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Tobias Langenegger will mehr auf den Gemeinderat hören – und er kritisiert den alten Stadtrat

Langenegger steht auf einem kiesigen Boden, hat einen Anzug an, in der linken Hand sein Script. Dahinter ein kleiner Ahorn-Baum mit grünen Blättern. Links ein Kameramann, rechts zwei Zuhörer.Tobias Langenegger spricht nach 133 Tagen Amtszeit einige heisse Themen an. Bild: Lorenz Steinmann

Tobias Langenegger, seit 133 Tagen Chef im Stadtzürcher Hochbaudepartement, macht auf Tempo. Der SP-Politiker will die missbräuchlichen Kurzzeitvermietungen rasch stoppen, bei der neuen Bau- und Zonenordnung auf möglichst viele Einwendungen eingehen – und er will mehr mit dem Gemeinderat zusammenarbeiten.

Das habe er sich SVP-Regierungsrat Ernst Stocker abgeschaut, sagte Tobias Langenegger schmunzelnd gegenüber Rathuus. Nämlich, dass er die Journalistinnen und Journalisten zu einem Medienspaziergang eingeladen hat – passenderweise ins Neubauquartier an der Hohlstrasse in Richtung Bahnhof Altstetten. Hier baute die Stadt Zürich in den letzten Jahren die Wohnsiedlung Letzi für 700 Personen aller Generationen. Es sind markante Hochhäuser – für Langenegger ein Beispiel, wie die Stadt „nachhaltig und sozial“ bauen sollte.

Gleichzeitig betonte der SP-Stadtrat, er wolle künftig weniger auf Ersatzneubauten setzen, als vielmehr Bestehendes erweitern. Langsam scheint bei der Stadt die Erkenntnis angekommen zu sein, dass auch die graue Energie bei Hausabbrüchen und Neubauten das Klima schädigen kann. Dazu will Langenegger Lösungen suchen, dass Mieterinnen und Mieter bei Neubauten und Totalsanierungen nicht mehr aus der Stadt verdrängt werden. „Wir möchten auch mit Privaten zusammenarbeiten, um Rochadeflächen in der Stadt anbieten zu können“, so der 41-Jährige. Denn die Wohnsituation in Zürich sei sehr angespannt. Dabei will Langenegger, der am 8. März 2026 in die Stadtzürcher Regierung gewählt wurde und seit 133 Tagen das Hochbaudepartement leitet, den Volkswillen ernst nehmen.

„Das war extrem verwerflich“

Dazu gehöre, „dass die anstehende neue Bau- und Zonenordnung mehrheitsfähig werden soll“. Es habe 500 Einwendungen mit 2500 Anträgen gegeben. Ziel ist die Einführung eines neuen zentralen Regelwerks, das die Nutzung und Bebauung aller Grundstücke in der Stadt verbindlich festlegt. Die alte Bau- und Zonenordnung (BZO) stammt aus dem Jahr 2016.

Dabei musste Langenegger zumindest laut AL-Gemeinderat Mischa Schiwow ein diskutables Werk übernehmen, das Langenegger-Vorgänger André Odermatt in die Vernehmlassung schickte. „Das war extrem verwerflich“, sagte Schiwow, der Mitglied ist Sachkommission Hochbaudepartement und Stadtentwicklung, zu Rathuus. „So ein grosses Paket schnüren zwei Monate vor dem Rücktritt geht gar nicht“, kritisierte der AL-Politiker. Das hätte alt SP-Stadtrat Odermatt besser Langenegger überlassen sollen.

Schiwow und Langenegger unterhalten sich. Sie stehen an der Hohlstrasse, Schiwow lehnt sich an einen Baum, Langenegger hält sein Manuskript in der Hand.Kennen sich schon lange aus der Zeit im Vorstand des Zürcher Mieterinnen- und Mieterverbandes (v. l.): AL-Gemeinderat Mischa Schiwow und SP-Stadtrat Tobias Langenegger. Bild: Lorenz Steinmann

Für Langenegger ist so oder so klar, dass man nun Lösungen suchen müsse zusammen mit den Kritikerinnen und Kritikern der neuen BZO. Sonst komme die Vorlage nie beim Volk durch. Ein Konsens also – keine einfache Aufgabe, zumal Langenegger mit seiner langen Zugehörigkeit im Vorstand des Mieterinnen- und Mieterverbands politisch eher linker verortet zu sein scheint als Odermatt.

Kostentreiber laufende Anpassungen

Dass Langenegger durchaus auf Tempo setzt, zeigt sein Wille, einen erst kürzlich gefällten Bundesgerichtsentscheid rasch umzusetzen. So muss di…

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