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Altes Kispi-Areal: Ängste, Begehrlichkeiten und Hoffnungen

Architekturmodell des alten Kinderspitals aus Pappe und Karton. Es steht auf einem Tisch.Durch den Umzug des Kinderspitals im November 2024 ist in Hottingen ein grosser Leerstand entstanden. Das 1968 erbaute Bettenhaus, der Operationstrakt und der Wirtschaftstrakt sollen abgerissen werden. Bild: Pascal Turin

Das Kinderspital ist längst in seinen Neubau gezogen. Das alte, rund 20’000 Quadratmeter grosse Gelände an bester Lage lädt zum Träumen ein. Der Kanton Zürich plant ein neues Gebäude für das Zentrum für Zahnmedizin – doch die Bevölkerung will das frühere Kispi erhalten. Jetzt bahnt sich eine Zwischennutzung an.

Vorne projizierte der Beamer bereits die erste Folie an die Leinwand, während immer noch mehr Stühle herangeschafft werden mussten. Der Saal im Gemeinschaftszentrum (GZ) Hottingen war mit etwa 80 Menschen fast voll. Die AL Kreis 7 und 8 hatte zusammen mit der Zürcher Arbeitsgruppe für Städtebau (ZAS*) und der Interessengemeinschaft (IG) Kispi Hottingen eine rege besuchte Veranstaltung organisiert. Moderiert wurde der Anlass von Deborah Fehlmann, Redaktorin bei der Architekturzeitschrift Hochparterre.

Magnetwirkung dürften die angekündigten Rednerinnen gehabt haben: Neben der Stadtratskandidatin und Gemeinderätin Tanja Maag (AL) hielt die renommierte Architektin Barbara Buser ein Referat. Letztere gilt als Pionierin des zirkulären Bauens. Sie setzt sich dafür ein, Bauteile wiederzuverwenden und Gebäude zu erhalten, statt sie abzureissen. Ein Anliegen, für das die Stadt Zürich zumindest bis vor Kurzem wenig Gehör zu haben schien.

Alt Gemeinderat und IG-Mitbegründer Mischa Schiwow (AL) war ob des Publikumsaufmarsches sichtlich zufrieden. Gemeinsam mit Architekt Hugo Wandeler sowie EVP-Politikerin Stéphanie von Walterskirchen setzt er sich schon lange für eine Umnutzung des ehemaligen Areals des Kinderspitals Zürich – im Volksmund liebevoll Kispi genannt – ein. Seit das Kispi im November 2024 von Hottingen in einen Neubau der Stararchitekten Herzog & de Meuron im Lengg-Quartier gezogen ist, stehen die früheren Spitalgebäude leer. Aktuell findet eine Schadstoffsanierung statt, die laut Auskunft der Medienstelle der Baudirektion voraussichtlich bis Mitte des zweiten Quartals 2026 dauern wird.

Die Wunschliste aus dem Quartier ist lang

Klar ist: Das alte Kispi-Areal weckt Begehrlichkeiten und Hoffnungen. Auch bei der Quartierbevölkerung. An der Veranstaltung im GZ Hottingen wurden darum Vorschläge gesammelt. Die meisten davon waren pragmatisch. So zeigt sich, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Generationenhaus, Alterswohnungen oder gar ein von Älteren geführtes Café vorstellen könnten. Oder wie wäre es mit einem Kompetenzzentrum für Kinderschutz mit „Schlupfhuus“ sowie Wohnraum für Studierende? Manche wünschen sich öffentliche Freiräume, Gärten, Obstbäume – das Gebiet soll durch verschiedene neue Nachbarinnen und Nachbarn belebt werden.

Die Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner befürchten aber, dass das Areal noch lange ungenutzt beziehungsweise leer bleibt und damit eine riesengrosse Chance für das Quartier sowie die Stadt verpasst wird. Diese Ängste waren lange nicht unbegründet, doch nun scheint der Regierungsrat einzu…

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