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Winterthur bewegt vor allem Frauen

Gruppe beim gemeinsamen Yoga auf Matten in einem sonnigen Park mit grossen Bäumen.So beginnt man das Wochenende richtig: Yoga am Samstagmorgen im Lindengutpark in Winterthur. Bild: Stadt Winterthur

Bewegung, Spass und ein neuer Teilnahmerekord trotz Juni-Hitze: Das vom Sportamt Kanton Zürich unterstützte Projekt Active City war in Winterthur ein Erfolg. Allerdings haben hauptsächlich Frauen das Gratis-Sportangebot unter freiem Himmel genutzt.

Was haben Embrach, Rüti und Winterthur gemeinsam? Alle drei Orte sind Teil des Programms Active City. Das ist ein Sport- und Bewegungsangebot im öffentlichen Raum, das von der Schweizerischen Gesundheitsstiftung Radix umgesetzt wird und gemeinsam mit dem Sportamt Kanton Zürich entwickelt wurde.

Vom 18. Mai bis 11. Juli bot die Eulachstadt zusammen mit lokalen Vereinen und Sportanbietern bereits zum sechsten Mal kostenlose Kurse in ihren Stadtparks an.

Wie es in einer Mitteilung des Departements Schule und Sport heisst, erreichte „Active City Winterthur“ trotz Hitzeperiode im Juni einen neuen Teilnahmerekord. „Über die letzten zwei Monate nahmen 2688 Personen an den Kursen teil“, schreibt die Stadt. Während der heissen Tage seien die Teilnahmezahlen zwar deutlich zurückgegangen, die Kurse hätten jedoch weiterhin Besucherinnen und Besucher gehabt. Mit durchschnittlich 20 Teilnehmenden pro Lektion sei der bisherige Rekord aus dem Vorjahr übertroffen worden. 2025 waren es 18 Teilnehmende pro Lektion gewesen. Die zwei Standorte Eulachpark und Lindengutpark – im Volksmund Vögelipark genannt – hätten sich bewährt.

Mehr als vier von fünf Teilnehmenden waren weiblich

Am beliebtesten waren Zumba, Linedance und Bootcamp. Bei letzterem kam man ziemlich sicher heftig ins Schwitzen. Wenig überraschend waren die abendlichen Angebote und jene an den Wochenenden besonders gefragt. Vor allem die Samstagslektion hatte laut der Stadt an beiden Standorten regen Zulauf.

Und wie bereits in den Vorjahren haben vor allem Frauen das Angebot genutzt. „Über alle Kurse hinweg waren mehr als vier von fünf Teilnehmenden weiblich“, schreibt das Departement Schule und Sport. Alle Altersgruppen hätten die Sportlektionen besucht, wobei die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen am stärksten vertreten gewesen sei.

„Dass bei Active City 2026 erneut mehr als vier von fünf Teilnehmenden Frauen waren, entspricht daher den Erwartungen und den Erfahrungen der vergangenen Jahre“, sagt Corinne Kehl, Projektleiterin Sportförderung.

Kurse stehen allen offen – unabhängig vom Geschlecht

Doch woran liegt es, dass vor allem Frauen von „Active City“ begeistert zu sein scheinen? Corinne Kehl, Projektleiterin Sportförderung, verweist auf Anfrage von Rathuus auf die Studie „Sport in Winterthur 2020“ des Schweizer Sportobservatoriums. Gemäss dieser Untersuchung weisen Frauen und Männer die gleichhohe Sportaktivität auf, jedoch unterscheidet sich die Art der Sportaktivität zwischen den Geschlechtern. „Männer sind deutlich häufiger als Frauen Aktivmitglied in einem Sportverein“, sagt Kehl. Frauen dagegen würden häufiger Angebote von privaten Anbietenden und offene Sportangebote nutzen. „Dass bei ‚Active City‘ 2026 erneut mehr als vier von fünf Teilnehmenden Frauen waren, entspricht daher den Erwartungen und den Erfahrungen der vergangenen Jahre“, erklärt die Projektleiterin Kehl.

„Active City“ soll auch 2027 weitergehen. Es ist aber nicht geplant, das Kursangebot anzupassen, um mehr Männer anzuziehen. „Active City“ sei bewusst als Förderprojekt des Frauensports und des Individualsports eingeführt worden und ergänze die bestehende Sportförderung der Stadt, wie Kehl ausführt. Gleichzeitig würden sämtliche Kurse allen Interessierten offenstehen – unabhängig vom Geschlecht.

Embrach, Rüti und Winterthur haben also noch etwas gemeinsam: Sie bringen Bewegung in den öffentlichen Raum – in Winterthur allerdings vor allem Frauen.

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