Es ist wieder einmal Zeit für lesenswerte Artikel und hörenswerte Podcast-Folgen. Welche Journalistinnen und Journalisten haben es wohl dieses Mal in Waldos Medienschau geschafft?
Waldo ist ein Parson Russell Terrier. Er mag lange Spaziergänge, ausgiebige Streicheleinheiten und alle Menschen, die nett zu ihm sind. Zu seinen Hobbys gehören Apportieren, schlafen und ungehorsam sein.
Früher las er gern die Zeitschrift „Wuff – Das Hundemagazin“, die zu seinem Bedauern jedoch eingestellt wurde. Aus diesem Grund ist unser Redaktionshund in Sachen Medien heute flexibler geworden. Da darf es gern mal die „Neue Zürcher Zeitung“, die „Wochenzeitung WOZ“ oder „Der Spiegel“ sein. Aber Waldo ist kein Kostverächter – er hat in Artikeln, Podcasts und anderen Ecken der Medienwelt geschnüffelt. Hier findest du seine Fundstücke. Die Überschriften sind um sieben Ecken gedacht, vom deutschen Schriftsteller Patrick Süskind inspiriert, genauer von Titeln seiner Bücher.
Das Brot
„Boma Bakery“, „Collective Bakery“ oder „WIM Bakery“ – das Onlineportal Tsüri hat sich ganz kleinen Bäckereien in der Limmatstadt gewidmet. Mikrobäckereien erleben in Zürich einen Hype. „Wenn Marija Čerkezović das Licht in ihrer Backstube anmacht, schläft Zürich noch. Behutsam legt sie Butterplatten auf den ausgewallten Teig, faltet die Ecken ein, rollt den Teig wieder aus und wiederholt den Vorgang“, schreibt Yann Bartal in seinem Text, der hungrig macht. Er geht im Artikel der Frage nach, weshalb Zürcherinnen und Zürcher neun Franken für Brot bezahlen. Wer Hunger hat, der klickt hier.
Der Kanarienvogel
Kanarienvögel galten im Bergbau lange als Lebensretter: Sie waren lebende Frühwarnsysteme für giftige Gase – und warnten so die Bergmänner (absichtlich nicht gegendert) frühzeitig vor dem Ersticken. So oder so ähnlich könnte sich SP-Bundesrat Beat Jans gerade fühlen. Er kämpft mit vollem Einsatz für ein Nein zum SVP-Volksbegehren „Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)“. Und er warnt vor den Auswirkungen, lange bevor Herr und Frau Schweizer sie in ihrem Alltag spüren.
Doch wie stark dürfen sich Bundesräte eigentlich in so einen Abstimmungskampf einmischen? Geht Jans zu weit – oder tun andere Regierungsmitglieder zu wenig? Genau darüber diskutieren Raphaela Birrer, Jacqueline Büchi, Fabian Renz und Mario Stäuble mit Host Philipp Loser im Podcast Politbüro des „Tages-Anzeigers“. Wir wünschen viel Spass beim Hören der interessanten Folge.
Der Solist
Es ist so jung und frisch, dass Waldo gleich ein Abo lösen müsste: Der Verlag CH Media, bekannt durch Titel wie die „Aargauer Zeitung“, das „St. Galler Tagblatt“ oder die „Schweiz am Wochenende“, hat kürzlich „Schweiz heute“ lanciert. Das ist ein Newsportal, das die Inhalte der Zeitungen des Medienunternehmens aus Aarau bündelt. Ein Artikel dreht sich um den aus der SP ausgetretenen Ständerat Daniel Jositsch.
Jositsch hat den Sozialdemokraten den Rücken gekehrt, weil die SP-Delegierten entschieden haben, den Strafrechtsprofessor nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu nominieren. Fortan will es der Politiker als Parteiloser probieren – so wie es schon Regierungsrat Mario Fehr erfolgreich vorgemacht hatte. Dieser war ebenfalls aus der SP ausgetreten. Im Text von „Schweiz heute“ geht es unter anderem um die Wahlchancen von Daniel Jositsch. „Der Tag X ist noch weit entfernt. Doch Daniel Jositsch hat die Spannung bereits erhöht.“, schreibt Christoph Bernet. Die nationalen Wahlen sind erst im Herbst 2027. Wer mehr wissen will, klickt auf diesen Link.
Die Geschichte von Herrn Infantino
Es ist ein Anlass der Superlative: 48 Nationen werden an der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA um den Pokal spielen. Wobei vermutlich nur die wenigsten davon realistische Chancen haben. Aber darum soll es hier nicht gehen. In diesem Lesetipp widmen wir uns einem Artikel des Onlinemagazins Republik. Elia Blülle und Boas Ruh haben einen dramaturgisch spannenden Text über Gianni Infantino geschrieben. Er ist Präsident des Weltfussballverbands und – so scheint es zumindest für die Öffentlichkeit – einer der Best Buddies des US-Präsidenten Donald Trump.
Die „Republik“ hat Infantino auf den Zahn gefühlt. „Seine Aufgabe wäre es, Turniere zu organisieren, Geld zu verteilen, Spielregeln zu hüten. Doch Infantino betreibt mit dem Fussball Weltpolitik“, schreiben die beiden Journalisten. „Viele Gesprächspartner werden uns später sagen: Er sei zum mächtigsten Schweizer aufgestiegen“, heisst es im lesenswerten Stück. Hier geht es zum Artikel „Wer bist du, Gianni?“.
