Sinkende Werbeeinnahmen und rückläufige Abonnements belasten grosse Medienhäuser wie die TX Group mit dem „Tages-Anzeiger“, dem „Landboten“ und der „Zürichsee-Zeitung“ massiv. Laut dem Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft schmälert das die journalistische Vielfalt im Kanton.
Ein bisschen wirkt das vergangene Woche veröffentlichte „Jahrbuch Qualität der Medien“ des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Uni Zürich (Fög) wie ein Quartalsrückblick von Meteo Schweiz über den Hitzesommer 2026. Alle wussten und spürten es – und nun hat man es auch noch amtlich.
Bezogen auf die Mediensituation in der Schweiz heisst das: Das allgemeine Interesse an Nachrichten und die Reichweite digitaler News gehen laut dem Fög langfristig zurück. Zudem werden KI-generierte Meldungen von der Bevölkerung zunehmend ergänzend für Informationen genutzt, das Vertrauen in diese Tools ist jedoch nach wie vor gering. Immer weniger Leute informieren sich via den klassischen Medien, wenden sich sogar ab. 2025 waren es laut der Umfrage gut 40 Prozent der Bevölkerung.
„36 Prozent der Befragten halten es für eher oder sehr plausibel, dass jüdische Netzwerke im Hintergrund grosse Teile der westlichen Politik kontrollieren.“
„Medienmuffel“, wie diesen Bevölkerungsteil das Branchenportal Persönlich nennt, trifft den Kern jedoch nicht unbedingt. Denn laut der Untersuchung des Fög sind besagte 40 Prozent der Bevölkerung besonders offen für „Desinformation und Verschwörungserzählungen“.
So wurden die 1222 Personen in der deutschsprachigen und in der französischsprachigen Schweiz auch über gängige, landläufig als „Verschwörungstheorien“ bekannte Thesen befragt. Dabei sind die Zahlen erstaunlich hoch. Für rund 41 Prozent der Befragten ist die Aussage eher oder sehr plausibel, dass politische Eliten gezielt die Einwanderung nach Europa fördern, um die Bevölkerung langfristig zu verändern. 36,9 Prozent glauben, dass der Klimawandel Regierungen als Vorwand dient, um die Bevölkerung zu kontrollieren.

Eine eben publizierte Studie des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft kritisiert die immer häufiger identischen Artikel in mehreren Zeitungstiteln. Das schwächt die journalistische Vielfalt in den Regionen. Bild: zvg
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