Es war die ideale Schlagzeile kurz vor der Eishockey-WM mit Hauptaustragungsort Zürich: Patrick Fischer und das gefälschte Covid-Zertifikat. Nun bestätigt SRF gegenüber Rathuus, dass das geplante Porträt über den gefeuerten Nati-Trainer wohl nie kommt. Wird die WM trotzdem zum medialen Flop?
Die Rad-WM 2024 in Zürich kostet die öffentliche Hand über 20 Millionen Franken. Für die Frauen-EM mit den Spielen in Zürich wurden allein von der Stadt Zürich etwa 19 Millionen Franken ausgegeben. Ganz anders das Bild bei der Eishockey-WM, die vom 15. bis 31. Mai 2026 in Fribourg und hauptsächlich in Zürich stattfindet. Die Stadt Zürich beteiligt sich lediglich mit 1,9 Millionen Franken am Grossanlass.
Ist was wenig kostet, auch nichts wert? An der Stadtverwaltung Zürich jedenfalls scheint der Grossanlass fast ohne jegliches Interesse vorbeizugleiten. Auf der Website der Stadt findet man bisher fast gar nichts. Null Freude, fast null Infos. Ausser die obligate Meldung der Dienstabteilung Verkehr über die Verkehrsumleitungen wegen der sogenannten Fanzone. Diese ist, man glaubt es kaum, neben der Hermetschloobrücke an der Grenze zu Schlieren vorgesehen. Über einen halben Kilometer von der Swiss-Life-Arena entfernt im Niemandsland, auf einem umfunktionierten Fussballfeld. Nichts von Sechseläutenplatz, nichts von Europaallee.
Wieso an diesem unwirtlichen Ort?
Wie es heute vom Organisationskomitee gegenüber „Blick“ heisst, merkte man erst kürzlich, dass es rund ums Stadion zu wenig Platz für eine Fanzone hat. Für einen attraktiveren Standort fehlten also die Zeit, der Mut, das Feuer, aber auch das Geld.
Das scheint irgendwie typisch zu sein. Entweder richtet die Stadt mit grosser Kelle an – oder lässt es fast ganz bleiben. Laut dem Stadtrat wird immerhin „eine kostenlose Beflaggung gewährt, wie bei internationalen Sportgrossanlässen üblich“. Ob hingegen das geplante „Coaching‑Symposium für Trainer*innen aus aller Welt“ durchgeführt wird, ist aktuell nach den Querelen rund um Ex-Eishockeynati-Trainer Patrick Fischer unklar.
Fakt ist: Wenige Wochen vor dem Grossanlass ist vom Event nichts zu sehen in Zürich. Doch halt: Beim Flughafen steht etwas trostlos ein schwarzer Würfel mit einer Countdown-Uhr („so lange geht’s noch bis zur WM“).
Definitiv eine Übersättigung
Zürich und Eishockey. Das will einfach nicht matchen. Das war schon so, als die ZSC Lions im Hallenstadion in Oerlikon spielten. Und es ist auch nach 2022 so geblieben, obwohl der „Zett“ im mehrheitlich privat finanzierten Stadion in Altstetten ebenfalls Meistertitel gewinnt.
Zudem wirken die jedes Jahr im Spätfrühling ausgetragenen Eishockey-Weltmeisterschaften beliebig, ja geradezu inflationär. Nach den Olympischen Spielen vor zwei Monaten – natürlich mit Eishockey-Turnier – ist schon fast eine Übersättigung spürbar.
Da kommt die Riesenstory rund um Nationaltrainer Patrick Fischer eigentlich gerade recht. Kurz zusammengefasst: Fischer erzählte vor wenigen Wochen die Geschicht…

Erhält die am 15. Mai beginnende Eishockey-WM dank des Trainer-Skandals nun mehr Beachtung? Unsere Aufnahme zeigt den Infowürfel beim Flughafen Kloten. Bild: Lorenz Steinmann
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