In fünf Zürcher Badis war das getestete Essen so schlimm, dass das Kantonale Labor schreiben muss: „für den menschlichen Konsum nicht geeignet“. Welche Betriebe das sind, bleibt aber ein Geheimnis. Dass nur 79 Prozent der genommenen Proben den rechtlichen Anforderungen entsprechen, ist für das Kontrollorgan kein Grund zur Sorge.
Das Kantonale Labor Zürich hat kürzlich seinen Jahresbericht herausgegeben. Er umfasst nur 20 Seiten. Wer mehr wissen will, muss für jedes Thema einen QR-Code scannen.
Vergangenes Jahr wurden die Badi-Küchen untersucht. Also jene saisonalen Gastrobetriebe, die es in jeder Sommer-Badi hat. Vom Hero-Büchsensalat bis zur ausgeklügelten Pasta-Delikatesse, vom Frisco-Glace bis zur hausgemachten Mare di Nutella ist alles zu finden.
Saucen & Co. im Visier
Wähen, Salate, vorgegartes Fleisch, Saucen und Dips wurden kontrolliert, heisst es auf Anfrage von Rathuus. Ausserdem auch Pasta, Reis und Kartoffeln.
Von den genommenen 110 Proben fanden die Kontrolleurinnen und Kontrolleure bei fünf Proben sehr hohe Richtwertüberschreitungen: „Die stark belasteten Lebensmittel waren für den menschlichen Konsum nicht mehr geeignet“, so das Amt, das zur Gesundheitsdirektion gehört. Bei zusätzlichen 18 Proben musste die „Nichteinhaltung der guten Verfahrenspraxis“ beanstandet werden. Übersetzt in die Alltagssprache bedeutet dies „zu lange Lagerung, zu hohe Lagertemperaturen und hygienische Fehler beim Umgang mit den Speisen“. Definitiv keine Bagatellen, eher etwas, das Bauchschmerzen oder Schlimmeres verursachen kann.
Jede fünfte Probe fiel durch
Fazit der Stichproben durch das Kantonale Labor: Jede fünfte Probe musste entweder beanstandet werden, oder sie war für den menschlichen Konsum sogar nicht geeignet.
Trotzdem schreibt das Kantonale Labor, dass die kontrollierten Lebensmittel in den Badis „in guter mikrobiologischer Qualität“ gewesen seien.
Man fragt sich, in welcher Welt die Kontrolleurinnen und Kontrolleure leben.
Vor allem: Welche Schmuddel-Badi-Kantinen stellen Salate und Fleischgerichte her, die Menschen nicht essen dürfen? Das werde nicht verraten: „Dies verbietet uns die Lebensmittelgesetzgebung (Schweigepflicht)“, so die Antwort des Kantonalen Labors.
Eine Badi war so schlimm, dass sie auch die Nachkontrolle nicht bestand. Die verantwortliche Person sei dazu verpflichtet worden, „bis zum Beginn der Saison 2025 eine Hygieneschulung des gesamten Küchenpersonals durch ein privates Labor zu organisieren“, schreibt der Kantonschemiker Martin Brunner gegenüber Rathuus.
Der (nicht ganz ernst gemeinte) Rathuus-Sommertipp
Wer nun durch die Resultate der Laboruntersuchungen aufgeschreckt sein sollte, für den haben wir den Rathuus-Tipp parat: Man kann immer noch daheim etwas vorkochen und dann in der Badi essen. Das ist vermutlich günstiger – und in manchen Badis vielleicht sogar gesünder.

Das Kantonale Labor hat Badi-Restaurants auf ihre Gesundheits-Hygiene kontrolliert. Die Resultate und vor allem die Einschätzung durch das Kantonale Labor verblüffen. Bild: Kantonales Labor Zürich/Mirjam Widmer
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