Routen auf Bergstrassen gelten als Flaggschiff der Schweizer Postautos. Doch aktuell kommen immer mehr „Flachland-Postautos“ auf Alpenstrecken zum Einsatz. Auch solche aus dem Kanton Zürich. Das charakteristische „Dü-Da-Do“ hört man so kaum noch, Postauto AG spart und baut kein Dreiklang-Horn ein.
Die Ferienziele des Ehepaars aus Berlin waren schon lange festgelegt. Mit dem berühmten Schweizer Postauto ins langgezogene Safiental und über den kurvigen Malojapass ins Bergell fahren. Und an engen Strassenstellen dem weltberühmten Dreiklang-Horn „Dü-Da-Do“ live mitzulauschen.
Denn das charakteristische „Dü-Da-Do“ – 1924 eingeführt, um auf Bergpoststrassen andere Verkehrsteilnehmer zu warnen – ist das Top-Erkennungszeichen der Schweizer Postautos. Das 120 Dezibel laute Dreiklang-Horn ist Rossinis Oper „Wilhelm Tell“ entlehnt und entfacht bei den meisten Passagieren ein wohliges Gefühl, wenn sie es hören.
Schweizerischer geht fast nicht.
Doch die Fahrgäste trauten ihren Ohren nicht: Auf beiden Strecken blieb das berühmte Dreiklanghorn stumm. Stattdessen drückte der Chauffeur in engen Kurven einfach auf die Hupe. Trööt statt Dü-Da-Do.
Der erste Gedanke: „Gaaht’s no“? Oder auf Berlinerisch: „Haben se dir ins Jehirn jeschissen?“.
Der zweite Gedanke: So schade. Aber warum nur? „Während der Fahrt nicht mit dem Chauffeur sprechen“, lautet das Schild in Postautos. Das nahm sich besagtes Ehepaar zu Herzen – und fragte bei Rathuus an.
Auf Bergpoststrecken – etwa hier in Derborence – nutzen Postautos das Dreiklang-Horn öfter. Wenn es denn im Fahrzeug installiert ist. Bild: zvg/PostautoKatharina Merkle von der Medienstelle der Postauto AG mag die Antworten nicht schriftlich geben. Lieber folgen sieben Links zu zugegebenermassen wunderbaren Postautogeschichten. Steile Strecken, abgelegene Täler, urchige Werkstätten und bärtige Fahrer. Wer nicht total gegen die gelben Nationalheiligtümer ist, schmilzt dahin.
Zeit zum Sinnieren. Postauto AG, war da nicht etwas mit einem Subventionsbetrug? 205 Millionen musste die Post an Bund, Kantone und Gemeinden zurückzahlen, nachdem …

Malojapass statt Waldegg? Wenn Postautos aus dem Flachland in den Bergen eingesetzt werden, spart sich Postauto AG den Einbau des Dreiklanghorns. Bild: Lorenz Steinmann
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