnen A1 und A3 quert Dietikon auf der anderen Seite der SBB-Bahngleise an der Limmat. Die Autobahnen, es sind die zentralen Verkehrsadern der Schweiz.
Wer von Dietikon spricht, immerhin die fünftgrösste Stadt im Kanton Zürich und mit mehr Einwohnenden als etwa Aarau, Frauenfeld und auch Wetzikon, meint sehr oft die gute Verkehrsanbindung an Zürich. Besser oder zumindest schneller als aus den Stadtzürcher Quartieren Affoltern oder Leimbach in die City.
Der politische Einfluss der Grossmutter
Auch für Lea Sonderegger ist die Lage von Dietikon perfekt. Sie ist in Oetwil an der Limmat, quasi der Nachbargemeinde von Dietikon, aufgewachsen und wohnt seit fünf Jahren hier. Die 21-Jährige studiert Biomedizin an der Universität Zürich. „Das ist Biologie mehr auf den Menschen und das Zelluläre fokussiert“, erläutert Sonderegger. Ein naturwissenschaftlicher Studiengang mit Ergänzung in Medizin, „eine ideale Voraussetzung, um nachher in der medizinischen Forschung zu arbeiten“.
„Damals kam Andri Silberschmidt vorbei und referiert über die Renteninitiative. Dann war es um mich geschehen“, erzählt Lea Sonderegger und lacht.
Politisiert wurde Lea Sonderegger durch ihre Grossmutter, die Jahrgang 1936 hat. Man besprach viele politische Themen. Dann erfuhr Sonderegger mehr zufällig vom kantonalen Jugendparlament und probierte das grad aus. „Damals kam Andri Silberschmidt vorbei und referierte über die Renteninitiative. Dann war es um mich geschehen“, erzählt Sonderegger und lacht. So beschloss sie rasch, sich selbst zu engagieren – mit erst 16 Jahren. Sie sagte sich, ja, das passt und rasch ging sie Unterschriften sammeln. Eine Tätigkeit, die sie heute noch schätzt, „weil immer wieder spannende Gespräche entstehen“.
2020 trat Sonderegger in die Jung-FDP ein, zuerst im Bezirk Dietikon. Sogleich kümmerte sie sich einige Jahre um Social Media. „Das machte mir viel Spass!“ Mittlerweile haben die Bezirke Affoltern und Dietikon fusioniert, was gut sei, findet Sonderegger, weil man sich eh oft in der Kantonsschule Limmattal sehe.
Im Gegensatz zur SP muss man übrigens nicht in die Mutterpartei eintreten, wenn man bei den Jungfreisinnigen dabei sein will. Die Altersgrenze nach oben liegt bei 35. „Danach hat man kein Stimmrecht mehr bei den Jungen“, weiss Sonderegger, man sei schliesslich eine Jungpartei.
Auf die Frage, ob man die Jungfreisinnigen als Kaderschmiede bezeichnen könne, schmunzelt Lea Sonderegger. Sie verweist auf Bundesrätin Karin Keller-Suter, die auch so angefangen habe.
Auf die Frage, ob man die Jungfreisinnigen als Kaderschmiede bezeichnen könne, schmunzelt die Jungpolitikerin, die man als eher besonnen und zurückhaltend bezeichnen kann. Sonderegger verweist auf Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die auch so angefangen habe. Auch weitere bekannte Politikerinnen und Politiker können ein Mandat bei den Jungfreisinnigen auf ihrem Karriereweg vorweisen. Aus Zürcher Sicht wohl die Nummer eins ist der heutige Nationalrat und Unternehmer Andri Silberschmidt-Buhofer. Der 31-Jährige hat übrigens einen besonderen Bezug zu Dietikon, weil er Sekretär des Verwaltungsrates der Planzer Transport AG ist, die ihren Hauptsitz hier in Dietikon hat.
Weitere nationale Politiker mit Jung-FDP-Vergangenheit sind etwa Christa Markwalder und Christian Wasserfallen, beide aus dem Kanton Bern. Weiter zu nennen ist Matthias Müller, heute Vizepräsident der FDP Kanton Zürich und bekannt durch seine pointierten Auftritte rund um die Renteninitiative, welche schlussendlich 2024 aber abgelehnt wurde. Plus natürlich aktuell Claudio Zihlmann aus dem Stadtzürcher Wahlkreis 7+8, der Ende 2023 Kantonsrat und schon im Juli 2024 zum Fraktionspräsidenten der FDP gewählt wurde.
Die Jungpartei mit 650 Mitgliedern
Lea Sonderegger ist seit März 2024 Präsidentin der Jungfreisinnigen Kanton Zürich, die immerhin gut 650 Mitglieder haben. Das ist ein Spitzenplatz in der Zürcher Politlandschaft. Sonderegger, die seit 2022 die Rolle der Vizepräsidentin der Jungfreisinnigen Kanton Zürich innehatte, wurde einstimmig zur Präsidentin gewählt und trat somit die Nachfolge von Luis Deplazes an. Mit ihrer Wahl ins Präsidium wurde das Amt des Vizepräsidenten frei, das nun von Benjamin Frei aus Winterthur, der bereits seit 2021 im Vorstand aktiv ist, ausgeübt wird. Ebenfalls Co-Vizepräsident ist Mikhail Shalaev aus Zürich-Nord, der für ein Stadtratsamt in Zürich bei den Wahlen 2026 kandidiert. Sonderegger ist kraft ihres Amtes auch Mitglied im Vorstand der FDP Kanton Zürich unter Filippo Leutenegger, dem Noch-Stadtrat in Zürich.
Wahl zwei Tage nach dem 18. Geburtstag
Die heute 21-Jährige Sonderegger hatte schon im Februar 2022 regionale Schlagzeilen gemacht, weil sie, zwei Tage vor den Wahlen 18 Jahre alt geworden, einen der vier FDP-Sitze im 36-köpfigen Stadtparlament von Dietikon eroberte. „Alle in der Partei haben mich sofort sehr positiv willkommen geheissen“, erzählt Sonderegger. Ihr Alter sei kein Hindernis gewesen und sie habe schnell begriffen, wie der Betrieb laufe, wie man einen Vorstoss formulieren und worauf man bei Voten vor dem Parlament achten müsse.
Dabei setzt sich das Parlament in Dietikon altersmässig „wie üblich“ zusammen, wie Sonderegger findet. Also eher mit älteren Semestern, aber auch jungen Menschen wie eben sie selbst. Getagt wird einmal im Monat im 1992 erbauten Stadthaus, was laut Sonderegger Sinn mache und reiche für die Anzahl Geschäfte. „Es animiert zudem, dass das Parlament nicht Selbstbeschäftigung betreibt“, so das Urteil der Jungfreisinnigen. Das Parlament hat einen bürgerlichen Überhang mit SVP (9 Sitze), FDP (4 Sitze), Die Mitte (6 Sitze) und EVP (2 Sitze). Macht total 21 von 36 Sitzen. Die Grünliberalen kommen auf 3 Sitze, während Links-Grün mit 7 SP-Mandaten, Grüne (3 Mandate), AL (1 Mandat) und „Gegen Ausgrenzung“ (1 Mandat) 12 Sitze hat.
Ortstermin in Quartier Silbern: Die Jungfreisinnige Lea Sonderegger ist Mitglied im 36-köpfigen Parlament von Dietikon. Bild: Lorenz SteinmannBei der Parlamentsarbeit von Sonderegger sticht ein Vorstoss besonders hervor. Es geht um die Unterstützung von Firmen-Startups am Wirtschaftsstandort Dietikon und die Aufnahme im Wirtschaftsrat Dietikon. Dabei war die Antwort des Stadtrats eher allgemeiner Natur mit Stossrichtung „Schaut doch einmal selber“. Das ist politischer Alltag, wie er in vielen Städten und Gemeinden usus ist. Eher kompliziert, eher behäbig, aber dann doch offen für Neues.
Im 7-köpfigen Stadtrat, der Exekutive, sitzen mit Stadtpräsident Roger Bachmann und Schulvorsteherin Mirjam Peter zwei SVP-Mitglieder. Dazu kommt Philipp Müller von der FDP, Catherine Stocker-Mittaz (Mitte), Anton Kiwic (SP), Reto Siegrist (Mitte) und Lucas Neff (Grüne). Bemerkenswert ist, dass erst 2022 die reine Männerbastion durchbrochen wurde und dass die Mitte-Partei mit zwei Mandaten stärker ist als fast überall im Kanton. Dietikon hat ähnlich wie andere Städte rund um Zürich, etwa Dübendorf, Kloten und Adliswil, eine bürgerlich dominierte Regierung.
Eine Stadt mit grosser Firmenvielfalt
Dietikon ist mit seinen aktuell etwas über 28’000 Einwohnerinnen und Einwohnern Bezirkshauptstadt und beherbergt Firmensitze von Dosenbach-Ochsner, Planzer Transport, Walo Bertschinger, Pestalozzi Stahltechnik sowie Rapid, dem Fahrzeughersteller für die Landwirtschaft. Coop.ch ist mit einem Verteilzentrum ansässig, plus mit dem grossen Einkaufscenter „Silbern“. „Das ist sicher unsere Stärke als Wirtschaftsstandort, diese Vielfalt an Firmen“, findet Sonderegger. Tatsächlich sind es Firmen gerade aus dem Dienstleistungssektor, ohne die unser Alltag kaum funktionieren würde. Trotzdem stehe Dietikon im Schatten Zürichs als nahe Agglogemeinde, auch wenn die Eigenständigkeit durch die beiden Bahnhöfe und die guten Einkaufsmöglichkeiten gegeben sei.
Wenn ein neues Quartier gebaut wird
Angesprochen auf die eigenen politischen Schwerpunkte spricht Sonderegger den Wohnungsbau und das Schulwesen an, diese Themen seien auch in Dietikon sehr aktuell. Das Wachstum sei gross und es mangele an Wohnraum auf allen Ebenen. „Günstiger Wohnraum ist wichtig, auch wenn er nicht unbedingt genossenschaftlich angeboten werden muss.“ Tatsache ist wohl, dass in Dietikon mit dem kantonsweit höchsten Ausländeranteil von über 49 Prozent die Nachfrage da ist. Sonderegger hofft, dass beim geplanten komplett neu zu bauenden Quartier Niederfeld in Richtung Spreitenbach ein Mix an günstigem Wohnraum und im mittleren Segment gefunden werde. „Die gesunde Durchmischung ist wichtig“, findet Sonderegger. Aktuell finden dort – zur Info und Orientierung – die Aufführungen von „Karls Kühne Gassenschau“ statt.
Allgemeiner gefasst beschäftige man sich bei den Jungfreisinnigen damit, das Wachstum des Staates einzuschränken, holt Sonderegger aus. Die Verwaltung wachse überproportional zur Bevölkerung, wobei das in Dietikon aber nicht so ausgeprägt der Fall sei wie etwa in der Stadt Zürich und auch beim Kanton. Die kantonale Verwaltung beschäftige mit 35’000 Angestellten mehr Personen als Dietikon Einwohnerinnen und Einwohner habe. „Das widerspricht der oft zitierten Digitalisierung der Verwaltung“, stellt Sonderegger fest.
Dietikon muss sparen und überbordet nicht
Dass in Dietikon der Trend nach überdurchschnittlich vielen Staatsangestellten gebrochen wird, sieht Sonderegger bei fehlendem Geld. „Wir sind gezwungen zu sparen, dazu haben wir einen sehr guten Stadtpräsidenten“, so ihr Fazit. Das Exekutivamt sei auch für ein SVP-Mitglied mässigend, sie erlebe Stadtpräsident Roger Bachmann als sehr vernünftig.
Zu Sondereggers Schwerpunkten gehört auch die im Juli 2025 lancierte Steuerrabatt-Initiative. „Die Idee kam aus den eigenen Reihen und jetzt sind wir fleissig am Unterschriften sammeln“, berichtet Sonderegger. Konkret fordert die kantonale Volksinitiative einen nachträglichen Steuerrabatt, wenn die Rechnung des Kantons besser als budgetiert abschliesst.
„Wenn der Kanton mehr einnimmt, als er braucht, soll das Geld zurück zu den Steuerzahlenden“, heisst es zur Begründung auf der Website der Steuerrabatt-Volksinitiative. Für Sonderegger ist klar, dass der Kanton in den letzten Jahren zu hohe ungeplante Überschüsse produziert hat, ohne die Steuern zu senken. „Das hätte gut und gerne 7 Prozent tiefere Steuern bedeutet“, weiss Sonderegger. Gemäss dem Initiativtext soll die Höhe der Steuerrückvergütung von der Verschuldung des Kantons abhängen. Ist diese zu hoch, sollen die Steuerzahlenden nichts zurückbekommen.
Für Sonderegger ist klar, dass der Kanton in den letzten Jahren zu hohe ungeplante Überschüsse produziert hat, ohne die Steuern zu senken.
Umgesetzt werden soll die Rückvergütung durch eine einjährige Senkung des Steuerfusses. Dadurch würden die Steuern für Einkommen und Vermögen bei natürlichen Personen sowie für Gewinn und Kapital bei juristischen Personen tiefer ausfallen.
Die Initianten, darunter neben der Jung-FDP auch Vertreter der FDP, der SVP und der GLP, haben nun noch bis Mitte Januar 2026 Zeit, um die benötigten 6000 Unterschriften zu sammeln. Kommt die Initiative zustande, folgt nach der Behandlung im Kantonsrat die Volksabstimmung. Obwohl der Regierungsrat mehrheitlich bürgerlich ist, scheint eine Unterstützung eher unwahrscheinlich. Sicher ist aber, dass die Jungfreisinnigen und mit ihnen auch Lea Sonderegger mit dem Geschäft in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Gefreut hat Sonderegger etwa der grosse Bericht in der NZZ zum Thema.
Angesprochen auf die politischen Ambitionen und den Hinweis, dass es mit Markus Notter (SP) sogar mal ein Politiker aus Dietikon in den Regierungsrat schaffte, zuckt Sonderegger mit den Schultern. Verständlicherweise weiss sie nicht mehr, wer Notter ist. Bei dessen Wahl in die kantonale Exekutive im Jahr 1996 war Sonderegger noch nicht einmal geboren. Bei den eigenen politischen Zielen stehen zuerst einmal das Parlamentarieramt in Dietikon („Da bin ich sehr glücklich“), das Jung-FDP-Präsidium und dann das Studium im Zentrum.
„Extrem erschreckend und schade finde ich, dass in den USA das Thema Abtreibung wieder ein Politikum wird, dass Verbote wieder zur Debatte stehen“, sagt Lea Sonderegger.
Als 21-Jährige kennt Sonderegger politische Themen wie den Kalten Krieg oder den Fall der Mauer nur aus den Geschichtsbüchern. Doch angesprochen auf die Entwicklung in den USA nimmt Sonderegger diese als Rückschritt wahr. „Extrem erschreckend und schade finde ich, dass das Thema Abtreibung wieder ein Politikum wird, dass Verbote wieder zur Debatte stehen.“ Ebenfalls erschreckend findet Sonderegger die Lage in der Ukraine: „Unverständlich, dass es heute noch nötig ist, sich zu bekriegen.“ So sei es durchaus nicht einfach, ein positives Zukunftsbild zu fassen. „Aber meine Hoffnung und mein Glaube an eine stabile Zukunft der Schweiz sind da“, betont Sonderegger. Und: Wenn Trump nicht mehr an der Macht sei, werde sich die internationale Lage bessern, ist sie überzeugt.
Politische Erfahrung als wichtiges Puzzleteil
Dass so viele ältere und alte Menschen politisch an der Spitze stehen, sieht Sonderegger nicht nur als Nachteil: „Erfahrung ist sicher wichtig.“ Entscheiden sei aber, dass die Stimme der Jugend einbezogen und gehört werde. „In der Schweiz sind wir mit den Koalitionen auf allen Ebenen gut aufgestellt.“ Dazu gehöre nun halt einmal die Ochsentour, um politische Erfahrung zu sammeln.
Neben ihrem Studium ist Sonderegger in einem Teilzeitpensum als studentische Aushilfskraft in der Forschung tätig. Die Arbeit umfasst die körperlich und mental anspruchsvolle Entnahme von Kuheierstöcken in einem Zürcher Schlachthof. Daraus werden dann Embryonen gezüchtet und in der Forschung verwendet.
Als Ausgleich betreibt die Dietikerin den Eiskunstlaufsport. „Ich machte Eiskunstlaufen sehr gerne als Kind, und letzten Herbst habe ich wieder damit begonnen.“ Trainiert werde überall, im Winter vor allem in Kloten oder im „Neudorf“ in Oerlikon, im Sommer dort, wo es Eis hat, etwa in Bäretswil oder in Dübendorf. „Ich nehme jeweils die Lernunterlagen mit, das ist für mich eine ideale Kombination“, erzählt Studentin Sonderegger. Wenn eine Schulklasse komme und das Eis besetze, heisse es lernen, nachher gehe es wieder aufs Eis. Und das legendäre „Dolder“ als Trainingsort, dort wo auch die Eiskunstlauf-Ikone Denise Biellmann trainiert und unterrichtet? „Weniger, aber dort haben wir den Jungfreisinnigen-Stamm, diskutieren bei einem Bierchen das eine oder andere.“
Neben ihrem Studium ist Sonderegger in einem Teilzeitpensum als studentische Aushilfskraft in der Forschung tätig ist. Die Arbeit umfasst die körperlich und mental anspruchsvolle Entnahme von Kuheierstöcken in einem Zürcher Schlachthof.
Während beim Caffè Spettacolo immer noch ein Kommen und Gehen herrscht, muss Lea Sonderegger langsam weiter. Sie kommt – ganz der Politprofi – nochmals auf ihre aktuelle Herzensangelegenheit zu sprechen, die Steuerrabatt-Initiative: „Steuern sollen kein Selbstzweck sein. Sie haben einen klaren Auftrag, was der Staat damit machen soll.“ Wenn dieser Auftrag dann schon erfüllt sei mit weniger Geld, gehöre das Geld immer noch oder wieder dem Bürger. Sonst breite sich der Staat immer mehr aus. „Es findet sich immer ein Verwendungszweck, wenn man zu viel Geld einnimmt.“ Das hat Sonderegger auf ihrer bisherigen politischen Ochsentour schon mehr als einmal erlebt.
Die Politikerin verabschiedet sich und macht sich auf zu einer der vielen Sitzungen, die ihre politischen Funktionen mit sich bringen. Immerhin: Weil wir gelernt haben, dass die Jungfreisinnigen eine Kaderschmiede sind, scheint das grosse Engagement nicht für die Katz zu sein.

Sie wohnt seit fünf Jahren in Dietikon: Die 21-jährige Politikerin Lea Sonderegger. Bild: Lorenz Steinmann
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