Startseite » News » Drei Lichtblicke aus Uster, Winterthur und Zürich
5 Minuten

Drei Lichtblicke aus Uster, Winterthur und Zürich

Das Bild zeigt ein Kunstwerk aus der Ausstellung "Japan de luxe –Die Kunst der Surimono-Drucke" im Museum Rietberg.Das Kunstwerk von Maler Totoya Hokkei (1780 bis 1850) heisst "Es ist gut, einen neuen Brunnen auszuheben". Es stammt aus der Reihe "Eine Serie für den Hanazono-Zirkel". Entstanden ist es um das Jahr 1824. Bild: Museum Rietberg

Es gibt sie noch, die erfreulichen Meldungen: In Uster unterstützt die Stadt ältere Menschen bei der Wohnungssuche, in Winterthur soll das Busdepot Grüzefeld Solarstrom liefern und in Zürich kann man bald seltene japanische Grusskarten bestaunen.

Politikmagazin hin oder her, manchmal darf es einfach auch erfreulich sein. Nach den drei Good News aus der Verwaltung im Juli legen wir nun nach. Nachrichten sind zu wichtig, um nur negativ zu sein – zumindest, wenn man dem Konzept des konstruktiven Journalismus Beachtung schenkt. Einer seiner bekanntesten Vertreter ist der dänische Journalist Ulrik Haagerup, früherer Nachrichtenchef des Dänischen Rundfunks. Er vertritt die Haltung, dass es mehr konstruktive News braucht, also mehr Berichte über Erfolgsbeispiele und Lösungsansätze statt ausschliesslicher Problembewirtschaftung.

In diesem Sinne legen wir los mit einer News aus Uster. Mit über 37’000 Einwohnerinnen und Einwohnern rangiert die Stadt im Kanton hinter Zürich und Winterthur auf Platz 3. Uster brüstet sich mit dem Slogan „Wohnstadt am Wasser“ – gemeint ist damit der idyllische Greifensee. Doch wie fast überall in der Schweiz ist dort günstiger Wohnraum Mangelware. Besonders für ältere Menschen ist die Wohnungssuche oft eine Geduldsprobe.


Lass dir den Artikel durch eine KI-gestützte Stimme vorlesen.

Jetzt gibt es aber Hilfe: Die Fachstelle Alter der Stadt organisiert zusammen mit dem Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft Zürich eine kostenlose Informationsveranstaltung zum Thema Wohnungssuche für Seniorinnen und Senioren. Bald erhalten ältere Menschen konkrete Tipps für eine erfolgreiche Wohnungsbewerbung. „Der heutige Wohnungsmarkt ist schnelllebig und bringt ein hohes digitales Tempo mit sich“, schreibt die Stadt Uster in einer Mitteilung. Im Kurs wird eine Musterbewerbung erstellt, die man dann als Vorlage für eigene Bewerbungen verwenden kann.

Natürlich muss man sich bei einer Wohnungsbesichtigung gut verkaufen können. „Da der persönliche Eindruck zählt, ist auch das richtige Auftreten bei Wohnungsbesichtigungen ein Thema“, so die Stadt. Keine Sorge: Wohl keine Seniorin und kein Senior wird in schlabbrigen Trainerhosen und in dreckigen Turnschuhen zu einer Besichtigung erscheinen. Aber lernen kann man zum Beispiel, dass man nicht zu viel Respekt vor digitalen Bewerbungen haben muss.

Die Anmeldefrist läuft noch bis kommenden Montag, 15. September. Am einfachsten eine E-Mail schicken an fachstelle.alter@uster.ch oder die Telefonnummer 044 944 74 59 wählen. Die kostenlose Infoveranstaltung findet am Donnerstag, 18. September, von 14 bis 16 Uhr im Gemeinderatssaal im Stadthaus an der Bahnhofstrasse 17 statt.

Zwei ältere Personen betrachten den Blick aus dem Fenster einer leeren Stadtwohnung in Zürich.Besichtigungstermin einer sanierten Wohnung in Zürich. Dass sich die Wohnungsknappheit in der Schweiz weiter zuspitzt, macht die Situation für Wohnungssuchende nicht einfacher. Bild: Pascal Turin

Busdepot-Dach wird zum Kraftwerk

Von der Wohnungssuche in Uster springen wir nach Winterthur. Dort geht es nicht um vier Wände, sondern um ein Dach. Kürzlich hat der Winterthurer Stadtrat nämlich einen Kredit von 500’000 Franken für den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Busdepots Grüzefeld beschlossen. Finanziert wird das Projekt vom Zürcher Verkehrsverbund.

„Jährlich wird diese Anlage rund 340’000 Kilowattstunden Strom produzieren. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund achtzig durchschnittlichen Familienhaushalten“, schreibt die Stadt Winterthur in einem Communiqué. 85 Prozent des produzierten Solarstroms könne Stadtbus Winterthur selbst nutzen. Der Rest werde in das Winterthurer Stromnetz eingespeist.

In Winterthur gibt es lediglich ein Busdepot. Derzeit müssen deshalb im „Grüzefeld“ rund 100 Fahrzeuge Platz finden. Damit sei das Depot ausserhalb der Betriebszeiten – also nachts – voll, „weshalb wir einen provisorischen Erweiterungsbau planen“, so Stadtbus Winterthur auf Anfrage. Auf einem Teil des Daches befindet sich übrigens bereits eine Photovoltaikanlage.

Apropos Strom – die Elektrifizierung beim Verkehrsunternehmen beschränkt sich nicht nur auf Dächer. Ende 2024 konnte Stadtbus die Linie 5 auf Elektrobetrieb umstellen. Als Nächstes soll die Linie 7 folgen, wie es im Juli in einer Mitteilung hiess. Wie auf der Buslinie 5 werden Trolleybusse zum Einsatz kommen, die dank Batterien einen Teil der Fahrstrecke ohne Oberleitungen fahren können.

Ab Ende 2026 sollen dann 90 Prozent der Fahrgäste in Winterthur elektrisch unterwegs sein. „Es verbleiben die Buslinien 4, 9, 10 und 12 sowie die Regionallinien 610, 611, 660 und 674 die wir noch mit Dieselbussen betreiben“, gibt Matthias Gerth, Leiter Marketing und Kommunikation bei Stadtbus Winterthur, Auskunft.

In Winterthur geht es mit der Energiewende dementsprechend nicht nur auf den Strassen, sondern auch auf den Dächern voran.

Das Bild zeigt das Busdepot Grüzefeld. Die Tore sind geöffnet und man sieht die für Winterthur typischen rot-weissen Busse.Der Stadtrat von Winterthur hat einen Kredit von 500’000 Franken für den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Busdepots Grüzefeld beschlossen. Bild: Stadtbus Winterthur

Mehr als nur gedruckte Dinge

Von den Dächern Winterthurs kommen wir zum Abschluss nach Zürich. Denn dort wartet ab Ende September ein Muss für Japan-Fans. Das Land der aufgehenden Sonne ist ein beliebtes Reiseziel, wie Radio SRF 4 News kürzlich berichtete. „Auch bei Schweizer Reiseanbietern wird Japan als Feriendestination immer beliebter“, schreibt das Schweizer Radio und Fernsehen – kurz SRF – in der Sendungsbeschreibung.

Wer aber lieber in der Nähe bleibt, statt in die Ferne zu schweifen, sollte sich eine neue Ausstellung im Museum Rietberg dick im Kalender markieren. Ab dem 26. September ist dort die Schau „Japan de luxe – Die Kunst der Surimono-Drucke“ zu sehen. Gezeigt werden mehr als hundert Werke dieser seltenen Farbholzschnitte. „Diese Farbholzschnitte sind aber alles andere als nur ‚gedruckte Dinge‘, wie Surimono wörtlich übersetzt heisst“, schreibt das Museum in einer Medienmitteilung.

Surimono-Drucke sind kleine Gesamtkunstwerke, gedruckt auf kostbarem Hōsho-Papier. Sie entstanden als Statussymbole, geschaffen in kleinen Auflagen. „Saisonale Feste, private oder berufliche Veränderungen sowie besondere kulturelle Ereignisse boten Gelegenheiten für die Anfertigung dieser luxuriösen Grusskarten“, so das Museum, das zur Stadt Zürich gehört. Surimono konnten zu allen Jahreszeiten erscheinen, allerdings wurden die meisten als Karten für Neujahr gedruckt. Also dann, wenn man sich an vernachlässigte Kontakte erinnert oder eingeschlafene Freundschaften wecken möchte.

Die Ausstellung läuft bis 12. Juli 2026, doch wer alle Werke sehen möchte, muss zweimal hingehen. Damit die Drucke, die unter anderem empfindlich auf Licht reagieren, keinen Schaden nehmen, werden sie nur begrenzte Zeit am Stück gezeigt. Das Museum tauscht alle Surimono-Bilder Mitte Februar komplett aus.

Und damit schliesst sich der Kreis – drei Geschichten, drei Städte: Good News gibt es direkt vor unserer Haustür.

Das Bild zeigt einen Surimono-Kunstdruck, auf dem zwei tanzende Menschen abgebildet sind. Eine der Personen trägt eine Affenmaske. Das Werk ist kunstvoll und schlicht, die Figuren sind eingefärbt.Bald im Museum Rietberg zu sehen: Der Erschaffer dieses Kunstwerks mit dem Namen "Der Höhepunkt des Affenjahres" ist unbekannt. Der Druck stammt wohl aus dem Jahr 1860. Bild: Museum Rietberg
Lust auf Austausch?
Unsere Newsletter und unsere Podcast-Folgen auf Steady sind der richtige Ort dafür – kommentiere dort und sag uns, was du denkst:
Zu unseren Steady-Beiträgen

Oder schreib uns eine E-Mail: redaktion@rathuus.ch